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werden. Das genannte Blatt erfährt von sonst unterrichteter Mte, daß bereits im November v. I. zwischen Frankreich und dem Königreich Sardinien ein Schutz- und Trutzbündniß verabredet wor- den sei.
Im letzten Quartal setzte die Bossische Zeitung 12,200, die Spenersche 7600, die Neue Preußische 5100, die Zeit 6650, die National-Zeitung 5380, und der Kladderadatsch 23,000 Exemplare von jeder Nummer.ab.
Wien, 17. Jam Wie der „N> Pr. 3." gemeldet wird , ist die Antwort Rußlands auf die bekannte E. i r cu l a r- N öl e des französischen Ministers (nicht auf die Wiener Note) aut; 16. in Wien eingetroffen; sie bestätigt., daß Rußland von seinen Forderungen nicht abstehd . a
Die Nachricht einiger Wiener Journale, die Antwort Sr. Maj. des Kaisers von Rußland auf die Note der Wiener Gesandten'Conferenz sei bereits in Wien eilige- troffen, ist falsch5 Raum und Zeit verstatten die Mög- Mkeit nicht. Die Note ist bekanntlich erst am 13. d. M. von Wien nach Petersburg abgegangen.
Auch der „Lloyd" erklärt die am 17. d. in Wien verbreiteten ungünstigen Nachrichten aus St. Petersburg für ein leeres Bö r s e n g e rü ch t. Es steht allerdings nicht zu erwarten, daß die erste Post aus der nordischen Hauptstadt eine entschiedene Friedenspost sein wird. Sie ist schon so günstig, als vorläufig zu erwar- .tcn ist, wenn sie keine Unterbrechungen der diplomatischen Verbindungen mit den Weltmächten eintreten läßt. Ist dies nicht der Fall, so ergibt sich schon hieraus, daß Rußland dem Frieden geneigt ist. Im günstigsten Falle aber dürfte doch die förmliche Wiederherstellung desselben noch eine geraume Zeit auf sich warten lassen. Die diplomatischen Verhandlungen sind ein wenig aus ihrem Gelets gegangen. Die Form, welcher die vier Gesandten zur Wiederherstellung des Friedens sich bedienten, ist etwas verschieden von der, welche die vier Mächte selber vorschlugen. Die Westmächte dürften noch versuchen, manche Bedingung zu erlangen, welche Rußland ihnen nicht gewähren wird. Rußland dürfte auch vielleicht Manches fordern, was dieandcrcn Mächte bestrei t«n werden. Kommt der Friede zu Stande, so dürste im Wesentlichen die Wiederherstellung des Status quo ante seine Grundlage bilden. Irgend eine bedeutende Abweichung hiervon scheint jetzt keine Aussicht auf Erfolg .zu haben. Es hat wohl eine Majorität der ein* fichtsvollen Politiker das instuicUnäßigc Gefühl, daß aus dem orientalischen Streit in diesem Zeitraum ein allgemeiner Krieg nicht entstehen wird. Je bedrohlicher die Lituâu wird, je schroffer.die Parteien einander ge- genüberstehcn, desto näher dürfte die Lösung sein. Alle Mächte vernehmen wohl die Stimme der Warnung, welche sie jetzt vor jedem extremen Schritt zurückhallen will. Mittlerweile läßt sich der Welt die Angst kaum ersparen, in welcher sic noch während einiger Wochen schweben wird, bevor die Geschicke des WelttheilS in einer bestimmteren Weise entschieden sein können.
Lrattkreich.
t* Paris, 19. Jan. Heute bringt der „Constsi tutionel" und das „Pays" das Schreiben der Herzogin von Orleans an den Herzog von Nemours. Die „Assemblee . Nationale" als Vertreterin der Fusion macht heute folgende Bemerkung zu der Veröffentlichung die- ses Schreibens: „Die „Times" und einige andere englischen Journale veröffentlichen ein angebliches Schreiben der Herzogin von Orleans, welches eine Prolesta- tio» gegen die Versöhnung wäre, die zwischen den beiden Linien des Hauses Bourbon stattgefunden hat. Wir haben keinen Auftrag, dieses Documcnt für uuächl zu erklären, und in keinem Falle könnten wir desfcu Ausdrucks- und Tragweite discutiren, es genügt aber, wie es uns scheint, dieses Schreiben zu lesen, um darin als eine Mystifieation zu erkennen die Leichtgläubigkeit, mit welcher die englischen Journale es aufgenommen haben, und die Bedeutung, welche einige Data ihnen, und namentlich die „Times" ihm beilegen, macht wahrlich deren Scharfsinn wenig Ehre." Börse: An der heutigen Börse war von Neuem das Gerücht von der Abreise Herrn v. Kisselcsf verbreitet. 3 pCt. 69. 80. — 47 pEt. 98. 35.— 3 pCt. Span. 38.— 1 M. Spam 19 Tr per Telegraph. London 1. Cours 91%.__ 92. 2. Cours 92 y8. — Den letzten Berichten aus London zufolge ist der Marquis von Londonderry gefährlich erkrankt.
