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Bisweilen traf es sich jedoch, daß er überlistet wurde, namentlich bei einer Gelegenheit, alS ein großer Bankier ihm anderthalb Millionen Pf. Sterl, vorstreckte, wofür er als Unterpfand Konsols gab, welche damals auf 84 standen. DaS Geld ward unter der Bedingung entliehen, daß wenn die Papiere bis 75 fallen sollten, der Bankier es zu 70 wieder einfordern könne. Rothschild glaubte, nachdem eine so große Summe aus dem Markte gekom­men, sey der Handel ziemlich sicher; der Bankier aber, der eben so schlau war als er, hatte seinen Plan schon ausgedacht. Er begann sogleich die von Rothschild em­pfangenen Konsols, sowie die, welche er schon im Besitz hatte, zu verkaufen. Die Fonds fielen: ein panischer Schrecken ergriff die Stockbörse, der noch durch andere Umstände vermehrt wurde, Konsols erreichten den ver­hängnißvollen Preis von 74, und der christliche Bankier hatte die Genugthuung, den jüdischen Gelvmann betrogen zu haben.

Eine Hauptursache seiner wunderbaren Erfolge war daS Geheimniß, in welches er alle seine Handlungen ein- ? hüllte, und die verschlagene Politik, durch welche er die­jenigen, die ihn am schärfsten beobachteten, am meisten irre zu führen wußte. War er im Besitz von Nachrich­ten, die geeignet waren, einen günstigen Eindruck auf die Staatspapiere hervorzubringen, so gab er dem Makler, der gewöhnlich seine Geschäfte besorgte, den Auftrag, für eine halbe Million zu verkaufen. Die Schaar von Spe­kulanten, die seinen Bewegungen folgte, verkaufte gleich­falls. Das Gerücht verbreitete sich bald durch Capel Court, daß Rothschild â la Baisse operire, und dies war hinreichend, um die Fonds zum Weichen zu bringen. ' Man sah sich zweifelhaft an; eine allgemeine Bestürzung verbreitete sich, da man böse Neuigkeiten vermuthete, und die Kurse drückten sich um zwei bis drei Prozent. Auf dieses Resultat hatte er nur gewartet; andere Makler, die er nicht regelmäßig beschäftigte, kauften für ihn alles, 8 was sie bekommen konnten, zu den reduzirten Preisens auf; kaum war dies geschehen, als die günstigen Nach­richten anlangten, der Druck hörte auf, die Fonds stiegen und Rothschild erndtete seinen Lohn. Um solche Opera­tionen aussühren zu können, mußte er natürlich von Allem, was sich ereignete, die schleunigste Kunde erhal­ten, und in der That soll er einige Stunden früher um die Schlacht von Waterloo gewußt haben, ehe sie im Publikum bekannt wurde, wie er denn auch der Erste war, der den britischen Minister der auswärtigen Ange­legenheiten, Lord Aberdeen, ven der Julirevolution in Kenntniß setzte. (Wird nächstens fortgesetzt.)

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Miszellen.

Eines der großartigsten Plagiate, die je vorgekommen sind, ist wohl das, worauf die „Allgemeine Ztg." aufmerksam macht- Ein Hr. L. Schubar oder Lubarsch hat danach einen Roman: „Fürst und Volk, historischer Roman aus der Berliner März- Revolution," geschrieben, dessen zweiter Band von Seite 46 bis zu Ende, beinahe 300 Seiten lang, meist wörtlich aus der Ueber- setzung eines Romans: The countess, vom amerikanischen Legations-Sekretär T. S. Fay kopirt ist! Das Merkwürdigste dabei ist, daß Hr. Lubarsch die Handlung, die im Original unter Friedrich Wilhelm II. spielt, als historischen Roman aus der Berliner März-Revolution verarbeitet hat!!

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Berlin Der Redakteur der „Buddelmeyer Zeitung" kor- respondirt jetzt fleißig mit seinem Freunde Ludewich Napoljon. In seinem 3ten Briefe gibt er ihm folgenden vortrefflichen Rath: „Sehn Sie mal, et jiebt man een enziges wirklich haltbares po- litsches Projamm, und des lautet: Bumm! Krrrach! Wenn Sie des nich annehmen, denn sind Sie jemeiert, nennt man des. In de Kasernen müssen Sie loofen, aber nich tu de Werkstätten. Sie brauchen sich vor keenen Menschen nich zu jraulen, als blos man vor'n Jeneral Chamberjarnie oder wie der Kerl uf Ihre Muttersprache heeßt, uf Deutsch nennen wir ihm Wrangel. Wenn Sie den in de Tasche haben, dann können Sie dreiste fragen: „Wat kostet Frankreich?" Ick werr' et mich mal koofen!"

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In Bezug auf die nach süddeutschen Blättern mitgetheilte Nachricht, daß zu Freiburg zwei Husaren durch Kohlendampf erstickt und Morgens todt gefunden worden seyen, ist der „Köln. Ztg." von dem Husaren Joseph Etges der 4. Eskadron des 9. Husaren-Regiments ein Schreiben zugegangen, worin er sagt: „Ich gehörte mit zu diesen Beiden, wurde mit meinem Stuben­kameraden am 23. Nov. c. in das Feld-Lazareth gebracht, wo es den ärztlichen Bemühungeu gelang, mich nach einem Zeitraume von 34 Stunden, welchen ich in einem bewußtlosen, scheintodtm Zustande zubrachte, wieder in das Leben zurückzubringen. Durch die fernere liebevolle Behandlung und aufmerksame Pflege in dieser Anstalt, deren sich hier jeder Kranke zu erfreuen hat, war ich in einigen Tagen ganz wieder hergestellt, so daß ich bereits seit dem 1. Dezember meinen Dienst in der Eskadron versehen kann." —

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag den 13. Dez. Die weiße Dame. Komisch« Oper in 3 Akten von A. Boieldieu.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung Tn Wiesbaden.