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läßliche Bedingung bei diesen Austestungen war, daß sie geborne Inländer und unverheirathet wären.

Aus einer in derAlt. Z." enthaltenen amtlichen Bekanntmachung ersieht man, daß alle in Holstein ^t Hause gehörenden Schiffe wieder mit dem Breuuzeicheu DanSk Eiendom (dänisches Eigenthum") versehen werden sollen. Bis 1848 mußten bekanntlich auch die bolffeinischen Schiffe dj.cse,S Breuuzcichen sich gefallen lassen; 1848 wurde es überall entfernt, und noch am 11. Juni 1852 rcsolvirte der König, cs solle nicht wieder hergellt werden; jetzt wird eS aus Anhalten des Finauzministers von Neuem decretirt.

Berlin, 21. October. Hinsichtlich dcr Verband- lnngen über eine Münzco n vention, die in Wien statlsiuden werden, hat man sich, nach Angabe des Corr. Bureau", bereits darüber verständigt, daß keiner der bei dem Febrnarvcrtragc intercssirten Staaten die von ihm geprägten Münzen außer Verkehr setzen ober ihren Werth reduciern wird, ohne wenigstens drei Mo­nate vorher den Zeitpunkt, bis zu welchem die Eiulösnng nicht mehr erfolgen soll, bekannt zu machen. Nur beim Uebergange zum Vierzchuthaler- oder Vicrundzwanzig und ein Halb-Guldcufuße oder zum metrischen Münz­systeme kann jeder Staat das Werkhvcrhältniß bestimmen nach welchem er seine bisherigen Münzen einlösen oder in seinem Gebiete in Umlauf lassen will. In der orientalischen Frage sind hier 9lacbrid)ten von Bedeutung nicht angelangt. Die anderweitig verbreitete Nachricht von einem bereits existircndcn russische» KriegS- manifest wird hier von gut unterrichteten Personen be­zweifelt. Der heutige Tag brachte die Grundstein- legung zu den für Berlin so wichtigen Wasserwer­ken. Sc. Maj., durch unbedeutende Unpäßlichkeit ver­hindert, die Grundsteinlegung selbst zu vollziehen, hatte den Prinzen von Preußen damit beauftragt. Die Protoeolle über die auf der diesjährigen Zollconferenz beschlossenen Aenderungen des Zolltarifs sind bereits von den Bevollmächtigten unterzeichnet und zur Ratifi­cation gestellt, welche bis zum 5. Nov. erfolgen soll. Seitens der sächsischen Regierung sind nachträglich An­träge wegen Aenderungen des Tarifs für Manufactur- waaren gestellt, welche sich dem österreichischen Tarif an» schließen. Bei dcr vorgerückten Zeit steht eine Berath­ung dieses Antrags nicht zu erwarten, und sollte er noch zur Verhandlung kommen, so wird die Ausführung nicht möglich sein. Morgen wird der Gencral-Con- sul Dr. Quehl die Reise nach seinem neuen Bestim­mungsorte Kopenhagen antreten.Hr. v. Radowitz ist so weit wieder hergestellt, daß er täglich kleinere Spaziergänge machen kann. Das Kriegsministerium hat genehmigt, daß cs den Militärärzten und sonstigen Beamten der Militärverwaltung gestattet sein soll, sich bei Dienstgeschäften außerhalb der Garnison während der Fahrt der Civilkleider zu bedienen. Der Freiher von Waldbott-Basseuheim will in Be- rücksichtigung, daß seine Dienstgeschäfte als Director der Rheinischen Proviuzial-Feuer-Socictät eine abermalige mehrere Monate andauernde Abwesenheit nicht zuließeu, nach Angabe der D. BH., sein Mandat als Abgeord­neter zur Zweiten Kammer niederlegen.

Ihre Kaiser!. Hoheit die Großfürstin Marie, Herzogin von Leuchtenberg , werden auf Höchst-ihrer Reise von St. Petersburg am Montag (24.) in Sans- j souci eintreffen und mit Höchstihren Kindern drei Tage 1 am Königlichen Hofe verweilen. Ob Ihre Kaiser!. Hoheit die Reise von hier nach St. Pctersbnrg zu Land oder zu Wasser sortieren werden, darüber sind noch keine Bestimmungen bekannt.

