Stunde seines Wirkens bethätigen. Während Patriot - muS das jüngere Geschlecht leitete, die Männer berechneten, folgten Greise kabalistischen Deutungen.
(Fortsetzung folgt.)
Du suchst dir ein Vaterland, Du rufest Freiheit Tag und Nacht. Freund, Wiss', ste sind dir nah zur Hand, Gib treu nur auf dich selber Acht, Treib' erst die Sklaven aus der Brust, Die Tyranneien dienstbar find, Den feigen Geiz, die schnöde Lust, Die Eitelkeit, gefüllt mit Wind.
Literatur.
Der alte Arndt hat wieder einmal die Feder zur Hand genommen und so eben ein Buch herausgegeben, das er „Blätter der Erinnerung meistens um und aus der Paulskirche in Frankfurt" nennt. Es ist eine Samm, lung von Gedichten, zu denen in Frankfurt der Grund gelegt zu seyn scheint. Direkten Bezug auf die Nationalversammlung hat trotz des Titels eigentlich doch nur die kleinere Hälfte derselben. In der Sammlung finden wir unter andern folgendes Gedicht: „Die Kaiserfahrt":
Kaiserstolz und Majestät
Zogen auf geschwinden Sohlen
Wir fürs deutsche Reich zu holen.
Wovon neue Sage geht.
Klang und Sage überall,
So weit deutsche Zungen klingen,
Einen Kaiser heimzubringen
Rief der Völker Jubelschall.
Ach! wie sollten Dorn und Stein
An der Wandrer Sohlen reißen!
Zu den Scheinen, die nur gleißen
Warf man unsern Kaiserschein.
Kaiserschein, du höchster Schein,
Bleibst dn denn in Staub begraben?
Schrei'n umsonst Prophetenraben
Um den Barbaroffastein?
Nein! und nein! und aber nein!
Nein! Kyffhäusers Fels wird springen,
Durch die Lande wird es klingen:
Frankfurt holt den Kaiser ein.
v. Auerwald's und Lichnowsky'S Tod betrauert der
greise Dichter unter Anderin in folgender Strophe:
Mein Deutschland, Land der Treue,
Mein Deutschland, Land des Muths,
Wann löschet lange Reue
Die Flecken solches Bluts?
Den Mord, mir dem der Feige
Den Unbewehrten trifft?
O deutschen Ruhmes Neige!
O deutscher Ehre Gift!
In einem Gedichte: „An Leubold", läßt unser Sänger an einen seiner Söhne^ und damit zugleich an die deut, sche Jugend, folgende Ermahnungen ergehen:
Miszellen.
Der Papst an feiner Eisenbahn! Das wenigstens ist bis jetzt noch nicht vorgekommen. Am 20. Oktober speiste Pius IX. in Neapel beim Könige und fuhr zum ersten Mal in seinem Leben auf der „Strada ferrata“ nach Portici zurück. Die Lokomotive mußte aber ganz langsam fahren, weil von allen Seiten die Bauern an die Bahn strömten, um sich vom h. Vater segnen zu lassen.
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Zu Herzogenbusch ereignete sich am 28. Okt. der Unfall, : daß durch zu starkes Heizen von Seiten des Maschinisten der I Kessel eines niederländischen Dampfschiffes sprang und in Folge I dessen das ganze Oberdeck des Schiffes in die Luft flog. Leider i sind dabei sämmtliche sich auf dem Schiffe befindenden Personen, è mit Ausnahme des Steuermannes, ums Leben gekommen. Ein Glück war es noch, daß der Unfall sich vor der Abfahrt zutrug und daher nur wenige Passagiere an Bord waren.
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In Berlin ist am 29. Okt. ein bedeutender Raubmord ent- 5 deckt worden. Die Wittwe Hirsch, eine sehr begüterte Frau, ist in ihrer, Wallstraße 88, gelegenen Wohnung, welche sie ganz allein ' inne hatte, mit gebundenen Händen und Füßen erwürgt gefunden worden. Man vermißt eine Menge Kostbarkeiten und bedeutende Geldsummen. Bis jetzt ist der Thäter noch nicht ermittelt, obgleich die Behörden sofort die angestrengteste Thätigkeit entwickelt haben.
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Die angeblich zweifellose „meteorische" Eigenschaft der neulich im Universitätshofe zu Berlin niedergefallenen Masse ist nach einer vom Prof. Magnus mit einem Stücke derselben angestellten Untersuchung vielmehr dahin bestimmt worden, daß diese Masse nichts als der Rückstand von sog. Rothfeuer ist, wie die in nicht unbedeutender Menge darin vorhandene Strontianerde am besten beweis't. Wahrscheinlich hat Jemand sich den Scherz erlaubt, die etwa ein Pfund wiegende Masse anzuzünden und in den Hof zu werfen.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
