Im Jahre 1635 mußte es in der äußersten Bedrângniß, mit Graf Wilhelm Ludwig nach Metz geflüchtet werden und erst nachdem dieser 1640, ferne seiner Lande, in der Verbannung gestorben war, kam es 1641 theilweise wieder nach Saarbrücken zurück, wo eS aufs Neue der Verwüstung lothringischer Kriegsvölker ausgesetzt war.
Durch den schon erwähnten Tod des Grafen Wilhelm Ludwig, kam 1641 das Seniorat an den Grafen Johann zu Nassau-Idstein, als Aeltesten deö Hauses.
Im Gothaer TheilungSrezeß 1651 wurde der Jahalt der Brudertheilung , bezüglich des Gesammtarchives bestätigt, jedoch die Bestimmung des Aufbewahrungsortes desselben ausgesetzt.
Als auch Graf Johann im Jahr 1677 verstorben und ihm der jüngere Bruder Ernst Kasimir schon 1655 im Tode vorangegangen war, kam das Seniorat mit dem Gesammtarchiv wieder an den ältesten Sohn des in der Verbannung gestorbenen Grafen Wilhelm Ludwig, Namens Johann Ludwig, welcher mit seinen beiden Brüdern des Vaters Besitzungen in drei Theile getheilt und neben der Saarbrücken'schen noch eine Ottweiler'sche und eine Usingen'sche Linie gestiftet hatte. Auch unter diesem erfreute sich das Gesammtarchiv keines besonderen Gedeihens, es war vielmehr durch die zwischen Frankreich und Deutschland obschwebenden Streitigkeiten aufs Neue französischen Kriegsvvlkern preisgegeben und mußte theilweise nach Mainz, und darauf nach Frankfurt a. M. geflüchtet und in Verwahrung gebracht werden.
Graf Johann Ludwig ging im Jahr 1690 mit Tod ab und das Seniorat kam an den jüngsten noch leben- den Bruder Fürst Walrad zu Nassau-Usingen.
Der Theil des Gesammtarchives, welcher noch in Ottweiler beruhte, kam nach längeren, selbst vor den Neichshofrath nach Wien gebrachten Differenzen zwischen Walrad und Johann Ludwigs Sohn, Friedrich Ludwig 1693, jedoch nicht vollständig nach Usingen, während der andere Theil in Frankfurt verblieben war.
Afrika's Reichthum an Elephanten ist ungeheuer. In Doncaster hielt neulich ein Herr Dalton darüber einen Vortrag. Allein die Stadt Sheffield verarbeitet jährlich für 210,000 Thlr Elfenbein und beschäftigt in diesem Gewerbzweige mehr als 500 ■ Menschen, welche 45,000 Elephantenzähne, gleich 180 Schiffs- ; tonnen Gewicht, in Fabrikale umgestalten. Um den Bedarf dieser Stadt zu befriedigen, müssen also jährlich 22,500 Elephanten erlegt werden.
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London, 4. Dez. Der Dichter Ebenezer Elliott, ge- / nannt der „Cornlaw-Rhymer" (vormals, besonders zur Zeit der I Agitation gegen die Korngesetze, oft erwähnt), ist nach" langer Krankheit am 1. Dezember zu Argilt-Hill bei Barnley (West- j Yorkshire) gestorben. Er bereitete eben eine größere Ausgabe ? seiner Gedichte vor, von denen einige der schönsten während seiner Krankheit entstanden. Er hinterläßt eine zahlreiche Familie.
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- Halle, 6. Dez. An die Stelle der „Allgemeinen Literatur- ’ Zeitung", welche mit Ende dieses Jahres zu erscheinen aufhört, wird eine andere Zeitschrift, welche ebenfalls dem allgemeinen literarischen Interesse dienen soll, mit Beginn des nächsten Jahres treten. Dieses Blatt wird unter dem Titel „Allgemeine Monats- ; schrift für Literatur" von Prof. Ludwig Roß und Dr. Gustav ' Schwetschke herausgegeben werden, und statt der bisherigen Re- i zensionsform die Form der Revue annehmen. Namentlich durch I diese letztere Abänderung soll das neue Blatt als ein literarisches ; Organ nicht nur für Gelehrte, sondern für jeden wissenschaftlich i Gebildeten sich darstellen.
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Von Thiers' Kaisergeschichte ist der 9te Band erschienen. ! Er enthält die drei Kapitel: Bahlen, Erfurt und Somo-Sierra, d. i. die erste Periode des spanischen Kriegs, das Drama in - Bayonne, die Belagerung von Saragossa, die Katastrophe von Bahlen, den ganzen Abschnitt dieser Geschichte bis zur Abreise Napoleons in len österreichischen Feldzug. Die Konferenzen von Erfurt sind als Episode eingeflochten, die das Kaiserthum in seinem Glanzpunkt zeigt. Es ist nun noch ein letzter Band zu erwarten, der die Geschichte bis zum Sturz des Kaiserthums enthalten soll, und leicht in die Zeit fallen könnte, wo der Neffe die Herstellung versuchen wird.
(Schluß folgt.)
Miszellen.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Rossini, der bekanntlich früher zu Bologna den Fischhandel gepachtet hatte, ist gegenwärtig avanzirt. Der geniale Maestro und Sänger Desdemona's und Rosinen's handelt mit Schweinen. Die ganze grunzende Fraktion, die nach Bologna getrieben wird, wandert auf seine Rechnung auf die Schlachtbank. So will ein Genie in jedem Gebiete Alleinherrscher seyn. l
Dienstag den 11. Dezember. Der verwunschene Prinz» Schwank in 3 Aufzügen von I. v. Plötz. Vorher: Zum erstenmale: Der Weiberfeind. Lustspiel in 1 Akt von Benedir. Evchen und Betty: Frl. Bode, vom Stadttheater zu Königsberg als Gast.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
