über da» Vermögen der Kirche verfügen und der Kirche ihr desfallsigeS Recht entziehen wollen. Sollten Geistliche die berührte weltliche Verordnung schon vollzogen haben, so werden sie aufgefordert, sofort der weltlichen Stelle zu erklären, daß sie dem Rechte der katholischen Kirche auf Verwendung und waltung ihres Vermögens durchaus nichts vergeben wollten. In allen das Recht der Kirche berührenden Fallen haben die Decanate und Pfarrämter vor dem Vollzüge weltlicher Anordnungen in Hinkunft Unsere Weisung einzuholen. Dies ist schleunigstmöglickst allen Pfarrämtern des Capitels gegen anher vorzulegende Bescheinigung mitzutheilen, über den Vollzug dieser Verordnung genau zu berichten, und Zuwiderhandelnde sofort anher anzuzeigen, (gez.) t Hermann." — Bei Pustet in Regensburg erschien so eben eine Epistel an die badische zweite Kammer von einem Alt-Constitutionellen, (der oberrheinische Kirchenstreit in der zweiten badischen Kammer) die wir der Beachtung unserer Leser empfehlen wollen. Der badische Kirchenstreit ist darin seinem ganzen Verlaufe nach, bis auf die neuesten Vermittelungs^Versuche, über die sich der Verfasser sehr unterrichtet zeigt, dargestellt, und schließlich bewiesen, daß es hauptsächlich die badische Abgeordneten- Kammer ist, welche, durch ihre Adresse, den gewünschten Vergleich im Frieden vereitelte. ,
Hb" Die „Weser Zeitung" bringt in ihrer Nummer 3220 einen Artikel, der unverkennbar Zeugniß gibt von dem gewaltigen bei ihr und Blättern ähnlicher Richtung, die noch jüngst in Katholikenfresserei lustig geschwelgt, urplötzlich ein getretenen Katzenjammer. Dieser wehmüthige Erguß lautet:
Frankfurt, 10. April. Ueber den Stand der ultramontanen Wirren (sic!) bleibt nur zu berichten, daß die einzelnen Regierungen sich zum Rückzüge anschicken, und die Hierarchie Sieger zu werden scheint. (Wirklich? Die Weisheit kommt etwas spät; dieser Ausgang war von Anfang auch ohne prophetische Begabung unschwer er- kennbar!) Vergebens waren zunächst alle Bemühungen, doch wenigstens ein gemeinsames und einheitliches Zusammengehen zu erreichen. Jede der betheiligten Staatsregierungen operirt auf eigene Faust. In Baden hat man den Grafen L e i- ningen in Begleitung eines Subalternen - Beamten nach Rom geschickt, und verlangt nach Zurücknahme der bekannten (nur bekannten? welch' andere Beiwörter würde die Weser Zeitung dieser Verordnung gegeben haben, wenn dieselben gegen ihre Parteigenossen zur Anwendung gebracht worden wäre?) Verordnung vornehmlich nur die Ernennung eines CoadjutorS an die Stelle des Hochbejahrten, sehr hartnäckigen (ja wohl, justi tönax!) und den Einflüssen desHrn. v. Kettel er unbedingt zugänglichen (also doch nicht hartnäckigen!) Erzbischofs von Vicari. Eine weitere Forderung ist die Rücknahme der gegen den Oberkirchenrath verhängten Exco mm uni cation (nach einer Mittheilung des Fr. J. fühlen ja die Excommunicanten in ihrer Lage sich sehr bebaglich!) Ebensowenig scheint Württemberg die günstige Lage der Sache benutzen zu wollen, die Mißbilligung aller gebildeten Katho- liken (man kennt die Sorte!) in Anschauung der hierarchischen Forderungen, die gedrückte (!) Lage des Papstes, der von politischen und kirchlichen Besorgnissen ziemlich niedergebeugt sein soll. (Wie ritterlich! Hat etwa die Kirche die gedrückte Lage der „Regierungen benutzt", als dieselben durch den Aufruhr mehr als „niedergebeugt" waren, hat sie dieselben in der Zeit der Gewährung aller Forderungen etwa auch mit den ihrigen gedrängt, hat sie nicht vielmehr damals den ^Regierungen als treuester, muthigster Kampfgenosse zur Seite gestanden in dem edlen Vertrauen, daß man nach errungenem Siege der Kirche freiwillig das gewähren werde, was sie als ihr gutes Recht beanspruchen kann, bdt sie nicht erst nach dem Entschwinden jeder Hoffnung auf friedliche Vereinbarung dem höheren Gebote folgend, den Kamps mit der wiedererstarkten Bureaukratie begonnen?) Man will — schließt der Artikel — Ruhe haben, so ziemlich um jeden Preis! (Man scheint in der inneren und äußeren Constclla- tion guten Grund zu diesem Wunsche zu haben).
