au- Brescia, welche hier untersucht wurden, sind begnadigt worden.
Ponaufürftenthumer
Die neuesten Nachrichten vom Kriegsschauplatz an der Donau bestätigen, was wir über das siegreiche Treffen der Russen bei Cetati am 6. Januar gemeldet haben. Andere in Wien eingetroffene Nachrichten melden, daß die Türken am 8. Januar den Angriff auf Cetati erneuert haben; an diesem Tage und am 9. Jan. haben an verschiedenen Orten der Umgegend Gefechte stattgefunden, namentlich auch bei Cartatele und Ple- nitza. Von da wie eS scheint zurückgedrängt, besetzten die Türken noch am 9. Januar Matzazey mit starken Kräften; an demselben Tag Abends, oder am 10., wurden sie aber wieder nach Kalafat zurückgeworfen. — Alle diese Nachrichten sind nicht präcis, aber wahrscheinlich richtig. Die Türken haben eine centrale, also vortheilhafte Stellung, die Russen eine nothwendig ausgedehnte, im Halbkreis um Kalafat. Bon da aus überfallen die Türken die einzelnen noch nicht gesammelten russischen Abtheilungen, und das Ergebniß ist, wie es scheint, daß die Türken doch immer nach Kalafat zurückgeworfen werden.
Ueber die blutige Affaire bei Csetate vom 6. d. M. erfährt man heute aus verl ßlicher Quelle einige Details: Die bei Calafat und in Widdin postirten Truppen, bei 40,000 Mann stark, standen mit ihren Borposten schon seit mehreren Tagen im Geplänkel mit den russischen Recognoscirungstruppen. Der Commandant in Kalafat, der Renegat Selim Pascha, hatte am 1. von Schumla Ordre erhalten, die Russen aus ihrer eingenommenen Kalafat bedrohenden Stellung zurück zu drängen. Nachdem etwa 10,000 Mann von Widdin nach Kalafat gezogen waren, marschirte Selim Pascha an der Fahrstraße gegen den rechten Flügel des An- rep'schen CorpS und griff die schwächste Position desselben am 6. Morgens mit 18,000 Mann an. Beim Beginn des Treffens neigte sich der Sieg auf die Seite der Türken, da die Russen nicht mehr als 6000 Mann im Gefechte standen. General Belgarde, welcher das Centrum des rechten Flügels bildet, traf mit seiner Verstärkung im entscheidenden Augenblick ein, es gelang ihm durch eine kühne Operation, die Türken in der Flanke und im Rücken anzugreifen und nach einer Stunde harten Kampfes ertönte das Hurrah der Russen. Die Türken waren nicht mehr zu halten. Ein regelmäßiger Rückzug hätte die Verluste derselben sehr vermindert, doch artete dieser bald in förmliche Flucht aus. Wie groß der Verlust der Türken ist, geht zum Theile schon daraus hervor, indem die Zahl der Gefangenen, Todten und Verwundeten nach den genauesten Angaben wirklich 3000 Mann beträgt. Um die zersprengten Abtheilungen zu sammeln, werden einige Tage nothwendig sein, und verstärkten sich die Türken in Widdin noch am 6. d. durch in Marsch gesetzte Refervetruppen von Sofia; auch wurden alle irregulären Truppen aus dem Lager bei Kalafat nach Widdin zurücktransportirt, und durch reguläres Militär, zum Theile Egyplier, ersetzt. Als weitere Verstärkungstruppen der Russen am Kampfplätze eintrafen, war die Affaire bereits beendet. Die frischen Kräfte leisteten aber vortreffliche Dienste bei Verfolgung der Türken und wagten sich einige Kosaken« pikets bis hart in die Nähe Kalafats.
