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Sanchez verlor keine Zeit', er schloß die Thore der Terrasse, die er so leicht erobert hatte und schickte zwei Soldaten an Cabrera, um ihm den glücklichen Erfolg zu melden. Die Kompagnie brachte die Nacht auf der Zita­delle zu, voll Staunen, daß sie nicht angegriffen wurde. Der christinische Gouverneur ließ im Schrecken die Thore der Stadt öffnen und zog sich 2 Uhr Morgens mit den Truppen zurück.

Nach Sonnenaufgang versammelten sich die Einwoh­ner, großentheils Karlisten, in den Straßen unter dem Rus: Es lebe Karl V.! Es lebe die Religion! Es lebe Cabrera! Sanchez aber besaß die Vorsicht, nicht in die Straßen der Stadt hinabzusteigen, und die Einwohner konnten sich das Ereigniß nicht erklären, bis eine Gruppe Reiter im Galopp an den Thoren anlangte. Dieses war Cabrera und sein Generalstab. Jetzt wurde die Sache aufgeklärt, bald wehte die Fahne Karl's V. siegreich über Morella.

Hatte Cabrera auch nicht viel Antheil an dem er­wähnten Ereigniß, so ging doch die spätere Organisation ganz allein von ihm aus. -Sobald er die Stadt besaß, war er bemüht, eine neue Armee und Regierung zu bil­den. Spanier und Fremde strömten in Morella zusam­men. Er selbst besaß nur wenig eigentliche Militärkennt­nisse, allein die Klugheit, den Rath von Männern zu be­folgen, welche mehr Wissen in diesen Zweigen besaßen. Geschickte Offiziere, Franzosen, Deutsche und Engländer, wurden zum Unterricht der Truppen eingesetzt. In Can- tavieja ward eine Kanonengießerei gegründet, unter Lei­tung eines gewissen Echevaster, eines Basken, den ihm Don Karlos gesandt hatte; man goß dort ziemlich brauch­bare Geschütze. Waffen- und Pulverfabriken wurden in Mirambell, Morella und selbst in den Dörfern des Mae- strazgo errichtet, neue Verschanzungen überall angelegt.

Die Christinos suchten die Scharte auszuwetzen. Im Juli 1838 marschirte der General Oraa an der Spitze der Zentralarmee auf das Maestrazgo. Er hatte 20,000 Mann, die in drei Divisionen sehr langsam vorrückten. Man wollte den Feind recht sicher rundum einschließen, verlor aber damit viel Zeit und verzehrte die angesammel­ten Vorräthe.

Cabrera hatte zur Vertheidigung des Platzes seine besten Truppen in der Feste, sie selbst aber mit 3000 M. verlaßen, um das Feld zu halten. Er behauptete die Höhen in der Nähe von Morella und neckte die Christinos auf alle mögliche Weise durch Ueberfälle. Taktische Re­geln wurden von ihm nicht beobachtet. Nur durch Rake­ten von verschiedenen Farben korrespondirte er mit dem belagerten Orte.

Vor den Mauern des Platzes angelangt, erwartete Oraa noch acht Tage seine thörichter Weise zurückgelas­

sene Artillerie. Endlich langte dieselbe an, das Feuer wurde eröffnet, und nach drei Tagen war Bresche ge­schossen. Anstattsogleich zu stürmen, zögerten die Christinos auf's Neue, und die Belagerten wußten unterdeß die Lücke zu füllen.

Morella war voll von Zimmerholz aus den Häusern der Konstitutionellen, die man niedergerissen hatte. Hier­mit wurde die Bresche gefüllt, der Scheiterhaufen ange- zündet, und ungeheure Flammen drohten jeglichem zu verschlingen, der hindurchzudringen suchte. Oraa's Vor­räthe gingen zu Ende. Er ließ stürmen. Der Angriff mißlang; fünfhundert Mann blieben vor den Mauern oder fanden in den Flammen den Tod. Die Christinos flohen mit dem Rufe:Morella ist die Hölle und Ca­brera ein Teufel!" (Morella est el infierno y Cabrera un demoniol)

Das Feuer wurde Tag und Nacht von den Karli­sten unterhalten. Ein zweiter und dritter Sturm miß­lang ebenfalls; in der Armee Oraa's erreichte der Mangel den höchsten Grad; die herum schwärmenden Karlisten fingen alle Zufuhr auf. Der Oberfeldherr der Christinos wagte nun einen allgemeinen Sturm; mit wahrer Todes­verachtung rückten seine Soldaten auf die Festung zu; auch dieser Sturm ward abgeschlagen. Die Armee Oraa's wurde nun völlig demoralisirt, sie zog sich zurück und hin­terließ eine Menge Todter vor dem Platze, worunter auch der ehemalige Kommandant, der ihn durch seine Feigheit verloren hatte. Der Rückzug begann am 18, August. Die Bresche brannte noch immer und erlosch nur, um Cabrera einziehen zu lassen. Der General Graf Negri war während der Belagerung Gouverneur der Festung und hat durch seine heldenmüthige Vertheidigung des Platzes den Ruhm wieder erworben, den er durch feint Expedition. eingebüßt hatte. (Forts, f.)

Deutschland und Amerika.

(Aus dem Lloyd.)

Frankfurt ist jetzt bestimmt, in der alten Welt die selbe Aufgabe zu lösen, welche einstens zu Washingtv' in der neuen Welt gelöst worden ist. Die großen Staatë männer, welche vor sieben Dezennien eine Verfassun gründeten, welche jetzt von einem Ozean bis zum ander Geltung hat, welche ein Volk vereinigt hält, das da mächtigste der Welt zu werden bestimmt ist, haben un ein Beispiel gesetzt, welches wir wohl thun würden, z beachten.

Zur Zeit der Gründung der amerikanischen Verfa sung standen die nördlichen und südlichen Staaten di