Der „Eoustitutionnel" weist mit Befriedigung auf den Umstand hin, daß unter Lonis Philipp aus Veranlassung der orientalischen Frage die 3proc. Rente auf 66 Fr. fiel, während sie gegenwärtig, wo der Krieg viel ernster zu befürchten steht, noch nicht unter 70 Fr. her. untergcgangcn ist.
Nach einem officiellen Berichte über den Ertrag der indirecten Steuern im Jahre 1853 hat sich derselbe ans 846,804,000 Fs. belaufen ; es ist dieß ein Mehrertrag von 42,470,000 Frs. gegen die Einnahmen auS den indirecten Steuern im Jahre 1852. — Dem Vernehmen nach hätte die Bank von Frankreich heute ihr Disconto bis auf 5 Procent erhöht. — Im Hafen von Toulon wird mit größter Anstrengung an der Ausrüstung der Schiffe Trident, Ville de Marseille, Alger, Duqueöue, Suffren und Duperre gearbeitet.
Das neu hergcstellle Schiff Fleurus und die Fregatte Zenobie werden ebenfalls feefertig gemacht. Zu Rochefort sind 300 Zimmerleute requirirt worden, um die Vollendung des Schiffes Turenne zu beschleunigen. In Cherbourg arbeiten 400 Zimmerleute Tag und Nacht an dem Schiffe Tilsit.
Einem Gerücht zufolge wird Prinz Chimay seinen Aufenthalt jetzt definitiv in Paris nehmen, wo er so große Interesse schon in Folge seines großen in Frankreich belegenen Grundbesitzes zu verfolgen hätte.
Nach der Deutschen Allgemeinen Zeitung soll Fürst Czartoryski in vergangener Woche sich von Paris nach Constantinopel begaben haben. Es ist bekannt, in welchem Ansehen der genannte Fürst unter den Polen überhaupt steht: cs ist ferner bekannt, daß Fürst Czartoryski als ein durchaus conservativer Mann sich erwiesen, und es darf deßhalb seine Abreise nicht mit der irgend eines Aventuriers auf gleiche Linie gestellt werden. Die Reise des Fürsten nach Constantinopel hat vielmehr eine ernstere Bedeutung, zumal wenn mau in Erwägung zieht, daß sie nicht ohne Genehmigung des Kaisers der Franzosen geschehen sein wird. Es ist dies einer von den vielfachen sonst unbekannt bleibenden Schritten, in denen sich die Politik des Kaisers manifestirt.
In Marseille ist der Hospodar der Walachei, Georg Stirbey, angekommen.
Nach Briesen aus Madrid vom 14. d. ist der französische Botschafter Graf Turgot vollkommen wieder hergesteUt.
Ueber den Ausgang der Gefechte, welche vom 6. bis 9. d. Mts. bei Kalafat staltgesunden haben, sind die widersprechendsten Gerüchte im Umlauf. Während die russischen Belletins wie gewöhnlich die glorreichen Erfolge ihrer Waffen rühmen, sind fast alle Privatberichten darüber einig, daß die Russen schließlich eine Niederlage erlitten haben. Die „Debats" indessen, welche gewöhnlich über die Angelegenheiten des Orients gut unterrichtet zu sein pflegen, veröffentlichen heute eine Nachricht, der zufolge die Türken in Folge einer Niederlage Kalafat geräumt halten, welches sofort von den russischen Truppen besetzt worden sein soll.
Das Oberc 0 mma n d 0 her Bereinigten Flotten führt nach dem herkömmlichen Gebrauche Viceadmiral Hamlin als der im Grade ältere Admiral. Derselbe hat sein Ernenuungspalent bereits im Jahre 1847 und der Viceadmiral Dundas das seine im Jahre 1852 erhalten.
