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und Fabrikwestli der Gegenwart hat einzelne Zünfte völlig auf's Trockne gesetzt. Am empfindlichsten hiervon ist in unse- rem Amte unstreitig das Gewerk der Nagelschmiede berührt worden. Schmitten, Arnoldshain und Reifenberg nähren sich von diesem Geschäft. Wer zum erstenmal diese Orte pasfirt, fühlt sich seltsam berührt von dem tausendfachen Gehämmer, das plötzlich die Stille des unmuthigen Weiltha- les unterbricht. Doch diese scheinbar fröhliche Geschäftigkeit hat einen sehr dunkelen Hintergrund. Die Leute quälen sich Jahr aus Jahr ein, hämmern früh und spät drauf los, schlep­pen unvernünftige Lasten Nägel in die nahen Städte, so daß oft mit 40 Jahren die Kräfte starker Männer gebrochen sind, und doch herrscht eine Armuth und ein Elend in diesen Orten, das unbeschreiblich ist. Die Leute verdienen nicht das trockne Brod. Ihr Gewerbe ist durch die Fabrikation der Draht­stiften total ruinirt. Kommt nun ein Jahr der Noth hinzu, wie das gegenwärtige, wer will dann das Elend beschreiben! In Arnoldshain z B. leben Familien, die Morgens, Mittags und Abends eine aus deutschem Caffee gebraute Brühe trbv ken, dazu werden jedem Familiengliede circa 3 gequellte Kar­toffeln hin gezählt. Häuser, in denen 8 Tage lang kein Bissen Brodes gegessen wurde, sind nicht selten. Kurz, das Elend ist in vielen Familien namenlos; und die herannahende Zeit der Kartoffelausstellung wird die Bedrängniß Vieler stei- gern. Unter diesen Verhältnissen ist es denn zu begreifen, warum in Arnoldshain die Heidelbeerenzeit eine wahre Fest­zeit ist; da müssen die Kinder in den Wald gehen und oft wochenlang den Hunger mit rohen Heidelbeeren dämpfen. Der mildthätige Sinn der Bewohner Frankfurts hat schon manches zur Linderung dieser Noth gethan. Möchten auch die Wohl­habenden unseres Landes ihrer darbenden Brüder am Fuße des Feldbergs gedenken. Die dort wohnenden Herren Geist­lichen werden gewiß jede Gabe dankbar entgegen nehmen und auf's Gewissenhafteste verwenden. Uebrigens können wir zum Schluß eine Bemerkung nicht unterdrücken. Warum wird in Orten wie z. B. Arnoldshain jeden Herbst flotte Kirch­weihe gefeiert? Dieses Fest frißt eine namhafte Summe hin­weg, die doch für die Meisten zur Anschaffung des trockenen Brodes ganz unentbehrlich ist. Wir kennen andere Orte im Amt Usingen, die bei weitem wohlstehender sind, und dort unterbleibt schon seit Jahren dieses Fest. Warum? Weil die Gemeindebehörde die Einsicht hat, daß in den gegenwärtigen Zeiten jede Ausgabe zu solchen Zwecken unverantwortlich ist. Es wäre zu wünschen, daß solches Nachahmung fände, beson­ders aber in Gemeinden, deren meisten Glieder im Winter gewöhnlich am Hungertuch nagen und so vielfach die Barm­herzigkeit der Wohlhabenden in Anspruch nehmen. Wir gön- nen auch dem Armen seine Freuden, können uns aber nicht davon überzeugen, daß ein Fest das Herz fröhlich machen soll, das mit so beißenden Schmerzen erkauft werden muß.

