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Statu anni nornialis und der« dermal-rechtmäßig hergebrachten Besitz-Stande unverrückt, und ohne die mindste Beschrenk- und Kränkung beibehalten und geschützt, folglich von dem ka- tholischen Herrn nicht das geringste unternommen werden, wo­durch die Evaeigelisch-iLuthetischeN Unterthanen und LandeS- Eingeseffene vel directe vel per ihdirectum in dem herge­brachten freien und öffentlichen Exercitio ihrer Religion cum annexis gehintert und beeinträchtigt werden. Zu welchem Ende alle Lutherische Einwohner in Städten, Flecken, Dörfern, Mülen, Höfen, Eiset und andern Werken überhaupt aber alle und jede Landes-Einwoner, so wie auch in Ausübung ihrer Religion und davon abbangenden Ceremonien und Ge­bräuchen, als in dem alleinigen Besitz und Genuß ihrer Kir­chen-, Pfarr- und Schulhäuser, Kirchen-, Pfarr- und Schul- güler, milden Stiftungen, Rechten und Gerechtigkeiten, Ren­ten und Gefällen und namentlich solcher, welche auS Unsern Recepturen bisher prâstirt worden oder künftig von Evange­lischen Landesherrn zu Gunsten des Evangelisch-Lutherischen Religionswesens bestimmt und ausgesetzt werden, gestört, und auf irgend eine Art, sie bestehe, worin sie wolle, darin beein- trächtiget sodann besagte Unterthanen bei der eingeführten Kirchenordnnüg und allen andern von Lutherischen Landes- Herrn und deren Consistorio gegebenen Verordnungen, welche das Evangelische Religionswesen, als: die Feier der Luthe­rischen Festtage, die vermischten Ehen und übrige Matrimo- nialsachen, die milde Stiftungen, Pfarr- und Schulsachen rc betreffen ruhig belassen, und darin nicht das mindeste abge- ândert werden, ferner die Lutherische Geistliche, Präceptores, Schulmeister, Organisten und Glöckner, bei ihren Besoldun­gen, Rechten, Freiheiten, juribus Stolae und Gebären, ohne einige Abänderung ruhig verbleiben und endlich von den luthe­rischen Kirchen-, Pfarr- und Schulgütern, Besoldung^ Stücken, milden Stiftungen nicht das mindeste entzogen, und weder zum Behuf des katholischen Religions-Wesens überhaupt, noch an katholische Geist- und Weltliche Personen insonderheit, ver­wendet werden solle."

§. 2. über die Ausübung der katholischen Religion lautet wörtlich wie folgt:

Obgleich unsere katholischen Untertanen da wo sie dar öffentliche Exercitium ihrer Religion vor jetzo und bis zu dem heutigen Tag rechtmäßig hergebracht haben, darinn kein Eintrag geschehen, sondern sie dabei, jedoch in der hergebrach­ten Maasse, und ohne die mindeste Extension, ungestört ge­schützt werden sollen, so versprechen und verordnen Wir je« dennoch hiermit, für Uns und alle Unsre Nachfolger.au der Re- i gierung, daß den Catholicis an Orten, wo sie dergleichen nicht hergebracht, weder die Erbauung eigener Kirchen, Schu­len, Klöster, Kapellen, HoSspitäler und Armenhäuser, noch die Annemung eigener Geistlicher und beständiger Schul­meister ( wovon Wir also die sogenannten Winterschul­meister, welche unter Genemigung Unsrer Beamten auf kurze Zeit angenommen werden, ausdrücklich ausnemen), ingleichen keine Processiones mit und ohne des Venerabile, welches auch nicht einmal bei Providirung der Kranken, eS wäre dann rechtmäßig hergebracht, öffentlich getragen werden darf, weni­ger nicht keine Wallfarten, Kirchhöfe, Bilder und Kreuzen ge­stattet, nirgends, und unter keinerlei Schein oder Vorwand, das vieler Orten große Unruhen erregte Simultaneum Ca- tholicum eingefüret solchen nach den Catholicis nichts, wodurch der Status religionis evangelicae auch nur in dem geringsten Teil, geändert oder alterirt, dagegen aber das Exercitium religionis Catholicae extendirt, oder auf irgend eine Art das katholische Religions-Wesen begünstigt und ge­bessert werden könnte, FUgèKaüden werden solle.

