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sagt worden sei Wohnsitz im Großherzogthum zu nebmeu ihnen aber daSGastrecht nicht verwehrt werde.

Baden, 16. Jan. (Schw. M.) Unser Conver- satio^öhans wird große Veränderungen erfahren und die Arbeiten dazu mit nächstem begonnen werden, so daß mit dem Beginn der Saison Aller vollendet sein wird. Das Conversationshaus mit seinen Sälen hat sich in der letzten Ait im Raume als zu beschält erwiesen und eine Vergrößerung oder vielmehr Vermehrung der Räumlichkeiten als ein Bedürfniß erscheinen lassen, dem nun durch die Erbauung einiger neuen Säle cnlspro- chen werden wird. Was' die französische Hauptstadt in dieser Beziehung Neues und Geschmackvolles aufzuwci- scn hat, ist beim Entwurf der Plane und Zeichnungen beachtet worden und die Kurgäste werden in der näch­sten Saison durch diese Neuerungen höchst angenehm überrascht werden. Auch für die Lesezimmer wird ein neues Local erbaut und der Eintritt in dieselben künftig »ncntgeldlich sein.

Stuttgart, 17. Jan. (S. M ) Sicherem Ver- nehmen zu Folge ist an Herrn v. Lindpaintner zur Uebernahme der Leitung auch des dießjährigen in Achen zu feiernden niederrheinischen Mustkfestes der Ruf er­gangen und hiezu von k. Hoftheaterintendanz die Ge­nehmigung ertheilt worden.

Leus Thüringen, 17. Jan. Der Landtagsaus­schuß in Gotha hat in diesen Tagen von der Staats­regierung die Vorlage über die Allodialrentenangelegen- beh erhalten. Die Berathung desselben wird einige Wochen dauern, und es ist der Wiederzusammentritt des Landtags in der Mitte künftigen Monats zu erwarten. Der Gemeinderath des meiningen'schen Städtchens Eisfeld hat am 5. d. M. beschlossen, für den Fall, daß der Bau der Werra-Eisenbahn im künftigen Früh­jahre schon beginnen solle, für 50,000 Rthlr. Aktien zu zeichnen.

Bernburg, 16. Januar. Der Landtag hat nach Ablauf der Ferien am 10. d. Mts. seine regel­mäßigen Sitzungen wieder begonnen. Derselbe beschäf­tigt sich jetzt vorzugsweise mit Berathung dev Finanz- etats für das Jahr 1854.

Köln, 16. Jan. Dem F. I. wird geschrieben: Die große Carnevalsgesellschaft trägt in diesem Jahre eine Mütze, die ihre Vorgängerinnen bei weitem an Geschmack überbietet. Die Mitglieder tragen nämlich Turbane, nicht, um sich über die bedrängten Türken zu belustigen, sondern um dieselben zu ehren, denn wer im Rbeinlaiide Partei gegen die Türkei ergreift, hat einen schwierigen Standpunkt. Es gibt dort allerdings eine Unzahl Narren auch außerhalb der Carnevalsgesellschaft.

Rostock, 13. Jan. Die ZaKIerHJaM-I über Hamburg aus Mecklenburg Ausgewanderten beträgt nach einer Mittheilung derHansa" die enorme Zahl von 7310, mehr als den vierten Theil der ge­jammten Hamb. Auswanderungsbeförderung (29,046), nahezu die Hälfte des gejammten Betrags der jährlichen Geburten in Mecklenburg (circa 17,000 nach Abzug der Totgeborenen), mehr als den wirklichen Zuwachs der Bevölkerung nach Abzug der Todesfälle. Das mit­genommene Capital läßt sich (circa 200 Thlr. pr. Kopf) auf mindestens 1'4 Millionen Thlr. berechnen.

Königsberg, 14. Jan. Die Gervinus'sche Schrift: Einleitung in die Geschul te des neunzehnten Jahrhun­derts" , welche vom hiesigen Stadtgerichte freigegeben war, weil in derselben keine Verletzung der preußischen Strafgesetze gefunden wurde, ist auf die Appellation der Staatsanwaltschaft durch Urtheil des Crinnual-Senates des Appellationsgerichtes, unter Aufhebung des frei- sprechenden Urtheils, der Confiscation und Vernichtung anheimgegeben.

