Maj. der Kaiser vier Gesuche lombardischer Flüchtlinge um straffreie Rückkehr in die Heimath in gewohnter #ub zu genehmigen geruht.
Frankreich
Paris 20. Juni. Ein kaiserliches Decret erhebt den I früheren Minister, jetzigen Getieralp, ocurator bei Appelhvfe zu Reuen, Daviel, den Präsidenten der Meurthe, de S'vry, die -Divisions-Generale Lyautet, de Perne'y und Marquis Star ^Wyel, und den flühereu Dcputirten, Baron Chassiron, zur Senatorwürbe. — Der Moniteur meldet heute die Ersetzung des Hrn. Ehambarou, Präfecten von Tarn el Garonne, durch Hrn. Levasseur. Diese Ersetzung ist eine förmliche Absetzung, tzhambarou wird bestraft, weil er geheime Vereine, bie sich in seinem Departement gebildet und in den Nachbar - Deparle- Vents Verzweigungen halt''«, nicht zu entdecken wußte. Der Polizei gelang dies; nach ihrer Behauptung bedrohte der Zweck dieser Gesellschaften die Person des Kaisers, dessen Reise nach den Pyrenäen-Bädern man erwaitet. Etwa 150 Persoi en sind verhaftet worden. Der neue Präsect Levasseur ist wegen seiner Entschlossenheit gewählt worden. Er war unter dem Kaiserreiche Artillerie Oberst; unter der Restauration gehörte er zur liberalen Opposition, die so viele Bona» partisten in ihren Reihen zählte. Im Jahre 1825 begleitete er Lafayette nach den Vereinigten Staaten. — Der Schwiegersohn des hier bekannten Grafen Kalergis wird an Mauro- kordatoö' Stelle die griechische Regierung in Paris vertreten. — Rothschild hat für die belgische Regierung eine Anleihe von 27 Millionen abgeschlossen. Von einer h esigen Anleihe wird noch immer nicht gesprochen, obgleich die großen Ausgaben das Budget des Kriegs- und des Marine-Mlnlst.riumS nahezu erschöpft haben.
Das „PavS" tröstet die Pariser über die Langsamkeit der Kriegsoperalionen. Es sagt, daß die Nachrichten vom Kriegsschauplätze um so seltener werden müßten, je näher der Zeitpunct der großen Operationen heranrücke; die deutschen Großmächte könnten keinen einscheidenden Schritt thun, bevor die Antwort Rußlands auf die österreichische Sonnnation ergangen sei; au der- Donau könne èrst dann etwas Entscheidendes geschehen, wann die adiirteu Truppen bei Silistria augelangt wären; die Flotten in der Ostlce könnten uictt eher operiren, als bis sie alle ihre Kräfte conceutrirt hätten, und die Flotten im schwarzen Meere müßten unter den dortigen schwierigen Umständen sehr behutsam vorangehen; im neunzehnten Jahrhundert müsse ein Krieg so kurz wie möglich sein, und bevor man einen Kampf beginne, dessen erste Schläge von Entscheidung für die Zukunft sein müßten, müsse Alles gehörig vorbereitet weiden, damit nichts dem Zufalle überlassen bleibe ; je langsamer, desto sicherer.
Der Morning Chronicle hat bekanntlich die auch vou uns mitgetheilte Nachricht aus C onstantin op el vom 8. gebracht, daß zwischen Oesterreich und der Pforte ein Vertrag (der vielbesprochene) zur Besetzung der Donaufürstenlhümer abgeschlossen worden sei, aber mit dem damals noch nicht be- ikanuleu Beisaß: wenn die Russen sie geräumt hätten. Der St. A. f. W. will aus zuverlässiger Quelle er« fahren haben, daß gerade daS Entgegengesetzte als die Be- bingung des jedenfalls im Werk begriffenen Abkommens hin- gestellt sei, nämlich „wenn die Russen die Fürsten- lbümer nicht räumten." Diese Bedingung entspricht jedenfalls mehr der Lage der Dinge.