Berlin, 16. April. Der preußisch-österreichische Vertrag mit seinen Separatbestimmungen wird, wie die Verhandlun
Kriegsschauplatz r alle drei rüst.
folge heute Brody passirt, um sich auf den zu begeben.
Triest, 11. April. Der Ankaufspreis fü
Kriegsschiffe betrug 140,000 fl. in Silber, womit sie natürlich lange nicht bezahlt sind. Die Schiffe werden von nun an die griechische Flagge führe». K
AuS sicherer Quelle erfährt die Triester Zeitung, daß die durch mehrere Blätter gegangene Nachricht, der Kaiser von Rußland habe dem Fürsten von Montenegro den Auftrag zum Beginne der Feindseligkeiten gesendet, ganz unrichtig sei und daß im Gegentheile die von St. Petersburg den Montenegrinern in neuester Zeit ertheilten Rathschläge die Aufrecht- baliung bei Friedens und der strengsten Neutralität bezwecken.
Mit dem von Dalmatien kommenden Dampfer sind hier 35 ausgewiesene Montenegriner, Männer, Frauen und Kinder »gekommen. (Neueren Nachrichten zufolge find dieselben nicht ausgewiesen, sondern wandern nach Serbien aus.) *
Frankreich
PariS, 17. April. Der Herzog von Cambridge, dem der Kaiser und die Kaiserin heute noch einen Ball geben, ; wird erst bis Dienstag Paris verlassen. — Prinz Napo- : leon ist am Samstag in Begleitung des türkischen Gesandten | von Marseille nach Toulon abgereisl, um sich dort endlich ! nach dem Orient einzuschiffen. Der Prinz, welcher gern in s Politik zu machen scheint, hielt bei einem zu Marseille ihm gegebenen Festesten eine Rede, in welcher er sich dabin äußerte, daß das schwarze Meer für alle Völker frei und offen werden s und daß der Sieg dem Handel und Verkehre zu gute kommen müste. Die Rede hat überall großes Aufsehen erregt, j — Nach Berichten des Moniteur auS Shra vom 8. d. find die aufständischen Griechen zu Armiro geschlagen worden und |
haben in diesem Gefechte 300 Mann verlöre«. Unter den |
Führern herrscht die größte Uneinigkeit und ei klagt — ein schlimmes Zeichen! — jeder über Verrätherei des Andern. f Die französische Armee deS Orients wird nun bestimmt auf , 100,000 Mann gebracht. Das 7. Dragoner- und aus 9. Kurassierregiment habe» die Weisung erhalten, sich marschfer- ig zu halten.
