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führt. An diesen Beitrag zur Kenntniß der einheimischen Mineralien schließt sich (S. 206225) ein Verzeich- niß der imHerzogthum Nassau, insbesondere in der Umgegend von Wiesbaden lebenden Weichthiere von Thomâ an, welcher für Nassau, einschließlich der Gegend von Mombach, die auf dem linken Rheinufer liegt, also nicht mehr zu Nassau gehört, und in ihrer ganzen natürlichen Beschaffenheit sehr von dem rechten Ufer abweicht, im Ganzen 110 Arten Weich- thiere nachweist. Diese vertheilen sich in 64 Land - und 46 Wasserbewohner, eine, selbst nach Abzug der nur bei Mombach vorkommenden Arten, reiche Fauna, wovon der interessanteste Theil wohl dem Lahnthale angehört. Als erster Beitrag zur Erkenntniß der bei uns lebenden Weich­thiere verdient diese Abhandlung alle Anerkennung.

Hierauf folgen: Analysen einiger nassaui­schen Mineralien (S. 226229) von F. Sand- berger, sie betreffen die Grünbleierze von Kransberg und Ems, sowie den Palagonit von Bejelich.

Eine dritte Abhandlung von Thomä theilt neue Bestimmungen der Höhen des Taunus in der Li­nie von Homburg bis Rüdesheim nach barome­trischen Beobachtungen mit. (S. 230236.)

Ch. Unzicker liefert(S. 237247.) Bemerkungen über mehrere Vögel, welche in den Jahren 18451848 zu Schierstein am Rhein wahrgenommen wurden, vor­zugsweise hinsichtlich ihrer Brutzeit, Brutortes u. f. w., bei denen nur zu bedauern ist, daß die Artbestimmungen hin und wieder nicht ganz sicher zu sein scheinen. I. Beck er's Bemerkungen über die Beziehungen des Höhenrauchs zudem Gang e d es B aro - Meters, Thermometers und Psychrometers bilden den Abschluß der Abhandlungen. (S. 247250) Der Rest des Heftes enthält die Verhandlungen der Generalversammlung vom 31. August 1847, welche auf das innere Leben deS Vereins von großem Einflüsse ge­wesen ist und gewiß eine frischere, regere Thätigkeit des­selben bewirkt hätten, wenn nicht die leidigen politischen Stürme allzusehr die Lust an wissenschaftlichen Beschäftig­ungen erdrückt hätten. Ohne Zweifel wird sie aber in nicht allzulanger Zeit in erhöhtem Grade wiederkehren.

Heft V. mit eigenem Titel und lateinischer Schrift enthält nur dieUebersicht der Moose, Leber­moose und Flechten des Taunus von W. Bayr- h offer (101 und XIV. S.), bei weitem die beste Ar­beit in den beiden Heften. Der Verfasser, der sich zehn Jahre lang mit größter Gründlichkeit der Erforschung des Gegenstandes hingab, hat mit der Publikation der Re­sultate sich um die nassauische Flora ein großes Verdienst

erworben. Möchte nur bald eine ebenso gründlich ge- arbeite Flora der einheimischen Phanerogamen folgen, da ja Jung's unvollständige und vielfach unkritische Ar­beit längst nicht mehr brauchbar ist! Der Verein hat durch die vorliegenden Hefte bewiesen, daß es bei ihm Ernst mit der Erforschung der nassauischen Naturprodukte geworden ist und wird hoffentlich ferner hierauf sein Hauptaugenmerk wenden.

Miszellen.

Die fashionable Welt in Berlin bewundert ein Bild von Vater" Wrangel, ein lebensgroßes Portrait von der Hand des Meisters Magnus in der Kunstausstellung der Akademie. Das Bild ist allerdings ein Meisterstück neuerer Portrait-Malerei. Da steht er in der weißen Cuirassier-Tracht, der Mann, der das Haus Hohenzollern gerettet. Das Bild hat übrigens eine beson­dere Geschichte. Um es hinzustellen, so, wie es jetzt steht, war nichts Geringeres nothwendig, alseine Kabinets-Ordre Sr. Majestät Friedrich Wilhelm's IV." Der Künstler wollte näm­lich durchaus den General der Cavalerie in Reiter-Stulp­stiefeln malen, und nicht in den reglementsmäßig zur Uniform des Oberbefehlshabers der Marken gehörigen langen, nichtssa­gendenUnaussprechlichen." Aber alle Bitten und Vorstellungen waren vergeblich. Des Künstlers Intentionen scheiterten an der Pflichtmäßigkeit desOfficiers". der auch im Bilde nicht etwas Reglementswidriges zulassen zu dürfen glaubte. Da wandte sich der verzweifelnde Künstler an die Majestät Friedr. Wilhelm IV., und dieser erließ eine Kabinets-Ordre, daß der Oberbefehlshaber in den Marken sich in Stulpstiefeln malen lassen dürfe. Jetzt war natürlichVater" Wrangel's Renitenz gebrochen. Da aber die Kabinets-Ordre nichts darüber besagte, wer die dazu noth­wendigen Stulpstiefeln liefern solle, so erklärte er ärgerlich darüber, daß das Dienst-Uniform-Reglement künstlerischen Rück­sichten nachstehen sollte, daß er seinerseits sich nicht bemüssigt fände, die Stulpstiefeln anzuschaffen. Da ließ sie der Künstler machen, und so kam denn Alles in Ordnung, und das berliner Publikum bewundert die Reiterstiefeln, mit denen der Oberbe­fehlshaber der Truppen in den Marken auf den Märzerrungen­schaften herumtrampelt!

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Frankfurt, 8. Juni. Eben ist eine neue Nummer des Reichsgesetzblattes erschienen. Sie enthält nichts Geringeres als eineVerordnung über die Anwendung von Laternen, zur Ver­meidung des Zusammenstoßens von Dampfschiffen." Beigegeben ist eine Erläuterung mit zierlichen Zeichnungen, mit rothen und grünen Laternen. Vielleicht sind dieselben Laternen auch anwend­bar, um das Reich aufzufinden, welches von dem jetzigen Rkichs- ministerium regiert wird.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.