Leipzig, 19. Oct. (A. Z.) Im Laufe dieser Woche beginnen an unserer Universität die Vorlesungen y für das neue Semester. Von den angekündigten wer- dey jedoch die des Professor Biedermann in Folge . einer Verfügung des Cultuöministcrinms ausfalle'u. U Biedermann ist nämlich wegen zweier im ersten Heft der von ihm herauögegebcnenDeutschen Annalen" von diesem Jahr enthaltenen Aufsätze hier unter Anklage gestellt und in erster Instanz vom Criminalgericht zu einer Gefängnißstrafe verurtheilt worden. Das Cuitns- n Ministerium erachtete es hiernach nur für unverträglich mit der Würde eines akademischen Docenten, Bieder­mann vor Austrag der Angelegenheit wieder Vorlesun­gen halten zu lassen. Eine allgemeine Suspension ist keineswegs ausgesprochen und Biedermann in seinen m Gehaltsverhâltnisseu nicht verkürzt.

Wien, 19. Oct. Nach einer aus München bier la eingetroffenen Nachricht, steht ein Besuch Sr. k. H. des NB Herzogs Maximilian, Vater der durchlauchtigsten Braut Na Sri Maj. des Kaisers, am Hofe zu Wien in Aussicht. Mi Der englische Gesandte, Lord Westmoreland, hat $o heute, nachdem in dieser Woche täglich Conserenzen mit ° Hrn. v. Bourquency stattgefundcn ' halten, einen Cou- ^rier mit Depeschen nach London expedirt.

Der Entdecker der ungarischen Kron-Insignien, Abt Major-Auditor Titus Karger, soll am Typhus erkrankt Austin. Der Kaiser soll demselben die Wahl zwischen einem Geschenk von 200,000 fl. in baarem Gelde oder teilte Kameralherrschaft in Ungarn freigestcllt haben. ^Auch die Magnaten des Königreichs sollen zum Zeichen 6 uhrer patriotischen Dankbarkeit eine gleiche Schenkung o ian ihn beabsichtigen.

I Wien, 20. Oct. Se Hoh. Prinz Alexander von

Hessen-Darmstadt ist nach Italien abgereist. Der k. dänische Generalkonsul Baron v. Eskcles ist aus Paris hier augekommen. Der k. k. österr. Gesandte - in St. Petersburg, Herr Graf Mensborff-Pouilly, wird im Laufe der wachsten Woche auf seinen Posten abrei­sen. Der seit einiger Zeit hier verweilende k. russ. General Graf Stakelberg wird seinen bleibenden Aufent­halt in Wien nehmen. Derselbe wurde der k. inf.fi» scheu Gesandtschaft am hiesigen Hofe atkachirt und ver­siebt die Functionen eines corrcfponbirenben Mitgliedes des KriegsministcriumS.

Bei Erlau ist die heurige Weinernte so ergiebig ausgefallen, daß Gefäße zur Unterbringung fehlen, und die Hälfte der Trauben am Stock belassen werden mußte. Für ein zwölfeimriges Faß werden zwanzig Eimer Wein geboten! Auch in der Ofener Gegend ist der Weinsegen so ergiebig ausgefallen, wie selten in frühern Jahren.

Die Nachricht aus London von bevorstehenden Trup­pen sei, dun gen nach bem Mittelmeer hat, wie dem N. C. berichtet wird, hier zu einer Anfrage an die englische Gesandtschaft geführt, und unser Kabinel hat sich mit der vom Grafen v. Westmoreland ertheilten Aufklärung vollkommen zufrieden gegeben. Letztere soll dahin gelautet haben, daß diese Truppenbewegung mit der orientalischen Frage nicht in Verbindung stehe.

Nach einer der WienerCop. Ztg. Corr." zugc- kommentn, am 20. Oct. hier cingelangten Mttthcilu g aus Coustantinopel haben daselbst in den letzten Tagen wiederholte Besprechungen zwischen Reschid Pascha und und dem k. k. Jnternuntius Herrn, v. Bruck stattgefun- deu, welche die Frage wegen Entfernung der österr. Flüchtlinge, die in dem Armeekorps von Reschid Pascha bienen, zum Gegenstände hatten. Herr v. Bruck hat ein vollständiges Verzcichniß dieser Individuen vorge­legt und erhielt eine die Wünsche Ocsterreichs bejahende Zusage. Zu der eingeleiteten Sammlung freiwilli­ger Beiträge von Waffen und Pferden für die Armee hat der Sultan 300 Pferde und eine aus vielen tau­send Gewehren bestehende Rüstkammer bei gesteuert. In Constautinopel sprach man am 10. b. M. von einer zwischen Frankreich und England cingetretenen Meinungs-' differenz und wollte darin die Ursache erblicken, weßhalb btm am 4. October gestellten Ansuchen der Pforte um Einlauf der vereinigten Flotten noch nicht entsprochen wurde. Zwischen Constautinopel und Alben besteht ein sedr lebhafter Depcjchenwechscl. Wie behauptet wird, wäre Griechenland mit schon verjährt geglaubten For­derungen in entschiedener Sprache aufgetreten.