^ Hadamar, 31. März. Gestern sind ungefähr 30 Einwohner von Lahr, welche nach America auswandern wcM!M,Purch Hadamar getommen , woselbst sie sich mehrere Rohheiten und arge Mißhandlungen zu Schulden kommen ließen. Zwei der Rädelsführer wurden sofort arretirt und ins Gefängniß gebracht. Die Uebrigen zogen weiter. Auf dem Wege nach Hundsangen fielen diese über alle Leute her, welche ihnen unterwegs begegneten, wahrscheinlich um ihr Müthchen an diesen zu kühlen und haben einen Einwohner von Hundsangen mit ihren Stöcken so mißhandelt, daß der­selbe lebensgefährlich darnieder liegt. Das herzogl. Kreis­amt hat sich mit dem H. Medicinalbeamten sofort an Ort und Stelle begeben, und eine Untersuchung eingeleitet, worauf vier dieser Auswanderer gefänglich eingezogen wurden. Hof- fentlich werden dieselben bald einen andern Weg einschlagen und ihre Brüder noch eine Zeit lang in America auf sich warten lassen müssen.

+ Bad Ems, 29. März. Vor ein paar Tagen be- schwelte sich Jemand in dieser Zeitung über die Verletzung der Sonntagsfeier. Leider muß dazu ein neues Beispiel er- zählt werden. Letzten Sonntag wurden auf der Lahn eine Menge großer Marmorblöcke mit großem Lärm ausgeladen, die für die neue Brücke bestimmt sind; noch aber liegen sie

Euphrosyne band nun unserem Pfeffer, der inzwischen seine Reise- Bagage auf's Gras geworfen, ein weißes Schnupftuch um die Augen, und nachdem er mehrere Male gestolpert und einmal hart wider einen Kirschbaum gerannt war; nachdem er fünf Minuten hindurch von zarten und unzarten Händchen und Händen hin und her gezerrt worden, hatte er das Glück, ein Wesen zu erhaschen, das sich Scraphine nannte.

Seraphine besaß nichts von einem alttestamentaiischcn Engel. Statt der Flügel hatte sie einen Verdruß auf dem Rücken, einen Verdruß, den keine Watte der Erde den Blicken der Menschen zu ver­hüllen vermochte. Seraphine hätte diesen Verdruß noch mit zwei Nebenmenschen theilen können und hätte an diesem Drittel noch Ver­druß genug gehabt.

Erschrocken wandte sich Pfeffer von ihr ab und mischte sich unter die Gesellschaft, die sehr zahlreich war und unter welcher er auch einige hübsche Gesichter entdeckte. Der Arzt der Anstalt, der sich Möhler nannte und Hofrath war, fragte ibn, ob er in der Anstalt selbst wohnen wollte, oder ob er vorzöge sich außer derselben einzu- miethen. Da nun Pfeffer erfuhr, daß fast die ganze Gesellschaft in der Anstalt wohne, so schien cs ihm für den Zweck seiner Reise am bestem, wenn er in der Anstalt selbst sich cinquartiere. Er bat al^o den Hofrath, ihm ein Zimmer einrichten zu lassen.

Ich muß Ihnen im Voraus bemerken, sagte der Arzt, daß Sie sich allen meinen Verordnungen in Bezug auf Diät sowohl, wie auf den äußeren und inneren Gebrauch des Wassers genau zu unterwerfen haben. Ich muß darin sehr strenge sein, da ein einziger Fehler von Seiten des Badegastes die ganze Wirkung meiner Methode paralpsirt, die, ich darf es kühn behaupten, und Sie werden sich auch davon überzeugen wahre Wunder thut.

Ich bin zwar nicht krank, dachte Pfeffer, allein ich muß meines Planes wegen nothwendig in dem Kreise dieser Gäste sein.

Er begab sich also unter die Botmäßigkeit des Wasser-Doctors.

(Fortsetzung folgt.)

Weiße Sclaven. v.

Der Gelegenheits-Dichter.