Zu §. 3. (über die dem katholischen r e g i e r e n d e n Für­sten zugestaudene Religionsübung) heißt es:

Gleich wie jedennoch einem zur katholischen Religion ; übertretenten Landesherrn eines protestantischen Landes, ! nach dem obgedachten Westfälischen Friedensschlüsse, vergönnet ist, einen Hofprediger seiner Religion in seiner Residenz zu haben: also lassen wir es auch, wie billig, hierbei, doch ; mit der Reichsgesetzmâßigtn Limitation, bewenden, daß

I. der Hofprediger kein Ordens - sondern ein Weltgeist.

tiefer und daneben ein verträglicher Hkann, auch in Causis säecularibus der Jurisdiction U r« Hofgerichts unterwor­fen fein:

IL feine eigene Hoskapelle erbaut rc. 111. nur allein die fürstlichen Personen, und diejenigen-, welche in wirklichen Hof- diensten und Besoldung stehen, den katholischen Gottesdienst, in dem dazu aptirten Zimmer des Residenz-Schlosses besuchen dürfen rc. IV. Es sollen nicht weniger in mehrgedachtem zu einer Schloßkapelle dienenden Zimmer keine Actus parochia- les als nur in Ansehung solcher Personen, welche in dem Schloß selbst wohnen, verrichtet werden rc.

Wichtigere Bestimmungen enthält noch §. 5.

Wir verbinden anbei einen jeden künftigen katholischen Landesfürsten dahin, daß er sämmtliche gegenwärtige und künf­tige Ober- und Unter*Collegia des Landes, als: die Regie- rung, das Hofgericht, Consistorium, die Rcntkammer, das Ober Forst Amt, die Ober- und Unter-Aemter, Polizei- Stadt und Dorf-Gerichte , und alle andere, wie sie NaMen haben mögen, ingleichen die Forst, und Jagd-Bedienstigungen, Land, und Waisen Schreibereien, Landpbysikate und Chirurgikate, das Land Kommissariat, die Militär-Chargen bei dem Kreis- Kontingent, die Rentei-, Kellerei-, und alle übrige Bediensti. gungen außerhalb den Collegiis, folglich auch die Gesandt­schafts-Stellen, Agentien rc. (wovon jedoch Unseres Hauses in verschiedenen Städten Frankreichs angestellte Advocaten und Procuratores, ingleichen desselben Charge daffaire an dem königlich französischen Hofe, in dem Fall, wenn königl. fran­zösische Untertanen dazu bestellt werden, ausgenommen sind) mit keinen andern als der Evangelisch Lutherischen Religion zugetanen redlichen qualificirten und wo möglich i m Land gebürtigen Personen, besetzen, und denjenigen Bedienten, welcher während seiner Dienstzeit die lutherische Religion ver­lassen wird, alsogleich seines Dienstes entlassen, widrigenfalls ein solcher von keinem ganbeS»Collegio oder sonsten jemand, weiter für einen wirklichen Diener erkauut und geachtet wer­den solle. Und ob es sich gleich von selbst versteht, daß eines katholischen Landesherrn und der Seinigen wirkliche Hof-Be­diente, der katholischen Religion zugetan sein, auch in pur katholische Ortschaften keine andere als katholische Orts-Vor­gesetzte angenommen werden können, so sollen gleichwol in untermischten Dörfern, wenn sich gleich nur einer oder etliche der Protestantischen Religion zugetane Einwohner daselbst be­finden , diese der ohnehin vorliegenden Observanz zufolge, zu Vorstehern desselben Orts vorzüglich bestellt, übrigens auch denen in der Evangelischen Religion grbornen Vater. oder Mutterlosen Kindern, keine andre Vormünder und CuratoreS als von der nämlichen Reljgion, gegeben werden.

