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Der Wanderer.

BlllctrWchrs Beiblatt zar Nassauischen SMllflcui. Zeitung.

184». â 839.

Die Circassierin.

Geschichte auS der Zeit der Regentschaft.

(Fortsetzung)

XX.

Der Platz du B ouffay.

An der östlichen Seite von Nantes erhebt sich das Schloß du Bouffay, dessen düsterer Anblick mit seiner Bestimmung in Einklang steht. In seinen Mauern be­fand sich der Gerichtshof und auf dem anstoßenden Platze wurden die Todesurtheile vollstreckt.

In dieses Schloß war Ferriol gebracht worden . .. Dort erwartete er sein Schicksal. Der Edelmann suchte vergeblich eine unheilvolle Vorahnung zu bemeistern, als er die dicken und düstern Mauern sah, die mehr einem Grabgewölbe als einem Gefängnisse glichen. Doch als er an den friedlichen AuSgang der Verschwörung von Cellamare dachte, beruhigte er sich wieder etwas.

Als die Nacht kam, war er daher so weit gekom­men, einigen Schlaf zu finden, als die Thüre aufging. Von dem Geräusche erwachend bemerkte er seinen Schlie­ßer, der ihm ein Zeichen machte, sich zu erheben. Er folgte ihm in einen großen Saal, der an den Gerichts, saal stieß, und fand dort Aydie, der ihn mit kurzen Wor­ten zum Sitzen einlud.

Ich habe mit Ihnen zu reden, Herr Gras, sagte der Ritter; ich wollte Ihnen ankündigen, was über Sie beschlossen ist. Sie sind nicht unter die Zahl der ersten Angeklagten, die man vor Ihnen verhaftete, und in diesem Augenblicke aburtheilt mitbegriffen. Sie sollen mit 26 Anderen nach Paris geführt werden, um dort gerichtet zu werden."

Ferriol bemühte sich, bei dieser Nachricht ruhig zu bleiben; doch erbebte er von instinktmäßiger und schlecht

verhehlter Freude, bei dem Gedanken, daß er unter den Augen des Regenten sein Urtheil empfangen solle.

Ich habe daher einige Hoffnung, fuhr Aydie fort, Sie einer schrecklichen Strafe zu entziehen, die Ihren Namen entehren würde; die Schuldigen, welche der ersten Nothwendigkeit eines strengen Beispiels entgehen, dürfen ohne Zweifel auf eine gewisse Amnestie rechnen, welche ein zweiter Richtspruch enthält. Außerdem hat Sr. Ho, heit mir eine Vollmacht übersandt, die mich autorisirt. Einen der Schuldigen zu begnadigen. Eine geheime Hoffnung nun bewegt mich, diese Vollmacht zu Ihren Gunsten anzuwenden."

Eine geheime Hoffnung? Ich möchte doch wissen, um welchen Preis ich Ihre Edelmuth verdienen kann."

Das sollen Sie erfahren. Sie haben ein junges Mädchen erzogen. Gott hatte auS Ihren Armen ein Asyl für sie gemacht, wo sie eine geheiligte Gastfreund- schaft finden sollte; aber sie hat nur Knechtschaft und Schande gefunden. Ich verlange daher, daß Sie Ihrem Opfer, derjenigen, die ich noch liebe, die einzige Entschä­digung leisten, die Sie ihr für die grausame Behandlung geben können: den Titel Gräfin von Ferriol."

Genug', mein Herr! Um diesen Preis wäre doch meine Freiheit zu theuer erkauft! Der Grund «Ihres Handelns liegt zu klar vor, als daß ich mich noch da­rüber täuschen könnte. Ich bin alt, und werbe voraus­sichtlich Aissa bald frei als Wittwe zurücklassen, nachdem ich sie zu Ehren gebracht, und darauf warten Sie ohne Zweifel, um die Hoffnungen des Liebenden mit der Em­pfindlichkeit deS Edelmannes zu vereinbaren."

An dem Tage, wo Sie Mffa zum Altare führen, um ihr Ihren Namen zu geben, versetzte Aydie, werde auch ich dort seyn , und das ewige Gelöbniß ablegen, niemals an jene heilige Verbindung zu denken mit der- jenigen, die Sie mir entrissen haben. Sobald Sie Arffa