Aus Oxsova wird unterm 7. d. berichtet: Der mißlungene Angriff der Türken auf den rechten Flügel des Anrep'schen Corps vom 6. d. wurde durch gleichzeitig auf mehreren Punkten der Donau ausgeführte Manövers unterstützt. Bis jetzt ist mit Bestimmtheit besannt, daß die bei Rahowa stehenden 2000 Mann irregulären Truppen sich in Bewegung setzten, um einen ScheinübergangSverjuch zu wagen und den linken Flü- gel des Anrep'schen Corps zu beunruhigen, damit General Dannenberg die Auime ksamkeit gegen Kalafat aufgeben müsse. Einige Tranèportkähne , die an das walachische Ufer kamen, wurden aber, ohne daß sie gelandet hätten, zurückgeworfen. — In den ersten Tagen Januars sind 50 Belagerungsgeschütze des schwersten Kalibers von Krajova nach Radovan abgegangen, welche gegen die türkischen Schanzen bei Kalafat verwendet »erden, auch eine Masse von Lagerzellen wurden in
Krajova deponirt. — Telegraphischen Nachrichten aus Orsova zu Folge, hat am 8. d. M. abermals ein Hefti- ger Angriff von 16,000 Mann Türken unter Persön- lichem Kommando deS Selim Pascha auf den rechten Flügel des Anrep'schen CorpS, den General Anrep selbst commandirte, stattgcfunden. Cs wurde von beiden Seiten mit Erbitterung gekämpft und haben beide Theile nach dem Gefechte ihre frühere Stellung wieder einge- nommen. Am 10. machten die Russen mit dem ganzen Flügel eine Diagonal-Schwenkung, griffen die außerhalb Kalafât gestandenen türkischen Truppen auf mehreren Punkten gleichzeitig an und drängten sie nach kurzem Gefechte bis in das Lager bei Kalafat zurück.
Aus Bukarest vom 5. d. schreibt man: Am 3. d. kamen die Vorposten der zwischen Islas und Turnn stehenden 10000 Mann russischer Truppen mit einem türkischen Streifcorps, das die Furth bei Nicopoli passirt hatte und etwa 500 Mann stark war, inS Gefecht. Die Türken zogen sich mit Zurücklassung einiger Leichen nach Verlauf einer halben Stunde wieder über die Donau zurück. Die Arricregardt entkam mit genauer Noth, und war nahe daran abgeschnitten zu werden.
Nach einer Mittheilung der Pr. Korrespondenz ist der Vicepräsident für die Moldau immer noch nicht ernannt, und man scheint von der für diesen Posten bisher bezeichneten Person des General SckukofSky Abstand nehmen zu wollen. In der Civiladministration sind keine erheblichen Veränderungen vorgenommen worden; dagegen scheint eine tief greifende Reorganisation der Milizen im Werke, zu deren obersten Befehlshaber der russische Generallieutenant Salos ernannt ist.
Türke».
Constantinopel, 4. Jan. (A. Z) Das Volk von Stambul treibt wieder einmal in seiner alten Weise Politik. Das Murren und Raisonnircn und Kritisiren über ihre Beschlüsse hat die Regierung, wie Sie wissen, kürzlich — nach dem Vorbilde anderer civilistrten Staaten — streng verpönt. Nun die Raisonneurs den Mund nicht mehr aufthun dürfen, reden sie durch stumme, wiewohl nicht minder verständliche Zeichen. Mehrere Monate lang hörte man hier nichts von Feuersbrünsten. Seit voriger Woche brannte es aber nun schon mehrmals ; zuerst in Beschiktasch, unfern vom kaiserlichen Serail Tschiragan; und vergangene Nacht waren kurz nach einander in Stambul vier bis fünf Feuersbrünste, die bedeutendsten, sehr bezeichnend, in dem Griechen- quartiere Fanal, wo das griechische Patriarchat ist und in dem anstoßenden Balata. Diese beiden Quartiere sollen ganz eingeäschert sein; mehrere tausend Häuser sind jedenfalls abgebrannt, wohl zumeist mit allem, waS sie enthielten, da das Feuer, von einem heftigen Nord- sturme angeblasen, mit reißender Schnelle um sich griff. Viele Tausende sind dädurch mit Einem Schlage arm und obdachlos geworden, und der Winter ist da. Es ist ein außerordentliches Unglück. Daß diese so rasch auf einander folgenden Brände absichtlich angelegt und als ein Symptom der Unzufriedenheit mit der Regierung zu betrachten sind, möchte sich kaum bezweifeln lassen. Auch die Janitscharen griffen bekanntlich immer zu diesem Mittel, um die Regierung zu dem oder jenem zu zwingen. Der aufrührerische Pöbel Stambuls hat das noch nicht vergessen. Diese absichtlichen Brandlegungen wiederholen sich hier von Zeit zu Zeit immer wieder, und sie sind so leicht in dieser hölzernen Stabt! Nicht bloß, daß die Regierung dadurch in gewissem Grade von der Willkühr LeS Pöbels abhängig wird, auch der ganze Wohlstand der Hauptstadt verschwindet periodisch in den Flammen! Die Regierung hätte wohl das Mittel in der Hand, dem allem zu steuern, sie dürfte nur das Erbauen der Holzhäuser ganz und gar verbieten; aber daS behagt vielleicht dem oder jenem Pascha nicht, der mit Holz handelt und so bleibt eS immer beim Alten.