Graf M o n i a l e m b e r t gebt ins Bad, der von der Regierung gegen ihn angestrengte Piozeß ist ins Wasser gefallen, der kaijerl. Generalprocurator hat erklärt, daß es keine Möglichkeit gebe, irgend einen Anhaltspunct für eine geriete lche Verfolgung zu finden.
Graf Merode, Schwager des Erbprinzen von Monaco, Herzogs von ValentinviS, vermählt sich mit Fräulein von NouliMart aus dem Hause Rochechouart.
Spanten.
Madrid, 13. Juni. Die jetzt von ihrer langen und [tnuiDafkn Krankheit gänzlich hergestellte Königin Christine fuhr gestern zum ersten Male aus, um die Königin Isabella zu fremden, der sie sich nicht vor Ablauf der druch die Eti
Btfenner des jungen Deutschland, werden Ehrenrâuber Deutschlands icuanm.
Anastasius Grün kommt vor allem Haß gegen die Pfaffen icht jur Verehrung des Christenthums, und vor aller greihelisbegelste» ung nicht zur Anerkennung des Staates.
Carl Beck, ein schlechter Versemacher und revolutionärer Sute.
Alfred Meißner und Moritz Hartmann, beide aus Böhmen mit im Revolutionären jenem ebenbürtig.
Ferdinand Frerligraih, ein guter Reimer, g, fettester Dll- crsanimler, unbedeutender Dichter und Revolutionär durch und rutch.
R Prutz, Verfasser einiger Hiebestieder und vieler theile zahm, Heils wl d ievolutionärer G> spräche und VerSgemengstl.
^. Emanuel Geibel erwarb durch die Liebenswürdigkeit und »römmlgke.t seines 'in den lyrischen Gedichten ausgesprochenen Gemüths und durch die verständig-liberale politische Gesinnung als Epigone von ^Willer schnell die allgemeine Bebe des Volkes.
i Berthold Auerbach, ein schwarzwälver Jude, macht feine re Mmjudlschen und zersetzenden Gedanken in Philolvphenromanen und pdlfgeschlchttn der Lesemenge mundrecht."
Zur Tagesgeschichte.
** Dieser Tage wurde im Prager k. k. Provinzialstrafhause ein dlcheuliches Verbrechen begangen. Als die Stioflinge Nachmittags >r Christenlehre abgeholt worden waren, blieben in einer Separation M ZiMMi'genossen zurück: der Eine, namdein er wegen Kränklich- die Erlaubnis dazu erhalten hatte, der Andere, ein ganz gesunder ^knsch, auf eigene Faust und ohne erst um Erlaubniß gebeten zu ha» 'n. Der Gefangenwärter machte, sobald er glaubte, daß mit Aus- ^'ue des Krankgemelbcten Alle die Separaten verlassen i alten, die «ure von Außen zu, ohne genauer nachzuseben, wer in der Separa- ’n fti. Kaum waren die zwei allein, so verlangte der ungemelret ^uckgebliebenc von dem Kranken ein Stück Brod. Der Kranke ^te ihm ein Stück und legte sich dann auf den Strohsack nieder. ’ suchte der Andere einen großen Stein hervor, den e schon seit Mr Zeit in ein Tuch eingewick>lt verborgen dielt und versetzte dem Mn Zlinmergenoffkn damit einen kerben Schlag auf die Hirn- so daß der Getroffene befinnungs» und regungslos liegen blieb.
Wette vorgeschriehrneu Frist batte nähern können. Nach hm Branche des köniqlichcn Hauses darf nämlich eine von den Maseru besalleiie Person nicht eher als 40 Tage nach ihrer Geiiesuug vor der Königin erscheinen. Isabella erwartete ihre Mutt.r an einem der Parterrefenster des Palastes; sie hatte ihre Tochter, die kleine Prinzessin von Asturien auf dem Arm. Der Wagen EbristinenS fuhr am Fenster vor, und beide Königinnen, die sich jo lange Zeit nicht sahen, hielten im Beisein einer sich schnell ansammelnden Volksmenge eine lange Unterredung, worin namentlich ihrer bevorstehenden Reise nach La Granja gedacht wurde.
