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auswärtigen Blatte der „Jndependance belge" gebracht wurde, wird sie doch allgemein als richtig eingenommen, da ein halbofficielles Blatt dieselbe mit der Bemerkung widerholt hatte, daß dieser Schritt der Würde der Re­gierung, der Ehre Frankreichs angemessen sei. Diese einzige Thatsache reicht hin, um die Beschuldigungen der „Times" gegen den französischen Gesandten und Admiral in Konstantinopel zu widerlegen, welche sie in ihrem gestrigen Blatte widerholt, und worin sie behaup­tet, daß Beide zu veschicdenen Zeiten die Vorschläge des Lord Redcliffe und des Admirals Dundas zum Einlaufen der Flotten verhindert hätten. Dieses Be­streben des halbofstciellen englischen Blattes, die eng­lische Regierung energischer darzustellen, als sie bis jetzt eigentlich gewesen ist, ist ein klarer und deutlicher Be­weis, daß dieselbe ihre Politik in Bezug auf die orien­talische Frage, vollständig und diesesmal auch vielleicht • aufrichtig geändert habe. Es ist keinem Zweifel unter- worfln, daß das Zerwürfnis Englands mit Persien, in Folge der mit Rußland abgeschlossenen Allianz des letz- tern Staates wesentlich zu diesem Entschlusse beigetra­gen hat, und wenn sich die Nachricht von Bombay un­term 29. Nov. bestätigt, so läßt bereits das ostindische Gouvernement eine Flotte ausrüsten , welche für den persischen Meerbusen bestimmt. Unter diesen Umstän­den hat die Versicherung des „Daily News", daß der Lord Palmerston wieder in das wirkliche Cabinet eintre- ten werde, wieder etwas mehr Glauben gefunden. — Es circulirt bereits seit gestern in den politischen Sa­lons, daß morgen im „Moniteur" die Anzeige von dem Einlaufen der vereinigten Flotten in's schwarze Meer mit einigen energischen Bemerkungen erscheinen wird. In den Salons des Faubourg St. Germain hat man die unmittelbare Abreise des Herrn v. Kisseleff nach dem Erscheinen dieser Note als bestimmt vorausgesagt. An­dererseits will man wissen, daß auf die Vorstellung des Herrn V. Kisseff die heftigsten Ausdrücken die. fer Note bedeutend gemildert worden sind. Man wollte gleichzeitig wissen, daß die französische Re­gierung bei ihrer kathegorischen Anfrage au das englische Cabinet erklärt habe: „Sie werde die französische Flotte allein in das schwarze Meer einlaufen lassen , wenn die englische Regierung sich dieser Maßregel nicht anschließen wollte." Lord Aberdeen soll auf der Stelle darauf. mit der Ab­sendung der gleichlautenden Ordre an das englische Ge­schwader geantwortet haben. Tie beiden Flotten sollen zwischen Varna und Battoum eine Art von Seegrenze ziehen, welche weder von der russischen noch von der türkischen Flotte überschritten werden darf. Wir wissen nicht, in wie weit diese Gerüchte gegründet sind, wir wissen aber, daß die französische Regierung fest entschlos­sen ist, der orientalischen Frage eine andere Wendung zu geben, und daß sie darin von dem englischen Ca« binette dießmal aufrichtig unterstützt wird.

. Seit einer langen Reihe von Jahren hat man hier einen so strengen Winter gehabt, wie er jetzt sich an- kündigt. Heute früh zeigte der Thermometer 12 Grad Kälte. Die Seine treibt starke Eismassen, und es wird, wenn die Kälte nur noch zwei Tage andauert, sich eine Eisdecke bilden, was seit 1841 nicht vorgekommen. Alle Banarbeilen sind eingestellt worden. In allen Quar­tieren der Stadt läßt die Regierung Holz und Stein­kohlen an die armen Familien verabfolgen.

Herr Alfred Mercier, der Schwager des amcricani- schen Gesandten in Madrid hat ein Schreiben an das „Siecle" gerichtet, worin er mehrere Irrthümer berich­tigt , welche sich in den Erzählungen der Journale, das Duell zwischen Herrn Soule und Herrn Turgot betref­fend, vorgcsunden haben. Er beschreibt in diesem Schrei­ben das Costüme seiner Schwester, Madame Soule bei dem Feste im französischen Gesandtschaftshotel , um nach- zuwciscn, daß dasselbe keineswegs die spöttische Bemer­kung des Herzogs von Alba verdient hat, welcher auf sie mit den Worten wies: „Seht hier die Marguerite von Burgund."