Der Gelegenheits-Dichter findet fich in allen Zonen, hat keine be­stimmte Nahrung, lebt meistens in Gesellschaft und gehört zum Ge­

ruhig am Ufer. Selbst während des Gottesdienstes wurde mit der Arbeit fortgefahren, bis ein hiesiger Bürger den Ar­beitern das Gottlose ihrer Handlung vorhielt, und worauf dann erst nach der Kirche die Arbeit fortgesetzt wurde, wo man die Sache ungestört ihre» Gang gehen ließ. Das ist der Geist, der sich in letzter Zeit kund gibt, daß man kein Gesetz mehr achtet; wer Gottes Gesetz nicht ehrt, wie soll der das Gesetz der Menschen schätzen lernen? Allein dieser Geist des Widerspruchs, der eine Freude darin findet, ein Gesetz zu umgehen, das ist die Frucht der demokratischen Ge­sinnungen, und an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Gehet hin nach England, oder bleibt in der Nähe bei Preußen und seht doch, wie man dort den Sonntag feieert!

Ems, 30. März. Heute starb nach kurzem Kranken­lager der erste Lehrer Huth dahier, nachdem er vor nicht langer Zeit sein 50jähriges Jubiläum gefeiert hatte.

Frankfurt, 28. März. Die jüngste Nummer des hie­sigenActionärs" bespricht die vor Kurzem erfolgte Conces- sionirung der beiden Eisenbahnen auf dem linken und rechten Ufer des Rheines in eben nicht uninteressanter Weise. Wir heben die wesentlichsten Stellen hervor. Zwei Bahnen, die eine links, die andere rechts des Rheines, sagt derAktionär", sind allerdings parallele Bahnen und scheinen mit ein­ander zu concurriren , aber sie scheinen auch nur. Denn wer möchte Widerreden, daß beide zur Vervollständigung des deutschen Eisenbnhnsystemes gleich unentbehrlich sind, daß beide in der Befriedigung der dringendsten Interessen materi­eller Wohlfahrt ihres Erfolges gesichert sein können. Die preußische Regierung selbst hat diese Thatsache anerkannt und es kann daher nicht von der Bevorzugung des einen oder anderen Ufers, sondern nur von der gleichartigen Berechtigung beider die Rede sei». Da die Haupthandelsstädte des Rhei­nes auf dem linken Ufer liegen und die jenseitigen Provinzen überhaupt eine dichtere Bevölkerung, eine mehr mannichfal- tige und umfassende Bodenproduction haben, und über sie die nächste Verbindung mit dcm Süden ermittelt wird, so liegt die Rentabität der neuen Linie außer allem Zweifel.

Weniger günstig erschien auf der rechten Seite eine im Flußthale des Rheines zu erbauende Bahn. Der Zielpunct des Verkehres konnte hier weniger auf die nur unbedeutenden Uferstädte gerichtet seyn, als vielmehr dahin, den Hauplkno- tenpunct des süddeutsche» Eisenbahnnetzes Frankfurt, auf dem geeignetsten Wege zu erreichen. Unter den verschiedenen Entwürfen hat die Regierung denjenigen gewählt, wonach die Köln-Frankfurter Bahn von Deutz über Siegburg das Thal der Sieg hinauf über Betzdorf nach Dillenburg und von da über Wetzlar nach Gießen zur Einmündung in die M a i n - W ese r ba h n führen soll. Zu dieser Entscheidung hat wesentlich das Motiv größerer Billigkeit beigelrage». Die andere in Vorschlag gebrachte Linie von Deutz über Siegburg, Altenkirchen und Limburg nach Wiesbaden wäre fast durch­gehends eine Gebirgsbahn geworden, die den Westerwald und Taunus unter den ungünstigsten Verhältnissen zu übersteigen hätte. Die Deutz-Gießen er Linie führt dagegen durch die Thäler der Sieg, Heller und Dill, und hat nur auf einer kurzen Strecke an der preußisch-naussauischen Grenze einen schwierigen Gebirgsübergang. Die Entfernung zwischen Frank­furt und Köln ist auf beiden Linien ziemlich die gleiche 30'/, Meilen, nur daß die Benutzung der Main-Weser Bahn bis Gießen mehr beträgt, als die der Taunusbahn bis Wiesbaden. Inbegriffen die Zweigbahnen nach Siegen sind die vorläufigen Kostenanschläge über Wiesbaden mit 18, über Gießen mit 154 Millionen Thaler angesetzt. Eben so, wie die Boder-Verhältnisse, spreche» auch die Interessen des Ver­kehres entschieden zu Gunsten der letzteren Linie. Während die Linie nach Limburg von Siegburg aus größtentheils durch menschenleere Gegenden führen und keine anderen namhaften Orte, als die kleinen Städte Siegburg und Limburg berühren würde, geht die Linie nach Gießen durch bevölkerte Flußthä­ler mit einer theilweise schon jetzt ausgebildete» Industrie, die der höchsten Entwicklung fähig ist. Ein Umstand, der die Anlage dieser Eisenbahn für sich allein schon rechtfertigen würde, ist, daß von derselben die Erschließung des größten

