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Der Wanderer.

Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgem. Zeitung.

1849. M 105.

Schlichte Reime.

(Aus der Köln. Ztg.)

Trotz Haß und Hohn, Trotz Grimm und Spott

Aus alter Zeit herüber spricht:

Es läßt der Deutsche nicht von Gott, Und Gott verläßt den Deutschen nicht;

Und wenn der Väter Missethat

Am späten Enkel noch sich rächt, So bleibt an ihrer Tugend Saat Gewiß sein Antheil ungeschwächt;

So leben fort die deutsche Treu', Des Rechtes Kraft, der Wahrheit Muth, Und vor dem Heil'gen KindeSschen, Und vor dem Frevel Manneswuth.

Laß wehn den Sturm durch Flur und Walo, Die Wolken ziehen tief und grau, Hoch überm Wetter wüst und kalt, Da lacht ein treues Himmelsblau;

Und durch Entzweiung, Grimm und Spott

Verheißungsvoll die Stimme spricht:

Es läßt der Deutsche nicht von Gott,

Und Gott verläßt den Deutschen nicht.

A Der schwarze Bettler.

(Fortsetzung.)

Meine Beine versagten mir den Dienst. Ich stand jedoch auf, und reichte ihm seine Waffen, wobei ich das Gesicht abwandte. Ich hörte den Hahn knacken. In diesem Augenblicke gab mir der Himmel einen Gedan­ken ein.

Hat guter Gebieter auch seinen Sohn verloren?" fragte ich.

Dieses einzige Wort brachte ihn wieder zu sich selbst. Er warf die Pistolen von sich und stand auf.

Was enthielt denn der fatale Brief?" fragte Lavier.

Ich habe ihn zwar gelesen, antwortete der Bettler, doch nicht ganz verstanden."

Er erhob sich wieder, öffnete seinen Koffer und gab Lavier einen Brief daraus. Es war der Brief den Flo­rence Angele an ihren Gemahl schrieb, als sie Do­mingo verließ. Der Leser kennt ihn bereits.

Welche Schändlichkeit! murmelte Lavier. Ach! wie sehr mußte mein armer Vater leiden! . . . Und diese Frau ist meine Mutter! . . .

Guter Gebieter litt in der That," fuhr der Neger fort.Die letzten Tage seines Lebens waren voll Bitter­keit und Wehmuth."

Endlich hatte der Himmel Mitleid mit ihm.

Die Schwarzen griffen uns an den Ufern des großen Flusses an. Die Zahl der Weißen betrug 500, die der Schwarzen 10,000. Ein schreckliches Handgemenge ent­stand; ein heldenmüthiger Kampf, denn auch meine Brü, der sind tapfer! Vom Morgen bis zum Abend blieben sie auf dem Schlachtfelde; sie stürzten sich auf die Sol­daten , entrissen ihnen die Gewehre und erstickten sie in ihren nervigen Armen...

Doch meine Brüder wurden besiegt. Ihre Leichen bedeckten das Ufer des Flusses. Sie suchten sich durch Schwimmen zu retten oder verschwanden in den Lianen, welche sich um die schlanken Stämme der Bäume winden.

Guter Gebieter wollte sie nicht verfolgen; aber im Augenblicke, wo das Feuern aufhörte, ward er von einem Versteck aus in die Brust geschossen und sank zu Boden.

Der Bettler hielt inne, von Rührung übermannt.

Ich entriß einem Soldaten den Säbel, fuhr der