und aus dem schlammigen Wasser ertönen die schauerlichen Töne der Unfen, als die Klagestimme der büßenden Mönche. (Aus dem Konvers.-Blatt.)
Was ist'da unter den jetzigen Zeitumsiänden zu thun? Denn Jeder ist ein Mensch und will von der allgemeinen Freiheit seinen Antheil d. h. seinen Schutz haben.
§ Randglossen von einem alten Draktiker.
VII. Bescheidene Anfrage.
Von der Aar. Wenn nützliche Einrichtungen und gute Sitten, wo sie sich finden, verdienen, zur Sprache gebracht 3^ werden, so auch — das Gegentheil. Zu letzterer Art gehört denn auch auf dem Lande das s. g. Epielengehen, wo die heirathssähigen und -lustigen Bursche sich abwechselnd Samstags Abends in den Häusern, wo Mädchen sind, einfinden und die Nächte mit Brandweinsuppe, Kaffeetrinken und Gesang zubringen. Die Eltern gehen gewöhnlich zu Bett und so ist das junge Volk, das nicht Maß und Ziel zu halten weiß, gewöhnlich ohne Aufsicht und schon manche Entehrung war die Folge davon!
Auch erwacht, wenn auswärtige Bursche in jener Absicht einziehen, nicht selten die Eifersucht der Einheimischen und es entstehen blutige Auftritte und Prügeleien in Masse.
Abgesehen nun davon, sind solche nächtlichen Gelage, wo bald zu diesem, bald zu jenem Zweck hin und her gelaufen und auf den Straßen weidlich gelärmt und geschrieen wird — ein arger Eingriff in die Rechte Anderer, die ruhen wollen und aufstehen müssen, wenn erst jene Schwärmer die Ruhe suchen. Daher denn auch die traurige Erscheinung, daß die Jugend weniger zur Kirche kömmt, als die Alten.
Wenn man das Unglück hat, daß mehrere heiraths- fähige Mädchen in der Nachbarschaft wohnen, so kann man sicher darauf rechnen, in der Samstagsnacht regelmäßig um die ganze Ruhe zu kommen. Nun könnte man freilich, wenn Vorstellungen und Bitten — wie leider immer bei dergleichen tief eingewurzelten Unsitten nicht helfen wollen, zur Wiedervergeltung oder Verständnißöffnung, daß bei aller Freiheit auch die Ansprüche und Rechte Anderer zu achten sind — zu Katzenmusiken und Trommeln und Pfeifen in der Woche, und Sommers, wo der Landmann der Ruhe am meisten bedarf, seine Zuflucht nehmen; aber damit würde man sich auch selbst wieder stören.
Miszellen.
— Frankfurt, 23. Jan, Seit gestern ist hier (in der literarischen Anstalt) ein Büchlein erschienen, welches in den Kreisen der Reichstagsabgeordneten mit Begierde gelesen und auch auswärts nicht ohne Interesse ausgenommen werden wird; eine mitunter zur höchsten Poesie sich emporschwingende, theils satyrische, theils ernst gehaltene Kritik der Zeitbegebenheitcn in Versen, unter dem Titel: „Reimchronik des Pfaffen Maurizius." Wenn uns nicht die diesem Büchlein eigenthümlich österreichische Auffassung der politischen Weltlage und die vorwaltende Dichternatur täuscht, so ist dieser geist- und gemüthvolle Pfaffe Mau- rizis kein Anderer als — Moritz H artmann. In der That wird selbst derjenige Leser, der nicht dem politischen Glaubensbc- kenntniß Hartmann's angehört, gpH, zugestehen, daß der Dichter in diesem neuesten Produkte seiil^Muse beweist, wie Unrecht Die haben, welche Politik und Poesie für unvereinbar halten. Hartmann schildert den Wiener Kampf als Augenzeuge und Mit- handelnder, und so nimmt seine Poesie unwillkürlich die wahre und um so eindringlichere Naturfarbe an. Die Art, wie er den deutschen Kaiser auf der B.ornheimer Haide durch Zauberei entstehen läßt, dürfte leicht den herenden Tausendkünstlern selbst, die dabei Pathenstelle verrichten müssen, ein heiteres Lächeln abgewinncn.
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— Das Jagdrecht hat die Havelianer freilich sehr glücklich gemacht, sie wissen nur nicht mit dem lieben Wild umzuspringen. Der Eine hat den Hasen mit dem Felle in die Pfanne gelegt, der Andere hat ihn gekocht, der Dritte zugleich mit dem Schweinebraten auf Feuer gekriegt. Kürzlich waren zehn Bauern auf die Rebhühnerjagd gegangen, sie hatten die Thiere in einen Kreis getrieben und schossen auf sie los, die Bauern wurden fast alle verwundet, die Rebhühner flogen unversehrt davon.
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— In Rostock hat ein Sohn im politischen Wahnsinn seine Mutter erschlagen!
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Sonntag den 4. Februar. Hans Kohlhaas, Historisches Schauspiel in 5 Akten von Maltiz.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