Seit der am Neujahrstag gebrachten Depesche eines Wiener Blatts von dem Sturme und der Eroberung Karakals durch die Türken macht diese unbestätigte Nachricht noch heule die Runde in allen lürkenfrcundlichen Lagern. Diese neueste „Waffenthal" gab in Widdin die Veranlassung zu einem ergötzlichen Spässe. Ein in türkischen Diensten stehender Wiener Arzt bezieht aus
der Residenz nebst Rape und andern Luxus-Gegenständen auch das eben erwähnte Blatt. Die Nachricht von dem gelungenen Sturme auf Karakal wurde von allen dem Auslande angehörigen türkischen Offizieren mit Jubel ausgenommen; man drang Tags darauf in Ismael Pascha das große Ereigniß durch den Donner der Geschütze zu feiern. Vergebens wurde eingewendet, daß diese Nachricht osficiell nicht bestätigt sei; man erwiederte: die Persönlichkeit deS Eigenthümers jene» Blattes bürge für die Richtigkeit der Depesche. Inzwischen langte der Adjutant Omer Pascha'S aus Rust- schuk in Widdin an, welcher die Depesche kurzweg alS eine Satire auf die Tapferkeit der Türken erklärte.
Muche Nachrichten
Wien, 16. Jan. Die heutige Oest. Corr, enthält folgenden beachtenswerlhen Artikel; ES kann un« als Oesterreichern nur zur Befriedigung gereichen, wenn die Stimme der vaterländischen Presse auch im Auslande beachtet wird und Gehör findet. Haben große französische Blätter neuerdings Pariser Correspon- denz - Artikel des Wiener Lloyds mit besonderer Sorgfalt übersetzt und wiederholt, so liefert das zugleich den Beweis, daß die öesterreichische Presse innerhalb der ihr von dem Gesetze vorgezeichneten Schranken, frei und ungebindert ihre Ansichten und Auffassungen darlegen kann, denn in gleicher Weise steht die Beurtheilung der Dinge auch der anderen Seite offen, wie ein Blick auf die verschiedenen Wiener Blätter zeigt. Die k. k. Regierung heischt bei der öffentliche» Besprechung der orientalischen Angelegenheit nur die Beobachtung der Gesetze des MstandeS und der schuldigen Achtung gegen alle befreundete Mächte. Einen Einfluß auf die Anschauung der Journale in dieser Frage übt und erstrebt sie nicht, und der begabte Redacteur deS Wiener Lloyd hat die politische Verantwortlichkeit seiner Artikel eben so ungeschmälert anzusprechen, wie die Herausgeber aller anderen Blätter ihre Ansichten und Aeußerungen allein vertreten müssen.
Von der früher beschlossenen Absendung eines Ok- servations-Corps an die Banater-Türkische Grenze scheint es nun sein völliges Abkommen gefunden zu haben. Die Kriegszustände an der untern Donau haben sich der Art gestaltet, daß man hier mit Beruhigung auf die Macht der Russischen Armee zählt, um Grenzverletzungen von Selten der Türken Hintanzubalten, wenn solche etwa im Plane der politischen Flüchtlinge gelegen Haden sollten. UeberdieS hat die ausgesprochene neutrale Stellung Serbiens manche Gefahr beseitigt, welche aus einer entgegengesetzten Stellung hätte erwachsen fongyL
Aus London geht der N. Pr. Z. von sonst aut unterrichteten Seite folgende Rotiz zu: „Das Gerücht, Graf Aberdeen werde noch vor Eröffnung des Par' laments von seiner Stelle zurücktreten, gewinnt an Gon* sistenz. In diesem Falle dürfte Lord Derby der Nachfolger des Grafen Aberdeen sein." — Wenn Lord Derby einträte, gewännen natürlich die Chancen für den Krieg bedeutenden Halt.
Nach Briefen der „A. A. Z." auS Konstantinopel hat der Sultan auch in Bezug aus die Fürstenthümer Moldau und Walachei Hattischeriss unterzeichnet, in welchen, wie bei Serbien, das Protectorat Rußlands über die Fürstenthümer, nach Bestätigung der Rechte und Vorrechte derselben, aufgehoben wird. Diese beiden Hattischeriss werden einstweilen ad acta gelegt. Eine rechtfertigende Note soll den Gesandten der Großmächte hierüber mitgeiheilt worden sein.