Berlin, 17. Jan. Der Bevollmächtigte Sr. k. Hoh. des Großherzogs von Oldenburg bei dem Ver­trage wegen Abtretung des Jahde-Buscns. behufs An­legung eines preuß. Kriegshafens und einer Marine­station, Regierungsrath Erdman», befindet sich gegen­wärtig in dieser Angelegenheit hier anwesend. Dem Vernehmen nach finden die Kostenanschläge der Re. gierung für die Herstellung eines Haseuetabltssements im Jahdebusen Zustimmung unter den Kammermil- tzliedein. Die für die Berathung niedergesetzte Com­mission ist in voller Thätigkeit; ihren Sitzungen wohnt der Ministerpräsident in seiner Eigenschaft als Chef der Admiralität bei, um über diese oder jene Zweifel, Aus­kunft zu geben. Die Vermeidung von Zeiiversäummsscn liegt im Interesse der Sache. Jedenfalls wird dieselbe auch bei dem Bundestag zum Vortrag kommen. Die Weserzeitung schildert die trefflichen Eigenschaften des Jahdebusens zur Anlegung eines KriegShafenS wie folgt: Geschützt durch westliche und nordwestliche Winterstürme, mit einem Fahrwasser von 20 bis über 50 Fuß (Ebbe- jett) Tiefe, von den beiden nahe dem südlichen Halse der Mündung gelegenen Puncten Heppens und Eck­warden und in Combination mit der Befestigung von einigen Binnenpuncten leicht zu vertheidigen/ dazu ein vortreffliches Baumaterial für den Hafenbau und Holz in den benachbarten Forsten und ringsum eine kräftige seetüchtige Bevölkerung wie irgend eine was kann man mehr verlangen."Gleichzeitig mit Anlegung eineé KriegShafenS," schreibt dieZeil",ist daS Pro- ject einer Eisenbahn verbunden, welche Preußen im An­schluß an die Köln-Mindener Bahn über Oldenburg

baut, oder doch deren Bau durch die Uebernahme einer Zinsgarantie fördert."

Die österreichische Regierung soll geneigt sein, dem­nächst wieder am Bundestage eine Darlegung über die gegenwärtigen Verwickelungen der orientalischen Frage abzngehcn. Es heißt auch, daß von den Mittelstädten der Antrag auf eine Neutralitätserklärung des deutschen Bundes bei ausbrechendem Kriege zwischen Rußland unb den Westmächten werde gestellt werden. Oiad) ein­gezogenen Erkundigungen dürfte sich das Gerücht von einer dem Bundestage zugegangenen französischen Note nicht bestätigen.

Der Regierungs- Vice - Präsident Freiherr von Wintzingerode, früher Miiiistei-Präsidenl in Nassau, ist am 13. d. M. bei der Regierung zu Potsdam in sein Amt eingefichrt worden.

Der hiesige Ober-Bibliothecar, Geheimerath Pcrtz, der nun schon seit Jahren mit der Herausgabe des clas- sischen Werkes:Das Leben des Ministers Frhrn.vom Stein" beschäftigt ist, hat sich nunmehr auch bereit er­klärt, die Herausgabe der Memoiren des Generals v. Gueisenau zu übernehmen, und soll mit den Vorarbei­ten Hiesür bereits beschäftigt fein. Von demLeben des Ministers v. Stein", von dem bis jetzt bereits vier ziemlich vuluminöse Bände erschienen sind, wird in den nächsten Wochen abermals ein Band herauskommen, dem dann noch ein letzter oder sechster Band folgen soll.

Dem St.-A. f. W. wird aus Wien (vom 13. d.) geschrieben:In neuester Zeit citculiren wieder eine Masse von Gerüchten und politischen Conjuncturen; so heißt es, daß in Warschau eine Zusammenkunft des Kaisers von Rußland, deS Kaisers von Oesterreich und deS Königs von Preußen stattfinden wird; ferner, baß eine Note aus Petersburg angelangt sei, welche die Be­schickung eines Congresses in Triest verspricht, und daß an der Grenze Ungarns und der Walachei ein Cordon von Oesterreich aufgestellt werden soll. Man braucht wohl nicht erst zu sagen, daß keine dieser Nachrichten eine osficielle Bestätigung erfahren hat. Was die verschiedenen Berichte betrifft . welche über die angeb­liche Beschlußfassung Rußlands dem Wiener Protocolle vom 5. Dec. gegenüber theils in französischen, theils in deutschen Blättern verbreitet sind, so müssen dieselben wohl größtentheils als verfrüht bezeichnet werden, eS ist bis j' tzl eine definitive osficielle Erklärung vom Kai­ser Nikolaus noch nicht erfolgt; in den hiesigen bestun­terrichteten Kreisen glaubt man aber, daß Rußland al­lerdings nicht abgeneigt sei, den Congreß zu beschicken, jedoch unter der Bedingung, daß früher die zwischen ÄMbâ- unv-DÄc-LillLimtyrivtCrnben directen Unter« Handlungen ein entsprechendes Resultat geliefert haben. Wer mit den Intentionen des kais. russischen Cabinets auch nur einigermaßen vertraut ist, wird wohl zugeben müssen, daß ein solcher Entschluß sehr wahrscheinlich ist, da Rußland seiner Zeit in zu bestimmten Ausdrücken erklärte, daß die orientalische Frage, so weil sie die An­gelegenheiten der griechischen Kirche und die zwischen der Türkei und Rußland bestehenden Separatverträge betrifft, nur zwischen der Pforte und dem Cabmet von Petersburg im Wege der directen Verhandlungen und ohne Intervention irgend einer fremden Macht ausge­glichen werden könne."

