ihre Versprechungen nicht
HMcy y>Men, den ich dann mit dem Finanzminister in sagen, daß ihnen die
halten wolle.
Erwägung zöge."
Fazy: „Ich verlange »icht mehr als vierundzwanzig Stunden, um Ihnen, Herr Präsident, einen vorzulegen, und wenn Sie mir erlauben, morgen um dieselbe
Zeit Sie wieder zu besuchen, werde ich die Ehre haben, mit Ihnen darüber zu sprechen."
L. Napoleon: Ich werde Sie mit vielem Vergnü-
gen empfangen."
Hierauf verließ Fazy den Präsidenten und erschien pünktlich am andern Morgen zur selben Stunde, bei welcher Gelegenheit sich zwischen ihm und dem Kammerherrn deS Prinzen folgender Dialog entspann:
Fazy: „Ist der Prinz zu Hause?"
Kammerherr: „Nein, mein Herr."
Fazy: „Sie irren sich, der Prinz muß zu Hause seyn, er hat mir für diese Stunde eine Audienz zugesagt."
Kammerherr: „Der Prinz ist wohl zu Hause, aber er empfängt jetzt Niemanden; ich habe Befehl, Niemanden, ohne Ausnahme, zuzulassen."
Fazy: „Das ist nicht möglich, der Prinz hat mir eine Audienz zugesagt, übergeben Sie ihm meine Karte, und er wird mich empfangen."
Der Kammerherr kam mit der Karte zurück und sagte Herrn Fazy: Der Prinz bedaure, ihn jetzt nicht empfangen zu können, worauf Herr Fazy erwiderte: „Sagen Sie dem Prinzen, daß er seine eigene Würde in mir herabsetzt, denn auch ich war Präsident einer Republik und bin jetzt noch Präsident eines Kantons der Schweiz."
Als L. Napoleon diese Worte überbracht waren, schrieb er an Hrn. Fazy einen Brief, worin er ihn versicherte, daß er nur in Folge eines Mißverständnisses nicht empfangen wurde und ihn bat, ihn morgen wieder zu besuchen. Napoleon Bonaparte, Ueberbringer dieses Schreibens, unterstützte die Rechtfertigung, und wiewohl Herr Fazy nicht recht begreifen konnte, wie nach Ueber# sendung seiner Karte noch ein Mißverstândniß über seine Person habe obwalten können, ließ er sich dennoch bereden, andern Tags L. Napoleon abermals zu besuchen.
Ehe jedoch Herr Fazy mit seinem genialen Finanzplan herausrücken konnte, sagte ihm der Präsident, daß er mit den Ministern und den bedeutendsten Notabilitäten der Nationalversammlung über die Sache gesprochen und sie Alle der Meinung seyen, die Republik könne sich in keinen Krieg einlassen. Darauf nahm Fazy zornig seinen Hut und empfahl sich mit den Worten, er werde den unterdrückten Völkern Europa's es
Miszellen.
In Calisornien haben sich bereits am 5. März v. I. — 140 englische Meilen südöstlich von San Francisco — circa 200 Mann, größtentheils Deutsche, angesiedelt, um dort eine deutscheColoniezu gründen. Es sind gebildete Handwerker, Oekonomen und Künstler aus dem Steffenson'schen Freiwilligen- Corps, die sich sogar verpflichten mußten, eine Bibliothek der besten deutschen und englischen Classiker mitzunehmen, wozu Jeder zehn Dollars beigetragen hat.
* «
Beim Herannahen der Berathung des Wahlgesetzes in der deutschen Reichsversammlung dürstens folgende wenige Verse Beachtung verdiene»:
Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn;
Verstand ist stets bei Wen'gen nur gewesen.
Bekümmert sich um's Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,]
Um Brod und Stiefel seine Stimm' verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen;
Der Staat muß untergehn, srüh oder spät,
Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
Und dieses Wort ist nicht von heute oder gestern, auch nicht von einem Diplomaten der alten Schule oder einem Reaktionär der neuen Zeit; vielmehr hat es der volksthümlichste und freisinnigste Dichterder Deutschen ausgesprochen: es steht im „Demetrius" von — Schiller. (Konv.-Bl.)
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Freitag den 9. Febr. Zum Benefiz für Hrn. Schneider vom Stadttbcater zu Frankfurt: Die junge Pathe, Lustspiel in 1 Akt. Dann: Der Bürgerkapitän, Lustspiel in 2 Abtheilungen. Zum Schluß: Zum Erstenmale: Der Kurmärker und die Pi- kurde, Vaudeville von L. Schneider.
Gäste: Frau von Luzy und Maria, Frl. Hausmann; Kimmelmeier, Hr. Hassel; Herr von Mordy und Leibschütz Miller, Hr. Diehl; Eduard und Friedrich Wilhelm Schulze, Hr. Schneider, sämmtlich vom Stadttheater zu Frankfurt a. M.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
