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erstaunt, als er mit einem Menschen, den er wegen seiner Gefährlichkeit batte internhen müssen, die Füße unter eine Tafel stecken sollte. Er berichtete darüber an Hrn. von Per- stgny, und Herr v. Persigny erzählte cs dem Kaiser, bei dem er aber auf eine unerschütterliche Ruhe stieß. DaS hat denn zu der Meinung Anlaß gegeben, der Kaiser lasse geschehen, daß der Prinz den Republikanern schon thue. Man hat eben zwei politische Mächte am Seil, wenn der Kaiser die Conser- vativen, der Prinz die kleinen Revolutionäre beschütt

Es ist allgemein ausgefallen daß der Moniteur nur einen Auszug aus dem amtlichen Berichl der Admirale mittheilt, und so die mehr oder minder ungenauen Nachrichten über den dem verbündeten Geschwader von den Batterien zugefügten Schaden stillschweigend gewissermaßen bestätigt. Denn, sagt man, es kann nicht befremden daß engl. und franz. Artillerie gut ziele, allein es ist nicht wahrscheinlich daß die russische im­mer schlecht gezielt, und alle Kugeln der Russen ins Meer gesunken. Das Berbergen der Kehrseite der Medaille hat jedenfalls den Nachtheil daß man den übertriebensten Gcrüch len Glauben schenkt. So sollen nach einem Privalschrciben 1700 Mann Truppen auf den verbündeten Schiffen verwun­det oder getödtet sein.

Die Assemblee Nationale hat ihr Erscheinen um einen Tag verschoben, weil sie sonst gerade an einem Freitag, am 5. d. hätte unter Presse gehen müssen. Man sieht, daß sie eben nicht aus Freigeisterei Anspruch macht.

Großbritannien

London, 8. Mai. Der Finanzminister beantragte neue Kriegssteuern, eine Verlängerung der verdoppelten Ein­kommensteuer, Erhöhung des Zolles der irischen und schot- tischen Spirituosen, des Malzes und des Zuckers. Ertrags- anschlag 6,850,000 Pfund. Die Debatte wurde vertagt.

Eine Erhöhung des Bank Disconto'S steht im Laufe näch­ster Woche ziemlich bestimmt in Aussicht, es müßte denn in der BaarauSfuhr eine Pause eintreten. Unter den Directoren handelt es sich nur mehr darum, ob das Disconto auf 5'4 oder gleich auf 6 pkt. erhöht werden soll. Man fürchtet schon au# diesem Grunde und aus der Ankündigung einer eventuellen neuen französischen Anleihe im Betrage von 10 Million L. für nächste Woche eine steigende Bewegung des Geldmarktes.

Lianen.

Vom Po, 2. Mai. Bei allen gutgesinnten Piemonte- seit haben die umfassenden Begnadigungen des Kaisers von Oesterreich einen vortrefflichen Eindruck bervorgcrufen, und es ist titele Mühe der unverbesserlichen Flüchtlingsprcfse denselben zu schwächen und zu zerstreuen. Eine sehr große Anzahl Pie­montesen wünscht den begnadigten Herren baldige glückliche Heimkehr. Bei dieser Gelegenheit wurden auch wiederum viele ausrichtig gemeinte Wünsche laut, mit Oesterreich in gutem Einvernehmen zu bleiben.

Genua, 28. April. DaS neapolitanische Dampfboot Sicilia", dasselbe, welches denErcolano" in Grund fuhr, darf auf Einschreiten der Behörden bis aus Weiteres den Hafen nicht verlassen.

Prinz Louis Lucian Bonaparte verließ am 1. Mai Flo­renz, um nach Frankreich znrückzukehren, nachdem er sich Tags zuvor Ihrer k. k. der Frau Großherzogin vorgestellt hatte. Bei Genua haben die Arbeiten bereits begonnen, um diese Stadt mit Spezia und der Insel Sardinien durch einen unter­seeischen Telegraphen zu verbünden. Die internationale be­züglich der Befreiung der Pooschifffahrt errichtete Commission hat ihre heurige Frühjahrssitzung kürzlich eröffnet.