GroKbrir«tt»<»e„.
London, 20. Juni. Der Zwiespalt im Coalitions-Mi- Nisterium läßt sich mit jedem Tage weniger verheimlichen. Lord Aberdeen ist Premier, ohne das Ansehen der Premierschaft zu genießen; jeder einzelne seiner College« scheint sein besonderes politisches Glaubensbekeuntnlß im Herzen zu tragen. Der Colonial Secrelär gibt seinen Wählern in MorpethAuSsi c ten auf einen baldigen Frieden; Lord John Russell den (einigen in der City Aussichten auf einen langen Krieg; Lord Pal merston nennt die offene Abstimmung ein „dummes Ding", und der Minister, der ihm am nächsten steht, der ehrenwerthe Sir William Molesworth, vertheidigt dieses „dumme Ding" mit jugendlichem Eifer in derselben Sitzung; Lord John Russell, der anerkannt wackerste Vertheidiger der Verfassung, siebt sich in die Nothwendigkeit versetzt, einen alten Brauch umzu- stoßen, und als Commoner die Piäsidentschafl des Conseils an sich zu reißen , um den Einflüssen deS russenjreundlichen Premiers entgegen wirken zu können. DaS Conseil hat längst anfgehört, Conseil zu sein. Diese letzte Behauptung ist keine bvpolbelische. Man findet ihre Bestätigung in der gestrigen Parlamentssitzung. Hr. Strutt, gewesener Kanzler von Lancaster , vor acht Tagen selbst Mitglied M Conseils, erklärt offen, er sei auf dem Lande gewesen, als ihm von London aus die Meldung zukam, es seien im Conseil gewichtige»Personal Veränderungen beschlossen, und man erwarte von ihm, bav er Behufs deren Verwirklichung seine Stelle niederlege. Hr. Strutt, bekannt im ganzen Lande als eine der ehrenvollsten Persönlichkeiten, erfährt somit brieflich, daß im Conseil, dessen integurcnbcr Theil er ist, eine wichtige Aenderung be- schiossen wurde.
Auch im Oberhause kamen gestern merkwürdige Dinge vor. Der zwciundachtzigjährige Lord Lyndhurst beweist in einer Rede voll Jugendseuer und StaatöweiSheit, waS man von Rußland zu erwarte n, zu fürchten, zu fordern, zu erzwingen hat. Lord Clarendon läßt sich von feinen Gefühlen oder von den Worten des greisen Redners zu Erklärungen hinreißen, von denen wohl jeder befriedigt sein wird, der ken Kampf gegen Rußland als einen Kreuzzug gegen Barbarei und rohen Üebermuth ansieht. Da tritt Lord Aberdeen auf und hält eine Rede, wie man sie nur von einem offenen Freunde Rußlands, aber nimmer von einem Minister desselben Landes erwarten durfte, Pas Rußlands Küster verwüstet, seine. Handelsschiffe kap.rt, seine Festungen beschießt.
Im Unterhaus erklärte Lord J. Russell das Gerücht von der Abberufung Lord Stratford de Redcliffes von Constan- tinopel für unbegründet.
Jttiürn.
In Turin erhielt das Ministerium Cavour am 16. eine bedeutende Schlappe. Bei einer unterg> ordneten Finanzfrage, die es aber zur Verira ensfrage gemacht, erklärten sich 73 Mitglieder der zweiten Kmmer gegen und nur 75 für das Ministerium. Graf Cavour verfügt also noch über eine Majorität von ganzen zwei Stimmen.