Schweiz.
Bern, 18. Jan. Im Nationalrath kam vorgestern die Frage über die Errichtung einer eidgenössischen Hochschule zur Verhandlung. Dieselbe ist nach dreitägiger Debatte auch heute noch nicht erledigt worden. Sechs Stunden wurde heute gekämpft und noch immer feine Entscheidung, ob der Nationalrath im Princip die Errichtung einer eidgenössischen Hochfchule und eines Poli- technicnms will ober nicht. — Der Bericht des politischen Depariememenö über den Conflict mit Oesterreich hat die Genehmigung des Lundesralhs erhalten, und wird in den nächsten Tagen dem Buudcsralh vor gelegt werden.
Belgien
Brüssel, 17. Jan. Der „Emancipation" zufolge befände sich Mazzini seit einiger Zeit in Belgien. Kürzlich war er bei einem Professor der Genter Universität zu Tische geladen, wo dieser versicherte, daß er mehre Tage trotz aller Polizei zu Rom zugcbrachl hätte.
tSru^bnhniuitH.
London, 16. Jan. Die Thronrede der Königin wird von Lord Aberdeen bei seinem für den 30. d. M. angesagten StaatSbanket seinen Gästen aus dem Ober- Hause, darunter allen Beamten des königl. HauShalleS, welche PairSrang haben, den CabinelSmitgliedern die im Oberhause sitzcn, dem Antragsteller und Unterstützer der Adresse mitgetheilt werden. Früher wird am selbigen Tage ein Gehcimerath stattfinden, in welchem die Königin der von den Ministern vorgelegten Thronrede ihre Sanction ertheilen wird.
Der N.P Z. wird von Neuem die Abreise des polnischen Generals Wysocki nach Constantinopel versichert, auch daß er sich „zum Zwecke der Propaganda unter der russischen Armee", die gegenwärtig gegen die Türken steht, mit dem bekannten russischen Demagogen Hertzen in Verbindung gesetzt habe. Hertzen, sagt man ferner, habe Wysocki eine Proklamation „Au die russische Armee" zur Verbreitung in der Walachei mitgegeben, wovon sich der „Demokrata Polski" einen „großen Eindruck" verspricht.
Das „Morning- Chronicle" veröffentlicht folgende Depesche aus Wien vom 17.: „Die Handelsberichte aus Odessa theilen mit, daß die russischen Häfen des schwarzen Meeres wahrscheinlich bald der britischen und der französischen Handelsmarine werden geschlossen werden." — Nach der „Times" zweifelt man in Wien an der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Persien und England."
Ein auS New-Jork angefommene Nachricht gibt an, daß der Generalcapitän von Cuba ein Decret veröffentlicht hat, in welchem er die Absicht an^eigt, den Sclavenhandel zu unterdrücken, und zu diesem Zwecke Befugnisse ertheilt, freie Arbeiter einzuführen.
Aus Montevideo sind Berichte vom 5. Dec.,
eingegangen. In Buenosayres war die Lage der Dinsis noch immer dieselbe; diese Provinz, die bedeutendste der argentinischen Conföderation, fährt fort, die Autorität des Zeuerals Urquiza und des Congresscs, welcher die andern 13 Provinzen der Union räpräsentirt, nicht anzuerkennen; die kriegerischen Operationen sind indeß eingestellt.
Italien.
Vom Po, 14. Jan. Es scheint als ob der französische Gras Lrenier eine Art Minto-Rolle hier und anderswo in Italien zu spielen beabsichtigt: derselbe hat viele Relationen mit der Emigration und veranlaßt auffallend viele Festivitäten mit Toasten und Reden, welche nach 1848 schmecken. Eine gewisse Aufregung unter der Flüchtlingspartei und den Jtalianissimi ist, wie ich Ihnen bereits schrieb, gar nicht zu verkennen und die Aufregung pflanzt sich aus den Brenier'schen Festivitäten in die Kafe's und auf die Gassen weiter fort. Damit dergleichen dem Ausland nicht gefährlich erscheinen und damit jedwede Verwechslung mit mazzi- nistischen und republikanischen Umtrieben vermieden werde, wurden, wie gewöhnlich, abermals mehrere Mazzinianer ausgewiesen. — Jm obern Po-Thale, wo große Gäh- rung herrscht, wurden ebenfalls Verhaftungen vorge« nominell.
