vom Mund!— wie schlägt ihr Herz! — Jetzt, jetzt sagt er „ich liebe?" — Ach nein, — ihr Finger wird zum Pfeifenstopfer! (k).
I e l l a c i c
(Fortsetzung.)
Jetzt stieg eine Zeit herauf, in welcher eine Hofpartei ihr Wesen trieb, von der ganz Oesterreich noch lange die blutigen Früchte genießen wird. Es war daS geheime Unterstützen 'deS BanuS, die berüchtigte Politik deS Echwankens^oderd er sogenannten Camarilla, deren Namen als ein Schreck- und Schlagwort im Volke herumirrte. Das Wort Camarilla wurde bei allen Gelegenheiten ohne weitere Erläuterung gebraucht, so daß als bei einer Volksversammlung einer aus der Masse der Zuhörer den wirklichen Begriff dieses schrecklichen Wortes wissen wollte, ihm entgegnet wurde: ebenso wie der König Ludwig von Bayern seine Lola Montez habe, hatte der Kaiser auch eine schlechte Person, Camarilla, und die heiligste Pflicht wäre eS, denselben aus ihrren Umarmungen zu reißen.
Diese alte Politik des HauseS Oesterreich, was schwer öffentlich zu erlangen, im Geheim zu verfolgen, gab die Regierung der Verleumdung hin, öffnete den Wühlern Thor und Thüren bei der immer mißtrauenden Masse, und gab den unsinnigsten Erfindungen ein Feld, — es entstand der Haß, der im Oktober die Wirren der Wiener Revolution hervorrief.
Der BanuS, wieder von Neuem eingesetzt, erließ seine drei Manifeste, in denen er, gegenüber den deutschen Oesterreichern, gegenüber dem Handeln der Hofpartei, gegenüber der österreichischen Armee erklärte, sein Wille wäre daS einzige konstitutionelle Oesterreich, keine Unterdrückung der Nationalitäten, keine Reaktion. Der kaiserlich österreichische General Jellacic trat immer mehr hervor, gegenüber dec Armee, und der BanuS von Kroatien verschwand immer mehr, je mehr deutsche Regimenter sich bei ihm schaarten.
Man findet in der Zeit, wo Oesterreich daS Vorrücken seiner Armee in Italien vernahm, eine nach und nach sich ändernde Politik der Regierung. Radetzky hatte mit raschen, glänzenden Thaten die Italiener unterdrückt, seine Fahnen waren siegreich bis zum Tessino vorgedrungen, für den politischen Horizont ging der Stern einer Nation unter, und ein Hoffnungsstern für Oesterreichs Himmel auf. Die Politik des HofeS ging aus dem geheimen Treiben allmählig in das offene der Regierung über. Die Partei deS BanuS wurde offen ausgenommen, und die berühmte ungarische Deputation unter Koffuth, mit den
Fragen Königthum oder Volksherrschaft, zu Schönbrunn abgewiesen. Nun stürzten die Ungarn in den Augen von Deutschland als Märtyrer, zu Selbsthilfe gezwungen, durch Wiens Straßen und brachten überall Verwirrung; )alb Deutschland glaubte in den Tagen an eine Reaktion und an die direkte Unterdrückung deutscher Freiheit in Oesterreich. Es entwickelte sich in Wien der Heerd des Hasses gegen den Kroatenführer, gegen die Theile deS Ministeriums, welche diesem Gange des Hofes willfahrten; doch muß man klar seyn, je weiter man von Wien fortging, desto mehr verloren sich die Sympathien für Ungarn und traten dem Banus näher; das Landvolk blieb diesen Bewegungen fremd. Wien stand schon vereinzelt, als es im September zu den heftigen Streitigkeiten der schwarzgelben und rolhschwarzgolbenen Partei kam, die aber unblutig abliefen. (Schluß folgt.)
Literatur.
+ Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzog- zogthum Nassau. Heft IV. und V. Wiesbaden 1849 in Kommission der Kreidelschen Buchhandlung 8. Heft IV. 268 S. 15 Tabellen, ein Situationskärtchen und eingedruckter Holzschnitte.
S. 1—143 enthalten die meteorologischen Beobachtungen von 1845 und 1846 auf den drei Stationen Wiesbaden, Kronberg und Neukirch, die an interessanten Thatsachen reicher als gewöhnlich sind, namentlich was daS Hungerjahr 1846 betrifft. Auf S. 138—247 finden sich naturwissenschaftliche Abhandlungen. Grandjean verbreitet sich im Allgemeinen über die tertiären Bildungen des Westerwaldes (143—164), wovon die Details in einer spateren Abhandlung folgen sollen. Für jetzt sucht er den Beweis zu liefern, daß der Westerwälder Basalt einen mehr oder weniger neptunischen Ursprung habe, eine Ansicht, welche den Verfasser nöthigt, auf eine Menge interessanter Verhältnisse plutonischer Gesteine einzugehen, die allerdings bisher mitunter sehr falsch aufgefaßt worden sind. Thomä kommt nochmals auf das unterirdische Eisfeld und die warmen Luftströme an der Dornburg zurück (S. 164—202), die er schon früher in einem eigenen Schriftchen abgehandelt. Er erklärt die Erscheinung, mit Ausnahme eines kleinen Nebenphänomens, vollständig.
F. Sandberger liefert (S. 202—205) Nachträge zu den bisher bekannt gewordenen einfachen Mineralien, wozu das Material von Grandjean und ihm neuerdings aufgefunden wurden. Außer neuen Fundorten findet sich hier zum erstenmale Hersch elit, eine seltene Mineralspezies auS Nassau, aufge-
