Der Wanderer.
lellctristisches Beiblatt zur Raffanischen Allgem. Zeitung.
1849. — â 98.
△ Der s ch wa riz e Bettler.
(Fortsetzung.)
Lavier gehörte unter die Klasse der Letzter». Hätte Frau Marquise diese ihre List gegen einen Herrn von * oder gegen den jungen Herrn Baron von *** ge- mcht , sie wäre jämmerlich fehlgeschlagen; sie würde se Herren dadurch vielleicht gerade in die Mode gepicht haben. Gegen Lavier geschleudert nahm sie eine chtbare Macht an, denn den geduldeten Leuten ver- st man nichts. Würde also auch Frau von Rumbrye sen Plan gegen einen andern ausgetauscht haben, so ite dieser andere um so unfehlbarer gelingen müssen.
IV.
Eine Geschich te beim Nachtisch.
Beim Eintreten in den Ballsaal schweifte der Blick Marquise schnell durch die Zimmer, ohne einen einen Winkel zu übersehen. Carral war nicht da; Eine chte Wolke verdüsterte einen Augenblick die Stirne der au von Rumbrye,
„Sollte er wirklich seine Fesseln gebrochen haben? 'gte sie sich."
Herr von Rumbrye, der mit Lavier in einer Fenster- che sprach, ging mit zeremonieuser Verbeugung auf ne Frau zu.
„Wir waren unruhig, Madame, sagte er."
Diese Worte enthielten eine Frage.
Bevor die Creolin antwortete, lächelte sie Lavier f die liebenswürdigste Weise zu, der dem Marquis gte.
„Sie sind sehr gütig, mein Herr, sagte sie darauf, ie erinnern mich daran, daß ich unserer lieben Helene, : mich ohne Zweifel vertreten hat, Dank schuldig bin."
Meine Tochter ist in intern Hause, Madame; Sie
sind ihr keinen Dank schuldig ... Ich hoffe, Sie waren doch nicht unpäßlich?"
„Ich verspätete mich bei meiner Abendandacht", er« röt et ehe die Creolin, wobei ihr glänzender Blick auf dem ernsten Antlitze ihres Gemahls ruhte.
Dieser lächelte bitter, verneigte sich nochmals und machte Herrn Alfred Lefebre des Vallees Platz, der seine Mutter zu begrüßen kam,
Nnterdeß hatte Lavier Helene zum Kontretanz aufgefordert.
„Haben Sie Herrn von Carral nicht gesehen, Alfred?" fragte die Marquise.
„Auf Ehre, Madame, ich beschäftige mich nicht gern mit Herrn von Carral, erwiederte Alfred; wie finden Sie meine Weste, ist sie nicht sehr geschmackvoll?"
„Ganz gewiß."
„Sie ist nicht aus Staub's Atelier, Madame. Sie können mir glauben!... es ist ein kleiner Schneider, den ich bilde. ... Er wird es weit bringen!"
„Ich glaube es!" murmelte die Marquise zerstreut.
„Auf Ehre, Sie hören ja nicht auf mich! rief Alfred; das ist ja erstaunlich!"
„Alfred, erwiederte Frau von Rumbrye, ich wünsche mit Herrn von Carral zu reden. Thun Sie mir den Gefallen und schicken Sie ihn her."
„Das ist erstaunlich! wiederholte Alfred des Vallees, auf Ehre!"
Er trug seine Weste, die nicht aus Staub's Atelier kam, durch alle Säle. Doch nirgends fand er Herrn von Carral.
„Teufel! dachte er, wenn nur meine Mutter den Kopf nicht verliert! Ich will untedeffen ein Kartenspielchen machen."
Der Kontretanz begann. Helene und Lavier hatten sich so weit als möglich fern von Frau von Rumbrye
