lichen Wein erzeugt. Ein großer Wiesengrund, von der Kinzig durchschlängelt, theilweise mit Wald bedeckt, an beiden Seiten mit fruchtbarem Ackerland oder waldigen Anhöhen begrenzt, bietet dem Auge die größte Mannigfaltigkeit dar. Mitten durch dieses Thal zieht sich die leipziger Heerstraße nach Frankfurt hinab und trägt nicht wenig dazu bei, Wohlstand und Leben in dieser Gegend zu erhöhen. Doch, auch die Gefahren, von welchen Gegenden, die von einer Heerstraße durchschnitten sind, gar oft heimgesucht werden, blieben diesem Thale nicht fremd und namentlich war das Jahr 1813 für diese Gegend eine Zeit des Jammers und der Noth.
Nach der Schlacht bei Leipzig', in jenem denkwürdigen Jahre, konnte es Niemandem in der Gegend zweifelhaft seyn, daß schwere Drangsale dieselbe heimsuchen würden. Mit banger Besorgniß blickte man deßhalb dem sich heranwälzenden Strome jenes geschlagenen Heeres der Franzosen entgegen und wünschte, daß jene Tage der Noth und Besorgniß überstanden seyn möchten. So war es denn auch bei den Bewohnern jener Anhöhe, welche schlechtweg der Berg genannt wird, mitten in jenem sonst so glücklichen Thale. Eine Stunde von Gelnhausen, kaum eine Biertelstunde von jener Heerstraße entfernt, erhebt sich derselbe in der Mitte eines zahlreichen Kirchspiels. Die gemeinschaftliche Kirche, nebst dem Pfarrhause, ist auf dem Gipfel desselben erbaut und man ge- meßt von hier auf die umherliegenden Pfarrdörfer eine herrliche Aussicht. Diese einsame Lage hatte jedoch schon in frühern Jahren für die Bewohner eines Pfarrhauses vielfache Gefahren gebracht, da, bei der langen Dauer des Krieges, Räuberbanden auch diese Gegend heimgesucht und Furcht und Schrecken verbreitet hatten. Mehr als einmal war jenes Pfarrhaus das Ziel ihrer Angriffe gewesen und nur die Wachsamkeit seiner Bewohner und eine höhere göttliche Hülse hatte bis dahin alle Gefahren glücklich abgewehrt. Auch jetzt mußte diese einsame Lage die Besorgnisse der Bewohner dieses Berges verdoppeln.
Hierzu kam überdies, daß jene Familie schon vor einigen Monaten durch den Tod den Vater verloren hatte, dessen kräftiger Schutz in solchen stürmischen Tagen ihr besonders nöthig gewesen wäre. Tiefe Trauer herrschte noch in jenem Hause um diesen herben Verlust, als jene Tage sich nahten, wo eine gebeugte Wittwe, von vielen zum Theil noch unerzogenen Kindern umgeben, allein jene Noth bekämpfen und die Ihrigen beschützen sollte. Doch mit Muth und Zuversicht blickte sie der Zukunft entgegen, denn sie kannte jenen höhern Schutz, der Wittwen und Waisen verheißen ist, sie wußte, daß, wo ihre Kraft nicht hinreiche, ein stärkerer Arm für sie streiten
werde. Und auch jetzt, wie in ihrem ganzen Leben, fand sie sich in dieser Hoffnung nicht getäuscht. Ich will jedoch den Ereignissen selbst nicht vorgreifen, sondern einfach und treu berichten, was damals in jenem Hause, dem ich selbst angehörte, sich zutrug, und, so wie Manchem in dieser Gegend die Erinnerung an jene Vorfälle, so dürfte auch solchen Lesern, die keine nähere Ortskenntniß besitzen, die Erzählung jener Ereignisse nicht uninteressant seyn. — (Forts, folgt.)
Miszellen.
Das „Magazin für die Literatur des Auslandes" stellt in einem Artikel „Napoleon und der Fürst Metternich" die Thatsache in Abrede, daß Metternich mit einer jährlichen Pension von Rußland bestochen gewesen — weil Herr von Usedom in seinen „Politischen Briefen und Charakteristiken" erkläre, Metternich sei dazu viel zu adelig gewesen!! Metternich's „Adeligkeit" wissen am besten die zu schätzen, welche Blicke in sein Familienleben werfen konnten oder welche in Verhältnisse zu ihm gekommen, um seine Delicateffe kennen zu lernen, z. B. Fabrik-Inhaber, deren Etablissements er besuchte, u. s. w. In Beziehung auf die russische Pension aber können wir dem Magazin versichern, daß diese eine Thatsache ist. Die Form, unter welcher sie gegeben wurde, war die folgende: Der Kaiser Alerander bat den Fürsten Metternich, mit ihm in fortwährender Correspondenz bleiben zu wollen, und wies ihm als Entschädigung für die Kosten derselben eine Pension von 30,000 Ducaten an. Die Behauptung, Metternich habe 4 Millionen Rubel empfangen, um nach den Sulina - Mündungen hin die Augen zuzudrücken, mag freilich unbegründet sein. Uebrigens verweisen wir über Metternich's „Adeligkeit" auf Hormayr's „Kaiser Franz u. Metternich", ein Buch, das man freilich gern mit der Behauptung abthun möchte: der Verfasser sei gereizt gewesen! Als ob wir nicht all« von den Liebenswürdigkeiten des alten Regiments gereizt wären
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Die Sand gibt von jetzt an mit Barbes und Sobrier ii Gemeinschaft eine rothrepublikanische Zeitung, „La Commun de Paris“, heraus. Außerdem sieht man mit Spannung eine „Histoire de ma vie“ entgegen, welche Madame Dudevan erscheinen lassen wird.
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Die Selbstmorde durch Ertränkung nehmen in Paris i schreckenerregender Weise überhand. Man versichert, daß ii Laufe des Monats Februar 18 Leichen aus dem Canal San Martin gezogen wurden.
Verantwortlicher Redakteur: W. H.-Riehl.
Druck und Verlag der L, Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
