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und jeder der Kameraden drückte ihm warm und innig die Hand. — Die Soldaten bekamen bald ihren Po­sten und waren wahrlich unter des Vaterlandes besten Söhnen!

Die beschriebene Szene der Aula war ganz meinem Gedächtnisse entschwunden, wie so viele Bilder, die von stets neuen fortgedrängt wurden und in dem großen Rahmen der Revolution gleich Alltäglichem waren.

In einer Stadt im. deutschen Norden saß ich, Mo­nate darauf, in einer einsamen Schenke, bei der herab­gebrannten Kerze, düster brütend über das Vergangene. Ein bedruckter Fetzen Papier auf dem Tische war mir willkommen, um die Grillen zu vertreiben; ich durchflog die Zeilen und las: Franz Stockhammer, Korporal u. s. w., ist von seinem Regimente entflohen, hat bei den Rebellen Dienst genommen, sich an dem Kampfe auf den Barrikaden lebhaft betheiligt, den kaiserlichen Trup­pen hartnäckigen Widerstand geleistet, ihnen erweislich bedeutenden Schaden zugefügt rc. rc., und ist deßhalb mittels kriegsrechtlichen Urtheils zum Tode durch den Strang verurtheilt, von Sr. Erc. dem G.-F.-M. Win­disch-Grätz aber zum Tode durch Pulver und Blei begnadigt worden. Das Urtheil wurde gestern vollzogen.

Franz Stockhammer? wo habe ich den Namen gehört? er war mir bekannt.--Richtig! Das ist der Name desjenigen, den die Soldaten in der Aula da­mals zu ihrem Feldwebel gewählt — ja, ja, so .ist's! Pulver und Blei aus Gnade! (Forts, f.)

Die Pariser Revolution im Februar und der Wahnsinn.

Brierre de Boismont, Arzt an einer der besten Privat- Jrrenanstalten zu Paris, hat in die „Union médicale“ einen ausführlichen, höchst interessanten Brief einrücken lassen, von dem wir hier den Anfang wiedergeben, um auf die Wirkungen der Revolution in einer Richtung hin­zubeuten, an welche unsere Leser bis dahin vielleicht noch nicht gedacht hatten: „Kaum waren im Februar v. J. die letzten Schüsse gefallen, als schon.mehrere Opfer dieser Revolution, welche, wie Goudchaur treffend bemerkte, viel zu schnell gemacht worden war, in meine Anstalt ge­bracht wurden. Diese ersten Patienten waren meist trau­rig, melancholisch und niedergeschlagen. Ihre firen Ideen waren gräßlicher Art, indem sie beständig gemordet zu werden befürchteten. Einer darunter, ein sehr gelehrter Mann und Verfasser mehrerer wissenschaftlichen Werke, saß bewegungslos da, blickte starr vor sich hin und sprach kaum ein Wort; er glaubte fest, man würde ihn in eine

Kloake werfen und dort erwürgen. Ein Anderer rief be­ständig: „Da sind sie; sie schlagen die Thür ein und wollen mich packen und erschießen!"

Andere bildeten sich ein, sie hätten drohende Stim­men gehört, die ihnen zugerufen, sie würden sammt ihren Familien guillotinirt und erwürgt werden, oder sie hör­ten beständig Flintenschüsse. Die Patienten dieser Klasse waren meist ehrbare Professionisten, und manche hatten sich durch Fleiß unb Sparsamkeit einiges Vermögen ge­sammelt, das sie gern in Frieden genossen hätten. Um dem gefürchteten Unglücke zu entgehen, suchten manche dieser Patienten sich das Leben zu nehmen, und sie muß­ten auf'S genaueste bewacht werden, damit sie dieses Vorhaben nicht ausführen konnten. Einige darunter, welche diese strenge Bewachung merkten, beschlossen, Hun­gers zu sterben, und beharrten mit wilder Energie auf ihrem Vorsatze. Unter sechs von diesen, welche sich alle für große Verbrecher oder von ihren Nachbarn ruinirt oder verrathen hielten, starben zwei trotz der Anwendung des Schlundrohres. Einer dieser beiden litt an einer der auffallendsten Täuschungen, die mir je vorgekommen sind. Er hatte sich überredet, daß seine Speiseröhre verstopft und keine Speise durch dieselbe hinabzubringen sey. „Wie soll ich leben," pflegte er zu mir zu sagen, „wenn Sie mir das Essen in die Luftröhre hineinstopfen? Sie er­sticken mich, und ich werde bald tobt seyn."

(Schluß folgt.)

Erinnerungen aus den Tagen der Schlacht bei Hanau.

(Fortsetzung.)

Habe ich nun Manches erzählt, was das mensch­liche Hetz mit schmerzlichen Gefühlen erfüllen muß, so kann ich meine Feder nicht niederlegen, ohne aus dieser vielbewegten Zeit noch Einiges zu berichten, welches be­weist, daß auch edle Handlungen in einer solchen Schreckenszeit nicht fehlen.

Eines TageS, nachdem wir von unserer Flucht wie­der zurückgekehrt waren, kam ein naher Verwandter von uns aus M. mit einem Kosacken vor unsere Thür ge­ritten. Wir wunderten uns nicht wenig darüber, in diesen Tagen einen Besuch zu erhalten, wo noch ein Jedes in seinem eigenen Hause vollauf zu sorgen hatte. Unsere Verwunderung war um so größer, weil unser Verwand­ter selbst ein hochgesatteltes Kosackenpferd ritt, auf dem er sich wunderlich genug auSnahm, und im freundlichsten Vernehmen mit seinem donischen Gefährten zu stehen schien. Was konnte ein solcher Besuch bei unö wollen? Sich etwa an der freundlichen Aussicht ergötzen, die sich