Einzelbild herunterladen
 

„Ich will ihnen folgen," sagte er zu sich.

Er blickte um sich und sah einen mit zwei starken Pferden bespannten Fiaker herankommen.

Unterdeß waren die Marquise und Carral eingestie­gen und fuhren fort. Während sie unter dem Hofthore durchfuhren, bemerkten Carral und die Marquise zu glei­cher Zeit den schwarzen Bettler, dessen feuriges Auge gierige Blicke in den Wagen warf.

„Wieder dieser Mensch! murmelte die Marquise mit einer Bewegung des Schreckens."

„In der unablässigen Verfolgung dieses Kerls liegt etwas, was ich nicht begreife, dachte seinerseits Carral."

Neptun war indessen in den Miethwagen gesprungen, hatte dem Kutscher etwas zugerufen und ihm einen Louisd'or in die Hand gebrückt, worauf der schwere Wagen der Postchaise nachfuhrt, daß das Pflaster Fun­ken gab. (Forts, f.)

Die Tochter des Bankiers.

(Fortsetzung)

Das war der Beginn vieler anderer Leiden. Obgleich das Geschwornengericht der Leichenbeschauer den Ausspruch that: Herr Herbert sey eines natürlichen Todes gestor­ben, so sagte doch die ganze Welt, besonders als es sich herausstellte, daß er gänzlich insolvent gestorben sey, er hätte sich vergiftet. Jetzt mußten Alice und ihre Mutter alle Schrecknisse solcher Umstände tragen: das Leichenbe- gängniß, die Untersuchung der Papiere, den Verkauf des Hauses und des Ameublements, die die Häuslichkeit in ihren theuersten Verhältnissen offen reißenden Tiegerklauen des Gesetzes, das Mitleiden der Freunde, den Tadel und die Verhöhnung der im Stillen beneidet und gehaßt Ha­benden u. s. w. Nun kam sür die arme Alice der letzte harte Schlag, die Krankheit und der Tod ihrer Mutter in bitterer Armuth. Der letzte Akt war zu Ende — die Erde war über ihrer Mutter Sarg geschaufelt worden, Alice saß mit thränenden Augen und dachte: „Was nun?" als ihr ein Brief übergeben wurde, der, wie sie an der Handschrift sah, von ihrem Onkel in Canada kam. Sie hatte diesem nach dem Tode ihres Vaters geschrieben, und er antwortete ihr zärtlich und liebevoll, seine Schwe­ster und Nichte möchten sogleich zu ihm auf seine neuge­kauften Besitzungen kommen. Alle die Gemeinplätze des Trostes, welche die Philosophie je entdeckt oder angerathen hat, um dem Menschen bei den manigfachen Sorgen und Schmerzen des Lebens Linderung zu geben, sind im Vergleich mit einem Worte wahrer Liebe, keinen Halm Raigras werth. Es war der einzige Balsam für Alice

Herbert, und obgleich es ihre Wunden nicht heilen konnte, so linderte er doch deren Pein.

Madame Herbert war, wenn gleich nicht reich, doch auch nicht ganz unbemittelt gewesen, und ihr kleines Ver­mögen war Alles, was Alice jetzt das Ihrige nennen konnte. Es bestand allerdings ein beträchtliches Wittwen- gedinge, aber diesem entsagte Alice aus leicht zu begrei­fenden Gründen. Sparsamkeit war jetzt eine Nothwen­digkeit, und Alice machte sich, nachdem sie aus einem der wohlfeilsten Schiffe, die nach Quebecs bestimmt waren, Namens: St. Lawrence, ihre Ueberfahrt gedungen hatte, auf den Weg nach Bristol, wo sie am 16. Mai 18— wohlbehalten ankam.

Ich muß jetzt aber zu Henry Ashton zurückkehren.

Gerade nachdem die Angelegenheiten in Canada be, endigt waren, trat er in ein Zimmer in Quebecs, wo mehrere Offiziere seines Regimentes sich befanden; Einer schrieb einen Brief, der mit dem eben im Begriff abzu­segeln seyenden Packetboot abgehen sollte. Zwei sahen aus dem Fenster auf das Nichts, welches auf der Straße vorging, und einer las in der Zeitung; auf dem Tische lagen noch drei bis vier Blätter, und Ashton griff nach einem derselben. Wie gewöhnlich sah er zuerst nach den Anzeigen der drei wichtigen Lebensmomente, und las zu­erst die Heirathsannoncen, dann die Todesfälle und dar­unter sah er folgende: „In seinem Hause auf Pvrtland Place starb plötzlich Herr Wilhelm Anton Herbert." Das Papier fiel ihm nicht aus der Hand, obgleich er sehr überrascht und bewegt war, aber seine Gefühle waren verschiedener Art, obgleich sie, die Wahrheit zu sagen, zu­erst voll Trauer, dem Todten galten, so richteten sie sich gleich nachher auf Alice Herbert, und er fragte sich selbst: „Ist es wohl möglich, daß sie je die Meine werden kann? sie war doch, als ich Abschied nahm, tief bewegt."

„Das ist eine schlimme Geschichte!" — rief der Offizier, der das andere Zeitungsblatt las, plötzlich uau5 — „die Flrma Herbert ist zum Teufel gegangen und ich habe 1600 Pfund dort stehen gehabt. Sie sind auch schlimm daran, Ashton — da sehen Sie — man bietet drei Shilling für das Pfund Sterling." (Forts, f.)

An die Arbeiter!

(Fortsetzung.)

Der Bürger ist es, der seit Jahrhunderten für euch gedacht, gesorgt und gearbeitet hat, und eben dieser Bür­ger spricht jetzt zu euch, durch seine Arbeit dazu berechtigt. Noch mehr, er fordert euch auf, sich ihm anzuschließen, Vertrauen zu ihm zu fassen, und ihn in seinem Unter­nehmen zu unterstützen.