schlechte der armen Würmer. Selten sieht man ihn mit einem Weib­chen vereinigt, den der Trieb, eine Familie zu bilden, kann nur von denen befriedigt werden, welche nicht ausschließlich diesem Geschlechte angehören. Der Hofpoet, als Die oberste Gattung der Gelegenheits- Dichter, ist nebenbei Professor, Hokrath, Beamter, Vorleser oder Kammerherr, steht in festem Solde, trägt stets eine weiße Halsbinde, weiße Handschuhe und mindestens ein Bändchen im Knopfloch. Er schnupft aus einer mit Brillanten geschmückten Dose, speist an glän­zend besetzter Tafel, wird von den Verlegern reichlich bezahlt, weil er sie nicht zu suchen braucht, und bezieht im Alter eine Pension. Er kann beirathen.

Derhöhere" Dichter mit und ohne Goldschnitt treibt die Gklegenheitsdichtcrei nur, wenn er muß. Die wenigsten dieser Gat­tung find so gestellt, daß sie es nicht müßten, daß sie nicht gern eine Bestellung annähmen, die wenig Mühe kostet und nicht bogenweise be­zahlt, sondern anständig honorirt wird, wenn nämlich die Auftrag­geber den Dichter zu ehren und seine Arbeit zu honoriren ver­stehen. Buchhändler und Dichter stehen sich wie Fabricant und Ar­beiter, wie materielles Capital und geistige Kraft gegenüber. Dem Verleger gilt der Dichter nur als Maschine, die freie Presse wird in seiner Hand zur hydraulischen; er erpreßt vom Dichter, so viel er kann, an Blumen-, Frucht- und Dornenstückcu, drückt und preßt sie, bis der letzte Tropfen der Essenz herausgesickert, und ist dann die Masse vollständig zermürbt und geknetet, sind Farbe und Aroma ver­schwunden und der Esprit verraucht dann fort mit dem Kehricht und fort mit dem Dichter! Wche dir, armer Lyriker, wenn du nichts weiter gelernt, als Verse machen, und wären fie auch noch weicher, als die eines baicrischen College», noch zarter als die des frommen Oskar, noch feuriger oder frivoler als die von hundert Poeten, deren Brustbilder von zarten Augen angcschmachtet werden! Du wirst von deinemPrincipal" eingeladen werden, wenn du einen schwarzen Frack besitzest; er wird dich allmonatlich einmal atzen von seinem Tische, dich tränken aus seinem Keller und dir aus kleinen Geldver­legenheiten helfen so lange nach dir nochNachfrage" ist. Bleibst du aber bei ihm liegen, so bist du nicht mehr bei ihm willkommen: er ist zur Freundschaft nur nach dem Bedarf der Auflagen aufgelegt. Du klagst ihm, daß du zu viel Ausgaben hast, er klagt dir, daß zu wenig Ausgabcn verlangt werden; du bittest ihn um einen kleinen Vorschuß er aber gibt nichts heraus, er hat aufgehört dein Herausgeber zu sein. Was bleibt dir also dann noch übrig, als

