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in / efängnißstrafen umgewandelt werden, sind ' Ende eines so lustigen Schwindels! Für L >nen, zum Theil ganz dadurch verarmte Bürger, es ^t die Erinnerung an die Luftsteinfabrik.

Untaten Eingezogenen befinden sich auch politische Charakter e, ein berühmter Zeughausstürmer , Offiziere, die Freischaren in Schleswig angeführt. Also auch darin ist's, als habe ein dreißigjähriger Krieg die Gesellschafts­bande in ihren Grundfesten gelöst, und aus der chao- tiichen Zerwühlung schwimmen die Ungeheuer und Un­holte der Tiefe, nach Licht und Luft schnappend, oben. Ob jede solche entdeckte Assoziation das Zeichen einer tiefen Demoralisation ist? Die zusammengedrängte Kul­tur uno Industrie der Städte treibt überall solche Schaum auf ihre Oberfläche. Wenn die Oeffentlichkeit, die ihm gegeben wird, die schon von der Fäulniß Angegriffenen reizt, so belehrt sie doch auch dafür die Anderen.

Beachtenswerth ist, daß nicht alle diese schwer gra- virten Betrüger und Schwindler auch moralisch im Lichte ganz verworfener Personen erscheinen. Nicht Alle trotzten keck auf ihre Unschuld, ihr Recht und ein ihnen wider­fahrenes schreiendes Unrecht. Einer brachte sogar Re­miniscenzen von seiner schuldlosen Jugend, er stellte sich als einen Verführten, Fortgerissenen , als einen Ver­brecher aus Kindesliebe und Ehrgefühl dar. — Also noch Verbindungsstücke, wenngleich dünne, mit einer sitt­lichen Ordnung!

Zu diesen Causes célèbres gesellt sich im Augen­blicke ein davon völlig verschiedener Kriminalfall; aber halb Berlin, zumal das weibliche, ist tiefer davon er­griffen, als von dem schauerlichsten Nachtstücke. Eine junge, kräftige Frau, der zum Glücke des Lebens nichts gefehlt, als ein gesunder Zahn, will den kranken sich ausziehen lassen. Fast jeder Zahnarzt bedient sich jetzt des Aethers, um den Leidenden die Schmerzen, sich den Anblick der­selben zu ersparen. Die Damen verlangen die Betäu­bung. Sitte und Vorsicht bringen es mit sich, daß an­dere ärzliche oder weibliche Zeugen zugegen sind. Die Macht des Aethers scheint aber schwer berechenbar. Diese junge Frau, die Tochter des begüterten Hofschlächters, von robuster Natur, wird von der ersten Dosis noch nicht gehörig betäubt. Sie fordert eine zweite, so wird er­zählt , und liegt in weniger denn einer Minute als eine Leiche zu Füßen des Zahnarztes. Die Untersuchung ge­gen den Zahnarzt ist zur Beruhigung des Publikums und für die Ehre des Mannes selbst nothwendig ; sie wird aber schwerlich mehr ergeben, als eine neue War­nung, daß man in Anwendung gefährlicher Mittel sehr vorsichtig seyn muß, und daß die Konstitution der Indi­viduen wie der Staaten sehr verschieden sind. Einige vertragen wenig, andere Alles.

Görgey und seine Kopfwunde.

(Schluß.) '

Görgey besitzt so viel Talent, daß er damals schon seinen unverbesserlichen Fehler einsehen mußte; er war müßig stehen geblieben und ließ seine Armee und die Festung umzingeln. Ging er auch mit dem Gedanken um, die Waffen zu strecken, so war er doch zu magyarisch stolz, sich dazu zwingen zu lassen. Er versuchte am rech­ten Ufer durchzubrechen und an den Plattensee zu gelan­gen. Alle Kräfte wurden aufgeboten und sein Feldherrn­blick hätte mit den wüthigen Truppen das Ziel erreicht, wenn nicht Paniutin dem Dreinhauer Haynau geholfen hätte.

Görgey wurde noch trübsinniger und verschlossener, besonders da ihm das Geflüster der Offiziere: Görgey fällt ab, Görgey ist ein Verrâther! nicht unbekannt blei­ben konnte; im ganzen Lager raunte man sich es in die Ohren, und sogar im Quartier der Stabskanzlei, wel­ches sich in einem ausgebrannten Hause zu OSzöny be­fand, wurde schon davon gesprochen. Desto unfreund­licher, mürrischer und trotziger wurde Görgey's Benehmen, und diesem, nicht einem Kampfe oder dem Schlachtenge­wühl, verdankt Görgey seine Kopfwunde, welche seit jener Zeit, eine so große Popularität gewann. Mit verbun­denem Kopfe rückte er später nach Waizen und machte den glorreichen Rückzug bis Temeswar, mit verbundenem Kopse überreichte er an Rüdiger seinen Degen bei Vila- gos, mit verbundenem Kopfe speiste er an der Tafel des russischen Generals, mit verbundenem Kopfe wurde er durch Galizien und auf der Eisenbahn durch Wien nach Klagenfurt transportirt, und erst als der KopfBatthya- ny's fiel, fiel die Binde von Görgey's verbundenem Kopfe!

Hören wir die Veranlassung dieser Wunde.

In den Szönyer Schanzen lagerte das ermüdete Heer; eS hatte glänzend gefochten in den letzten Juni­tagen, aber noch heißere Schlachten standen in Aussicht und Jeder wußte, daß seine Tage gezählt seyen.

Eine Kompagnie Infanterie, früher zu Dom Miguels Regiment gehörig, stand in Reih und Glied, Görgey's Anordnung erwartend; es gab keine bravern Soldaten in der ganzen ungarischen Armee, als diese trefflich ererzirte, todesmuthige Truppe, welche vom Hauptmann Knaus befehligt wurde.

Ein Major aus Görgey's Stab sprengt heran, aber statt die Ordre des Kommandanten an den Hauptmann auszurichten, ruft er den Soldaten zu: Mit âltok it tak- nyosok! (was steht Ihr da, Ihr Lumpenpack! — Rotzkerle.)

Hauptmann Knaus trat sogleich hervor und verwies dem Major die Schmähung und Beschimpfung. Hier