Ein aus verläßlicher Quelle herrührendes Privat- schreiben macht die Mittheilung, daß Omer Pascha mit einer entsprechenden nicht sehr bedeutenden Truppen­macht eine im türkischen Gebiete gelegene, von etwa 20 Fischern und Flößern bewohnte Insel bei Widdin besetzt hat. Es könnte dies auf die Absicht, einen Donauüber­gang an dieser jedenfalls geeigneten Stelle zu bewerk­stelligen Anbeuten, wenn nicht Omer Pascha das gleiche Manöver an verschiedenen Donaustclleu ausgeführt hätte. Auf russischer Seite wurden bis zum 11. b. keine außer­gewöhnlichen Truppenbewegungen in der Richtung gegen Widdin wahrgeuvmmcn. Dervis Pascha, nach früheren Berichten zum Commandanten des an der Grenze Mon- tcucgro'â aufzustellenden Observationscorps ernannt, ist am 8. in Mostar eingetroffen. Der christcnfciubliche Selim Pascha, welcher nach dem Feldzuge in Monte­negro seines Amtes als Commandant von Antivari ent­hoben wurde, ist in den letzten Tagen wieder auf die­sen Posten zum Schrecken aller Christen berufen worden.

Die Nachricht des Wiener Fremdenblattes, bei Ol- tenitza habe der Pascha von Rustschuk einen russischen Major, der mit mehren Jngenieuroffizieren die Tiefe der Donau gemessen, nach ungestört gebliebener War­nung durch einen Kanonenschuß todten lassen, wird von der Wiener Presse als eine Münchhauseniade bezeichnet und die Versicherung beigefügt, nach Erkundigungen bei der kais. russischen Gesandtschaft in Wien sei dort keine Bestätigung dieser Angabe eingetroffen.

Dcr Ä.A.Z. wird aus Wie n geschrieben: In Be­zug auf die orientalische Frage wollen sonst gut unter­richtete Personen heute (19) friedlichere Andeutungen haben, denen zufolge man sogar behaupten will, daß die vereinigten Flotten nicht vor Constan- tinopel erscheinen werden.

Aus Wien, 22. Oct., meldet man berLeipz. Ztg." telegraphisch:Omers nicht zügelbare Armee überschritt die Donau, überrumpelte eine Russenabtheiluug bei Oltenitza und siegte. Donauschiffe sind i n Türkenh änden." Die Bestätigung bleibt abzuwarten.

Frankreich.

Paris, 21. Oct. Der Moniteur enthält heute nichts Bemerkcnswerthes. Der Kaiser wird heute oder morgen in Paris zurückerwartet. Die Patrie ver­öffentlicht heute einemitgetheilte" Note über die öster­reichischen Truppcnentlassungen, in welcher sie auseinan­der zu setzen sucht, daß diese Armeereduction in Wirk­lichkeit gar nichts zu bedeuten habe, in so fern die öster­reichische Regierung nur biejenigen Leute beurlaube, welche sie Ende December ohnehin hätte beurlauben müssen. Immerhin bleiben der Regierung vier Classen von je 120,000 zur Verfügung, was im Ganzen