Rußland

Kaliscd, 3. Mai. (W. L.) DaS Bombardement von Odessa Hal in Rußland und Polen gar keine Sensation ge­macht, und wird von den russ. Blättern bespöttelt. Die im Königreich Polen stehenden Truppen blicken bald nach dem Süden, bald nach dem Norden und sind im Zweifel, wohin die nächste Zukunst führen wird. In Nowo Georgiwsk, Bresc- LitewSki und in der Festung Famose sammeln sich fortwäh­rend die Reserven vom 2. und 3. Infanterie Eoeps. Die Freiwilligen, welche in großer Anzahl bei der Infanterie und

trgkeit der dadurch erzeugten Qryde. Auch die Verzinnung, sei sie noch so stark, biete einrn durchgängigen Schutz, denn auch hier bilde sich schon bei Berührung mit gewöhnlichem Weine in kurzer Zeit ein Aicbcrrchlag ' der wie alle löslichen Zinnsalze höchst giftiger Natur sei. Schließlich ertlart sich die Deputation auch gegen geringhaltigeres Silber, da z.B. zwolflöthiges Silber ebenfalls in kurzer Znt Kupier- salze absetze.

** Dao Vermögen des Hauses Rothschild wird. wie man der Echtes. Ztg. schreibt, auf eine halbe Milliarde Gütern angeschlagen, während der Credit des Hauses dasselbe über die doppelte Summe verfügen läßt An Staatspapieren verschiedener bänder und Äciien besitzen die Gebrüder Rothschild mehr als 300 Millionen Gulden Darunter ist nicht das Privatvermögen der einzelnen Brüder Roth­schild, ihre Herrschaften, Landgüter, Häuser :c. die loo Millionen übersteigen sollen, begriffen; eben so wenig die baaren Summen, die sie entweder bei den Banken von London, Paris und Wien niedcrge- tegt haben oder in ihren eigenen Kassen für den gewöhnlichen Bedarf vorräthig balten.

. In Württemberg tritt die Auswanderungswuth allmählich in eln neues Stadium, indem viele heiratbslustige Mädchen nächstens über baö große Wasser ziehen werden, um in Amerika weiße, schwarze oder lupferrothe aber wohlverstanden reiche Männer zu bewachen, -ilcle kommen von den niederen landwirlhschaftlichen Geschäften her, tragen aber setzt schon neumodische Kleider Shawls, einen Hut auf betn Kopf und einen Sonnenschirm in der Hand, und dabei sprechen sie hochdeutsch.

*: Der Doctor Wertheim aus München, der zuerst die Kalt- wasserhetlmethove nach Priesnitz'schen Grundsätzen in Frankreich ein» geführt, hat nun auch zu Jöly in einem der schönsten Schlösser der Umgebung von Paris eine prächtige Wasserheilanstalt gegründet, die es mit dem Ausgezeichnetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt, autnehmen kann. Die französischen Aerzte fangen nachgerade an, die guten Wirkungen d.r Kallwasserheilmetbode anzuerkennen und in geeig- »kten Fallen davon Gebrauch zu machen

^.om l Januar bis zum 11. April haben im Unterhaus 51 bHrAF0 ntn hattaefunMn, die zu einer Abstimmung führten; davon ten. v a^ 28 Dusten weltliche und gemeinnützige Angelcgcndci- ^dcusnonen drehten sich um rein kirchliche und ,ira8fn Acht theologiiche Zänkereien sind noch unerledigt dkden daher noch eine gute Anzahl SitzungSabende wegnehmen;

Kavallerie eintreten, werden vorest alle zur Reserve gewiesen. Die bedeutenden Truppenconcenlrationen in den Ostsceprovin- zen werden nun sehr bald vollendet sein. Außer dem Garde- und Grenadielcorps und den vollständig ausgerüsteten Reser­vedivistonen dieser Corps stehen in den Ostseeprovinzen auch die Rkscrvedivision und die Depotdivision des ersten Infante, riecorps, nämlich in Kronstadt und Narwa, sowie auch die Reserven des 6. Iiifanteriecorps der activen Armee aus Mos­kau dorthin dislocirt werden. Auch in Riga stehen außer den Grenadieren und Linienbatâillonen Truppen der activen Armee, nämlich die Reservartillerie des 1. JnfanteriecorpS. Im Innern Rußlands stehen außer der Reitereie und den Garnifons- und Veteranenbataillonen nur Reserve- und De- potmaunschaften vou der activen Armee. Nach bisher aus der Walachei gelangten Nachrichten russischer Militärs werden in Bulgarien große Vorgänge erwartet.