Es circuliren wieder Gerüchte von einer MinistercrisiS und wirklich soll Herr v. Persigny als Minister bei Innern nicht mehr so fest stehen, wie früher. — Herr v. Lamartine hat von dem Großwessier, seinem Freunde, einen langen Brief über die Vorgänge im Orient empfangen. Wie Alles, was wir seit längerer aus Constantinopel erhalten, lautet auch dieser Brief nicht eben ermuthigend. Der Freund des Hrn. Lamartine hält die bis jetzt von England Frankreich ergriffenen Mittel für völlig unzureichend. Unzureichend erscheinen ihm namentlich die zur Hülfe gesendeten Truppen und er erklärt ohne Zögern, baß das Drei- und Vierfache nicht über- 1 flüssig wäre. Allmälig fängt man auch im Publicum an nüchterner zu werden, einen Krieg vor sich zu sehen, der sehr lange dauern und sehr kostspielig sein werde. Zu dieser Aussicht gesellt sich die Furcht vor abermaligem Mißwuchs und sicherlich-, wenn jemals , war die Fastenzeit dieses Jahr ein wirkliches Fasten. Der Enthusiasmus findet sich nur in den RegierungSjournalen. Legitimisten, Fusionisten, Orleanisten, Republikaner stehen auf der Wacht und sind der Regierung nicht freundlich. Die Masten aber blieben bis jetzt völlig theilnahmlos. Wo will man also die Helden von der Moskwa noch suchen?
Die Ratificationen der Convention von 1852 und bei Vertrags vom letzten 27. Febr. zwischen Frankreich und Belgien sind gestern in Brüssel auSgewechselt worden. — Die Commission des gesetzgebenden Körpers für die Prüfung bei Budgets von 1855 hat ihre Arbeiten bereits weit gefördert. Sie hat den Baron Paul von Richemont zu ihrem Berichterstatter ernannt.
Die „Patrie" schreibt: Einem Schreiben aus Berlin zufolge, welches wir durch die Corresponbeiiz Havas erhalten, wird der Großfürst-Thronfolger sich nächstens nach Deutschland begeben und dort einige Zeit verweilen, Anfangs in Berlin, später in Darmstadt.
DaS Haus Rothschild hat für die Uebernahme bei tür»
gen jetzt sieben, jedenfalls in dieser Woche noch ratistcationS- reif. Nichts desto weniger dürfte Baron v. Heß zur Berathung in militärischen Angelegenheiten auch dann noch länger hier verweilen.
Am 13. d. M. erfolgte die criminalpolizeiliche Verhaftung eines der ältesten und geachtetsten Richterlichen Beamten der Stadt zu melden. Derselbe erfreute sich des besondern Vertrauens bei der Regulirung von Nachlaßverwaltungen und soll, während er in seinen ANitsverhältnissen die größte Pflichttreue bewahrte, sich in dieser Privatbeschäf- tiguug erhebliche Veruntreuungen haben zu Schulden kommen lassen. Dieses beklagenswerthe Ereigniß hat begreiflicherweise in der Stadt die höchste Sensation erregt. Der betreffende Justizbeamte hat stets einen mäßigen besonnenen Lebenswandel geführt, war dennoch aber schon seit längerer Zeit in Vermögensverfall gerathen. Man glaubt deßhalb, daß sich derselbe durch unglückliche finanzielle Speculationen zu Grunde gerichtet habe. Die Höhe des Defects soll augenblicklich noch nicht festgestellt sein.
An der Festung Posen sind die Arbeiten wieder eifrig in Angriff genommen worden, und man hofft im Verlaufe deS Sommers mit den Außenwelten an der Warthe fertig zu werden. Auch an best Fort Bohen wird anhaltend gebaut. Oberst von Wangenheim Hal die schlesischen Festungen inspicirt nnb begibt sich zu demselben Zwecke in die Pro- vinz Sachsen.
