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Alles auf'S Spiel gesetzt, um ihr Volk in daS Land der Verheißung zu führen. — Der erste Schritt ist mit vielen Versuchen, der Versuch mit vielen Schwierigkeiten ver­bunden. Die Kraft aber ist der schönste Kranz des Strei­ters. Wenn irgend Jemand, so hatte unser geehrter Herr Kriegsminister die schwerste Stellung. Wir andern, daS Zivil-Gouvernement, hatten ein fertiges Terrain vor fich; auf diesem Terrain waren die fertigen Elemente vorhanden, und es war blos die Aufgabe, sie zu ordnen. Unser Kriegsminister mußte nicht blos ordnen, er mußte schaffen, und wenn das Werk der Schöpfung mit vielen Versuchen und fehlgeschlagenen Experimenten verbunden war, so trägt die Schuld davon nicht Mangel an ehrli­chem Willen, sondern cs lag an den Umständen. Ich glaube, eS gibt kein größeres Lob für unsern Herrn Kriegsminister, als der Umstand, daß bei Beginn seines schweren Werkes Viele ihn mit Verdächtigungen und Ver- läumdungen umgaben, welche nicht wagten, sich zu jener Stufe aufzuschwingen, auf die ihn das Vertrauen der Nation erhoben hatte. Wenn Jemand, so kann Meßuros stolz dastehen in den Wetterstürmen der Zeit. (Wahr!) Denn ihm gegenüber hat engherzige Feigheit, elende Spie­gelfechterei, feige Mystifikation, alle ihre Pfeile entladen, aber damit nichts erreicht, als der Nation zu zeigen, daß an MeßaroS diamantreinem Charakter alle diese Pfeile wirkungslos abprallen; sie haben nur sein reines Selbst­bewußtseyn in's Licht gestellt, wie bis heute keiner unter uns ein reineres aufzuweisen hat. — Ich glaube daher, daß jetzt keine Zeit, um Weihrauch zu streuen; aber wehe der Nation, die kein dankbares Gedächtniß besitzt. Nicht nur auf Lobeserhebungen im Protokolle darf sich die Na­tion beschränken, nicht nur auf tönende Worte, sondern eS gebietet, glaube ich, die Ehre des Hauses, und es er­füllt damit seine Bürgerpflicht, wenn es einem seiner aus­dauerndsten Streiter im öffentlichen Leben, und einem Manne vom anspruchlosesten, aber erhabensten Charakter jene Auszeichnung verleiht, — oder, was sage ich, nicht Auszeichnung, sondern verdiente Anerkennung und Dank­barkeit, welche der Sprecher vor mir, der Repräsentant Lad. Paloczy, beantragt hat, und dem ich mit bestem Gewissen beitrete. (Eljenruf.)

Präses. Nimmt das Haus die Motion des Reprä­sentanten Lad. Paloczy an? (Wir nehmen sie an, es lebe Feldmarschall-Lieutenant Laz. Meßâros !) Im Pro­tokolle wird die dankbare Anerkennung aller jener Ver­dienste und patriotischen Handlungen eingetragen werden, welche MeßaroS während seiner ausgezeichneten ministe- riellen Wirksamkeit geleistet. Die Regierung aber wird angewiesen werden, ihm den Rang und Titel eines Feld- marschall-LieutenantS zu verleihen. (Billigung.)

Jellacic

(Fortsetzung.)

Jellacic wurde nach Jnnspruck, wo der Hof sich be­fand, zu seiner Rechtfertigung berufen und trotzdem, daß seine Anhänger ihn schwer ziehen ließen, ging er mit kroatischen Abgeordneten. Erst nach einigen Tagen erhielt der Banus die Erlaubniß, sich in Anwesenheit des gan­zen Hofes zu rechtfertigen, welches er in einer Rede that, die seine geistige Kraft und Logik, die Klarheit seiner Handlungen und daS nationale Recht Kroatiens bewies; sein Redetalent nahm alle Zuhörer für ihn ein, und selbst der Kaiser murmelte mehrfach nach seiner Weise: ein braver Mann. Bei einer späteren Zusammenkunft mit dem ungarischen Minister Esterhazy, umarmte derselbe heftig weinend den Banus und versicherte ihm, hätte er ihn früher so gekannt, wie jetzt, als edeldenkcnden Mann, den Nationalliebe so rein und uneigennützig durchglühe, es wäre anders geworden, eS stünde besser um Ungarn. Der Minister versprach, nach Budapesth zu berichten, daß von dort auS keine Einmischung in die innern Angele­genheiten Kroatiens stattfände und selbst ein eigenes Por­tefeuille für Kroatien beim ungarischen Ministerium er­richten zu wollen. Erzherzog Johann übernahm den Weg einer Vermittelung und bestimmte einen Tag als Zusam­menkunft in Wien.

So standen die Angelegenheiten, als der Banus von Jnnspruck, welches ihn hoch gefeiert hatte, seine Rückreise antrat. Als er in dem, im Pusterthale gelegenen Städt­chen Lienz, mit seinen Begleitern ankam, wurde ihm zu­fällig eine noch versiegelte Wiener Zeitung vom Postmei­ster gereicht, — wer beschrieb das Erstaunen und den Unwillen seiner Begleiter, als der Banus ihnen aus der Zeitung seine Absetzung als BanuS von Kroatien, vom Kaiser gezeichnet, vorlas. Jellacic reiste sofort dem Erz­herzog Johann nach, den er in Bruck traf im Begriff nach Wren zu fahren, um von diesem eine nähere Erklä­rung dieses so ohne allen Zusammenhang mit den jüng­sten Ereignissen stehenden, königlichen Befehls zu erbitten. Erzherzog Johann gab dem BanuS die Versicherung, daß ihm dieser königliche Erlaß ebenso fremd gewesen sey, als ersterem.

Ueber diesem Ereigniß wird wohl ein stetes Dunkel schweben: wo die Lüge anfängt und die Wahrheit auf­hört, in wie weit man in Jnnspruck eine Komödie mit dem BanuS spielte, und ob die Thränenbäche keS Ester, Hazy falsch gewesen sind. So viel ist gewiß, daß in Wien eher, als in Pesth, ohne daß man die Gegenzeich­nung des ungarischen Ministeriums abgewartet hatte, dieser königlich ungarische Befehl in den Zeitungen erschien, und daß theilweise von Wien, theilweise von Pesth an