Wie man derA. A. Z." aus Wien schreibt, ver­dankt Dr. Gai, welcher am 24. v. M. in den Kreis seiner Familie von Wien nach Agram zurückkehren durfte, diese rücksichtsvolle Behandlung seiner loyalen Haltung in den Jahren 184748. Auf jedesmaliges Verlangen muß er sich übrigens wieder vor dem Richter stellen, der mit der Untersuchung seines Processes beauf­tragt ist.

Eine telegraphische Depesche aus Wien vom 15. Januar imAmsterdamer Haudelsblad" lautet:Die Konferenz hat beschlossen, daß die Friedensvorschläge an den Kaiser von Rußland bloß durch Oesterreich ihm zu- gehen sollen, in der Hoffnung, daß sie als dann günstiger ausgenommen werden. Ein Erzherzog begibt sich nach Petersburg. Die Beschaffenheit seiner Sendung ist noch unbekannt."

Frankreich

t* Paris, 17. Januar. Ein Decret im heutigen Moniteur öffnet dem Minister des Innern einen außer- ordentlichen Credit von 2 Millionen, welches für die Wohlthätigkeitsanstalten verwendet werden sollen. Ein anderes Decret eröffnet dem Finanzminister einen außer­ordentlichen Credit von 4,096,873 Fr., welche dem ge- fftzgebendcn Körper zur Begutachtung vorgelegt wird, um die Stadt Paris für die im Jahre 1848 im In­teresse der öffentlichen Ordnung geleisteten Vorschüsse zu entschädigen, Börsenbericht: Der Fall der eng­lischen Conjols um % pCt. drückte anfangs die Rente und man wollte wissen, daß der Austritt des Lord Aberdeen's als gewiß zu betrachten sei; trotzdem erhol­ten sich die Course, und wie man sagt, durch starke Ankäufe des Hauses Rothschild. 3 pCt. 71. 85. 47» PCt. 100. 3 pCt. Span. 39'/.. per Tele­graph London. 1. Cours 93-93'/,, 2. Cours 92'°. Madrid, 14. Jan. 3 pCt. 39'/.. 1 pCt, 20'/.. Im Touloner Arsenal ist vor wenigen Tagen eine bedeutende Feuersbrunst auSgebrochen, welche ohne die außerordentlichsten Anstrenguugcn der Truppen und

Bewohner einen unermeßlichen Schaden hätte anrichten können.

Dem Vernehmen nach hätte der Rath der Reichs- bank über den Antrag der Regierung, ihr 200 Mill. Fr. zu 5 pCt. gegen Hinterlegung von Schatzscheinen zu leihen, in einer zu diesem Zweck einberufeneu Ver­sammlung berathen und unter Bezugnahme auf die keineswegs glänzende Lage der Bank, deren Mctallvor- rath mit jedem Tage abnimmt, den Antrag abgelehnt. ,Der russische Gesandte, Graf v. Kisseleff, war vor einigen Tagen in Brüssel. Was diesen Ausflug veran­laßt hat, weiß man natürlich nicht, zerbricht sich aber um so mehr darüber den Kopf.