Parma, 17. Juni. Ueber die Ermordung des Unter suângSrlchterö Gabbri erfährt man folgendes Nähere. Als derselbe vorgestern Abend hier den Dolchstich erhielt, ließ der Mörder das Stylet in der Wunde. Gabbri zog es heraus Und verfolgte jenen um Hilfe rufend. Plötzlich stürzte sich ein zweiter Uebelihäler auf ibn und versetzte ihm rasch hinter» einander fünf Stiche, wovon vorzüglich der eine im Unterleib ! lebensgefährlich sein soll.
Der Verbrecher »rett ihn für fort, als jedoch nach einer Weile der Geiroffene sich wieder rührte, und seinem Zimmkigeiiossen zrittkf: „Aber Fränzel, was machst Du!" da ergriff dieser seinen Stein von 31 nein und verlegte rem Armen neuerdings mehrere furchlda e Hieve auf Den Kop, so aß Die Hirnschale ganz zerschmettert war. Nun stellte er sich zur Toure, um wbalv Diese bei Der Rückkehr Der Sträflinge von Außen geöffnet wülde, hinauszuschlüpfen. Dies gelang ihm auch und er eilte bis binab auf den Gang, wo er rem Wachmann Junes, er solle ivn einfperren, er habe einen Menschen erschlagen. Der Wachmann lief sogleich zwei andere herbei, Die den Selbstankla- ger faßten, um ihn rum Roiimeißer zu führen. Aus seinen Reden ergab uw, raß er seinen Kameraden aus laiiggenäortem G:0ll, den er gegen ihn gefaßt, als sie noch vor ihrer Elnspenung gemeinschaftlich in einem Holzgartcn arbeiteten, habe erschlagen wollen. Das Opfer seiner Unrhal hat, wie rie ärztliche Untersuchung ergab, acht sehr schwere Kop'wunven, lebte aber noch einige Zeit. Der Thäter ist ein wegen Brandlegung auf fünf Jahre verurteilter Verbrecher
** Der Corre ponkent des M. Coroniele in Schumla gibt folgende Schilvriung von der Hinrichtung eines russischen SpionS: „Der Verurteilte ward unter starker Mstitärbedeckung von einem Ende Schumla's zum anderen geführt. JSmael Pascha mit zahlrei- reicbem Stabe zog voran; in beträchtlicher Entfernung von ihnen fo gie eine Schaar Trommler und eine Musikbande, welche lustige Weisen spielte. Dann einige Glieder Soldaten, atm der Delinquent in der Tracht eines bulgarischen Bauern, die Arme auf ren Rucken gebunden und überdies von mehreren Kawaffen gehalten. Eine starke Truppenabtheilung mit aufgepflanztem Bajomiete wachte den Schluß. Auf Der Eb. ne, wo Die Felbartilleiie lagert, wurde Halt gemacht. Ismael Pascha und fein Stab stiegen ab. Die Anstalten zur Ere> cution waren bald gemacht, - man verband dem Verurteilten die Augen und zog feine Stricke fester. Ein Urtheil wurde nicht abgele» sen, sondern auf einen SB ins des Pascha's traten 9 Soldaten vor und stellten sich 25 Ellen (Schritte?) von dem armen Sünder auf. Drei feuerten zuerst, aber nur ein Schuß traf. Der Mann wankte und fiel Dann feuerten wieder drei, aber mit geringem Erdige; enblich die drei letzten Vier Kugeln schienen getroffen zu haben, aber da der Bulgare nicht todt war, so erhielten drei weitere Soldaten Befehl au» der Reihe zu treten und zu schießen. Der Verwundete stöhnte so laut, das man es weithin hörte. Nun sprangen ein paar Bursche auf ihn zu und stießen ihm die Bajonnete in den Kopf. Fremde Of
Nuöland.