Wien, 16. März. Von Seite bei kaiserl. Handelsministeriums ist jetzt eine vom 7. d. Mt». datirte Weisung an sämmtliche f. k. Consularämter ergangen, die in Holge bei erfolgten Beitritts der im Zollverein mit Preußen befindlichen deutschen Staaten, also der Königreiche Bayern, Sachsen, Württemberg und Hannover, ferner der beiden Hessen, von Baden, der Staaten deS thüringischen Zoll- und HandelS- vereinö, Braunschweig, Oldenburg, Nassau, Frankfurt a. M., Luxemburg, der anhaltischen, waldeckischen lippeschen und reußischen Fürstenthümer und der Landgrafschaft Hessen-Homburg zu dem zwischen Oesterreich abgeschlossenen Zoll- und Handelsvertrag vom 19. Februar 1853 verfügt, daß ebenso, wie es mittelst der am nämlichen Tage, den 7. April, ergehenden Circularweisung hinsichtlich der königl. preußischen Unterthanen verordnet wird, die sämmtlichen f. k. Consular« â in ter hiermit angewiesen werden, sofort diejenigen Unterthanen der genannten deutschen Staaten des Zollverein-, welche in Ermangelung eines Consuls d,r betreffenden Regierung ihren Beistand ansucken, in derselben Weise sich anzunehmen , wie ihnen das durch die Consularinstrutlion, und sonstige Dienstvorschriften in Bezug auf die kaiserl. königl. österreichischen Unterthanen zur Pflicht gemacht ist. Kommen dabei solche Amtshandlungen vor, für welche der in Kraft stehende Tarif Gebühren bewilligt, so sind die tarifmäßigen Gebühren auch von den Unterthanen der genannten Staaten zu erheben. Ueber Kosten und Auslagen, welche den k. t. Consularorganen im Interesse der Unterthanen der gedachten Staaten -erwachsen-, und für welche nach den österreichischen Consularnormationeu eine besondere Vergütung zulässig ist, sind besondere Liquidationen unter Beifügung der nöthigen Belege dem Handelsministerium einzureichen, damit wegen der Wiedereinbringung das Nöthige veranlaßt werden könne.
Der Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Glücksburg ist gestern hier durch nach Venedig gereist.
Die Vermählungsseier des Erzherzogs Carl Ferdinand mit der verwittweken Erzherzogin Elisabeth v. Este, wird hier am 18. in der Hofburgcapelle in aller Stille vor sich gehen. i Galizien, schreibt der „Sch. M.," in seiner langgestreckten ; Gränze gegen Rußland ist bis jetzt für eine etwaige Spannung Oesterreichs mit Rußland nicht vorgesehen. Es stehen im Ganzen höchstens 30,000 Mann im ganzen Lande; es sind also bis jetzt gar keine besondern Maßregeln getroffen worden, die doch offenbar eintreten müßten, wenn man auf Feindseligkeiten gefaßt sein müßte.
Nach einer aus Czernowitz gestern hier eingetroffenen telegraphischen Depesche hat Fürst Paskie witsch mit Ge
Aristokratie aufdeckt. Der Herzog von Manchester, dessen Ahnherr 1719 als Richter in das Oberhaus kam, hatte feine nicht glänzenden Vermögensverhältnisse durch die Berbeiratvung mit einer reichen Erbin, Tochter bei General Sparrow, verbessert. Kraft der freien DiS- Position, die seine Gemahlin über ihre ausgedehnten Besitzungen in Irland hatte, errichtete sie im Jahre 1843 ein Testament, das die Güter dem ältesten Sohne vermachte, aber mit Auszahlungen an seine Geschwister bis zum Belauf von 40,000 Lv. belastete. Einige Jahre später wurde sie gefährlich krank und nach ihrem Tode 1848 kam ein zweites Testament zum Vorschein, das die Bestimmungen des ersten wesentlich änderte, die Auszahlung der jüngern Kinder von dem Belieben des Herzogs abhängig machte und ihm über einen Theil der