Aus Florenz erhält man die günstigsten Berichte über Herrn Fould's (Bruder des StaatSministers) Besserwerden. Seine Genesung, sagen seine Freunde, soll unbezweifelt sein. Es cursirten über ihn folgender Calembourg; „Si l’on otait â Fould son I (alle) pour voler, et son d (dez) pour jouer, fil resterait fou.“ (Wenn man aus Fould's Namen das L (alle, Flügel, zum Fliegen) und bas D (dez — Würfel zum Spiel) wegnähme, so würde er ein Narr (fou) bleiben. Das Witzeln lassen sich die Pariser nicht nehmen.

Schweiz.

Aus der Schweiz, 26. Dec. Auch der Bun­desstatthalter Casparis hat es abgelehnt, die Mission als Untersuchungsrichter in der Sache gegen Contini zu übernehmen.

Spanien.

Madrid, 20. Dec. Der Niederkunft der Köni­gin sieht man in dieser Woche oder doch zu Ende des Monats entgegen. Heute als am Geburtstage der Prin­zessin von Asturien kommen der Herzog und die Her­zogin von Montpensier nach Madrid. — Außer den beiden Zweikämpfen, bei welchen Souls Vater und Sohn betheiligt waren, stehen oder standen noch zwei andere, das diplomatische Corps berührende Duelle in Aussicht.

Des einen zwischen dem französischen Konsul zu San­

tander und dem alnericanischcn Gcsaudtscbafts-Secre- tär Perry, den er beim Kragen gepackt und die Treppe hinuntcrgkworfcn haben soll , wurde von uns bereits erwähnt. Die Kämpfer haben unter sich ausgemacht, daß einer von Beiden auf dem Platze bleiben soll. So­dann hat der österreichische Gesandte, Graf Esterhazy, den englischen Gesandten, Lord Howden, gefordert. Der Marquis von Turgot halte nämlich für seine Zusam­menkunft mit Soule ursprünglich Lord Howden und den Grafen Esterhazy gewählt. Die Wahl des Letzte­ren bezeichnete ihm jedoch der Engländer als unpas­send, indem er äußerte, cs fehle dem Grafen an der für dergleichen Gelegenheiten erforderlichen Bravour. Als dem österreichischen Gesandten, welcher hier sehr be­liebt ist, diese Aeußerung zu Ohren kam, lehnte er so­fort die ihm zugedachte Zeugen-Rvlle ab, indem er vor allen Dingen seinem Beleidiger zeigen wollte, wie es mit seinem Muthe stehe. Man hofft, daß die Behör­den beide Duelle zu verhindern wissen werden. Der französische Gesandte liegt in Folge seiner Kniewunde an einem heftigen Wundfieber darnieder. Die Bevöl­kerung von Madrid bezeugt ihm ihre lebhafte Theil­nahme. Bis jetzt ist es den Aerzten noch nicht gelun­gen, die Kugel herauszuziehen. Was Hrn. Soule be­trifft, so soll er sich bei seiner Begegnung mit Hrn. v. Turgot in mancher Beziehung sehr ungeziemend benom­men habeö. Anfangs wünschte er das Duell bis über drei Jahre, wo die beiden Combattanten voraussichtlich nicht mehr mit ihrer gesandtschastlichen Würde bekleidet sein wurden, hinausgeschoben zu sehen. Sein Gegner machte ihm jedoch begreiflich, daß er (Turgot) als Ge^ sandter nicht aufhöre, ein Ehrenmann zu sein, und daß er im Jahre 1823 Dragoner - Oberst gewesen sei, worauf dann aus der dreijährigen eine dreitägige Frist wurde. Nachrichten vom 21. d. zufolge kann man hoffen, daß der französische Botschafter Marquis von Turgot von seiner Wunde bald wieder hergestellt sein werde. Es ist bereits gelungen, die Kugel, von welcher er oberhalb des Schenkels getroffen worden, herauszuzie­hen. — Obige Nachricht von einem Duell zwischen Lord Howden und dem Grafen Esterhazy ist falsch; zwischen beiden Diplomaten besteht im Gegentheil die innigste Freundschaft, und noch gestern wohnte jener ei­nem von diesem gegebenen Bankette bei. — Hr. Soulë selbst dürfte sein längeres Verbleiben auf dem Posten, welchen er bekleidet, nicht wünschen. — General Prim ist von Constantinopel demnächst in Madrid zurück er­wartet.

Portugal.