Aus diesem Gesetze will ich nur noch Weniges über die Stellung des Konsistoriums, welches in dem angenommenen Falle für selbstständig erklärt wurde, hier anführen. (Forts, f.)

Ventschland

^ Wiesbaden, 25. April. Dem Vernehmen nach ^beabsichtiget die Herzog!. Landesregierung dem dießjährigeu Landtage einen Gesetzentwurf über die Wiedereinführung der Todesstrafe vorzulegen. Obwohl die Literatur über die Todes­strafe auf dem Gebiete der Philosophie, als auch des Crimi- ualrbâ eine sehr reichhaltige ist, und die vorigen Verband^ luiigen in den Würtembergischen Kammern, insbesondere die darin über die Wiedereinführung der Todesstrafe erstatteten Berichte eine genaue und gründliche Zusammenstellung der Ergebnisse der Wissenschaft darüber enthalten; so hat sich die Herzog!. Regierung dennoch bewogen gefunden, die Herzog!. Obergerichte zum Gutachten über die Wiedereinführung der Todesstrafe auszufordern, mit weiter Verfügung man sich vollkommen einverstanden erklären muß, wenn auch nicht zu erwarten steht, daß dadurch neue theoretische Ansichten zum Vorscheine kommen werden.

4 Limburg, 25. April. Seitdem das Vermögen des hiesigen Seminars einer Art Sequester unterworfen worden ist, hat die Redaction desUnivers" dem Herrn Bischof neuerdings die bedeutende Summe von 3000 Frcs. zur Ver­fügung gestellt, um den Anfo.derungeu der gegenwärtigen

Lage in fiuauzieÜer Hinsicht um so leichter genügen zu kön­nen. Es gcht daraus hervor, wie die kirchlichen Verhältnisse Nassaus ein Gegeustaud besonderer Anfmerksamkeir der fran­zösischen Katholiken sind.

^ Bad Ems, 25. Aprkk. In den beiden letzt ver­flossenen Nächten war es hier so kalk, daß es gefroren hat. Der ganze April hatte sich durch das herrlichste Wetter aus­gezeichnet, so daß wir schon im Schatten 19 und in der Sonne 30° R. hatten. Alle Gärten , alle Felder waren be. stellt; es waren die schönsten Hoffnungen vorhanden. Zur rechten Zeit kam ein tüchtiger Regen; Wald und Feld waren grün; aber mit dem Regen kam ein starkes Gewitter, wo »ach es kühl wurde. In der verflossenen Nacht aber trat eine plötzliche Kälte von 3® N. ein, so daß alle Gärten und Kleefelder schwarz erfroren sind, und von den kleinen Pflänz­chen auf dem Felde nicht viel mehr übrig ist. (Hier in Wiesbaden waren vorgestern (24.) Moi gens 6 Uhr 2° Wärme, Abends 11 Uhr 2° Kälte, gestern Morgens 6 Uhr stand bad Thermometer auf dem NuUpunck, stieg bis 8 Uhr auf 2* Wärme, heute Morgens hakten wir 5® Wärme.)

