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fallen, sind eure zersprengten Fesseln, und das weite Land, das vor euch liegt, ist das Gebiet eurer Lust und euerer Willkühr, auf das euch euere Stärke anweist. Greift zu und ihr habt in einem Tag mehr Gold, Genuß und Freuden, als euch das mühevolle Leben der Arbeit je- mals darbieten wird." Und ihr Bethörten, ihr habt diesen Worten geglaubt, und damit euer wahres Glück Preis gegeben!

Die Arbeit, sagt man zuerst, verdient das größte Ansehen im Staat und verlangt dessen erste Fürsorge. Und als nun der Lehrer kam, dem die Bildung der Kinder obliegt, der Geistliche, der für eure Seele sorgt, der Arzt, der euern Leib bewahrt, der Landmann, der euch die Nahrung schafft, der Rechtsgelehrte, der euer Recht vertheidigt, der Kaufmann, der den Absatz eurer Arbeit besorgt, der Soldat, der euch schützt, der Staats« mann, der die Ordnung erhält — da wendete sich das Wort und man beanspruchte nur für den Handarbeiter die höchste Ehre und das erste Recht. Man forderte euch kurzweg auf, euer Arbeitsgeräth wegzuwerfen, nicht mehr an die Arbeit zu denken, und nur dessen euch zu erinnern, daß ihr mit starken Fäusten ausgerüstet und zum Muth der Verzweiflung bereit seyd. Es handelt sich jetzt nicht mehr um das Ansehen und den Schutz der Arbeit, vielmehr sollte die Arbeit zerstört bleiben.

Auf dieser Stelle will man euch haben, hinter euch Zerstörung und vor euch Verwüstung, damit ihr keine Aussicht habt, jemals zu den edleru Bedürfnissen des Menschen wieder zurückkehren zu können und in dem Kreis einer geliebten Familie, am häuslichen Heerb, Trost und Entschädigung für eure Mühen zu finden. Ihr sollt die Werkzeuge wilder Volksverführer seyn, die in dem Umsturz aller Staatsverhältnisse ihren Haß gegen die menschliche Gesellschaft, ihren Ehrgeiz, ihre Habsucht zu befriedigen suchen.

Wir dagegen rufen euch zu: Der Tag der Einheit, Macht und Größe des Vaterlandes ist angebrochen und für diesen öffnet euere Augen. Ihr werdet vielleicht fra­gen, wer seyd ihr und was berechtigt euch dazu, auf unseren Weg zu schauen und uns zu warnen oder zu leiten? Wir wollen euch sagen, wer wir sind und was uns berechtigt:

Wer hat die Städte gegründet, die Gewerke einge­richtet, die Fabriken gebaut, den Handel gestiftet? Wer hat Kunst und Wissenschaft gepflegt, dem Gesetz, der Aufklärung, dem Gemeinsinn die Bahn gebrochen? Wer hat den Landmann in seinen Bereich gezogen, die Er­tragsfähigkeit seines Besitzes vermehrt, den Werth seiner Produkte erhöht, den Boden beweglich, das Kapital

flüssig gemacht? — Wer hat für den Schutz der Arbeit gesorgt, den Arbeiter immer enger an sich gezogen, ihm seine Sorge in Schulen, Banken, Verpflegungsanstalten angedeihen lassen? Wer hat bewirkt, daß der Arbeiter jetzt besser lebt, sich besser kleidet, eine bessere Wohnung hat und einen leichtern Zugang zur Behaglichkeit findet? Wer hat ihm mehr Achtung, mehr Anerkennung, mehr Ehre gebracht, seinen Gedanken- und Gesichtskreis er­weitert, die Erlangung des Besitzes erleichtert, durch den Kredit, durck den immer mehr herabgesetzten Zinsfuß das Kapital zugänglich und zur fruchtbarsten Quelle der Arbeit gemacht? (Forts, folgt.)

Miszellen.

«Ä Paris bekommt jährlich mehr für seinen Schmutz, als manche deutsche Stadt für ihren Putz. Der Pariser Straßen­kehricht wird nämlich in Masse für Vr Mill. Fr. versteigert; liegt er aber längere Zeit in einzelen Behältern und ist in Ver­wesung übergegangen, dann ist der Gesammt-Erlös über 3% Mill. Fr. — 1823 war die Ausbeute der Pariser Straßen für 75000 Fr. jährlich verpachtet, 8 Jahre später, nach der Julirevolution, stieg der Pacht auf mehr als das Doppelte und seit vorigem Jahr, (1848) auf eine halbe Million! Beweis genug, daß de, Schmutz in jüngster Zeit in Paris sehr zugenommen haben muß

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Professor Stahr, von dem man behauptete, er werde ir Berlin an die Spitze der Redaktion eines bedeutenden Blattet treten, hat soeben einen dreibändigen Roman beendigt, der Scene, aus der Republik Neapel zu Anfang dieses Jahrhunderts schil dert und die Grundsätze der Demokratie vertritt.

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^ (Sehr zu empfehlen!) Das Neujahrsfest if in Rußland zugleich ein großes Volksfest, an welchem der Kaise 20000 Menschen bewirthet. Gibt es dabei Unordnung, Strei und Schlägerei, so werden die in Bereitschaft gehaltenen Feuer spritzen herbeigeholt und aus denselben so lange Wasser über di schreienden kämpfenden Haufen gepumpt, bis die erhitzten Köpf abgekühlt sind und die Massen auseinander gehen. — Unre russischen Mitteln wahrlich nicht das schlimmste!

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^ Saphir gab einmal folgende Erklärung von einer „M ünchner: Morgens ist er ein Bierfaß, Abends ein F a Bier."

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.