später keine recht tüchtige Hausfrauen werden und Männer und Kinder dieses noch zu beklagen haben.
Wird so leider in vielen Familien die künftige Bestimmung der Töchter zu sehr aus dem Auge verloren, wie viel mehr in den gewöhnlichen weiblichen Erziehungsanstalten. Schreiber ist wahrlich kein Feind des Wissens und Lernens auch für das Weib; aber wozu kann das Mancherlei, was ohne Vorkenntnisse und Gründlichkeit getrieben wird — Literär-Geschichte, Botanik, Chemie, Französisch, Englisch rc. dienen, als es in den ersten Jahren wieder zu vergessen oder eitele dünkelhafte Geschöpfe zu bilden, die da glauben wirklich über die Wissenschaft sprechen zu können, wenn sie nur einige Ausdrücke behalten haben. Eine fremde Sprache zu lernen ist freilich auch für das Weib zum deutlicheren Bewußtseyn der Muttersprache sehr gut; aber muß das nun gerade die englische seyn, die für den weiblichen Mund etwas so widerliches hat? Zur Bildung des Geschmacks kann es doch nicht beitragen, denn dazu bringen sie es nicht weit genug und dazu bieten unsere großen Dichter ganz anderen Stoff. Es ist also wieder nur Modesache, weil seit 10 Jahren mehr Engländer unter uns leben.
Die öftern öffentlichen Prüfungen nun aber, wie sie in solchen Instituten jetzt auch beliebt werden, sind mir vollends ein Ekel. Denn reißt man dadurch nicht mit Gewalt das Weib aus seiner lieblichen Sphäre — der anspruchslosen Demuth und Bescheidenheit, wodurch es allein herrschen kann und soll?
Wozu denn nun diese ganze Bildung bis ins 18. und 20. Jahr? Ist der Erfolg auch wirklich immer dem Aufwande an Geld und Zeit — was noch mehr werth ist — an edler Weiblichkeit gleich? Können denn nicht alle gebildete Aeltern, wenn sie nur nicht die Mühe scheuen, ihre Töchter noch selbst, nach Entlassung aus der Elementarschule, durch Lektüre, Auszüge daraus und Briefschreiben weiter bilden? Wer das nicht kann und Geld genug hat, der mag auch zu einem Institut seine Zuflucht nehmen, indeß sind ihre Kinder selbst deshalb durchaus nicht zu beneiden, da eine solche Jnstitutsbildung eben so viel und noch viel mehr gegen als für sich hat.
Und das wird — so hofft man — unsere Regierung auch wohl bestimmen, denen ferner kein Gehör zu geben, die in allen größern Städten unsers Landes noch großartigere Anstalten der Art aus Staatsmitteln ins Leben rufen möchten. Würden diese nicht mehr zum Verderben des Ganzen gereichen? Denn da es auch jedem Aermern frei stehen würde, seine Kinder dahin schicken zu dürfen, so würden sich noch ungleich mehr Leute ihres Standes I
überheben und mit jenem beginnen, was ft? doch nicht auszuführen vermögen.
Miszellen.
— In dem holländischen Dorfe Bennekom (Prov. Gelderland) feierten die Drillingsschwestern Anna, Berendina und Margaretha van Rennes am 13. Januar in bester Gesundheit ihren siebenzigsten Geburtstag. Gewiß ein seltener Fall.
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— Aus Mittheilungen in Girardin's „Presse" ersieht man, daß dieses Blatt im Juni, als es suspendirt wurde, über 60,000 Abonnenten hatte, mehr als 900 Arbeiter beschäftigte, einen Werth von mehr als 2 Millionen repräsentirte, 20 Eigenthümern angehörte, eine Kaution von 100,000 Frks. geleistet hatte, und dem Staate über 800,000 Frks. jährlich einbrachte.
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— Man erinnert sich noch des literarischen Streites zwischen Charlotte Birch-Pfeiffer und Berthold Auerbach. Der Rechtsbeistand der ersteren macht nun bekannt, daß der Staatsanwalt des Kammergerichts auf Grund des von dem Sachver- ftändigenvereine abgegebenen Gutachtens beschlossen habe, von der durch Berthold Auerbach gegen Frau Birch-Pfeiffer beantragten Erhebung der Anklage wegen Nachdrucks Abstand zu nehmen. Der genannte Verein ist der Ansicht gewesen, daß Charlotte Birch-Pfeiffer durch Abfassung ihres Dramas „Dorf und Stadt" und Ueberlaffung desselben zur Aufführung den Dr. Auerbach als Verfasser der Erzählung „die Frau Professorin" nicht verletzt, und daß der Abdruck des erwähnten Dramas einen unerlaubten Nachdruck der gedachten Erzählung nicht enthalten. — Summum jus summa injuria: man braucht nur den „Pfarrherr" gesehen zu haben, um zu wissen, wessen Eigenthum „Dorf und Stadt" ist.
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— Die Steckbriefe gegen Kossuth erstrecken sich sogar auf die Personalbeschreibung seiner Gattin, von der wir darin erfahren, daß sie hochmüthige Blicke werfe. Bei der Personalbeschreibung Madarasch's heißt es, daß er ganz den Totaleindruck eines gewöhnlichen Zigeuners mache.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Theater zu Wiesbaden.
Donnerstag, den 25. Januar. Die Nachtwandlerin Große Oper in 3 Akten, Musik von Bellini.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