Ueber die Schlappe, welche die Engländer unter V. 8. Plnmridge bei Samia« (Alt-) Karleby erlitten hatte, bringt das „Journal de St. Petersburg" folgenden Bericht: Am 7. Juni, um 3 Uhr Nachmittags, erschienen in Sicht der Stadl Gamla Karleby zwei englische Dampssregalten; einige Schaluppen näherten sich dem Ufer, um das Fahrwaffer zu sondiren, um 9 Uhr Abends stießen 9 Barkaffen ab, mit 16 und 20 Rudern; jede derselben führte eine Kanone. Eine der Barkassen kam unter Parlamentair Flagge bis ans Ufer; der Bürgermeister empfing den aus der Barkasse ankommenden englischen Offizier und erklärte auf alle Fragen und Anforderungen desselben, daß er ihn nicht näher zur Stadt kommen lassen könne und nicht erlaube, Fahrzeuge oder die soge- sogenannte Kriegs - Contrebande zu zerstören. Darauf entfernte sich der englische Offizier mit der Drohung, daß er mit Gewalt in die Stadt bringen werde. In der That »äberien sich gegen 1t Uhr desselben Abends alle 9 feindlichen Bar- kaffen dem Ufer. Zwei Ge chütze der mobilen Garnison Artillerie, zwei Col pagnien des 12. finnländischen Linlen-Ba- taiüoné und gegen Hundert bewaffnete Einwohaer der Sradt, gedeckt durch das Terrain un die vor der Stadt liegenben Gebäude, empfingen den Feind mit Geschütz und Flint.n- feuer, worauf aus den Barkassen gleichfalls mir Geschütz- und Flintenfeuer geantwortet wurde. Das beiderseillge Feuern bauerte bis gegen Mitternacht. Enblich war der Fei, d genöthigt, sich zu entfernen, zwei beschädigte Barkaffen mit sich führend, mit einer ansehnlichen Zahl von Todten und Verwundeten ; nur wenige Ruderer waren unversehrt geblieben ; eine Bai kaffe ließ er den Siegern zur Beule mit 22 Matrosen, welche gefangen genommen wurden. Unter den Gefangenen waren vier Verwundete; in der Barkaffe befanden sich die Leichen von einem Offizier und fünf Matrosen ; außerdem wurden einige andere während des Kampfes über Bord geworfen. Mit der Barkasse wurden genommen: die Hinter- decksflagge, eine eherne Kanone großen Kalibers, Munll.ou, Flinten, Pistolen und andere Effec en. Nach Angabe der Gefangenen erlitten die übrigen Barkassen auch nicht geringe Beschädigungen ; eine derselben sank. Unserer eitS war, Gott sei Dank, der Verlust höchst unbedeutend: nur 4 Mann Soldaten wurden leicht verwundet. (Nach einer T epesche der „Hamb.-Börs.-Halle" siiid drei englische Offiziere gefallen. Ihre Namen sind Carrington, Montague unb Altbo>p.; zwei Oisiziere und 14 Matroien verwundet, Mate Murphy und 28 Matrosen gefangen gekommen.) Solchergestalt wurde die Stadt Gamla Karleby, welcher dasselbe Geschick drobie, daS schon Brahestadt und Uleaborg erreich! hat, durch eine bösst unbedeutende Handvoll Truppen, mit Hülfe der tapfern Einwohnern gerettet. Dabei ist demerkenSwerth, daß diese Truppen dorthin von entfernten Punkten mit erstaunlicher Geschwindigkeit herbeigeeilt waren: die Compagnien des 12. finn- ländischen Linien Bataillons, welche aus der Stadt ä afa in zwei Tagen eintrafen, machten 146 Werst, davon 96 zu Fuß und 50 auf Fuhren; der Zug Garugons-ArtrUelie legte, vom Kirchspiel Nerpis, in 3% Tagen 230 Werst zurück.
