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da wissen, daß man nicht besser etwas anwenden kann, als was für die Bildung der Jugend und Weckung ihrer Kraft und Vaterlandsliebe geschieht.

Literatur.

Zivilisation. Von H. C. E. Frech. v. G a g e r n. Erster Theil. Leipzig bei Brockhaus, 1847. SS. XVI. u. 495.

(Schluß.)

Ueberraschend ist bei so hohem Alter die Kenntniß­nahme von den neuesten litterarischen Produkten jeder Art, selbst bei den Eleusinien. Der Verf. kann ganz mit jenem griechischen Dichter von sich sagen: „Grau ist das .Haupt, doch bleibt'S immer zum Lernen bereit." Und so berührt eigenes Beispiel das, was Andern ge­rathen und zugemuthet wird. Nur Eines möchten wir wünschen, nämlich daß der Verf. sich entschließen könnte, auch Hegel's „Philosophie der Geschichte" zu lesen, die so sehr mit seinen Studien und den Stoffen, welche er behandelt, zusammenfällt. Das Urtheil eines systemlosen Forschers über den Systematiker müßte im höchsten Grade interessant seyn. Zudem ist eben die konkrete Geschichte mit ihren unerschütterlichen Thatsachen der Stachel, gegen welchen alle nur abstrakte Systeme nicht so leicht lotsen können, wenn auch die Entwickelungen des Weltlaufes langsam vorschreiten, weßhalb Hege! sagte: „Der Welt­geist hat Zeit." Es wird also darauf ankommen, die rechte Abstraktion des Allgemeinen in den konkreten Be­sonderheiten zu finden. Hic Pihodus ; hic salta. Nichts­destoweniger dürfen wir dem Vers. viel Befriedigung viel Zustimmung zu „eigenen Ansichten bei den schulgerechten Definitionen" versprechen, gegen welche er „so viel Scheu trägt," schon für die eigenen leitenden Ideen und die Be­griffsbestimmung der Zivilisation, welche der Verf. mit folgenden Worten, S. 46 gibt: „Die Entwickelung, Aus­bildung, Veredlung; der Flor der menschlichen Gattung bis zu den höchsten denkbaren Graden, und zwar in den wesentlichsten Beziehungen auf Sprache und Denken, auf Einsicht und Geselligkeit, auf Gottesverehrung, Jugend, Ordnung, Gesetz, Freiheit und Staatenformen; spezieller noch auf Lebensweise, Habe, Beschäftigung, Wohnung, Verkehr und Bequemlichkeit, auf Künste und Wissenschaf­ten, auf Vergnügen und Feste; und die ungestörte Ent­faltung, das mögliche, wünschenswertste, beförderte Wachs­thum dieser Dinge; die weiteste Verbreitung unter den Meisten, nämlich unter einer angemessenen, sittlichen Be­völkerung."

Indem wir unsere Landesgenossen, die näheren und die ferneren, einladen zu der reichen und mannigfaltigen Lektüre, wünschen wir, daß zum Grundsätze der Gegen­wart werde, was der römische Dichter, freilich auch schon zu seiner Zeit, als Ruhm der Vergangenheit Prieß: „Groß war einst vor ergrautem Haupt der Jüngeren Ehrfurcht. Und hoch standen zumal Runzeln des Greises in Werth."

Für den Verfasser aber richten wir des Horatius Worte (Oden 1, 31, 17) an Apollo:

Laß stets in Wohlseyn , Leto's Erzeugter, ihm Genuß des Eignen; Halt ihm des Geistes Kraft

Voll regen Aufschwungs, daß das Alter

Nimmer den Schmuck und die Lieder misse-

Miszellen.

— Wie Mc ttern ich von Brighton aus den österreichischen Kaiserstaat regiert, darauf wurde man in England zuerst dadurch aufmerksam, daß der Fürst in einer Eingabe an das Londoner General-Postamt bat, ihm die Samstags ankommenden Briefe noch desselben Tages zu übermachen, da, wie bekannt, Sonntags keine Briefe in England ausgegeben werden, und da er die Post von zwei Tagen nicht an Einem bewältigen könne. Bei einiger Aufmerksamkeit fand man nun, daß ein regelmäßiger Depcschen- lauf zwischen Olmütz und Brighton Statt findet.

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— Macaulay's Geschichte Englands seit Jakob II. ist bereits in dritter Auflage erschienen. Die Nachfrage darnach ist auch in den Vereinigten Staaten und in den verschiedenen Ländern des europäischen Kontinents sehr lebhaft. Die Theilnahme für dieses Werk kann nur mit derjenigen verglichen werden, welche die ersten in Prosa geschriebenen Werke Walter Scott'S fanden. Trotz des hohen Honorars von 10,000 Pf. für nur zwei Bände zweifelt man nicht daran, daß der Verleger ein äußerst gewinnreiches Geschäft damit machen werde. Bei diesem Anlaß erwähnen wir, daß Leopold Ranke's neun Bücher preußischer Geschichte durch Sir Alerander und Lady Gordon in das Englische übersetzt worden sind und zwar, wie die Times sagt, mit vielem Geist und großer Eleganz. Auch gibt die Times mehrere Auszüge, wobei sie be­dauert, daß der deutsche Geschichtschreiber das siebenzehnte und achtzehnte Jahrhundert so ausführlich, die Werdegeschichte Bran- deburgs dagegen nur in flüchtigen Umrissen behandelt habe.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theatep zu Wiesbaden.

Donnerstag den 8. Februar. Prinz Eugen der edle Ritter, Oper in 3 Akten. Musik von G. Schmidt.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.