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Der Wanderer.

Bellctristischcs Beiblatt ziir Nassauischen Allgem. Zeitung.

184!). — .1 108.

△ ® er schwarze Bettler.

(Fortsetzung.) VIII. D er Polizeikommissär.

„Meine Herren, sagte der Kommissär, ich fordere Sie auf, vernünftig zu seyn. Der geringste Widerstand würde Ihre Lage nur noch mißlicher machen . .. Poli­zeisoldaten stehen vor der Thüre."

Xavier wandte sich bestürzt um. Diese Rede, deren Sinn er nicht verstand, weil er gar nicht wußte, daß das Gesetz an seinem gegenwärtigen Betragen etwaö auSzusetzen haben könnte, schien ihm keineswegs die all­gemeine Bestürzung zu rechtfertigen.

„Warum spielt man nicht mehr? fragt er."

„Die Spielgelder sind mit Beschlag belegt und von nun an Eigenthum des Fiskus. Rühren Sie nichts mehr davon an! gebot der Kommissar."

„Dieses Geld gehört ja mir! rief Xavier aus."

„Stille! . . . sagten mehrere Stimmen."

„Meine Herren, fuhr der Kommissar fort, ich chitte um Ihre Namen und Adresse, damit der Staatsanwalt sie zur gehörigen Zeit vorladen kann."

„Der Staatsanwalt! wiederholte Xavier; warum denn?"

„Stille!" machte nochmals die Versammlung, welche ihre Gründe hatte, sich unterwürfig zu zeigen.

Herr Moutet gab zuerst seinen Namen an, dann die andern Spieler. Doch nannten sie alle falsche Namen und Adressen, worauf sie sich entfernten.

Erst jetzt gedachte Xavier Carral'S, und wunderte sich, ihn nicht mehr zu erblicken.

„Er wird sich entfernt haben, dachte er; um so besser!"

„Nun zu Ihnen, mein Herr," sagte der Kommissär sich zu ihm wendend.

Xavier gab seinen Namen an. Seine Angabe war vielleicht die einzige richtige; auch kam dem Kommissär, der ein scharfer Beobachter war, die Sache gleich ver­dächtig vor.

„Xavier! murmelte er; das ist ein ungewöhnlicher Name!.... Haben Sie keinen anderen Namen, mein Herr?

Bei diesen Worten warf er einen Blick auf den Be­sitzer des HauseS, der aus Bosheit oder aus Gewohnheit mit dem Auge blinzelte.

„Mein Herr, erwiederte trocken der junge Mann, ich weiß nicht, was aus Allem dem für mich entspringen kann. Ich habe mich Ihrem Verlangen gefügt; weil Ihre Schärpe mir hinlänglich Ihr Amt bezeichnete, doch gibt Ihnen diese Schärpe kein Recht zu Beleidigungen!... Ich habe Ihnen Genüge gethan, jetzt lassen Sie mich gehen!"

„Sie sprechen in sehr hohem Tone, junger Mann. Sie thun sehr übel daran! ?. . . Ich finde Sie hier in einer heimlichen Spielhölle, und um den Verfolgungen des Gesetzes zu entgehen, geben Sie einen Namen an ..."

„Den Meinigen, mein Herr."

„Mag seyn.... Doch muß ich Sie auffordern, mir zum Staatsanwalt zu folgen!"

„Verurtheilt!" sagte Herr Moutet, die Hände rei, bend.

Bei Nennung des Staatsanwalts erblaßte Xavier. DaS Fieber war vorüber, und er begann die Folgen die­ses unglücklichen Vorfalles zu fürchten; da er aber ein gutes Gewissen hatte und bekannt genug mit dem Gesetz war, um zu wissen, daß seine Gegenwart an einem ver­dächtigen Orte noch keineswegs ein Verbrechen beweise,