Güter, der 14,090 8. Revenüen bringt, ganz freie Verfügung gibt. Anfangs machten alle vier Kinder Miene dieses Testament nicht anerzukennen; der älteste Sohn Lord Mandeville besann sich aber anders, als ihm »achgewicstn wurde, daß es zufolge desselben bei seinem Vater stehe, ihm die Auszahlungen zu ersparen. Der Herzog verveirathetc sich bald darauf zum zweiten Male und machte, gestützt auf spätere Testament, Ehepaeten zu Gunsten der Kinder zweiter Ehe. Die drei längeren Kinder scheinen nicht die Lust oder die Energie gehabt zu haben, etwas zu unternehmen; aber ihre mütterliche Großmutter nahm sich ihrer an, und die Haltung dieser 80jährigen Dame Ladp Olivia Sparrow ist die außerordentlichste Erscheinung in dem Processe. Mil einer bewunderungswürdigen Mischung von Anstand und Schonung in bet Form und von Entschiedenheit'in der Sache. !>at sie ihren Schwiegersohn. den Herzog, vor Gericht geschleppt und den Herzog bei Errichtung des zweiten Testaments enthüllt. Der Haushofmeister und ein Arzt, D. Verity, die beiden Mitschuldigen bezeugten zwar, daß die Herzogin dispositionsfähig gewesen, aber durch die Kammerfrau und die Krankenwärterin ist erwiesen, daß sie, längst an einem körperlichen Nebel bettlägerig, gegen das Ende ihres Lebens vollkom- men gestört und unmittelbar nach der Unterzeichnung des Testaments tn ihr gewöhnliches blödsinniges Lacken ausgebrochen war. Die Sache wird dadurch noch widerwärtiger, daß btt Herzog sic durch Vorlesun- flfn aus theologischen Schriften zu dem Act vorbereitete, durch kcn ihre Kinder gegen die Kinder der künftigen Frau zurücksetzen sollte. Das Verbiet über die Gültigkeit des zweiten Testameiitö wird "großer Spannung erwartet.
Zu Southampton sind am ?ten April zwei indische Gäste, Prinz Lholam Mahomrd nebst seinem Sohne, der Sohn und Enkel
deS bekannten Tippo Saib, angekommrn. Der Prinz, welcher frü- ' her Calcutta nie verlassen hat, ist nach England gekommen, um Pen- fions-Ansprüche zu Gunsten seines Enkels in Ordnung zu bringen. Er spricht geläufig Englisch. Seine Gesicktsbildung ist sehr eigenthümlich und hat etwas von dem jüdi'chen Typus an sich. Seine prachtvolle Kleidung hat einige Aehnlichkeit mit der eines hohen geistlichen Wür- , denträgcrS. Auf der Mütze strahlt vorn ein aus Diamanten bestehender Ring, wähend einen feiner Finger ein ungeheurer Smaragd schmückt. Während seines Aufenthaltes in Malta bat er einer Truppen - Revue beigewohnt, und, seltsam genug, eines der ersten Regimenter, welche vor ihm erereirten, war das 33ste, das an dec Einnahme von ©e« ringapatam Theil genommen und den Tov Tipps Sabi's Herbeige- führt hatte.
** (Eine bittere Pille für Eli hu Burrit.) Ist Kurzem sollen bei der Berliner Garnison Bersucko mit einer ganz neuen Art von Munition angestellt werden. Dieselbe besteht nämlich aus einer Hülse mit eiserner Kugel in der Form eines Eies, welche die Kraft besitzen soll, noch auf 400 Schritt einen Küraß zu durchlöchern, während sich bekanntlich die jetzigen Kugeln der Züubnadelgewehre, tu einer Entfernung von 200 Schritt auf ein solches Ziel abgeschossen, platlkrücken, ohne durchzudringen. Außerdem sind aber auch die hier in Rede stehenden Kugeln nur 17, Loth schwer, während die jetzt zur Anwendung kommenden Bleikugeln 2 Loth wiegen. Gleichzeitig kommt auch noch in Betracht, daß btt Eisenmunition bei ihrer Anwendung nur halb so theuer zu stehen kommen würee, als die Bleimunition, welche gegenwärtig im Gebrauch ist.
