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angetroffen. Dieser Ort redet nur von Zärtlichkeit; Sie hatten ihn erwählt. Ihre Auge, Ihre Stimme dringen zum Herzen; Sie schienen mit mir zü sympathisiren ... und dieser Gedanke allein macht ein so großes Glück für mich aus, daß er mein ganzes Leben und Weben um­faßte. Ach! was ich Ihnen sage, ist wahr, ich schwöre es Ihnen.

Die Stimme, die Aufregung des Edelmanns bestätig­ten die Aufrichtigkeit seiner Worte. Er fuhr fort:

„Ich liebte Sie nicht, wie Ihr schwarzer Doktor, um Sie in eine Zelle einzuschließen, nein, um Sie Allen zu zeigen, und Sie von Allen verehrt zu sehen, Sie, die ich anbetete. Ich hatte nie die Verwegenheit gehabt, Sie leiten, Sie beherrschen zu wollen. So wissen Sie denn, daß in Ihren sanften Augen etwas Höheres strahlt, vor dem Alles sich neigen muß. Sie würden mit einem einzigen Zeichen über den Ersten ihrer Sklaven geherrscht haben. Er hätte zu Ihren Füßen alle Freuden, alle Ver­gnügungen, alle Triumphe niedergelegt.

„Oh! es ist genug... es ist zuviel, sagte Luzienne, von neuem sich erhebend, und diesmal mit Entschlos­senheit."

„Ja es ist genug, erwiderte er, ebenfalls ausste­hend, und mit niedergeschlagener Stimme wiederholend, es ist genug... wie konnte ich einen Augenblick glau­ben, daß Alles das kein Traum seye, ich ging mit dem Gedanken um, Ihre Zuneigung zu gewinnen, um Ihre Hand anzuhalten."

Luzienne, die schon im Weggehen begriffen war, blieb ganz erstaunt stehen:

„Was sagen Sie?" rief sie aus, „um meine Hand anhalten... Sie? ein Edelmann?.. ."

(Fortsetzung folgt.)

Die politischen Flüchtlinge in England.

(Fortsetzung.)

Was dem Hrn. v. Metternich in seiner diplomati­schen Laufbahn am meisten genützt hat, ist sein bewun- dernswerthes Gedächtniß. Die unbedeutendsten Worte der Menschen, welche er durchschauen will, prägen sich seinem Geiste ein, ordnen sich in demselben, ergänzen sich gegenseitig und werfen später ein unerwartetes Licht auf ernstere Aussprüche, deren Bedeutung er ergründen will. Der Fürst besitzt in seinem Kabinete ungeheure Pakete von Handschriften, die mit jener festen, gerundeten und breiten Schrift bedeckt sind, welche der Fürst bis in sein hohes Alter beibehalten hat, und die nichts Anderes sind, als die wörtliche Wiedergabe der zahlreichen Unterredun­

gen, welche er seit 40 Jahren ausgeschrieben hat. Welche unerschöpfliche Mine für die Biographie! Die umfang­reichste dieser Handschriften ist die Erzählung einer sieben­stündigen Konferenz, welche Fürst Metternich in Paris mit Napoleon gehabt hat. Der Fürst -erzählt mit einer kaum verhehlten Zufriedenheit einen Zwischenfall dieser Zusammenkunft. Die Unterredung, welche von beiden Seiten Anfangs sehr ruhig geführt worden war, nahm bald von Seiten des Kaisers einen Ton an, dessen Ge­reiztheit sich immer mehr steigerte und durch den ehr­furchtsvollen, aber halsstarrigen Gleichmuth des Diplo­maten endlich aufs Aeußerste getrieben wurde. In einem Anfälle von Heftigkeit wirft Napoleon mit Gewalt seinen Hut zu Boden, welcher bis vor die Füße Metternich's rollt. Dieser wirft einen kalten Blick darauf rind bückt sich nicht, um ihn aufzunehmen. — Denjenigen, welche ihn hören, wird es klar, daß der deutsche Politiker weni­ger stolz darauf ist, die Macht Napoleon's zum Wanken gebracht, als sich geweigert zu haben, vor der Eitelkeit eines Kaisers sich zu bücken.

Man hat oft den Herrn von Talleyrand und den Herrn von Metternich mit einander verglichen. Es gibt jedoch wenig oder gar keine Verwandtschaften zwischen Beiden. Herr von Talleyrand war ein Skeptiker, Herr von Metternich ist überzeugt; wo jener nur Menschen und Dinge sah, erblickt dieser vor Allem Grundsätze. Jener hing von der Gelegenheit ab, der andere hatte die Zeit zum Bundesgenossen. Der erstaunliche plötzliche Stoß, welcher Metternich in die Verbannung getrieben hat, konnte übrigens seinen geduldigen Optimisnius nicht erschüttern. „Wenn der Grundsatz falsch ist." meint er, „dann ist dessen Anwendung nothwendig abgeschmackt und machtlos," und da nach seiner Ansicht nur das Prinzip der Autorität richtig ist, so spricht er der revolutionären Bewegung jede Lebensfähigkeit ab. Als man ihm das Gesetz des Fortschrittes entgegen hielt, lächelte er mit einer vollkommen ungläubigen Miene und sagte: „Der politische Fortschritt bildet einen Kreislauf; je mehr er voranschreitet, desto mehr nähert er sich seinem Ausgangs­punkte." Metternich ist der Ansicht, daß die Februar­revolution bestimmt sey, inmitten der allgemeinen Ver­kleinerung der Menschen und der Dinge den Zyklus der alten Revolution wiederzugeben; 1848 ist für ihn nichts Anderes als ein 1793, durch das dicke Ende des Opern­guckers angesehen. Und da er in der Ferne ein 1814 zu erblicken glaubt, so sieht er gern den Bonaparte einer Revolution erscheinen, welche bereits in Lamartine ihren Mirabeau, in Ledru-Rollin ihren Danton, in' Marrast ihren Pethion, in Proudhon ihren Babeuf abgenutzt habe.

Die Bewegung, welche Frankreich und Europa er-