_ t Lissabon, 22. December. Am 19. d. hat der König - Regent vor den Cortes den verfassungsmäßigen Eid geleistet. Der Präsident ver Pairskammer antwor­tete auf die Rede Sr. Maj. Die Eröffnung der Cor­tes wird am 2. Januar stuttfinden.

Großbritannien.

London, 24. Dec. Der N. P. Z. wird geschri- ben: Heute ist aus dem Strome der Gerüchte über die Ministerkrisis gar nichts Zuverlässiges herauszufi schen. Lord Palmerston's bevorstehende Wiedervereini­gung mit dem Cabinet ist diejenige Version, die den picantesten Anstrich hat. (Neuere Nachrichten stellen sie als gewiß dar.) Das wäre denn mit der ganz ent­schieden kriegerischen Sprache der ministeriellen Organe in Verbindung zu bringen. „Chronicle" gibt jetzt in seiner gewöhnlich gut unterrichteten Pariser Correspon- denz den 10. dieses Monats als bas Datum an, an welchem der Befehl an die Bosporus-Flotte abgegan- gen sei, ins schwarze Meer hinauszusegeln, mit derÄuf- gabe, die maritimen Streitkräfte Rußland nach Seba- stopol zusammenzutreiben und dort gleichsam blokirt zu halten. Die Nachricht vom wirklichen Absrgeln der Flotte soll übrigens gestern hier eingetroffen sein, und die telegraphischen Depeschen aus Wien bestätigen es (?) Die Hauptfrage würde jetzt sein, ob die Flotten-In­structionen dahin lauten, nicht bloß die Russen, sondern auch die Türken vom Kreuzen und Truppentranspor- tiren auf dem schwarzen Meer abzuhalten. Denn das ist, in Anbetracht als in Asien sich russisches Gebiet unter türkischer Occupation befindet, eine Frage zwischen Krieg und Frieden. Wenn den Türken verstattet wirb, sich für ihren Angriff in Asien der See zu bedienen, so sind die Seemächte Theilnehmer und Mitschuldige am Angriff. Es ist nicht unmöglich, baß ber wahre Grund des Bruchs im englischen Ministerium hier her­um gelegen hat. Die Instructionen vom 10. haben sich gewiß noch nach der friedlichen Seite geneigt, aber seitdem können in dem Austausch von Vorschläge» zwi­schen London und Paris andere Pläne auf'S Tapet ge­bracht worden sein, welche den Ausbruch der Ansichts- Verschiedenheit im englischen Ministerium unausbleiblich machten. Uebrigens hat man uns hier auf entscheidende Schritte, die demnächst von Paris ausgehen werden, höchst gespannt gemacht, und auch eine öffentliche Kriegs­erklärung von England an Rußland wollen diejenigen in naher Aussicht stehend wissen, die von Lord Palmer­ston's Wiedereintritt ins Cabinet sprechen.

Es wird jetzt mit großer Bestimmtheit in einem Theile der englischen und französischen Presse versichert, es sei von London und Paris gleichzeitig der Befehl nach Constantinopel abgeschickt worden, daß die vereinigte englisch-französische Flotte in das schwarze Meer einlau-

i fen solle. Wie man jedoch aus gewöhnlich gutunke:- I richtetet Quelle vernimmt, ist die Weisung nur bedingt ertheilt ; es sind in der betreffenden Instruction die be­sonderen Fälle genau bestimmt, in welchen jene Maß- nähme zu vollziehen sein würde; keiner dieser Fälle soll aber bis jetzt eingetreten fein, (und es ist auch nicht zu erwarten, daß irgend einer der bemerkten Fälle als eingetreten betrachtet wurde.

Joh» O'Connell ist vorgestern zum Parlaments Mitgliede für den Burgflecken Clonmel ohne die ge­ringste Opposition gewählt worden. Er erklärte, bevor seine Wahl durch den Mayor in vorgeschriebener Form angekündigt worden war, daß er die Politik der Pach- tcr-Liga nicht angenommen habe, daß er keine Verbind­lichkeit eingegangen sei, dies später zu thun, und daß alles, was darüber in dubliner Blättern gesagt worden sei, keine Begründung habe. Die Politik, die er ver­folgen, die Grundsätze, die er vor allen anerkennen wolle, seien die seines Vaters, Daniel O'Connell'S.

Nach einem Briefe aus St. Louis v. 30. Nov., ist ein gewisser Kapitän Gunnison auf einer Ent­deckungsreise im Mormonen - Gebiet nebst 7 seiner Ge­fährten in einem Gefechte mit Indianern ums Leben gekommen. Gunnison war, als man seine Leiche fand, von 26 Pfeilschüssen durchbohrt und hatte einen Arm verloren.