** Der Ofener Magistrat beabsichtigt Sr. k. k. Apostoltschen Maiestat zur Feier des Allerhöchsten Vcrmäblungssestes zwei Fässer mit zwanzig Eimern deS ausgesuchtesten Ofener Weines zum Geschenke zu machen. Eine eigene Commi'üon beschäftigt sich mit der Prüfung der vorzüglichsten Sorten, um hiernach die Auswahl zu treffen. Die Fässer werden vom Bindermeistcr Szabo verfertigt und enthalten je zehn Eimer. Auf dem einen wird der Name Sr. Majestät des Kaisers mit cer österreichischen, — auf dem anderen der der durchlauchtigsten Kaiserbraut mit der baicrischen Krone und einer passenden Inschrift in sehr zierlicher Weise angebracht.
♦* Das „Prairie - Journal" bringt folgende interessante Anzeige: „Der Häuptling der Haynsc bietet 1000 Pferde einem nfpectabkn jungen weißen Manne, der gut empfohlen ist und feine achtzehnjährige Tochter heirathen wolle ; er muß sich im Territorium der Indianer
nicderlassen und sich auf den Ackerbau verstehen, den er den Indianern lehren soll. Die Pferde sind 50—80,000 Dollars werth. Die junge Indianerin ist von mittlerem Wüchse, mit regelmäßigen Zügen, schwarzen Augen, gleichen Haaren, und starken Formen. Ihr langes Haar fällt auf ihre mit Korallen gezierten Schultern herab. Sie hat »irl Anstand trab Grazie!"
Charivari.
*• (Wie einem Gerichtsdiener ein Diebstahl octroyrt wird.) In Mecklenburg-Schwerin wurde neulich die Post bestöhle», und man hatte namentlich die Postbeamten wegen Rachlässigk it ober eines schlimmern in Verdacht. In diesen Tagen wurde nun der Versuch gemacht, der dem armen Postillon wenigstens zu Gute so nun eit dürste. ES sollte nämlich ermittelt werden, ob die Post wirklich im Fahren so seicht zu bestehlen fei, daß so wenig Passagiere als Postil- lon etwas davon merken. Post- und GerichtSbeamte vertraten die Stesse der Passagiere und saßen theils im Wagen, theils auf dem Bock. Ein auSgeiandter GerichtSdiener hatte die Rolle des Diebes übernehmen müssen, und das Resultat dieses Ermittelungsversuches fiel dahin aus, daß noch diesseits Friedrichsthal die Post nicht nur von allen Geldbeuteln, sondern auch vom Brief- Felleisen gänzlich befreit war, Hinter Lankow nämlich, wo die Chaussee ein wenig bergan geht, sst diese Beraubung-probe mit dem genannten Erfolge auSgeführt worden. Daß von der ganzen Procedur gebührendermaßen Notiz genommen. versteht sich von selbst.
Auch in Bremen hat die Pepita-Bcgelstcrung grassirt. Dke Tänzerin ist dort nicht blos mit reichem Gelde gelohnt, mit Ständchen geehrt, sondern das junge Bremen hat sogar die Pferde ihr« Wagèn» aus- und sich vorzuspannen beliebt. Bald nach jenem AnS- und Anspanucn kommt zu Dr. K , einem sehr geachteten und beliebten Bremer Ärzte, ein junger Mann, der über Blutspeien klagt. Ws- her haben sie es bekommen 2 fragte der Arzt. Vom Ziehen! antwortet der Gefragte. Vom Ziehen, von was für einem Ziehen ? — Run, Sie wissen ja, Hr. Doctor, wir haben den Wagen der Pepita gezs- gen. So! entgegnete der Arzt, dann beoaure ich, Ihnen sagen zu müssen, daß Sie die rechte Thur verfehlt haben. Sie irren Sich in meiner Person, ich bin kein Thierarzt.
