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Am besten thut man, sich um die politische Geographie wenig zu kümmern, die Schönheiten der Natur aber und die Merkwürdigkeiten seiner Erinnerung desto tiefer ein­zuprägen. Je größer nämlich das Ansehen des Gesammt- Vaterlandes wird (und das wollen wir doch hoffen), um so mehr muß es gleichgültig erscheinen, welchem Einzel­staate kleine Theilchen angehören, die mit dem größeren Theile desselben in keiner Verbindung stehen. Wegen der Schönheit ihrer Lage und ihrer Wohlhabenheit sind die Städtchen Holzminden und Hameln zu nennen, beide auf dem rechten Weserufer gelegen, das erstere dem Her- zogthume Braunschweig angehörend, das letztere dem Kö­nigreiche Hannover.

Da mehrere Reisende mir die Schönheit der Aus­sicht auf der Pagenburg rühmte und Einer, der in der Rheingegend gewesen war, gar die Aussicht mit der auf dem Niederwalde verglich, so wollte ich die Gelegenheit, solche Naturschönheiten zu bewundern, nicht vorübergehen lassen. Ich verließ daher ungefähr in der Mitte der Ent­fernung zwischen Hameln und Rinteln das Dampfschiff, ergriff meine Reisetasche, die mein einziges Gepäck ent­hielt, und nachdem ich sie einem Boten übergeben hatte, machte ich mich mit demselben auf den Weg. Wir stie­gen zwar immer bergan, aber der Weg war doch nicht steil. Oben angekommen, fand ich sogleich, daß gar keine Aehnlichkeit mit dem Nieberwalbe stattsinde, obgleich die Aussicht entzückend ist; jedoch verspürte ich die nähere Untersuchung der Gegend etwas, bis ich mich mit Speise und Trank gestärkt hatte. Wie ist deine Anschauungs­weise, o Mensch, so abhängig von der Materie, von dem­jenigen, was du dem Munde zuführest! Denn siehst du nicht alle Dinge mit andern Augen an, wenn du von stärkendem Mahle kommst und auch besonders, wenn du dabei des edlen Weines nicht entbehrt hast, als wenn du mit erschöpfter Kraft dastehst und der nie ruhende Magen den ihm gebührenden Tribut fordert? Während im erste­ren Falle alle Dinge mit rosigen Farben glänzen, während alle geringen Unannehmlichkeiten ganz unbeachtet bleiben, erscheinen uns die Gegenstände der leblosen Natur und ebenso die Menschen, als sähen wir sie durch ein trübes Glas, und die geringste Unannehmlichkeit wird zu einem unbesiegbaren Leiden. Dieselben Beobachter betrachten die­selben Menschen in der einen Stunde mit Mitleid, als lebten sie auf einem Tummelplätze, auf dem der eine den andern um des täglichen Brodes willen zu Boden werfe, während sie in der andern Stunde die Welt nicht anders sich denken können, als sie ist, und die Mängel, welche sie etwa doch gewahr werc"n, als unumgänglich nothwendig verbunden mit dem irdischen Zustande der Dinge ansehen.

Um nun nicht absichtlich die gerühmte Landschaft mit einem trüben Glase zu betrachten, so ließ ich mich unter einer schattigen Buche nieder, unter der mehrere Tische auf Pfählen ruhten, während ländliche Bänke die beiden Langseiten der Tische parallel gingen. Der herbeigerufene Kellner befriedigte sehr bald alle Wünsche. Als ich daran war, das letzte Glas einzuschenken, da erhob sich ein Herr mit einer älteren und jüngeren Dame an dem mir gegen­überstehenden Tische und bewegte sich nach der höchsten Stelle hin. Ich weiß nicht, warum ich so schnell auf­brach, um ihnen nachzugehen. Freilich wollte ich auch die Aussicht genießen, aber es trieb mich doch auch noch etwas dazu an, daß ich mit besonderem Eifer dahin eilte. Die ganze Gesellschaft zog mich eben an, und wenn der eine oder der andere glaubt, es sey vorzugsweise die schöne Tochter gewesen, so kann ich niemanden das ver­argen, aber ich war mir dieses Grundes wenigstens nicht bewußt. (Forts. f.)

Miszellen.

— Feldmarschall Radetzky hat der Fürstin Belgiojoso eine Brandschatzung von 800,000 Lire auferlegt und vorläufig alle ihre Güter mit Beschlag belegt. Die Familie der Fürstin wurde früher schon, beim ersten Feldzug Bonaparte's in Italien, von den Franzosen ihrer Diamanten, im Werth von 1,200,000 Lire be­raubt, und die Fürstin hat seit je außerordentliche Anstrengungen zur Unterstützung des Liberalismus in Italien gemacht. Die Art, wie der alle Slawen-General in Italien die empörten Unter­thanen mit ihrem „konstitutionellen" Kaiser zu versöhnen sucht, wird der geistreichen Fürstin daher wohl wenig übrig gelassen haben: sie lebt zurückgezogen in Paris.

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— In dem Philadelphier Demokrat vom 29. Nov. 1848 liest man folgende Ankündigung: „Wir empfehlen die heutige Versammlung bei J. B. Hartmann zu zahlreichem Besuche und das Unternehmen des Heckcrballes zu reger Theilnahme." (Heckerbälle also in Amerika, wie Polenbälle in London und Paris).

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag. den 11. Januar. Fidelio. Große Oper n 2 Akten, Musik von Beethoven.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.