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Durch die Bemühungen des hiesigen Postamtes haben wir für Wiesbaden einen dirccten Paquetschluß mit Berlin und Wien erhalten. Wir sind dadurch in den Stand gesetzt die Nachrichten aus Berlin,-Wien, Italien, vom Kriegsschauplätze rc. um volle 24 Stunden früher zu bringen. Für die auf der Taunusbahn zu befördernden Exemplare des BlatteS werden wir von nun an den um 4 Uhr von hier abgehenden Zug zur Versendung benutzen. Die Redaction.
Verantwortlicher Neractcur: Dr. I. Asc-ek.
Wiesbadener tägliche Poften.
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Abend« 9 Uhr 30 Mia. Abend« 8 Ubr.
Abgang uni Ankunft der Eisenbahn-kge.
Äbftaiig von Wiesbaden ! Antun, t in Wiesbaden. Morgen«: Maedmittags: Morgen«: Ra-bmi,iagS: 6 u. 2ll. lSM. 7 u. 15 M. 2 U. 45 M
8 U. : 5 U. 35 sm. 9 11.35 5», 4 U. iS M
I« N. I 5 M 12 u. 45 M. 7 n. 30 M.
Tours der Stautspapiere.
Frankfurt, 17. Januar 1854.
Gold und Silber.
Reue Louisd'or.......fl. 10 50 fr.
Pistolen...........„ 9 367,-37*/,
Preuß. Friedrichsd'or . . . . „ 9 58*/,-597,
Holl. 10 fl. Stücke.....„ 9 417,-42*/,
Randducaten ........„ 5 34-35
20 Francsstücke.......„ 9 207,-21*/,
Engl. Souverains..... 11 43 fr.
Gold al Marco.......„ 374-376
Preuß. Tdalcr .......„ 1 457,-7,
5 Frankenthaler....... 2 20-7,
Hochhaltig Silber...... 24 30-32
DörsenLourfe.
Wien, 17. Jan. 5pCt. Metall. 91%. - 4*/,p6t. ro. 81%. - 5pCt. L.-Ven. 102 -. - Bankae ien 1326 -. 250 fl. Loose 133—. — K.-F.-Nordbahn 227—. — Wechsel auf London 12 fl. 3 kr.
Paris, 16. Jan. 4%ySt. R. 99, 50. — 3pCt. 9t. 71,60. - Oester. 86-. — Span, neue Tuff. 20%. - Innere Schuld 39%. - Darmst. Bankactien 2755.
Oesterreich, 5% ®?et. (b.R.) „ 5«/.L.-V.ib.R.)
„ 5% Metalliquks
„ 5“/„ do. 1851. A.
„ 5°/0 ditto 1852.
„ 41/,% Metalliq.
„ Bank-Actien ...
„ 250 fl. Looie...
„ 500 fl. Voofe. ..
! Preußen , 37,% Staatssch. Bayern, 3 7,% Obligation.
I Bexbacher Eisenbadn-Actien i Würlemberg, 37,% Oblig.
„ 47,% neue D.
Baden, 3'/,°/-Odl. v 1842 1 „ y.-As50fl.b.G.».S.
„ 35 fl Loose v. J. 1845 Kurhessen, Fr.-W.-N.-Actien „ 40 Thlr. L. b. R.
Darmstabt, 37,% Obligat.
Papier
827* 73% 74%
65% 1270
897, 117%
1027, 897, 70
45% 34%
92%
Gelb 927. 82
747,
1262 110
192 91
89% 1167, 897, 1017.
887, 697, 39
347, 91%
Darmstadt, 4% Obligation.
„ 50 fl. Loose ...
„ ■ 25 fl. Loose . . .
Nassau, 5% Obl. b.Nothsch. 40/ ,/ 4 , o ff ff //
ff 3 Vi % „ ,/ //
„ 25 fl. Loose......
Frankfurt, 3% Obligationen
„ 3%% O. V. 1839
„ 3%% O. v. 1846 TaunuS-Eiscnbahn-Aetien .. Frankf.-Hanauer-Eisenb.-Act. Holland, 4% Certificate...
„ 27,7» Integralen.
Spanien, 3% innere Schuld
„ 1% Reue......
Disconto.............. Vereins 10 fl. Loose..... Darmstädter Bankactien ... Wkimarische Bankactien ...
Papier 987, 967,
102 997, 91
857, 94 94 308
39% 20%,
8% 220 101
Gelb 987, 96% 337,
29
305 94%, 91%
617, 397, R
227
$ruÄ und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgaff« *2.