Erzreichthums zu erwarten steht, der irgendwo in Deutschla. zu finden ist. Die uuermâßlichen Schätze von Eisenstein, d sich in den Thälern Der Sieg, der Heller und der Dill fin. den und bis jetzt wegen Mangels an Communications-Miß teln unbenutzt liegen mußten, reichen hin, um ganz Deutsch land auf Jahrhunderte hinaus mit seinem Eisenbedarf zu v«, sehen. Zugleich eröffnet aber auch diese Linie für Köln bit kürzeste Verbindung mit Thüringen, Sachsen und den südöst- lichenTheilen Deutschlands. (Die gleichen Vortheile hätte eine Bahn von Deutz über Altenkirchen nach Limburg und bit Lahnbahn gebracht.)

Wie man vernimmt, ist die alsbaldige Herstellung einn j Verbindungsbahn zwischen dem am Ostende von Frankfurt befindlichen Bahnhöfe des Frankfurt-Hanauer Schienenwegs, dessen Anschluß an das baierische Eisenbahnnetz in wenigen Monaten bewerkstelligt sein wird, und den am Westende geh. gencn Bahnhöfen der Main-Weser, der Taunus- und der Main-Neckar-Bahn nunmehr so gut wie gewiß.

Karlsruhe, 30. März. (Bad. Ldsz.) Der Graf zu Lciningen - Billigheim, großh. Generalmajor â |a Suite ist heute in außerordentlicher Mission nach Rom abge- gangen. In Begleitung des Grafen befindet sich der grG Regierungsassessor Turban. (Die Zurücknahme der bekam- tcn Novemberverordiiuug stellt sich somit als die Erfüllung der zum Beginn der Uuterhaudlungeli mit dem päpstliche Stuhl von Seite dieses letzteren geforderten Vorbedingung dar.)

Würzburg, 30. März. (N. W. Ztg.) Die kürzlich bei Bronner in Frankfurt erschienene Brochüre:Politisch! Conturen aus dem Jahr 1853; vom Standpunkt des wch lichen Deutschland" wurde gestern in den hiesigen Buchhand­lungen mit Beschlag belegt.

München, 27. März. Vor wenig Tagen hatte du griechische Gesandte, Herr Skhinas, eine Audienz bei Sr. M. dem Könige, die nabe an fünf Stunden währte. Daraus er nach Wien abgereist. Er wird von da auch nach Berlin gehen. Sein Zweck ist, wie dieK. Z." wissen will, bei du, deutschen Mächtenden Eingriffen der Westmächte" gegenüdu in die Selbstständigkeit Griechenlands und seines Königs eine «Protesterklärung" zu bewirken.

