Stube von vier Quadratklaftern fanden zwölf Personen mühseligen Schutz, mußten jedoch diese in der stürmischen Nacht vom 22. auf den 23. wieder verlassen, da hundertzwanzigpfündige Bomben um und über derselben mit furchtbarem Getöse platzten.
Auf die Kunde, daß die Oesterreicher in Acs bereits mit Sturmleitern bereit stünden, war Török fast entschlossen, die weiße Fahne ausstecken zu lassen. Nur die Besorgniß für sein Leben, das unausbleiblich ein Opfer der Menge geworden wäre, hielt ihn ab. Indessen ließ er dennoch einen der österreichisch gesinnten Fortifikations- -eamten kommen, uud hieß ihn den Adler in Bereitschaft halten, damit er sogleich beim Einrücken der kaiserlichen Truppen am Hause befestigt werden könne.
(Fortsetzung folgt.)
Zur Naturgeschichte der Zeitungs-Cnte
Als Fürst Puckler, Muskau vor einigen Jahren ein über ihn ausgestreutes Gerücht für eine „Zeitungs-Ente erklärte, zerbrach sich alle Welt den Kopf, woher der Ausdruck rühren möchte. Einige dachten an Münchhausen und Entengeschichte, Andere an die Naturgeschichte, dieses Vogels, an seine Gefräßigkeit und seine eigenthümlichen Verdauungs-Werkzeuge, worüber ein Dichter singt:
„Die Ente frißt so mancherlei
„Und fragt nicht, ob's ihr dienlich sey."
(Kummer's kluger Kökelhahn).
Das Tertium der Vergleichung mit manchen Zeitungen — die in Bezug von Neuigkeiten eben keine Kostverächter sind, und manche sonstige Aehnlichkeit mit der Ente haben, wie die wackelnde Haltung, die Gejprâch- lichkeit u. s. w. — wäre also da, wie aber das Gerücht selbst zu dem Namen „Ente" kam, blieb unerklärt, und wahrscheinlich deßhalb wurde der Ausdruck um so häufiger gebraucht, so daß jetzt jedes Kind weiß, Ente bedeutet Lüge, kein Gelehrter aber, warum?
Der Ausdruck ist sehr alt, und sein Vaterland keineswegs der Park zu Muskau. In „Schelmuffsky's kurioser Reisebeschreibung in hochdeutscher Frau Mutter Sprache (Schelmerode 1696, neu edirt Leipzig 1848) findet sich z. B. p. 11:
„— so wußte ich allemalen so eine artige Lüg-Ente vorzubringen —"
So weit reicht unsere Kenntniß. Die Sache möge bei ihrer hohen Wichtigkeit für die heutige Tagespresse hiermit weiteren etymologisch-zoologischen Forschungen empfohlen seyn.
Miszellen.
Eine große kunstgeschichtliche Unternehmung, von welcher aus berichtet wird, ist die Herausgabe einer neuen „Histoire des peinires de toutes les écoles, depuis la renaissance jusquâ nos jours“. Sie geht von den Herren Ch. Blanc, Th. Gautier und P. A. Jeanron aus und erscheint in einer Reihe von Heften. Die ersten beiden Hefte liegen uns vor; sie enthalten Watteau und Berghem, französische und holländische Schule. Jedem Hefte steht das in Holz geschnittene Bildniß des Meisters vor, sowie in demselben drei der ausgezeichnetsten Bilder des Meisters in Holzschnitt gegeben sind. Am Ende eines jeden Heftes befindet sich das Monogramm des Meisters in seinen verschiedenen Gestalten. Die Kopien der Bilder sind (namentlich in dem Heft, das Berghem enthalt) vortrefflich geschnitten. — Alle Monate erscheinen zwei Lieferungen und jede Series der sieben großen Malerschuleu (französische, italienische, flamändische holländische, deutsche, spanische und englische) wird 25 Lieferungen enthalten. Jede Lieferung kostet einen Franken.
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Mannheim. Die Freunde von geschmackvollen Zimmerverzierungen machen wir auf eine neue äußerst anmutige Erfindung aufmerksam, wovon so eben die ersten Proben in unserer Stadt angelangt sind: Lichtbilder aus Gutta Percha, in allen möglichen Farben. Dieselben verdienen bei Weitem den Vorzug vor den stither bekannten weißen Porzellan-Lichtbildern. Denn bei der gleichen Dauerhaftigkeit haben sie nicht nur deu Reiz der Neuheit für sich, sondern gewähren auch für das Auge einen ungleich freundlicheren Anblick, indem die Verschiedenheit der Farbe dazu beiträgt, die Stimmung der Bildes zu erhöhen und uns gleichsam die Malerei zu ersetzen.
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Man meldet aus Berlin: Es ist in Paris eine Schnelldruckpresse konstruirt und patentirt, deren Leistungen alle bisherigen Maschinen der Art bei Weitem übertrifft. Nach den Angaben des Erfinders, welcher sich gegenwärtig hier aufhält, druckt derselbe in der ^it von 1 — l'/4 Stunde 20,000 Bogen (?) auf endloses Papier durch zwei Walzen zugleich auf beiden Seiten. Das Papier wird durch die Maschine selbst in der erforderlichen Größe der Bogen abgeschnitten. Bei diesen Leistungen stellt sich der Preis einer Maschine nur auf 6 bis 7000 Thaler. Wie wir hören, geht bereits eine hiesige große Offizin damit um, ein Eremplar dieser Maschine zu erwerben.
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Köln, 19. Sept. Unsere Stadt ist mit einem, namentlich den zahlreichen Musikfreunden derselben schmerzlichen Verluste bedroht. Ihr bisheriger städtischer Kapellmeister, Heinrich Dorn, hat als kön ig l ich er H of-Kap e l lme i ster den Ruf nach Berlin erhalten und wird, wie wir vernehmen, demselben Folge leisten.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Niehl.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wießbaren.