Petersburg, 1. Mai. Die Feldkanzlei des türkischen Commandeurs Ali-Pascha, welche bei Akhalzik den 26. Nov. v. I. erbeutet wurde, hat nach dem Berichte des DirectorS der kaiserlichen Bibliothek, der zur Durchsorschung der Pa­piere den Bibliothekar Dorn delegirte, eine reiche Ausbeute von Notizen über die auatolische und rumelische ArMee ge­liefert; ganze Marschrouten van Skutari nach Bagdad und verschiedenen syrischen Städten in Asien; ferner von Coustan- tinopel nach Albanien, Bosnien, der Bulgarei und in die Dobrudscha; Vorschriften des türkischen Kriegsraths ec. ; No­tizen über Artillerie, Munition ; Truppen - Verthciluug um Kars und dessen Umgegend ; Befehle in Betreff der Disloca- tion der Armee ec.

Die zarte Gewissenhaftigkeit und die empfindliche Gerech. tigkeiisliebe der ehrenwerthen Leute, mit denen wir zu unserm tiefsten Bedauern in unsern Ansichten über die orientalische Frage nicht ganz übereinstimmen, hat sich empört erhoben ob der Verletzung des Völkerrechts im Hafen von Odessa, ob der Mißachtung der Parlamentärflagge durch die Russen, ob der barbarischen Beschießung einer englischen Schaluppe ec. Zur bessern Würdigung der sittlichen Entrüstung unserer ebreu- wertbeu Gegner lassen wir hier den amtlichen Bericht des Journal de St. Petersburg" vom 2. Mai folgen:Am 9. April näherte sich der englische DampferFury" Odessa. Als zwei blinde Schüsse abgefeuert worden waren, hielt die Dampffregatt, ohne jedoch Anker zu werfen, zog die englische Flagge auf und schickte unter Parlamentärflagge ein Book ab mit der Anfrage, ob sich der britische Konsul noch in der Stadt befände. Das Boot wendete um, als man geantwor­tet, derselbe sei abgereist. Das Boot unter Parlamentärflagge war schon außerhalb Kanonenschußweite, als sich die Dampf- fregatte in Bewegung setzte und gegen den Hafendamm avan- cirte. Getreu seinem Befehl, sich kein feindliches Schiff dem Hafendamm auf Kanoneuschußweite nähern zu lassen, schickte der Batterie-Commandant, nicht dem Parlamentärboot, wohl aber der englischen Fregatte eine Kugel zu, der Fregatte, die schon vorher gewarnt war, sich weiter zu nähern; übrigens wendete die Fregatte nach dem ersten Schuß und entfernte sich dann so schneit als möglich. Am 14. April erschienen zwei britische und ein französischer KriegSdampser vor Odessa, um zu fragen, warum man auf ein Parlamentärboot geschos­sen ? Man stellte ihnen das Sachverhältniß wahrheitsgemäß dar. Diese Antwort genügte den alliirten Admiralen nicht.

Am 20. April erschien die englisch-französische Escadre von 26 Schiffen auf der Rbcde vor Odessa. Was nun folgte, ist bekannt. Die Admirale forderten von dem Gouverneur die Auslieferung aller englischen, französischen und russischen Schiffe, die gegenwärtig unter der Festung oder den Batte- rieen von Odessa liegen. Man sieht klar, daß die Vice- Ad­mirale Odessa bombardiren wollten. Im Ernst konnte weder Dundas noch Hamelin glauben, daß ein russischer General einer solchen Aufforderung Nachkommen werde. Und so bom- bardirten sie denn die große Handelsstadt im Süden zur Feier des Osterfestes als echte Alliirte des Großsultans! Und der Erfolg? Unsere Leser kennen ihn. Nach solch' gebieteri- 1 scher Aufforderung haben die Helden von Odessa nicht ein i einziges der Schiffe, die im Hafen von Odessa liegen, bekom-

und sechs neue kirchliche Motionen sind angemrldct. Wo soll das hin­aus? fragt ein Reformer inDaily News". Ist das britische Parla­ment zu einer Synode hcrabgcsunkcn?

Die schönste Taufformel. Mein Kindlein, spricht der Priester in Indien, weinend kommst ru in die Welt, während alle um dich her lächeln. Strebe so zu leben, daß du mit Lächeln von Hinnen scheiden kannst, wenn alle um dich her weinen.

** Am 5. Mai sand in der neuen Strafanstalt bei Berlin, zu Moa­bit, die Doppeldinrichlung der Mörder des Klempnermeisters Bon tour und des Skidenwaarkii-Fabrikanten Sch ulz, nämlich des Zeug- schmiedkgesellen Lücke und des Hausknechts Holland, Statt.

