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!5. Dezember 1813 zu überrumpeln. Alle Vorbereitungen oaren getroffen. Die Holländer, aus denen die Be- atzung der Festung theilweise bestand, waren heimlich für ie Sache gewonnen; ein Plan der Festung befand sich n der Hand des Generals, und von allem Nöthigen var Kundschaft eingezogen. Ganz in der Stille rückte ms Korps gegen Abend vor die Festung. Jeder Soldat var mit einer Faschine versehen, um die Gräben aus- ufüllen. Um Mitternacht begann der Anlauf, und An- angs ging alles glücklich. Nachdem schon mehrere Hin« »ernisse überstiegen waren, kam man an einen Graben, >er, ungeachtet aller hineingeworfenen Faschinen, nicht lusgefüllt werden konnte. — Da bekam eine Ordon- ranz des Generals, ein Uhlane, den Befehl, leise Hin- nnzureiten, um zu erforschen, ob es nicht möglich sey, hindurch zu waten. Der Uhlane reitet vor, sinkt jedoch bald im Schlamme unter, und im Sinken winkt er, ohne 'inen Laut von sich zu geben, ohne sein Thier herum­zureißen und sich dadurch zu retten, nur mit der Hand, zurückzugehen, was von den am Boden liegenden Beob­achtenden deutlich bemerkt wurde.

Hätte er das geringste Geräusch gemacht, so würden die unweit stehenden Schildwachen es gehört, und er das schon zu weit vorgebrungene Korps in die größte Gefahr gebracht haben. Seelengroß opferte er sich selbst für die Erhaltung seiner Kameraden. Das preußische Korps ging still und unbemerkt zurück und der General mußte den Plan , Wesel auf diese Art zu nehmen, auf­geben. —

10.

Bei dem Ausfälle, den General Massen« am 17. April 1800 Morgens halb 3 Uhr aus Genua machte, wurde eine Division vom österreichischen Jnfanterie-Regi- mente Fröhlich aus ihrer vortheilhaften Stellung auf dem Berge Ratty durch eine französische Kolonne vertrieben, die Kette der österreichischen Blokirungsposten durchbrochen UNV oavuiiy vti ni»v VM/M.. 0 -9 — '< -

Blokade vor Genua zu bewirken. Da trat der Feld- wet«l Karl Schermeng vor und erklärte in Gegen­wart seines Hauptmanns Gayer und des Oberlieute­nants: „Wenn durch unser Zurückweichen die kaiserliche Armee ein Unglück erleidet, so wird es überall heißen, das Regiment Fröhlich sey die einzige Ursache aller dieser Unfälle. Um diesen Vorwurf von uns abzuwen­den, müssen wir das Aeußerste wagen, und den Feind, ehe er noch Verstärkung erhält, auf's Neue angreifen. Ich kenne die Gegend genau; erlauben Sie mir, mich mit 30 Freiwilligen dem Feinde in den Rücken zu schleichen. Hören Sie dann auf dem Berge feuern, so greifen Sie nur in der Front an. Schermeng gelangte glücklich auf den im Rücken des Feindes gelegenen Berg, verbarg

die Seinigen hinter Felsen und Gesträuche und bestimmte die besten Schützen zum Schießen, während die andern die Gewehre laden mußten. Durch das gleichzeitige Ge­schrei der Angreifenden wurden die Franzosen hinsichtlich der Zahl getäuscht und durch das wohlangebrachte Feuer in Verwirrung und endlich zum Rückzug gebracht, als sie sich auch in der Front mit einem Angriffe bedroht sahen.

Die österreichische Division nahm bald ihre vorige Stellung wieder ein, und Feldwebel Schermeng, der wegen früherer Beweise von Tapferkeit schon die silberne Ehrenmedaille trug, wurde für diese neue That mit einer goldenen belohnt. (Forts, folgt.)

Ans dem Leben der Henriette Sonntag.

(Schluß.)

Laut schluchzend warf sie sich auf den Divan; da trat ein Bedienter herein, einen Fremden meldend, der dringend die Frau Gräfin zu sprechen wünschte. Eine abschlägige Antwort hatte keinen andern Erfolg, als eine um so dringendere Wiederholung derselben Bitte. Un­möglich! sagte die Gräfin, wie sehe ich aus ; in dieser Aufregung, mit rothgeweinten Augen! — Ach geh! ent­gegnete Madame Czecca, Du bist immer schön genug, und vielleicht kannst Du einem Unglücklichen helfen! — Der letzte Grund siegt; die Freundin verließ das Zimmer und der Fremde trat ein. Es war eine hohe Gestalt in arme­nischer Tracht; der graue Bart wallte bis zum Gürtel herab, aber ein wärmendes Feuer leuchtete noch aus den mächtig funkelnden Augen. Er blieb einige Augenblicke im Anschauen der Gräfin versunken, und erst auf ihre wiederholte Frage, was er wünsche, schien er sich zu sammeln und brachte ziemlich unzusammenhängend sein er, der Jahr auS Jahr 'eln^euiem vyqa^f^-,'-'^-^^ mitte lebt. Außervem kenne ich nur eine Leidenschaft, die für Gesang und Musik. Der große Ruf, den die Frau Gräfin früher in der Kunstwelt genoß, ist bis zu uns ge­drungen, und der sehnlichste meiner Wünsche war stets, Sie nur einmal bewundern zu können, ^hr Rücktritt von der Kunst schien ihn für immer zu vereiteln, als die Nachricht zu uns gelangte, daß Sie sich entschlossen, von Dankgefühl für Ihre einstige Lehrerin erfüllt, noch ein­mal öffentlich in deren Konzerte zu singen. Ich konnte der Begier, Sie zu hören, nicht widerstehen; ich ließ Geschäft, Weib und Kinder im Stich und kam hier an; abgestiegen, schickte ich gestern nach Billeten; umsonst; für keinen Preis eines zu haben. — Frau Gräfin, ich