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ereisenden Orten gewesen sind, lese die darüber geschrie- enen Bücher und bringe Absicht, Zeit und Mittel dabei )ohl in Anschlag. Die Reisehandbücher von Forster, Richter und Murray verdienen der besonderen Beach- ung; ferner die wissenschaftlichen Werke über die Schweiz on Forbes, Emmerich, Hugi, Agassiz, Char- »antier, Escher und Studer über den Monblanc l. s. w., die von Saussure über den St. Gotthard, lber Tyrol die von L. v. Buch, Schubert, Kohl mb Beda Weber.

Die gewöhnlichste Reiseroute durch die Schweiz geht wn Freiburg in Baden durch das Höllenthal 2c. nach Schaffhausen, Zürich, den Albis, Zug, Rigi, Luzern, lber den Vierwaldstädter See, die St. Gotthard-Straße hinauf, über die Furka nach der Grimsel, am Handecksall vorbei nach Mayringen, über die kleine Scheideck nach Nrindelwald, über die Wângernalp nach Lauterbrunnen, Znterlaken, Thun und wieder zurück; eine Tour, welche n 16 bis 18 Tagen gemacht werden kann. Bei 14 Tagen mehr gehe man von Thun nach Kandersteg, über den Nemmi nach Leuk, durch das Wallisthal herunter nach Martigny, über den Col de Balm nach Chamounir, Genf and zurück. In 6 Wochen kann man noch von Chamounir aus ganz um den Monblanc nach Cormayeur, Aosta, Den Lago Maggiore, Lago di Como, über den Splügen nach Pfeffers und zurück gehen und bei noch weiteren vier Wochen, also im Ganzen in 9 — 10 Wochen die Tour durch die Schweiz, Chamounir, Oberitalien, Tyrol, das Salzkammergut und über München zurückmachen. Ein Mann von müßigen Ansprüchen bedarf für die erste der vier angegebenen Routen etwa 80 fL, für die erste und zweite 150 fL, für die erste, zweite und dritte 250 fL, und für alle vier zusammen ungefähr 400 fL Doch sind dies nur ungefähre Zahlen und werden sich je nach der Einrichtung des Reisenden leicht vergrößern, wohl aber auch noch verringern lassen. (Forts, folgt.)

Ueber militärische Auszeichnungen.

(Fortsetzung)

Im Jahre 1811 befand sich die französische Armee unter dem Oberbefehl des Generals Maffena in Portu- gal. Napoleon hatte befohlen, die Festungswerke von Almeyda zu unterminiren, um sie auf den ersten Befehl in die Luft sprengen zu können. Aber der Rückzug er­folgte schneller, als man erwartet hatte, und als der Be­fehl ankam, war Almeyda von den Engländern einge, schlossen. Um Napoleons Befehl zu vollziehen, lieferte Maffena ein Treffen, war aber nicht so glücklich, Al- ’

meyda zu entsetzen. Indessen war ter Befehl, die Festung zu sprengen, gebieterisch. Das umliegende Land ist felsig und auf demselben stand ein Heer von 100,000 Englân- dern, Spaniern und Portugiesen, nebst einer zahlreichen Bevölkerung, die dort Zuflucht gejucht hatte. In der eingeschlossenen Festung kommandirte General Brennier, der alles bereitet hatte, die Werke zu sprengen; die Minen waren geladen und man erwartete nur den Befehl zum Anzünden. Marschall Maffena forderte Freiwillige auf, Botschaft nach Almeyda zu bringen. Vier Soldaten stell­ten sich zu diesem Unternehmen; drei von ihnen kamen bei der Ausführung um; einer, Namens Thill et, kam durch. Verkleiden wollte er sich nicht, auS Furcht, als Spion gehängt zu werden. Er verbarg sich bei Tag, und kroch mehr als er ging während der Nacht. Bald gerietst er unter einen feindlichen Bivouac; bald begeg­nete er spanischen geflüchteten Familien; er bedurfte seiner ganzen Geistesgegenwart, um den größten Gefahren zu entgehen.

Am dritten Tage kam Thill et an die innere Linie der Vorposten vor Almeyda; er stürzte auf die letzte Schildwache, warf sie zu Boden, und lief auf das Thor der Festung zu, unter einem Hagel von Kugeln von beiden Theilen, ohne verwundet zu werden. Er über­brachte den ihm anvertrauten Befehl dem General Brennier. Um Mitternacht sprang Almeyda in die Luft; General Brennier durchbrach mit der Besatzung das englische blokirende Heer, vereinigte sich mit der französischen Armee, und brachte Thillet mit.

Dieses Ereigniß ohne Beispiel in der neueren Ge­schichte machte einen tiefen Eindruck auf die Engländer. Oberst Levan, der den Theil des Blokadekorps, welcher durchbrochen wurde, kommandirte, konnte den Schmerz nicht überleben und schoß sich eine Kugel vor den Kopf. — Thille t erhielt für seine ebenso klug als muthig ausgeführte That ein jährliches Einkommen von 6000 Frk.

8.

Als nach der Schlacht bei Lowositz (am 1. Oktober 1756) die verwundeten Preußen verbunden wurden, fand man einen Soldaten, dem ein Bein abgeschssoen war. Derselbe hatte noch einen jüngeren Bruder bei eben dem Regimente, welcher gleichfalls verwundet war. Als nun der Wundarzt sich dem älteren Bruder näherte, sagte dieser: „verbindet zuerst meinen Bruder; der kann noch dienen; ich bin doch ein Invalide. Auf die Vorstellungen des Arztes, daß sein Bruder nur durch den Arm ge­schossen, seine Wunde jedoch lebensgefährlich und rasche Hülse nöthig sey, erwiederte der Schwerverwundete: „eben deßwegen verbindet erst meinen Bruder; der kann Dienste thun," und ertrug gelassen die furchtbaren Schmerzen bis

’ er seinen Bruder verbunden sah. (Forts, folgt.)