Di- fiuuljchen Blätter haben eubilch auch ihr Schweigen gebrochen. Die Abo Underrätieljer vom 9. Juni geben eine genaue Beschreibung der Vorfälle zu Brabestad und Uleaborg. Die Engländer wollten auch das Packdaus anzünbeu, mit bim Bemerken: „Es ist eure Sache, die Sladi zu schützen", ließen sich aber erbitten, weil der Wind gerade auf die Stadt stand. Die Getrelbesveicher der Krone sind gerettet. Brahestadt ist gänzlich leer von Einwohnern, weil man einen zw-i» ten Besuch der Engländer fürchict. In Uleaborg schickten die Einwohner dem Admiral einen Parlaineniär zu, mit dem Bemerken , sie wären gänzlich ohne Veitbeidigung und müßten sich dabei seiner Großmuth anvertrauen. Auf die Vorstellung, daß Schiffe, Zimmerholz und Theer Privateigenthnin, zum Theil sogar englisches sei, wollte er sich nicht klulass.« und ließ nur t0 Minuten Zeit. Alle Speicher auf den Holmen wurden mit brennenden Pechsackeln unter,licht; daß die Stadt nicht in Flammen aufging, daran waren die Richtung des Wilid.s, Regen und Schnee schuld. Man drobie sogar mit
fiziere, welche zusahen, waren über das schlechte Schicß>m und rie bardaiische Metzelei sehr entrüstet; zum Schluffe aber traten evige türkische Orfiz e>t an den Verwundeten heran, zogen ihm den Degen über den Hals und leckten rann von der Degenklinge das Blut ab! Während Dem schmauchte Ismael Pascha ganz ruhig seine Pfeife.'
** Am 13. Juni hat ein entsetzlicher Sturm in Toulouse uch der Umgegend bedentenben Schaben ungerichtet. Die Stadt war eine Stunde lang in die tiefste Finsterniß versetzt. Der Hagel hat die Fruster. Vaternen und Dawtiegel zertrümmert, und der Blitz das Ar- senul, eine Kaserne, ein Bibliothek - Gebäude und ander Punkte der Stadt getroffen, Deren Straßen Wafferströmen glichen. In d u um- lieg, nken Gemeind n wurden Die Gärten, Weinberge und Felder gänzlich verheert, so daß an keine Bernte zu denken ist Auf ten dank» (tragen fand man umgestürzte Fuh> werke und torte Pferde. Zu zwei nahen Dörfern wurden Diei Kruder, das eine in den Armen der Mutter, vom Blitz erschlugen.
** Ein Her» Tifsereau in Paris kündigt in einer Broschüre an, er habe das Mittel enideckt, Gold zu e zeugen. „Ich habe Gold gemacht," sagt er am Eingänge. „Wie viel? Einige Grammen! uno zwar aus Silber. Das Pfünv hat 500 Gr." Nun kommt'» darauf an, wie viel Silver er dazu gebraucht.
C h a r i v a r i.
** Da haben wir's! (sagt der Berl wr Zuschauer) Auch Silistria sollte durch „Bestechung" überrumpel’ werden. „Mussa Pascha ist in Armuth gestorben. Trotzdem hat >r zwei Million.n Piaster, welche ihm Paskltwit'ch für die Uevergabe von Silistria anbieien ließ, aus- geschlagen." So wird „telegraphisch" ü^er Marseille gemeldet ES fragt sich nur, wo Rußland, reffen Finunzzuftände in türkenseindlichen Blattern so zerrüttet auSgeschrieen worven, raS Geld alles vernimmt zu tiefer Universal-Bestechung Denn „auf Pump" wurde Mussa Pascha doch schwerlich Silistria übergeben haben.
”* Ein Almosenier der franzöfi chen Ostseesiolte schreibt an das „Journal de Maine et Loire' unter Anderem: „Wir führen ©tüt'» kugeln mit uns, welche die bewunderungswürdige Eigenschaft besitzen, ab ich einen so abscheulichen Gestank zu verbreaen, daß der Feiav 'be» täubt wird und eine halbe Stunde lang mit Niesen beschäftigt wird."