Italien.

Turin, 20. Dec. Ein wichtiges Ereigniß für die Geschichte unseres Verfassungslebens ist der sogenannte Uebertritt des Grafen Revel zur ministeriellen Partei. Dies bedarf aber noch einer Erläuterung. Bei den Wahlen hat die Regierung in den Wahlbezirken dem Grafen Revel und seinen politischen Freunden keine Gegen-Candidaten gegenübergestellt, sondern öffentlich erklärt, daß sie diese Männer als einfache konstitutionelle, also nicht als Gegner ansehe. Umgekehrt hat Graf Revel die clericalen Journale, die seine Wahl betrie­ben, als unbefugt zu diesem Schritt verleugnet. Weiter reicht das Einverständniß nicht. Eine andere Verän­derung soll mit Graf Cavour vorgegangen sein. Er ist gegen die Volksgunst sehr gleichgültig geworden; müde der vielen Intriguen, hat er den Geschmack an den innern Angelegenheiten verloren und sich einseitig aus die Handels- und Finanz-Angelegenheiten .des Lan­des geworfen. Hier allein will er ferner nur wirk­sam sein.

Seit vorgestern befindet sich Herr B r e n i e r, der ehemalige französische Minister des Auswärtigen hier. Er hat seine italienische Reise angeblich aus Gesrindbeits- Rückfichten angetreten. Doch glauben gewöhnlich gut unterrichtete Leute, daß er mit einer Mission seiner Re­gierung betraut ist. Nächstens wird sich Herr Brenier nach Florenz begeben.

Piemontesische Blätter berichten aus Genua vom 22. o. Mts. über fortdauernde Flüchtlingszüge nach Constantinopel; am 20. schifften sich eine Anzahl Un­garn mit americanischen Pässen dahin ein.

Russland.

Einer der Adjutanten des gefangenen türkischen Ad­mirals soll nach französischen Berichten zu Sebastopol an seinen Wunden gestorben und der Zustand des Letz­teren selbst sehr ernst sein; er habe amputirt werden müssen.

Vonaufürftenthümer.

Bukarest, 18. Dec. Die Türken haben in den letzten Tagen wieder einmal den Versuch gemacht, die : Dona» zu überschreiten und sich am diesseitigen Ufer i zu verschanzen. Dies geschah bei dem Dorfe Flamunda, welches zwischen Giurgevo und Oltenitza liegt. Der t erste Versuch der Russen, sie zurückzudrängen, scheiterte, i Als sie jedoch am andern Tag in größerer Anzahl ka- men, waren die Türken bereits wieder über die Donau 1 zurückgegangen, und die russischen Truppe» zerstörten noch in der Nacht ihre Verschanzungen. Ein Courier, i welcher am 13. Giurgevo verlaffen hatte, vernahm eine ü heftige Kanonade von nah und fern, so daß sich daS Gefecht bei Flamunbe bis auf ersteren Ort ausgedehnt zu haben. Eine schwere Kanonenkugel schlug vor sei­nen Pferden in die Erde nieder. Ani Tage darauf |t brachte man auf 16 mit Ochsen bespannten Bauernwa­gen blesstrte Russen in die hiesigen Spitäler. Vor ei« n nigen Tagen ist ein Bataillon Jäger von hier nach st Krajova abgegangen; morgen folgt ihm ein Bataillon )' Infanterie. Die um diese Stadl sich concenlrirende 9 ussische Kriegsmacht soll auf 25,000 Mann gebracht U werden. Die Russen haben alle ihre Pferde scharf be« >e schlagen lassen, um, wie es heißt, für den Fall, daß b< die Donau mit Eis überzogen würde, über dieselbe zu o marschiren. Ungeachtet aller kriegerischen Ansichten, ge­winnt in den besser unterrichteten Kreisen dagegen mehr $1 als je die Ueberzeugung Raum, daß vor einigen Mo« >0 naten von Seite des Fürsten Gorlschakoff kein ernsterer ;e Angriff auf die Türkei unternommen werden, und er sich auf eine starke Defensive beschränken wird. Es sol­len auch schon in diesem Sinne aus St. Petersburg >rt an ihn gekommen.fein. Man schreibt diese glückliche m Wendung der Dinge den von den vermittelnden Mäch­te» dem Kaiser Nikolaus jüngst gemachten Vorstellun- *<6 gen zu, welcher hiermit einen neuen Beweis seiner Frie« ân