** In Madeira zeigen sich wieder Vorboten der Traubenkrankhcit.

Literatur.

ch Indem wir die Novitäten der FrühliNgSliteratur durchmusterten, fiel uns eine Schrift in die Hände, deren Lrctüre wir, da sie unssehr ansprach, mit Recht empfehlen zu dürfen glauben. Es ist dies das Werkchen des Dr. Magdeburg zu St. Goarshausen, eines jungen strebsamen Arztes, über die Traubenkur, nebst historisch-topographischer Beschreibung St. Goarshausen's und seiner Umgenungen als einer zur Abhaltung einer Traubenkur vorzüglich geeigneten Gegend. Was bksouders die erste Abtheilung, die vorzugsweise m edicinksch, so viel wir dieses als Laie zu beurtheilen vermögen, vor andern, älteren Schriften über dens.lbcn Gegenstand auszeichnet, ist die der früheren Methode, welche insgemein nur eine Traubenkur kannte, und insbe­sondere die verschiedenen Trauben so rt c n nur so in Bausch und Bv- gen behandelte, entgegengesetzte, die auf die chemischen Bestandtheile dieser einzelnen Arten eingehend und sie einer wissenschaftlichen Analyse unterwerfend die vorzugsweise Wirkung einer jeden daraus herleitet und in so fern für die Behandlung dieses bis jetzt leider nicht gehörig gewürdigten Zweigs der Heilkunde eine neue Bahn bricht. Zu der zweiten Abtheilung, die wir die hrstorisch-topograpdische nennen können, bietet unS der Verfasser in anziehender, blühender Sprache (in welcher Beziehung wir unter manchem Andern, nament­lich den Abschnitt über Caub- und Sauerthal, als gelungen berietnen) und in der orgincllcn Forin eines uns auf den reizenden Spaziergängen in den romanti chen Umgebungen von St. Goarshausen begleitenden Cicerone viele, wenn auch nicht überall ganz neue, doch gut zusam­

men, sie führen nichts als ihre eignen zerschossenen Schiffe im Schlepptau mit sich, und doch rühmen sie sich in ihren Blät­tern großer Siege! Die liberale türkenfreundlicheOst­deutsche Post" bringt einen mit diesen Angaben vollkom­men übereinstimmenden Bericht.

Do-naufürnenthümer.

Berichte aus Bukarest vom 2. Mai lassen dem dort umlausenden Gerüchte von Räumung der großen Walachei folgende Aufklärung folgen: Fürst PaSkiewitsch hat gleich nach seinem Eintreffen in Fokschan Abänderungen in dem bisheri­gen Operationsplane des Fürsten Gortschakoff vorgenommen. Die Zersplitterung der Truppen auf einer Linie von 65 Mei- len fand seine volle Mißbilligung und der Rückzug an die Aluta aus der kleinen Walachei, wurde anbefohlen. Wenn die Türken die Aluta überschreiten, werden die Russen die Machtzersplitterung gerne sehen, sich fortwährend zurückziehen, auch Bukarest opfern, aber mit voller Macht den 'Hauptschlag gegen Schumla führen, und sich durch Einnabme Silistria's die Rückzugslinie nach dem gut befestigten Fokschan sichern.

In Bukarest ist nach telegraphischen Berichten vom 5. Mai eine russische Kundmachung erschienen, welche besagt, daß die große Walachei nicht geräumt werden wird. Ge­neral Liprandi hat eine Proklamation erlassen, in der es beißt, die Russen würden, später in die kleine Walachei zu- rückkebrenb, diejenigen kriegsrcchtlich verfolgen, welche den Tür­ken Vorschub g,leistet.

Cütke».

Constantinopel, 27. April. Die Mißstimmung der Türken über den lauen Entwickelungsgang M Krieges ist nicht zu verkennen und selbst in der Armee erbeben sich ein- zelne klagende Stimmen gegen den Sultan. Doch die miß- billigenden Aeußerungen der Türken gelten vorzüglich dem Ministerium. Der Umstand, daß manche Unterzeichner frei­williger Beisteuern für den Kriegsäuswand erklärt haben, die reichlichen Gaben nicht erlegen zu wollen, so lange Reschid Pascha am S>taatsruder bleibe, ist gewiß eine bezeichnende Erscheinung für die innere Lage der Türkei. Den Be­mühungen des österreichischen Jnteruuntins Frhrn. v. B r u ck ist es endlich gelungen die Pforte in Betreff der ausgewiese- Griechen zu einiger Nachgiebigkeit zu bewegen. Es wurde näml!ch gegen 1500 derselben, größtentheils Geschäftsleuten, eine Fristverlängerung von 2 bis 3 Monaten bewilligt; an 1000 mögen in den türkischen Uiiterthanenvcrband getreten, einige Hundert aber von der serbischen, moldauischen und walachischttt Kauzlei als Schutzbefohlene ausgenommen sein. Gegen alle diese"Begünstiguiigen sträubte sich am hartnäckigsten Lord Rcdcliffe, der immer misanthropischer wird, so daß selbst kie britische Regierung es angemessen fand seiner Dictatur Gränzen zu setzen, indem sie Lord Raglan zugleich den Cha- racter eines Bevollmächtigten gab.