Hr. A. Bertin ist nicht einem Schlag, soudern einer Halsentzündung erlegen, just an demselben Tag, wo vor einem Jahr seine Frau gestorben war. DaS Uebel, worüber er sich am Abend beklagte, schien seinem Arzt, Dr° Jobert de Lamballe, so wenig von Bedeutung, daß er ihm nicht einmal zur Ader lassen wollte. Das I. des Debats hat einen provisorischen Geranten erhalten in der Person des Druckers Leuormand. Die vorläu­fige Leitung übernimmt Hr. Lavier Raymond, der sonst in Abwesenheit des Hrn. A. Bertin dessen Stellvertre­ter war. Der letztere hat keine Leibeserben hinterlas. fen. Das Eigenthum des I. des Debats vertheilt sich zwischen seinem Bruder Eduard, welcher Maler ist, und einer Schwester, dem General Bertin de Vaux, dem Buchdrucker Lenormanb und einer legitimistischen Familie die unter der Restauration, wie unter L. Pbiljpp eine Rolle gespielt hat. Ueber die Wahl seines Nachfolgers ist man noch nicht im Reinen. Sein Bruder, glaubt man, werde eine Stelle nicht annehmen, die seinen ge­wohnten Beschäftigungen nicht zusagt, und man hat da­her an Hrn. Sacy, selbst an Hrn. Marc Girardin ge­dacht, jedenfalls dürfte es der Regierung gelingen auf das streng orleanistisch-constitutionelle Organ jetzt mehr Einfluß zu gewinnen, als bisher, namentlich wenn es auf den General Bertin de Vaux ankommt. Bei der ernsten Wendung, welche die öffentlichen Augelegenhei- ten nehmen, wäre der Gewinn eines so einflußreichen Organs für die Regierung von unbestreitbarem Werth. Zu Rußland werden die Verhältnisse immer gespannter, man hört davon reden, daß man auf ein Navarin ge­gen die russische Flotte gefaßt sein müsse, und was auf­fallend ist die radiirten Orleanisten sind äußerst russenfeindlich, während es. auf der andern Seite selbst in der Armee nicht an einer sehr lebhaften Opposition gegen die englische Allianz fehlt. Zu dem letzten^Hof- ball hatte Hr. v. Kisseleff keine Einladung erhalten. Der Schwadronschef Magnan^ früher im ScW" Dm« Pascha's angestedt, hat Befehl erhalten nach Constan- tinopel zurückzukehren. Indeß zur Absendung eines Armeecorps nach der Türkei scheint man sich hier nicht entschließen zu können, man will seine Macht auf der Rheinseite in Bereitschaft halten. Aus Turin schreibL man, daß Hr. Brenier seine Reise nach Floreuz fortge­setzt hat. Er soll von der politischen Lage, wie er sie dort gefunden bat, daß man von der Anhänglichkeit an die englische Allianz und das constitutionelle System nicht lassen will, wenig erbaut gewesen sein.

Der kaiserlich russische Gesandte in Brüssel, Graf Chreptowitsch, ist mit einer besondern Mission für den Grafen Kisseleff hier eingetroffen. Die beiden Gesand­ten haben seit zwei Tagen oft wiederholte Zusammen­künfte in dem hiesigen russischen Gesandtschaftshotel gehabt.

Ueber die Mission des Fürsten von Chimay nach Paris, welche so manchfache Bedeutung erfahren hat, bringt derN. C." nach einem Brüsseler Privatbrief noch folgende überraschende Version: Der Kaiser Louis Napoleon habe den Herzog und die Herzogin von Bra- baut eingeladen, einige Tage in Paris zu verweilen, und der Fürst von Chimay sei beauftragt worden, ihren Dank zu überbringen. Diese Gelegenheit mag natürlich vom Könige benutzt worden sein, sich auch noch über andere Gegenstände auszusprechen. Der Korrespondent, welcher, ohne den ministeriellen Kreisen anzugehören, sich in der Lage befinde, unterrichtet zu sein, fügt hinzu: So unglaublich die französische Einladung klingt, wird sie doch so vielfach und mit solcher Bestimmtheit er­zählt, daß sich die Nachricht nicht ganz abweisen läßt."

DerToulonnais" vom 14. b. berichtet, daß die DampffregatteVauban", welche bereits in See gegan­gen war, um sich nach Constantinopel zu begeben, durch I eine Beschädigung ihrer Maschine genöthigt worben ist, wieder nach Toulon zurückzukehren.

Nach den letzte» Nachrichten aus Constanti­nopel war die Bestimmung der französischen Flotte, welche auS 46 Kriegsschiffen besteht, dicht an der Küste des schwarzen Meeres zu kreuzen und theilweise den Eingang in den Bosporus zu bewachen. Das aus 15 Segeln bestehende ägyptische Geschwader bleibt im Bosporus. Die türkische Marine, welche nach dem Vorfall von Sinope noch aus 25 Kriegsschiffen besteht, soll die Verbindung zwischen Constantinopel und den türkischen Häfen am schwarzen Meere unterhalten. Man hat am 2. Jan. in Constantinopel die Nachricht von einem Gefecht bei Turtukai erhalten. Die Russen sollen mit großem Verluste zurückgeschlageu worden sein. Man sagte auch, daß in diesem Augenblicke ein russisches Ge­schwader Battum blockirt; die von Constantinopel da-