Faust, zweiter Theil.
Sieh, wie er jedem Erdenbande, Der alten Hülle sich entlässt, Und aus ätherischem Gewände Hervortritt erster Jugend Kraft.
Wilhelm Meister.
Die Kunst ist lang, Das Leben kurz, DaS Urtheil schwierig, Die Gelegenheit flüchtig.
Wahlverwandtschaften.
Zwischen allem Hoffen und Bangen bleibt dem bedürftigen Herzen ein Leitstern, auf welchen es hinblickt, wenn es auch nicht darnach steuern kann.
Lieder.
Krone des Lebens, Glück ohne Ruh, Liebe, bist du!
Romanze.
Märchen ist so wunderbar, Dichterkünste machen'S wahr.
Komödie.
Ach, schau steh', guck, sie kommt herbei, Der Pabst und Kaiser und Klerisei.
Der Hoh' stolzirt, der Kleine lacht;
So hat's ein jeder wohl gemacht.
Italienische Reise.
Auf klasstschem Boden, wenn wir finden, daS Pergangene sei groß gewesen, muß es uns aufmuntern, selbst etwas Großes zu leisten.
Westöstlicher Divan.
Gottes ist der Orient !
Gottes ist der Occident ! Oest- und westliches Gelände, Ruht im Frieden seiner Hände.
Die natürliche Tochter. Getrenntes Leben, wer vereint es wieder? Vernichtetes, wer stellt es wieder her? Der Geist!
Dichtung und Wahrheit.
Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter in Fülle. Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Reineke Fuchs.
Alles was Reineke thut und schreibt, es bleibet für immer Wohlgethan und geschrieben, dies mag stch jeglicher merken.
Hermann und Dorothea.
Nicht dem Deutschen geziemt eS, die fürchterliche Bewegung Ziellos fortzuleiten , zu schwanken, hierhin und dorthin. Dies ist unser; so laßt, uns sprechen und fest eS behalten.
M theilen.
Eine merkwürdige Erscheinung, die ganz an die Seite Garibaldis paßt, soll dessen Frau seyn. Noch nicht 30 Jahre alt von üppigem Körperbau, mit lebhaften Augen und schwarz glänzenden Haaren, dürfte es wenige ihres Geschlechtes geben die ihr an persönlichem Muthe und an Entschlossenheit nahe kommen. Zwanzig Stunden lang saß sie oft zu Pferde an der Seite ihres Mannes, bei dem sie im Felde Adjutantendienste versah, gleichsam wie im Fluge durch die Kolonnen galoppirte und seine Befehle dem Korps von einem Ende zum andern brachte Kurz vor der eigentlichen Kapitulation Roms schickte Garibaldi seine vierte und fünfte Legion in das Gebirge, um sich selbst den Rückzug zu decken. Seine Frau war Kapitän in der vierten. Als nun der Augenblick kam, wo er selbst geschlagen, die Stellung der beiden anderen benutzen und sich zurückziehen mußte, bildete die Legion seiner Frau die Nachhut. Während des beschwerlichen Marsches turch das Gebirge meldete man ihm plötzlich, daß die vierte Legion angegriffen sey und auch Leonta (so heißt sie) im Feuer stünde. Dann ist der Feind nur zu beklagen, antwortete er ruhig; seit meine Frau die vierte Legion kommandirt, kämpfen sie wie Löwen. — Wenige Minuten darauf kam Madame auch wirklich mit ihrem blanken Säbel angesprengt, mit der Meldung, daß die Legion sich durchgeschlagen habe und, ohne bedeutenden Verlust erlitten zu haben, zu den übrigen gestoßen sey.
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Die „Allg. Ztg." berichtet in einem größeren Artikel aus Heidelberg: Es ist Thatsache, daß in der Heidelberger Volksschule, als der Lehrer von den Tröstungen des Christenthums und einem bessern Jenseits sprach, zwei Knaben lachend aufsprangen und erkürten: „daran glaubten sie so wenig, als ihre Eltern", — daß eine ganze Abtheilung als sie singen sollte: „ein' feste Burg ist unser Gott", das Heckerlied anstimmte, — daß ein Schüler daraus bestand, mehrmals hinausgehen zu dürfen, „weil er den Morgen so viel Bier gesossen habe."
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Dirnflag den 4. September. Der Freischütz. Romantische Oper in 3 Aufzügen. Musik von C. M. v. Weber.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden,
