' war dies unter den damaligen Umständen eine groß- lthige Handlung.
Herr Duvivier hatte jedoch bald Ursache, sie zu euen.
Bei der Nachricht von der Vertreibung des Englän- s brach Florence Angele in lauten zornigen Schmerz s Gunter Thränen gestand sie, daß er ihr Geliebter ge- sen und sie unter ihrem Herzen die Frucht ihrer Ver- ldung trage. Sie gestand dies offen, ohne Scham und ue. Die Vorwürfe ihres Vormundes erwiederte sie t mit hochmüthigem Schweigen, dann aber kündigte sie a ihre Absicht an, sein Haus auf der Stelle und für mer zu verlassen.
Herr Duvivier, der nur auf seinen gerechten Zorn cte, ließ sie gewähren und überließ seine Mündel ihrem Hicksale. (Forts, folgt.)
Die Aula.
(Fortsetzung.)
Neben der kleinen Thür des Comite-Zimmers, dicht derselben befand sich eine andere, ganz gleiche Thür, r führte zu dem Zimmer eines Gefangenen.
Vor derselben gehen zwei Wachen, die beiden Thüren ) ihre eigentlichen Posten, das Stroh auf dem Pfla- und die alte Schulbank sind die Bequemlichkeits-Be- Ise der Mannschaft, welche theils liegt, theils sitzt, theils Gespräche, theils im Schlafe sich befindet.
Wir treten in das Zimmer, es hat ganz die Größe en, in dem das Comite sitzt, 5 bis 6 Schritt Länge, U so viel Breite, an der Hinterwand ein etwas hohes lster, die Wände sind kahl, weiß übertüncht, das Mo- ar bilden ein Bett, ein Sopha nebst Tisch und zwei ähle.
In diesem bescheidenen Stübchen schreitet eine hohe 'talt, etwas gebückt, das Haupt ist theils kahl, thels eisgrauen Haaren bedeckt. Der Mann ist gegen die tzig, das Gesicht ist lang, stark gefaltet, und die etwas )en Augen werden von dichten, großen und buschigten tuen beschattet.
Der Gefangene ist der ungarische Minister-Präsident ^rf Recsay.
Er kennt uns, er grüßt freundlich und scheint ver- pgt, daß man ihm mit einem Besuche die lange Zeit Dürzt.
Wir knüpfen mit ihm ein Gespräch an; man merkt, ist bereits im Begreifen schwach, er hat die meisten Ker des Greisenalters, sein Geist ist ein erlöschendes lpchen, doch . . . erst vor einigen Tagen wurde er .obersten Leiter eines großen Königreichs ernannt! —
Er ist gutmüthig und antwortet uns auf Alles. Aber, Herr Graf, wie konnten Sie auch nur einen Erlaß unterschreiben! (Der Erlaß: Jellachich sei zum Militär- und Civil - Gouverneur Ungarns ernannt, der ungarische Reichstag aufgelös't, das Ministerium mit Kossuth abgesetzt, war von ihm unterfertigt, und er selbst nur vom Hofe zur Würde ernannt, ohne Contrasignatur eines früheren Ministers. In Folge dieses Erlasses sollten die Truppen aus Wien nach Ungarn marschiren und brach der Kampf los. Ein Fiaker, der den neuen Minister in Jellachich's Lager führen sollte, erkannte ihn und führte ihn auf die Aula, wo er als Gefangener behalten wurde.)
Ja, sehen Sie, antwortete er aus unsere Frage, in einem Tone, der seine volle Unzurechnungsfähigkeit bestens darthat, ich hab' von der ganzen Sache nir gewußt (der Ungar ist aus seinem Dialekte kenntlich). Vormittag einmal werd ich zu Hof beschieden, ich weiß nicht, was das soll, geh' aber hin, ich komm hin, ganz freundlich, man bietet mir einen Stuhl an, ich soll mich setzen, ich setz' mich, und da liest man mir das vor. Ich soll das unterschreiben. Ich weiß nicht, wie so gerad ich unterschreiben soll, aber man sagt mir, ich werd' Minister. — Ich? — Ja! — Ich sang mir die Geschichte zu überlegen an, und sag', das Ganze wird nit gut sein. Das ganze Zimmer war voll von Generalen, die reden mir alle zu, ich bedenk mich — sechstausend Gulden — der Kaiser wünscht es — der Kaiser? wenn der Kaiser wünscht — ich bin ein alter Soldat, Subordination muß sein! natürlich, der Kaiser wünscht — und da hab' ich unterschrieben, denn Subordination muß sein!
(Fortsetzung folgt.)
Erinnerungen aus den Tagen der Schlacht bei Hanau.
(Fortsetzung.)
Wir verließen nun unsere Wohnung und flüchteten, schweren Herzens, nach Niedergründau, wo wir in dem Hause eines alten Freundes gastliche Aufnahme fanden. Ach, wie war uns da zu Muthe, als wir zum ersten Male das väterliche Haus verließen, wo wir in süßen Träumen unsere erste Lebenszeit vollbracht hatten! Wie verlassen kamen wir da uns vor, als auch nicht einmal die erhebende Sprache des Vaters uns Muth und Hoffnung zusprechen konnte und im Schmerz um ihn noch unsere Thränen flossen! Ein dünnes Bündlein unter dem Arme, zogen wir von dannen, nicht wissend, ob eS uns je wieder vergönnt seyn werde, die alte, liebe Wohnung zu betreten. Schweigend liefen wir Kinder neben
