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Vernimm eS Welt mit ehrfurchtsvollem Staunen! Ihr Glocken dröhnt! Verkündet es Posaunen!

Als Kaisergeist schlief einst in deutschen Landen Des Reiches Herrlichkeit — sie ist erstanden!

Und nun bewegte sich der Festzug durch den gästevollen Saal. Voran die Baiern mit Zugführer, Bannerträger, Sängern, der Stadt München und ihren Künstlern, so­wie der Statuette des Königs Ludwig und Schwan­thalers Bavaria, der Stadt Landshut, Bürgern, Land­leuten der Stadt Salzburg, der Büste Mozarts, um­geben von Musikern, Sängern, Fackelträgern, ferner den Bewohnern der Alpen, Schützen, Gemsenjägern, Berg­leuten, der Stadt Wien, Südtyrolern, Steiermärkern und Kärnthnern, wobei denn auch die Tristiner mit ihren Ruderstangen nicht fehlten. Alle waren bekränzt und festlich gekleidet, die Repräsentantinnen der Städte trugen Mauerkronen auf dem Kopf und Modelle der Haupt­kirchen in der Hand. Im Zug der Schwaben sah man die Städte Stuttgart, Eßlingen, Augsburg, Ulm, Reut­lingen, die Schwarzwälder mit Hebels Statuette, die Büste Schillers, eine unendliche Mannigfaltigkeit von Trachten und Charakteren. Im Zug der Sachsen gingen die Städte Königsberg, Berlin, Dresden, Leipzig, Mag­deburg, Hannover, die Hanseständte, da wurden die Sta­tuetten von Luther, Leibnitz rc>, das Modell eines großen deutschen Kriegsschiffes getragen, da zogen Bergleute vom Harz und von Freiberg, Schiffer und Matrosen, Eisen­arbeiter aus der Mark, Weber aus Schlesien, Ostfriesen und Westfalen, dazu die Studenten und Professoren von Leipzig, Halle, Jena re. Endlich im Zug der Franken kamen die Städte Worms, Speyer, Straßhurg und Köln, Nürnberg, Mainz, Frankfurt und Bonn, hier sah man die Büsten von Göthe und Beethoven, die Statuetten von Dürer, Gutenbergre., da gab es Künstler und Dichter, Bürger und Bauern, vor allem aber die Pfleger des ewigen Sorgenbrechers, Winzer und Winzerinnen, und alles erglänzte in Weinlaub und überall blinkten die Römer.

Herrlicher, heiliger Reichthum des Vaterlandes ! Und diese deine Fülle und Mannigfaltigkeit in einer Liebe und Begeisterung verbunden! Aber nicht in ein Faß geschüttet, nicht unter die seelenlose Gewalt der Gleich­macherei verurtheilt! Das ist der Sinn des Festes, das glücklich erdacht, geistvoll und mit künstlerischer Gewissen- ; Hastigkeit und Vollendung durchgeführt und von einer; frohbewegten Menge in dankbarem Herzen mit wahrer, warmer Theilnahme gefeiert worden ist.

Mis.; el l en.

Vom Rhein, 7. Februar. Nach amtlichen Nachrichte sind im neuen Goldlande Kalifornien auch Quecksilberadern g, funden worden, sind Quecksilberbergwerke wirklich in Betric gesetzt, welche einen Ertrag liefern, wie ihn kein Bergwerk de bekannten Erde liefert. Ein rheinisches Wechselhaus, welche bisher über das Quecksilber, wie über das Gold beinahe der ganze Erde verfügte, die Quecksilberbergwcrke alle in seine Hände spielen wußte und keine Kosten dabei scheute, dürfte davon be deutende Rückwirkungen erleiden, wenn es ihm nicht bald gelinget sollte, sich auch diese Quecksilbergruben zu sichern.

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Man schreibt aus Hannover: „Die Tanz-Cvmpositione: von Anton Wallerstein in Hannover finden seit einige Zeit in den beiden größten Städten Europa's, in London uni Paris, großen Beifall. Sie zeichnen sich namentlich durck Einfachheit und volksthümliche Weisen aus." Es scheint, du Welt nimmt wieder den alten Lauf; England und Frankreick können wieder tanzen, und Deutschland muß dazu aufgeigen!

Berlin. In einer statistischen Zusammenstellung über das Verhältniß der Urwähler, findet sich die Angabe, daß die H ä lftc der Lieutnants in der Armee unter 24 Jahren, also zur Wahl unberechtigt sei.

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Mainz, 17. Febr. Gestern Abend fand auf der hiesigen Bühne die Aufführung von Fröbels „Republikaner" statt, fand aber nicht den gehofften Beifall, wenigstens beim gebil­deten Publikum nicht.

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(Frage und Antwort). Aus welchem Grunde scheint die Republik keine solide Waare zu sein? — Weil sie immer auf der Straße ausgerufen wird. (Ztg. f. d. eleg. Welt).

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag den 22. Februar. Alessandro Stradella, komische Oper in 3 Akten. Musik von Flotow.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.