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Thränen geht es einer Wandlung entgegen, deren Ziel — in weiter Ferne liegend — ein großes und herrliches seyn mag. Aber dem Künstler, der jene „heilig stillen Räume", das einzige Asyl der Schönheit und der Kunst, sich und seinem Schaffen auf immer entrissen sieht, ihm darf die Klage vergönnt seyn um den unwiederbringlichen, für ihn unersetzlichen Verlust, den er und sein stilles Reich durch den Beginn jener Umwälzung erlitten. Und diese Klage hat Rudolph Lehmann ausgesprochen in seinem neuesten großen Bilde, dessen Betrachtung mich zurückgezaubert hat in jene traumstille, friedliche Zeit un­seres römischen Lebens.

Kommen Sie mit mir zu dem stillen Fontenay, wo der heimgekehrte Künstler im Kreise der Seinen wohnt, und treten Sie mit mir vor sein Bild.

(Schluß folgt.)

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•— Am 7. Dezember wurde zu Tiflis der Grundstein zu einer steinernen Brücke über den Kur gelegt, welche in jener Ge­gend ihrer kolossalen Arbeit wegen ihres Gleichen nicht haben wird. Fürst Woronzow, welcher die vortheilhafte Lage des jen­seits liegenden Grundstückes, Kuki genannt, erkannte, sobald sel­biges in einer ununterbrochenen Verbindung mit Tiflis stehen würde, ließ dasselbe parzelliren und verlaufen; jetzt, nachdem nach Verkauf von zwei Jahren dort eine neue Stadt entstanden ist, schritt man, um eine solche Verbindung herzustellen, zum Baue einer steinernen Brücke. Der Kur bildet hier zwei Arme und in der Mitte eine große Insel; über den rechten Arm wird ein Bogen und über den linken und Hauptarm drei Bogen, jeder von 15 Faden Länge und 5 Faden Beeite, geschlagen werden; beide Brücken werden durch einen Erddamm, der die Insel durchschnei­det, vereinigt werden.

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— Geuerak Cavaignac empfing dieser Tage aus Lon­don eine Kiste, welche ein prachtvolles Theezeug enthielt. Der ungenannte Geber hatte auf die Hauptstücke folgende Widmung graben lassen: „Dem General Cavaignac von einem englischen Fabrikanten als Beweis der Achtung und Bewunderung für seinen edlen Charakter und seinen Patriotismus."

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— Genf, 15. Jan. -Die „Memoires de La Montez" werden nicht erscheinen. Der Verfasser, ein intriganter junger Mensch, scheint den Prospektus nur publizirt zu haben um von diesen oder jenen Leuten, die darin kompromittirt werden sollten, eine Geldsumme zu erpressen. Außerdem hat die hiesige Polizei Prospekt und Buch untersagt.

— Das Jahr 1848 hat in den Personal-Verhältnissen der europäischen Souveraine noch weit größere Veränderungen her­beigeführt als selbst das Jahr 1830. Die Zahl jener Souveraine hat sich durch die Verwandlung Frankreichs in eine Republik und durch die Abdankung des Füsten von Reuß-Lobenstein-Ebersdorf auf 47 vermindert, von denen 33 auf Deutschland kommen. Von den regierenden Souveränen ist nur ein einziger über 70 Jahre, nämlich der König Ernst August von Hannover. In den sou­verainen Fürstenhäusern haben sich im verflossenen Jahre, so viel bis jetzt bekannt, nachstehende Personal-Veränderungen zugctra- gen: Sechs regierende Fürsten legten die Regierung nieder: Ludwig Philipp, König der Franzosen, am 24. Februar; König Ludwig von Baiern am 21. März; Fürst Karl von Hohenzollern- Sigmaringen am 29. August; Fürst Heinrich LXXII. von Reuß- Lobenstein-Ebersdorf am 1. Dft ; Herzog Joseph von Sachsen- Altenburg am 30. Nov.; Kaiser Ferdinand I. von Oesterreich am 2. Dez. Außerdem wurden die Herzoge von Modena und Parma von ihren Unterthanen zur Abdankung genöthigt ; doch hat die Restauration des Ersteren bereits Statt gefunden und der Letztere lebt zwar zur Zeit noch im Auslande, doch wird das Herzogthum in seinem Namen von den Oesterreichern verwaltet. Gestorben sind drei regierende Fürsten: der König Christian VIII. von Dänemark am 20. Jan., der.Großhcrzog Ludwig II. von Hessen-Darmstadt am 16. Juni und der Landgraf Gustav von Hessen-Homburg am 8. September.

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— Leipzig, 28. Januar. Heute Vormittags 11 Uhr fand zu Ehreu des verstorbenen Professors Dr. Herrmann in hie­siger Aula eine Gedächtnißfeier Statt. Die Marmorbüste des Verewigten, mit Kränzen und Guirlanden geschmückt und um­geben von den verschleierten Fahnen der Universität, war an der linken Seite des geräumigen Saales ausgestellt und wird denselben fernerhin zieren. Ein Trauermarsch von Beethoven, dem der erste Satz der vortrefflichen Motette Mendelssohn's : Beati mor­tui in domino morientes, folgte, eröffnete die Feierlichkeit. Der Rektor Professor Erdmann hielt hierauf eine kurze An­sprache an das sehr zahlreich versammelte Publikum, unter dem alle Behörden der Stadt vertreten waren. In längerer Rede gab Professor Jahn einen Ueberblick von dem langen segensreichen Leben und Wirken des Verstorbenen, worauf die Feier mit dem zweiten Satze erwähnter Motette: Periti autem fulgebunt ut fulgor aethereus , beschlossen wurde.

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— Die kleine Besatzung des Pulver-Magazins in Venedig, die von den Venetianern selbst mit Trank und Speise versorgt wurde, da sie drohte, sich sonst sammt dem Gebäude in die Luft zu sprengen, ist endlich durch österreichischen Armeebefehl aus Venedig zitirt worden. Die Venetianer gaben ihnen freien Durchzng. Als sie das Magazin untersuchten, fanden sie kein Korn Pulver darin!

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Niehl.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.