ÄNmnz, 25. April. Gestern Abend fand in den Räu- men des hiesigen Civilcasino's zum Hofe Gutenberg das schon früher angekündigte Ballfest statt, weiches von dem Offizier, korps der hier garnisonircuden k. k. österreichischen Truppen zur Feier der Vermählung Sr. Maj. des Kaisers Franz Joseph veranstaltet worden war. Die größte Auszeichnung wurde dem Feste durch die Anwesenheit Sr. k. Hoheit bei Großherzogs nebst Höchstdcffen Gemahlin, so wie Ihrer großh. Hoheiten der Prinzen Karl und Emil und Sr. Hoheit des Herzogs von Nassau zu Theil, welche sämmtlich in österreichischer Uniform erschienen waren. Unter den frem­den und ausgezeichneten Gästen sind besonders hervorzuheben der k. f. österr. Bundespräsidialgesandte Frhr. v. Prokcsch- Osteu, der k. k. General v. Schmerling, der k. preuß. General und Festnngscommandant Herwarth v. Bilten- selb, Graf Isenburg, die Minister v. Dalwigk und v. Schenk, die großh. hessischen Generale v. Bechtold und v. Trotha, Hofmarschall Frhr. v. Dörnberg, bei kurfürstlich hessische Minister Hassen pflüg rc. Die Ossi- ziere' der hiesigen Bunbesgarnison waren zum größten Theile anwesend; die verschiedenen Garnisonen des Landes warm durch zum Theil sehr zahlreiche Deputationen vertreten, eben so die fön. bairischen, die nassauischen und frankfurter Trup­pen; auch englische Uniformen bemerkte man in dem großen und glänzenden Eickel.

Dr. Eberts vou Worms, früher Redacteur ber bert erschienenen ZeitungNeue Zeit", ber hier seine Haft ab­büßt, hat bei unserer Staatsregierung ein Gnadengesuch ein* gereicht.

Nürnberg, 18. April. Auf Veranlassung des k. Ge­neraladjutanten Generallienlenant v, Hailbronner wurde heute eine von dem pensiouirten Hauptmann Hrn. Bauer erfundene ambulante Küche (Kochmaschine) erprobt. Heute Morgen marschirte eine Truppe von etwa 160 Mann? wovon (ab­wechselnd) zwei Mann die angefeuerte KochMlMkw trugen;- die Straße nach Erlangen entlang. In kurzer Zeit, in nicht ganz zwei Stunden, war das Essen während des Marsches (mit einem Holzkohlenaufwand von nur 3 fr., berechnet für ungefähr 12 bis 16 Mann) bereitet. Die Probe soll voll­kommen gelungen fein.

Altenburg, 22. April. Heute wurde dahier die Ber- mähluug deS Erbpriuzen vou Anhalt-Dessau mit der Prinzes­sin Antoinette von Sachsen-Altenburg vollzogen.

Minden, 23. April. Heute Vormittag wurde auf dem hiesigen Bahnhöfe ein Beamter der österreichischen Bank zu Krakan, Namens Marco in, der mit bedeutenden Summen flüchtig geworden war, verhaftet. Derselbe führte außer sehr werthvollcu Effecten und einer sehr eleganten Garderobe nur 118 Thlr. baares Geld bei sich, so daß zu vermuthen siebt, daß er die veruntreuten Gelder nach Paris, wohin seine Ab­sicht ging, vorausgeschickt hat. Bei ber Visitation des Flücht­lings fand man bei demselben einen circa 1% Fuß langen Dolch in den Unterkleidern, sowie ein doppelläufiges Terzerol

GotteSwillen, Herr Pfarrer, wo bleiben Sie? Die Gemeinde wartet!"

Ohne ein Wort zu sagen, flieg der Pfarrer von seinem Tisch herab , dem Schulmeister voran in eie Kirche und auf die Kanzel. Seine Predigt, die er mit zitternder Stimme begann, wurde bald so iräftig und salbungsvoll, daß die Gemeinde sein Zögern vergaß, bis sie auf dem Nachhauseweg die Köpfe wieder darüber zusammensteckte.

iForifetzunn folxj )

Fahrt und Ankunft der Kaiserbraut.

Wien, 22. April.

