Aufschluß über diese unglückliche, aber interessante Zeit. Nicht minder wichtig ist die Charakteristik vieler für jene Periode wichtigen historischen Personen der preußischen Staatsverwaltung. Hier verfährt der Verfasser nicht weichlich schonend, sondern bezeichnet Personen und Dinge mit den ihnen gebührenden Namen. (W.^Z.)
M i s Z c i i e K.
Rom, 11. Nov. Die Ausgrabungen in Di colo della Palma jenseits des Tiber haben in diesen Tagen eins der bedeutendsten antiken Kunstdenkmäler ans Tageslicht gebracht. Plinius erzählt in seiner Naturgeschichte Buch XXXIV., Kap. 17 und 19: M. Agrippa habe das Pantheon mit einer Marmorstatue der feinsten Arbeit von dem Meisel des Lysippus geschmückt, welche einen aus den Thermen kommenden und sich den Schweiß abtrocknenden Athleten darstellte. Tiberius ließ das Meisterwerk später vom Pantheon herunternehmen um sein Schlafgemach damit zu schmücken. Die Ersatzstatue gefiel indessen nicht; das lärmende Volk forderte im Theater das ursprüngliche Standbild zurück- Der Kaiser mußte nachgeben. Dieser Athlet steht jetzt wieder vor uns. So wird der Deutschen Allgemeinen Zeitung geschrieben als eine erfreuliche Bestätigung der ersten Nachricht, welche die Neue Züricher Zeitung brachte, und die wir bereits im politischen Blatte mitgetheilt haben.
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Philadelphia, 29. Okt. Der nordamerikangche Bevoll- j mächtigte füe Zentralamerika, Hr. Squier, will Ruinen einer- alten Stadt, so gut wie begraben unter einem Walde zirka 50 Miles von Leon, aufgefunden haben, welche die von Palanka noch an Großartigkeit überbieten sollen.
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Der berühmte Missionar Dr. Karl Gützl aff, erster Dolmetsch bei dem englischen Oberintendanten in China (ein geb. Preuße), wird, nach 23 Jahren Abwesenheit in jenem Lande, zu Besuch in Eurapa erwartet. Er ist bekanntlich Verfasser mehrerer reichhaltigen Werke über China.
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Der Dichter eines in München vielbesprochenen und wenn wir nicht irren auf dem Hoftheater dieser Tage zur Aufführung gekommenen Trauerspieles: „Eine deutsche Stadt", Dr, Schmidt, hat von dem König Ludwig folgendes eigenhändige Schreiben erhalten: „Ein in Straßburg Geborner spricht, tief ergriffen, seine innige Anerkennung aus dem Verfasser des Trauerspiels. Straßburg. Soeben habe ich geendigt und Thränen drangen mir | aus den Augen. Ernste Wahrheit in herrlicher Dichtung zeigen r Sie uns. Ja! Straßburgs Verlust ist ein Trauerspiel, welches | nicht verklungen. Dieses dramatische Werk ist des Verfassers des •
Camoens würdig. Ich kann nur wünschen: fahren Sie so fort. München, 18. November 1849. Der Ihnen wohlgewoqene Ludwig." —
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St. Petersburg, 16. Nov. Die heutige Petersburger Zeitung meldet: S)ad Bulletin scientifique der kaiserl. Akademie theilt uns mit, daß auf Befehl des Kaisers ein Komite errichtet worden ist, um den von dem französischen Chemiker Archerot vorgelegten Plan, die Hauptstadt mittelst Elektrizität zu beleuchten, zu prüfen. Die ersten Versuche dieser Beleuchtungsart werden über dem Haupteingange in die Admiralität und auf den vier Kandelabern der Alerandersäule stattfinden.
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Das Gerücht, daß es in einem Hause in Mainz spuke, hatte dort seit mehreren Abenden eine große Menschenmasse vor dem betreffenden Hause versammelt, und mancherlei Vorkehrungen, dem Gespenste auf die Spur zu kommen, waren ohne Resultat geblieben, als vor wenigen Abenden plötzlich der Hauseingang von einer Militär-Patrouille besetzt und von Gensdarmen und Polizeidiencrn eine genaue Untersuchung des ganzen Hauses, vom Keller bis zum Speicher, vorgenommen wurde, welche vom besten Erfolge begleitet war. Das Gespenst war ein Tüncherge- sell, welcher, hinter dem Schornstein hervorgeholt, seine Unschuld betheuerte, nichts desto weniger aber sofort verhaftet wurde, da man gegründete Ursache hat, zu vermuthen, daß die Absicht vorlag, das betreffende Haus, welches in Kürze einer Versteigerung ausgesetzt werden soll, in Übeln Ruf zu bringen, um dasselbe alsdann billiger ersteigern zu können.
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Mir der Ueberlandpost ist die Nachricht eingegangen, daß der bekannte deutsche Naturforscher Ferdinand o. Sommer am 23. Mai in Fialarang (Timor) gestorben ist.
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Friederike Bremer, die schwedische Romanverfafferin, ist in Newyork angekommen, und war hier anfangs der Gegenstand großer Neugier; allein der Enthusiasmus des Publikums hat sich abgekühlt, seit man weiß, daß sie in Jahren ziemlich vorgerückt und nichts weniger als hübsch ist." (Soll denn eine Schriftstellerin auch noch jung und hübsch seyn ? Junge Damen wissen besseres zu thun als Romane zu schreiben).
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Samstag den 1. Dezbr. Macbeth. Trauerspiel in 5 Akten. Für Die deutsche Bühne eingerichtet von Schiller.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Duchhandlung in Wiesbaden.
