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Schild an den Baum, Alles wird hinzulaufen, und ein solches Blutbad seyn, daß den Kriegern das Blut in die Schuhe rinnt, da werden die bösen von den guten Men­schen erschlagen werden.

Mit diesen Sagen nun, deren Bestehen sich bis in das vierzehnte Jahrhundert nachweisen läßt, berühren sich die Prophezeihungen der westfälischen und rheinischen Vor­geschichtenseher in höchst auffallender, zuweilen sehr be­denklicher Weise. Aber sie lassen es dabei nicht bewen­den. Blieben die Visionen der Seher der ersten Kate­gorie immer sehr vieldeutig und, mit Ausnahme des wich­tigsten von allen, des Bruders Hermann von Lehnin, ohne feste Anhaltspunkte, so gerathen wir bei den Pro­pheten des second sight in eine Fülle bestimmter Vor­hersagungen hinein, welche uns fast erlauben, eine voll­ständige Geschichte der Zukunft zu schreiben: alle diese Leute geben uns ganz feste Daten, sie knüpfen ihre Vor­hersagungen an Bedingungen, deren Erfüllung jedem Auge sichtbar ist. Wir wollen unsern Lesern eine Reihe dieser seltsamen Menschen vorführen; sie brauchen nicht zu erschrecken, es sind harmlose, schlichte Landleute, im Kittel und der Lodenjacke, und die außerordentliche Gabe verräth sich durch nichts; in diesen glashellen blauen Augen, dem glatten blonden Haar, dem stillen Wesen, womit sie ihre Gabe wie eine Schickung Gottes tragen, liegt nichts Außergewöhnliches. Die Stunden ihrer Inspirationen entziehen sich der Beobachtung. Es ist Nachts, vor dem ersten Hahnenschrei, oder in mondhellen Mitternächten, daß die innere Unruhe sie vom Lager auf­treibt, um draußen die Fata-Morgana-Bildungen, welche der Genius der Zukunft vor ihnen vorüberziehen läßt, ins Auge zu fassen.

Da ist zuerst der Schäfer Jaspers. Er lebte im j Dorfe Deininghausen in der Nähe des Bodelschwing'schen j Stammgutes in Westfalen. Jaspers weissagte im Jahre 1830, daß sich bald von Westen nach Osten eine große Heerstraße durch die Waldungen des Bodelschwing'schen Gutes ziehen werde, auf der mit furchtbarem Geraffel Wagen ohne Pferde laufen würden. Die Eisenbahn nach Minden hat sein Gesicht erfüllt. Aber vor der völligen Vollendung (es fehlt das zweite Geleise) werde ein gro­ßer Krieg ausbrechen. Ein kleiner Fürst im Norden werde Sieger bleiben (Dänemark!!). Hierauf werde ein ande­rer Krieg ausbrechen; nicht ein Religionskrieg, ein Krieg zwischen denen, die an Christus glauben, und denen, welche nicht an ihn glauben. (Der Seher scheint so den Kampf der Prinzipien der westlichen und der östlichen Welt, der uns bevorsteht, gefaßt zu haben. Oder ist eS eine bloße Reminiszenz der Sage: „Die bösen Menschen werden

von den guten erschlagen werden"?) Der Krieg wird sich mit furchtbarer Schnelligkeit vom Osten her über uns heranwälzen. „Vor Osten habe ich bange", sagte der Schäfer. Der Krieg wird schnell ausbrechen. Abends wird man sagen Frieden, und es ist kein Friede, und Morgens stehen die Feinde schon vor der Thür. Vor dem Kriege wird eine allgemeine Untreue eingetreten seyn. Im Jahre des Krieges wird ein schöner Frühling seyn. Das Korn wird man noch einscheuern können, aber nicht mehr den Hafer. Die Schlacht wird am Birkenbaume auf einer Ebene bei Werl Statt finden. (Hier scheint der dürre Baum Friedrichs eine Birke und das Walser­feld der Sage eine Ebene bei Werl geworden.) Die Völker der halben Welt werden sich dort gegenüber stehen Von den Russen werden nur wenige von dort heimkehren ihre Niederlage zu künden. Im Jahre 1850 ist der Kries beendet und 1852 Alles geordnet. Die Polen erlieget anfangs, werden Dann aber gegen ihre Bedränger mit streiten und endlich einen König erhalten. Frankreick wird innerlich in drei Theile zerfallen. Der römisch Stuhl wird eine Zeit lang lebig stehen. Der Köni Friedrich Wilhelm IV. wird der letzte König von Preu ßen seyn. Nach dem Kriege wird von einer Kirche ar Rhein, an der alle Völker bauen, ausgehen, was di Völker glauben sollen. Alle werden sich vereinen, nu die Juden werden ihre alte Hartnäckigkeit zeigen. (Spie Bähn wahrsagte: um diese Zeit werden in Deutschlan keine Juden mehr seyn, und die Ketzer schlagen an ihi Brust.) Das Land wird so entvölkert seyn, daß d Weiber den Acker bauen. Deutschland aber erhält eine König und dann heben glückliche Zeiten an.

Das ist der Kern dessen, was der Schäfer Jaspei von Dortmund über die Zukunft enthüllte. (Forts, j

Miszellen.

Der berühmte Nomandichter Horace Smith, dessen R mane: Brambletye House, Reuben Apsleyrc. in alle europäisch Sprachen übersetzt worden sind, ist am 12. Juli im siebenzigst Jahre seines Alters in Tunbridge in Wales gestorben.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl,

Theater zu Wiesbaden.

Samstag, den 11. August. Die Vestalin. Große O 3 Akten. Musik von G. Spöntini.

Sonntag, den 12. August. Die Stumme von°Porti Große Oper in 5 Akten. Musik von Auber. Die in der O vorkommenden Ballets werden von der Familie Köbler auSgesül (Letzte Gastvorstellung der Familie Köbler.)

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.