Schon in früher Morgenstunde wogte heute in Linz eine unabseh­bare Menschenmenge nach dem Landungeplatze der österreichischen Dampfboote, wo das majestätische SchiffFranz Joseph" in vollem Flaggenschmuck prangte. Es war bekannt gehörten, daß die durch­lauchtigste Kaiserbraut schon um 8 Uhr Morgens scheiden werde. Eine ganze Flotte von festlich geschmückten Dampfern wiegte sich heute Früh am Quai in Linz auf dem Donauspiegel , als sich die hohen Reisen­den an Bord begaben. Der Enthusiasmus der Bevölkerung steigerte sich bis zum höchsten Puncte, als sich die edle Gestalt der dnrchlauch- tigsten Prinzessin Elisabeth am obersten Berdeck zeigte und von den Bewohnern der Hauptstadt Abschied nahm. Tausend- und tausend­stimmiger Zuruf erscholl von den Ufern. Die Kaiserbraut grüßte nach allen Seiten freundlichst; Sie schien von dem enthusistischen Jubel, der kein Ende nehmen wollte, sehr ergriffen zu sein. Die Anker des DampfersFranz Joseph" waren gelichtet, nm das prachtvolle Fahr- zeug setzte sich in Bewegung, anfangs langsam, gleichsam um die Scheidende nicht allzu rasch den Augen der ihre zukünftige Kaiserin mit Liebe und Stolz betrachtenden Bevölkerung zu entführen. Aber schon nach wenigen Rotationen hatte das Schiff weit auögchölt und entschwand bald im raschem Lauf.

Auch die Reise von Linz abwärts glich einem Triumphzug. Ueberall festlich geschmückte Ortschaften, überall die auf's Freudigste erregten Einwohner am Iber harrend, die Schuljugend und an deren Spitze die Geistlichkeit, die Beamten und Gemeinrevorstände, rie vereint ihre innigsten Segenswünsche der hohen Braut nachsancren.

Um 3'/, Uhr erschien St. Majestät mit Ihren T. k. Hoheiten den

durchlauchtigsten Eltern und Brüdern in der Triumphhalle am Lan­dungsplätze in Nußdorf. Dieselve war mit eben so viel Geschmack als Reichthum im großartigsten Maßstabe aufgeführt, und gewährte, namentlich vom Strome aus gesehen, einen überraschenden Anblick. Der ganze Bau, dessen mittleren Theil eine Haupttrininphforte bildete, erhob sich kühn, von schlanken blauen Säulen getragen, nach Außen geziert mit den Wappenschildern von Oesterreich und Baiern, und über dem Bau flatterten die Farben der Häuser Habsburg und Wittels- dach und die östeireichischen Landesfarden. Die Triumpdhalle war auf beiden Seiten mit Tribunen abgeschlossen, die gegen einander ge­kehrt, einen freien Platz förmirte», durch dessen Mitte von den Stu­fen der Halle herab der mit Teppichen belegte Weg zur Landungs­brücke führte.

ES war über 4 Uhr, als Freudensign le am andern Ufer das Nahen des Dampfbootes verkündeten. Bald wurden die Schiffe von Weitem sichtbar und der mitten im Strom vor Anker liegende Dampfer Albrecht" gab das Signal. Sc. Majestät der Kaiser war nun mit Ihren k. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Eltern und Brüdern herad- gekommen an die Stelle, wo das S. 'ff anlegen sollte. Noch ein Augenblick, und der majestätische DampferFranz Joseph" zeigte sich am Landungsplätze; in imposanter Ruhe schwamm er vorbei. Es wäre ein vergebliches Bemühen, den Eindruck zu schildern, der sich in dem Augenblicke der am Landungsplätze Harrenden bemächtigte, als sich Prinzessin Elisabeth auf der Gallerie zeigte im Glanze ihrer An­muth und unter dem tausend- und tausendstimmigen Jubelrufe sich überall hin verneigend, für den herzlichen Empfang auf das freund­lichste dankte. Der Dampfer war eben so rasch'als er gekommen, dem Bereich des Landungsplatzes wieder entschwunden.

