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rannt. — Unter den in den Zeitungen veröffentlichten s Todtenlisten finden wir keine deutsche Namen.

ten." Alles unterzeichnet von „Gustav Adolph Müller, Marchand-Tailleur, und Heinrich Klemm jun. Redak, teur und Zeichner." (D. Z.)

Schneider - Universität.

Dresden, 24. Dez. Uns steht Großes bevor. Un­ter „Direktion" der Herren „Gustav Adolph Müller, Marchand-Tailleur und Heinrich Klemm jun., zur Zeit Redakteur der Mode und Vorsteher deS Zeichnen-Insti­tuts für Kleidermacher in Leipzig", wird hier eine „Aka­demie der höheren Dekleidungökunst" ins Leben treten. „Wer heut zu Tage — erklären die genannten Vorstände der künftigen Dresdener Universität — auch nur eini­gen Werth darauf legt, gut und geschmackvoll gekleidet zu sein, wird jedenfalls der Behauptung beipflichten, daß die sonst so einfache Schneiderprofession in ihrer je- j £jgen höheren Ausübung dem mechanischen Gewerbs-; kreise völlig entwachsen ist.... Im Interesse sowohl ' der Betheiligteu als des Publikums ist es daher zum dringendsten Bedürfniß geworden, in Deutschland ein; größeres Institut zu gründen, wo der Kleidermacher die- £ jenige technische und fachwissenschaftliche Ausbildung er- | langen kann, welche er als tüchtiger Geschäftsmann und Meister seines Faches in jeder Beziehung nöthig hat." Die Grundlage der ganzen Universitätsbildung wird ein von Hrn. Gustav Adolph Müller erfundenes und noch Niemanden anvertrautes „Klnpermessungssystem, mit da- rauf basirler directer Construction der verschiedenen Klei- ■ verschnitte", bilden, eine „Methode, die, auf naturge- | mäßen mathematischen Regeln beruhend, eine eben so sichere und kunstmäßige Operationsbasis abgibt, als sie,, vermöge ihrdr umfassenden Eigenschaften bei größteEn- I fachheit, einem von Grund aus darnach eingerichteten Ge-; schäfte die vortheilhafteste Organisation gewählt." Die! wunderbare Erfindung heißt „das trigonometrisch System ■ der Körpermeffungs- und Zuschneidekunst", und bseses trigo, j nometrische System scheint den Hrn. ®. tU^tiOer und H. j Klemm jun. „ganz besonders geeignet, in dem verworrenen Zustande des Lehrfaches der Zuschneidekunst ^ine einheitliche, wissenschaftliche und zugleich vollkommen zuverlässige Basis herzustellen." Die Akademie der höhern BekleibungS- kunst" und daS „trigonometrische System jder Körper­meffungs- und Zuschneidekunst" geben schließlich für ihre Leistungen die „moralische" Garantie, daß demjenigen ein Preis von 500 Thalern zugesichert wird, „welcher im Stande wäre, ein sowohl für Vas Lehrfach als für die Praxis ebenso gutes oder besseres System, als das trigonometrische in seinem Gesammtumfange ist, zu bie­

Miszellen.

Die „Parlaments -Korrespondenz" erzählt Folgendes: M ä h r ch e n für großdeutsche Kinder. Es waren einmal drei Könige, die wohnten jeder in einem Flügel des alten Kaiser­schlosses. Als nun Weihnachten herannahte, da vereinbarten sie eine große Bescherung für ihre Kinder im Königssaale des Erst­gebornen. Allein das Hofgesinde flüsterte: Ist unser Herr nicht so groß, wie jener da? Und der Königinnen Neid wurde wach, jede trug ihren Christbaum heim in die eigene Kammer und lprach trotzig: Ich zünde die Lichter nicht an zum Ruhme des Andern! Allein der älteste König that, als merkte er es nicht, stellte eine große Tanne in den Saal mit viel Hundert Lichtern, verdoppelte die Gaben, und alle Bewohner der Kaiserburg wur­den geladen. Als nun Christabend erschien, da bliesen die Reichs- Trompeter Fanfare, die Glasthüren flogen auf, lustig strahlten Lampen und Lichter, und fröhlich erschien We drängende Menge in allen Farben des Landes. Auch die Kinder der grollenden Könige zogen dem Lichte und dem Jubel zu, und die Königinnen saßen verlassen und weinend in ihrer Kammer. Aber der Hof­narr sprach: „Ihr habt's wohl gemacht, so bringt man das römische Reich wieder zusammen!"

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Die Stürme dieser Tage haben viele Menschenopfer an der Belgischen Küste gekostet. Aus Brügge vernimmt man, daß eine Fischerschaluppe mit 8 Familienvätern ihren Untergang ge­funden. Im Dorfe Hepst sind durch diesen schrecklichen Unfall 60 Individuen brodlos geworden. Bemerkenswerth ist, daß die englischen Blätter angedeutet hatten, daß vom 19. bis zum 23. ein anhaltender Sturm herrschen werde.

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Ein interessantes Gegenstück zur magyarischen Emigration theilen englische Blätter mit, welche erzählen, daß der ungarische Räuberhauptmann Sobri Jost, der vor mehreren Jahren so viel Redens von sich machte, jetzt auf einer der Sandwich-Inseln mit einer Bande haus't und die Reisenden, die mit Gold qus Kali­fornien heimkehren, ausbeutet.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Samstag den 29. Dez. Der Barbier von Sevilla.

Komische Oper in 2 Akten. Rosine, Frl. Fany Cornet als Gast. Wegen des TodtenfesteS bleibt das Theater den Sonntag geschloffen.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in W.esbaden.