Die demokratische Partei, schreibt man der Psälzu Ztg. aus Würtemberg, hat in jüngster Zeit auch bei uns br- wiesen, daß sie ihre auf den Umsturz alles Bestehenden zu richteten Plane noch nicht aufgegeben hat. Ist für den AuW- blick auch die Gelegenheit nicht günstig, mit offener Gewall oder Aufforderung dazu aufzutreten, so arbeitet doch Alle», was mit der Demokratie irgend in Zusammenhang steht, da­hin , die rechtmäßige Regieruugsgcwalt und ihr Ansehen zu I untergraben und die Geister so vorzubereiten, daß man, wm die Zeit zum Handeln gekommen scheint, dazu willige md gerüstete Werkzeuge findet. Dazu gehört eS, jede Maßregi! der Regierung, sei sie auch noch so sehr im Interesse dk! Volkes, zu verdächtigen llud so lange hin und her zu dreh», bis man irgend etwas Daran QefuHben-£»tT-ba& einen,wem auch noch so unstichhaltigen Vorwand zu Angriffen bieten kam So lange z. B. die süddeutschen Regierungen damit eben früheren Anforderungen und Aumuthungen der demokratisch» i Partei theilweise entsprechend versuchten im Zollverein iw j hin zu wirken, daß unserer Industrie ein größerer Schutz zu i Theil werde, und zu diesem Behufe in Darmstadt die Ver­einbarung trafen, Preußen gegenüber gemeinsam aufzutret», s da suchte man einerseits das blinde Hingeben an österreichi­schen Einfluß, andererseits Rheinbundsgelüste als Beweggründr zu solchem Handeln aus. Jetzt, wo Krieg gegen Ruhlas i die Loosung der Demokratie ist, wird eine eigene Politik der: deutschen Staaten verworfen, und man gibt sich alle Mühe, j sie zum Anschluß an die Westmächte zu vermögen, zum An­schluß an denselben Napoleon, der nach dem Staatsstreich W 2. December alle Schmähungen der Demokratie über sich er­gehen lassen mußte und der jetzt der Abgott der Demokralie ist. Diese wissen von Consequeuz nur so viel, daß W ihren Plänen dienen soll, und dahin gehört in erster Linie Krieg gegen Rußland zu totaler Vernichtung des ihren PlnM . so sehr ungünstigen russischen Einflusses. Erst dieser Tnze

mit deinem neuen Werke zu wandeln von Thür zu Thür, zu $M wie man bedauert, dich abiveisen zu müssen, da man augenbliM keine neuen Unternehmungen machen könne; zu sehen, wie man W Manuscript in ein Pult legt, da man cs durchlesen wolle, dich da« zu ärgern, wenn du es nach Monaten ungelesen zurückerhälst, t endlich anzuklopfen an die Pforte einer Buchdruckerei und ihr dn« Dienste als Versifer anzubieten!

Der lyrische Dichter ist oft leichtsinnig genug, zu heirathm " und obendrein aus Liebe. Die Noth zwickt noch härter als der leger. Kotzcbue's armer Poet hat wirklich gelebt, große Dichter verhungert oder im Spital gestorben, wie der Dichter derLuM- der Anblick des häuslichen Elends hat manches Genie zu zweiflung gebracht, oder gezwungen, aus dem geträumten niederzusteigen zur Erde, und, da es sich von Ambrosia nicht l laßt, hausbackene Verse für das Hausgebäck, das liebe tägliche | zu schreiben.

Wer fragt den Geiegenhciis-Dichtcr nach Stimmung? Der»' | leger bestellt, der Privatmann bestellt, was sie wünschen. 7 ' Spitzenkleid der Kaiserin ist vielleicht getränkt von Tausend der armen Klöpplerin, eure Siamenten sind oft nichts als krystall"' : Schweißtropfen der Angst, und Herzblut der Armuth klebt an Dingen, mit denen ihr euch schmückt, an denen ihr euch ergötzt^" fragt danach? J

Ich wünsche ein humoristisches Gedicht, aber recht lustig, ! niederträchtig wie der Berliner sagt kann sogar ein wen» zweideutig sein, - nur witzig! Ich bin der Mann, der es g bezahlen wird." s

Schön", sagt der Poet, und schreibt humoristisch, denn HE thut weh.

Ich wünsche ein Tischlied, eine recht beißende Satyre aus Männer der äußersten Rechten!"

Schön", sagt der Poet, und schreibt die Satyre, denn Stube ist kalt und das Holz theuer. , ,

Ich wünsche ein recht patriotisches Lied zum Festessen eines p . deuten, worin Polen, Juden, Demokraten und Türkenfreunve tuw verarbeitet werden."

Schön", sagt der Poet, und verarbeitet die Türken, denn Miethe ist noch nicht bezahlt. z

Glücklicherweise sind die Genies, die Solches thun : unv y müssen, nicht zahlreich; die Mehrzahl der Gelegenhetts-Dtchter 1 *