Das Zerwürfniß des General Baraguay d'Hilliers mit der Pforte hatte in den letzten Tagen (die neuesten Nachrichten reichen bis zum 30. April) große Aufregung hervorgerufen. Der französische Gesandte wollte die griechischen Unterthanen katholischen Glaubens von der verhängten Ausweisung ausge­nommen wissen. Die ^Begünstigung wurde ihm zugesagt un­später von Reschid Pascha unter dem Vorwande, daß dieselbe zu religiösen Aufregungen führen könnte, zurückgenommen und das Anerbieten gemacht, einzelnen katholischen griechischen Un­terthanen eine längere Aufenthaltsbewilliguiig zu ertheilen. In dem Verzeichniß der diesfalls vorzusch'lagenden Personen welches General Baraguay unfertigen ließ, fanden sich jedoch die Namen sämmtlicher katholischen griech. Unterthanen, für welche er die erwähnte Begünstigung 'in Anspruch nahm. Die Schwierigkeiten, welche diese Anforderung, man sagt auf An- bringen Lord Redclisss, fand, veranlaßten den französischen Gesandten für den Fall ihrer Nichtbewillignng seine Abreise in Aussicht zu stellen. Indessen soll die Angelegenheit bereits ausgeglichen sein.

General Raglan ist am 29. d. mit 15,000 Mann eng­lischer Truppen in Konstantinopel eingetroffen. 15,000 Mann Franzosen kamen theils zu Lande, theils zu LLasser dort an. Die vereinigten Flotten wurden vor Sebastopol signalisi.t

mengeilcüfe interessante Notizen aus Topozraphw unc Geschichte, unter welchen letzteren die Leser aus unserem engern Vaterland vor- züglich ter Abschnitt, in welchem die Abstammung unseres RegentenhauseS aus dortiger Gegend darzutbuu versucht wird, ansprechen durfte. Insbesondere wird auch noch, wie schon der Titel anzeigt, auf die Geeignetheit St. Goarshausen's zur Abhaltung einer Traubenkur hin- gtwiksen, und dürfte dem guten Zweck des Verfassers, zugleich der lei­denden Menschheit eine neue Genesungs- und der dortigen Gegend eine neue Erwerbsquelle zu öffnen, zumal bei dem unbegreissicherweise bis beute noch herrschenden gänzlichen Mangel an einer solchen al« zweckmäßig und heilsam anerkannten Anstalt im ganzen Umfrei« deS Rhciiigau's ein recht segensreicher Erfolg von ganzem Herren zu wünschen sein. Bei der gründlichen und eingehenden wiffenschaf- liehen Behandlung und der eleganten Einkleidung veS an und für sich schon (interessanten Stoffes wird gewiß sowohl der Arzt von Fach al­ter Laie diews Büchlein mit Befriedigung aus der Hand legen.

Charivari.

x Ein zweites Bild des diesmal von Witz überströmendenKlad­deradatsch" zeigt die Landung Jean Crapanv'S und John Bull'S am goloiie» Horn. John Bull birgt sich erschreckt hint r Den vor Erstau­nen starren Aliirten. Trop tard, too late! auf allen Moscheen Con« stantinopels prangt das Doppelkreuz. Der kranke Mann sitzt mit ge­kreuzten Beinen und gefesselten Händen am Stranve und ein kratzbür­stigeretlicher" Kosake empfängt sie mit gezogenem Säbel und Kolpack mit einer tiefen Verbeugung und einem höllischen: Guten Morgen, Herr Fischer!

Ein Wiener Damenklcidcrmachcr fertigt Diebsfallen an. Mit einer solchen in ihrem Ucberrock angebracht, ging eine ältliche Frau am Ostersonntage in den Prater. Bei dem Zurückgehcn gerieth sie in ein Menschengewoge ; schnell benutzt dies ein Taschendieb, um ihr Portcmonnais zu nehmen, allein die Tasche mit der Diebsfalle ließ die Hanv des Gauners nicht mehr lo«. Unter heftigem Gelächter per Promeiiirenren wurde der Dieb verhaftet. Daß die Falle gehalten hat, ist kein Wunder; aber daß der Ueberrock gehalten hat, das ist ein Wunder.