niederlegte, um sich ungestörter den Archivarbeiten hin, geben zu können.
AlS Schriftsteller hat er sich den Beifall feiner Zeitgenossen erworben, und von feinen historischen Arbeiten verdient neben Anderem seine nassauische GeschlechtStasrl Walram'schen Stammes, nebst Tert, besonderer Erwähnung*). Auch mit der Geometrie war er bekannt; wie ihm denn auch 1732 die Vermessung der Grenzen zwischen dem fürstl. nassau-saarbrücken'schen und gemeinschaftlichen Amte Kamberg übertragen wurde.
Das Original der obigen Stammtafel, mit der Feder gezeichnet und mit ausgemalten Wappen geschmückt, ist neben seinem historischen Werthe, ein rühmliches Denkmal seltenen Fleißes und besonderer Geschicklichkeit und findet sich im Archive zu Idstein wohlbehalten aufbewahrt.
Sein meistes Verdienst hat er sich indessen bezüglich Ler Ordnung des Nassau-Usingen'schen Archives erworben. Fast kein Faszikel befindet sich unter den älteren Akten, den er nicht mit einem Umschläge versehen und eigenhändig rubrizirt hätte. Eben so hat er mit vielem Organisationstalente das ganze Archiv in systematische Ordnung gebracht. Die eigenhändig sehr reichlich ge« schriebenen Repertorien in zwei starken Foliobândcn, nebst vielen »von ihm sauber abgeschriebenen Urkunden geben ihm daS unvergängliche Zeugniß eines eben so fleißigen als theoretisch und praktisch gebildeten Archivbeamten.
Schade nur, daß sein mühsames Werk, bezüglich der Ordnungsarbeiten später unter fremden Händen vielfach zerrissen und zerstückelt wurde **).
Da es sich hier blos um die historische Persönlichkeit handelt, so liegt eine Schilderung des Privatlebens
*) Im allgemeinen Bücher-Lerikon von Wilhelm Heinsius, Leipzig 1812, zweiter Band, pag. 231, finden fich seine nicht unbeträchtlichen Werke nachfolgend verzeichnet:
Hagelgans, I. G., architectura cosmica, oder Vorstellung des WeltgebäudeS. 2 Th. mit Kupf. 8. Frkfrt. (Fleischer in Leipz.) 1736—1744.
— geheimnißvolle Himmelskugel. 8. Ebend. 1739.
— katechet. Bibel d. i. der ganze Katechism. in bibl. Spr.
8. Ebend. 1711.
— Nass. Geschlechtstafel des Walram'schen Stammes mit Kpf. Folio. Ebend. 1754.
— orbis litteratus academic. Germanico Europaeus c. Lx. fol. Lips. Gleditsch. 1737.
— höllisches Spinnrad rc. m. K. 8. Frankf. (Fleischer in Leipz.) 1740.
— allgemeine Weltchronik. 2 Thle. Ebend. 1751—52.
— Beschreibung e. in der arcbit. cosm. angegebenen
zweif. Weltkugel. 8. Ebend. 1738.
Außer diesem hat er noch Gebetbücher und über die Offenbarung Johannis geschrieben.
**) Es bedarf kaum der Anmerkung, daß das jetzige Archivpersonal schuldlos ist.
dieses ausgezeichneten Mannes , außer dem Zweck dieser Darstellung, obwohl cS an Material nicht gefehlt hätte.
Nach einem fast 33jährigen fruchtreichen Wirken, starb er 1762 in einem 75jährigen Alter*). Sein Leichnam ruht auf demTobtenhofe in Idstein und feinen einfachen Leichenstein schmückt die ebenso einfache Inschrift:
CONDITA HIC QUIESCUNT OSSA ET CINERES
10. GEORG
HAGELGANS LAUTERBACO BUCHOVÜ CONSILIAR. ET ARCHIVAR. NASSOVIO US1NG. ANNO MDCCLXH.
Literatur
„Cäcilia von Albano", Mosenthal'-, des Dichters „Deborah", neueste dramatische Schöpfung ist in Diesen Tagen im Hoftheater zu Wien mit einem Erfolge gegeben worden, der für den Dichter um so ehrender ist, als das Publikum und die Wiener Kritik, die früher in dem Übeln Geruch der Lobhuvelei stand, gegenwärtig aber durch ihr Perhorresciren neuerer mißlungener Arbeiten sich in der öffentlichen Meinung wieder hergestellt hat, einstimmig und begeistert den Werth der neuen poetischen Arbeit anerkannt haben. AuS dem Brief eines Wiener Korrespondenten gibt Ernst Kossak in der Konstitutionellen Zeitung folgenden AuSzug: „Wir müssen in Mosenthal ein reichhaltiges poetisches Talent erkennen und ihm freudig zurufen, rüstig auf der betretenen Bahn fortzuschreiten, denn eben darin beruht die Fülle des Schönen und Erhabenen, daß Mosenthal in seinen Dramen Die edle Einfachheit und Klarheit mit den reinen poetischen Ergüssen verbindet und seine Charaktere weder bizarr auf die Spitze stellend noch im Haschen nach dem Grellen und Effektvollen sich verirrend, untergeht; sondern durch seine mit Wahrheit hingestellten Personen, durch die Fülle der Begebenheit uns ein reiches Feld der Poesie erschließt, auf welchem wir den hochbegabten Dichter noch recht oft zu begegnen wünschen. — Da nun der Werth des Stückes so offenbar und unwiderleglich von Scene zu Scene hervorgetreten ist, konnte es auch nicht fehlen, daß die Aufnahme höchst anerkennend und glänzend war, so zwar, daß der Dich-
*) Im Archive zu Idstein befindet-fich sein und feiner beiden Frauen Porträts.