Ihm solgte gleich darauf das DampfbootHermine" mit der Deputation reS LandcscollegiumS von Linz. DerFranz Joseph" machte weiter unten an der Brigittenau Rondeau und näherte sich jetzt unter endlosem Jubel abermals dem Landungsplatz. Die durch­lauchtigste Braut stand nun auf dem obersten Berdeck, umgeben von ihren Ellern und Geschwistern. DaS Schiff legte an, senkte die Anker und gleich darauf fiste Se. Majestät, gefolgt von den durch­lauchtigsten Eltern, die obere Verdcckt-eppc hinan der Braut ent­gegen Ein Kuß und Händedruck der Moment ist nicht zu be­schreiben.

Manch' Auge sah man naß ^- und als namentlich Bater und Muster die Tochter bewillkommten, ergriff alle in der Nähe Anwesen-

ten eine tiefe Rührung. Nach geschehener Begrüßung verließen die hohen Reisenden cas Schiff, Sc. Majestät Vie Braut am Arm voran, gefolgt von den Eltern und Geschwistern. Am Lande stellte Se. Maje­stät den hochwürrigsten Erzbischof 'von Wien, Othmar Ritter von Rauscher, den Statthalter von Niederösterreich, Dr. Emminger, den Bürgermeister Wiens, Dr. Ritter von Seiler, der durchlauchtigsten Braut vor und begab sich sodann über die Estrade zu den Wägen.

Um 4 Uhr setzte sich ter Zug von Nußdorf aus in folgender Ord­nung in Bewegung: im ersten Wagen laßen Sc. Majestät der Kainr mit Sr. k. Hoheit Herzog Mar in Baiern, im zwcilen, mit vier Schimmeln bespannten zugeschlvssencn Wagen folgte die durchlauchtigste Kaiserbraut mit Ihrer f k. Hoheit Erzherzogin Sophie, im dritten Ihre k. Hoh. Herzogin Louise mit Sr. k. k. Hoh. Erzherzog Fra»! Karl, und dann die übrigen anwesenden Mitglieder der k. k. Familie. Der freudige Zuruf, mit welchem die hohen Herrschafteu bei ZE Erscheinen begrüßt wurden, fand während der Fahrt sein schattenden Echo von tausend und tausend Stimnien. Die lange Strecke, welch der Zug bis Schönbrunn zurückzulegen hat c, war sowohl von -en Gemeinden als Privaten sinnig und der Feier würdig ausgtschmu^

Die Ankunft in Schönbrunn erfolgte nach halb'6 Nhr; be"»» nach 3 Uhr hatten sich die übrigen in Wien befindlichen Mitgttcok der kaiserlichen Familie, von denen mehrere einzig zu der bevorstcvem den Feierlichkeit nach Wien gefommen , allmälig allvort veisamen» die greifen Erzherzoge, Johann, Ludwig Maximilian hatten sich " die jüngern Glieder des Kaiserhauses eingefunlen und harrten v Meldung über das Nahen des kaiserlichen Zngcs; auch im Borom drängte sich eine zahlreiche Menschenmenge in gespannter Erwartung Endlich eilten die versammelten hohen Herrschaften zum ^EâNge Kommenden an den Fuß der Freitreppe; bald rollten die Wagen den Vorhof und Se. Majestät der Kaiser führte sodann ^m/. an der rechten Hand die mit den hcrlichstcn Gewächsen gestymu Trcppe hinan, gefolgt von den sämmtlichen Prinzen und yrimeuin - und laut und jubelnd vom Volte begrüßt, das in seinem nkUvM Ungestüm beinahe die Militärspalicr durchbrach und lodann m Garten in der Hoffnung strömte, das hohe Brautpaar am d ansichtig werden zu sönnen ; diese Hoffnung wurde jedoch Nllyt c i - da in den Gemächern drs kaiserlichen Schlosses auf kurze Cr# großes Familiendiner folgte : die Sereuadc aber, welche in ., Stunde ter durchl. Bram durch vier Militär-Musikbandcn bei g ' ger Witterung gebracht werden sollte, hielt sie Menge wie fcftg ^