Die „Staatszeitung" veröffentlicht einen Bericht über die Unruhen im Austa-Tbale. Auch aus diesem Dokument erhellt nichts Nachtheiliges gegen die Geistlichkeit.
Von der piemontesischsiranzösischen Grenze melden dort erscheinende Zeitungen, daß zahlreiche Ausweisungen picmontesischer Angehöriger aus Frankreich erfolgt sind. An einer einzigen Grenzstation wurden mehr als zwanzig solcher Individuen zum Grenzübertritte angemelbel.
Rom, 10. Jan. Gestern erließ der Minister des Innern an alle Delegaten ein Circularschreiben, welches im Kirchenstaat den Carueval mit MaScenkleidung gestattet. Streng verboten aber wird das Anlegen von GesichtSmascen, selbst die mindeste Veränderung der Ge- sichtszüge durch Aufträgen von Farben, falsche Bärte u. bgL wie auf der Straße, so auch in den Privatwoh- Hungen. Zum Schluß schärst das Rundschreiben den Delegaten die Aufrcchthaltung der Ordnung ein.
Aus Facnza (Kirchenstaat) wurde kürzlich wieder von zwei politischen Meuchelmorden berichtet, deren Opfer der der Arzt Dr. Bucchilega und der Canonicus Laghi an zwei aufeinanderfolgenden Abende» geworden. Die Stabt war dadurch in solchen Schrecken versetzt, daß Niemand mehr am Abend auszugchen wagte; das Theater wird nicht mehr besucht, weßhalb der Gemeinde von der Regierung auferfegt worden ist, jedem Schauspieler monatlich eine Unterstützung von 7 Scudi zu reichen, um sie vor der äußersten Noth zu schützen. — Auch aus Rom klingt dasselbe traurige Thema wieder. Der Director des großen Gefängnisses in Diocletian's Badern, Signor Muratori, wurde laut der Allg. Zlg. am 8. Januar Abends, als er mit seiner Frau Arm in Arm vor der Druckerei der apostolischen Kammer vorüberging, von einem Vermummten mit einem Dolche tief in der Brust verwundet. Die Wunde ist lebensgefährlich.
Das „Journal des Debats" meldet, daß die österreichischen Truppen die Städte der Romagna noch nicht geräumt, sondern einen oder zwei Tage vor dem zum Abmarsch bestimmten Termin Gegenbefehl erhalten haben.
Nußland.
St. Petersburg, 12. Jan. Der Kaiser hat den bayerischen Ministerpräsidenten v. d. Pfordten mit dem folgenden Handschreiben , d. d. 31. December, beehrt: In der Absicht Ihnen Unser besonderes Wohlwollen an den Tag zu legen, haben Wir Sie zum Ritter des heiligen Alexander-NewSkiordens ernannt, und bleiben, indem Wir die Zeichen desselben beilegen, Ihnen wohlgeneigt. Nicolai.
Obgleich schon seit einiger Zeit öffentliche Blätter die Nachricht gebracht, daß im ganzen russischen Kaiserstaat die K r i e g s r e s e r v e n eingezogen würden, so ist doch erst, wie die „D. A. Z." berichtet, vor wenigen Tagen die dießfallsige Einstellungs» ordre in Kalisch an gelangt. Die einzelnen Aufforderungsmandate find aber sofort ausgcfcrtigt und die Mannschaften müssen sich unverzüglich in den ihnen angewieunen Depots einfinden. Diese Reserven sind eigentlich Halbveteranen, die bereits 8 bis 12 Jahre in her Linie gedient haben und dann bis aus weitere Ordre in ihre Heimath entlassen worden sind. Bei der ungeheuern Anzahl solcher Halbvetcranen, die in Friedens- zciten nie mehr eingezogen wurden, wird eS dem russischen Gouverntmenl leicht, das stehende Heer in kürzester Zeit mit völlig ausgebildeten Mannschaften zu verdoppeln.
Donaufürftenthümer.
Die Nachrichten der „A. A. Ztg." von Orsowa reichen nur bis zum 8. d. Sie erwähnen, daß das russ. ObservationScorps aus Kalafat in zwei Colonnen anrückte; auf der Straße von Radowan nach Drctjchcn, und auf jener von Csetate. In letzterer Richtung erwartete Achmet Pascha, Commandant von Kalafat, keinen Angriff; auch ist der Brückenkopf und das das Städtchen in der linken Flanke nicht so fest verschanzt, wie