480,000 Mann ausmache. Diese Halsstarrigkeit, mi welcher die halbamtlichen französischen Blätter die Be­deutung der österreichischen Armeereduction herabzusetzen suchen, hat ihren Grund in einer sehr bestimmt gehalte­nen Note des französischen Cabinets, in welcher die Frage aufgeworfen ist, welche Rolle Oesterreich spielen werde, falls die Türken von den Russen geschlagen werden. Die französische Regierung wartet noch immer â bie Antwort. Das Ereigniß des Tages bildete auf der heutigen Börse die Beschlagnahme der Jndep. Lelge; denn man wollte wissen, dieses Blatt enthalte das Ma­nifest des Kaisers von Rußland , in welchem ber je Ibe eine gegen die westlichen Mächte sehr feindliche Sprache führte. In Folge dieser Nachricht sank die 3proceut. Rente auf 71 Fr. 90 C.; sie ist indessen irrig. (Die Judepcudauce enthält nur die Nachricht, daß ein solches Manifest erwartet werde.) Dieselbe ist saisirt wegen des Berichtes über die hiesigen Verhaftungen. In den Departements sind neue Verhaftungen vorgenommen, doch hört man auch von Personen, die wieder freigelas­sen worden sind. Bei Hrn. Bocher, Verwalter der Or- lcans'schen Güter, und bei Hrn. Regnier, früher Lehrer ber Kinder Ludwig Philipp's, haben Haussuchungen stattgefuuden. Aus verschiedenen Umständen will man folgern, daß die Kaiserin wieder guter Hoffnung sei. In der Provinz scheinen eben viele Personen eingezogen worden zu sein. Zu Eperuay wurden zwei angebliche Agenten Ledru - Rollin's verhaftet, welche socialistische Schriften bei sich führten. Zu Grey (obere Saone) fand man dieser Tage an den Mauern aufrührerische Proclamationen angeschlagen. Das Thor der Unter» präfectur war mit denselben ganz bedeckt. Der Kai­ser hat ans seiner Privatkasse für die Eltern des bei der Nordexpedition verunglückten Marine - Lieutenants Bellot eine lebenslängliche Pension von 2000 Fr. aus­gesetzt , welche auf die Geschwister des Verstorbenen übertragen wird. Einer der Hauptaugcklagten in dem Komplotte derkomischen Oper", Hr. Dr. Watau aus Lille, ist nach dreimonatlichem Untersuchungsarrest in Mazas auf Verfügung der Anklagekammer freigelassen worden. Das Syndikat der Pariser Bäcker hat ge­stern angefaugen, an dieselben die ihnen von der Stadt zugesicherte Vergütung für die Differenz zwischen den Brod- und Getreidepreisen zu zahlen. Die für die letzte Hälfte des Monats September zu zahlende Summe be­trägt 393,363 Franken, was eine Lrodconsumtiou von 6,556,000 Kilogramms voraussetzt. In Cambrai hat die Wachmannschaft am Pariser Thor sich betrun­ken und die gröbsten Excessen verübt. Ein Soldat, Na­mens Micheli, hat fünfmal hintereinander scharf geschos- *" sen und mehrere Personen erheblich verwundet; andere erhielten Kolbenstoße und Bajonnetstiche. Der Posten mußte mit Gewalt entwaffnet werden. Eine kriegsge-^ richtliche Verhandlung steht bevor. Das Wirthshaus, in welchem sich die Soldaten betrunken hatten, ist auf Befehl des Unterpräfecten sogleich geschlossen worden. E. de Girardiu hat auf dem Ministerium des In­nern eine Verwarnung erhalten, wegen eines auf die persönliche Freiheit bezüglichen Artikels, welchen cr auf Anlaß der Verhaftung Goudchanx geschrieben hatte.

Nelgien.

Brüssel, 18. Octbr. Die kaum erfolgte Ankunft des neuen französischen Ministers Herrn Adolph Barrot, welcher vorgestern zur königlichen Tafel zugezogen wurde, hat in unsere, in Erwartung der am 8. November er­folgenden Eröffnung der Kammersession, schlummernde politische Tageschronik ein wenig Leben gebracht. Man spricht sogar von Ministerkrise. Man versicherte, Hr. Barrot hätte aus .Paris die alten Reklamationen des französischen Kaisers über die sogenannte Zügellosigkeit der hiesigen periodischen Presse überbracht und energische Maßregeln zur Abhülfe gefordert. In Folge dessen hätte der mit der Ausführung des Gesetzes beauftragte Justizminister und der Minister des Innern, die beiden liberaleren Mitglieder des Cabinets, mit Demission ge­droht. Ob wirklich die französischen Forderungen in so bestimmter Form vorgetragen worden sind und schon zu dem erwähnten Ergebniß geführt haben, vermag ich für jetzt nicht zu bestimmen; ich schrieb aber neulich, daß die Minister, die nicht ganz und gar mit ihrem Portefeuille verwachsen sind, längst vor den Schwierigkeiten der Lage, den Verhältnissen mit Frankreich, der fortschreitenden Theu- rung derLebensmittel, gegen welche sie bisher nichts Besseres zu erfinden wußten, als das gestern veröffentlichte Ausfuhr­verbot der Kartoffeln und einige Hülsenfrüchtc, und haupt­sächlich dem bevorstehenden Ablauf der Handelsverträge mit Deutschland und Frankreich zurückbeben und gern das Zusammentreffen mit den Kammern vermeiden möch­ten. Daß unsere Regierer über unsere.freunduachbar- lichen Verhältnisse gegen Süden nicht beruhigt sind, be- weisen die außerordentlichen Vorsichtsmaßregelu in der Festung Mons, deren Garnison auf 9000 Mann ge­bracht wurde und wo alle ankommenden Eisenbahnzüge mit den im Kriege gebräuchlichen Vorkehrungen empfan­gen werden. Eingeweihte versichern, daß diese Maß­regeln nur in Folge der in Valencicnnes und in ande­ren französischen Grenzorten stattfindenden Truppenan-- häufungen genommen seien. Eine merkwürdige (Stel­lung jedenfalls, die in jedem Windhauche Gefahr wit­tern muß und selbst die aus der augenblicklichen fran­zösisch-englischen Allianz zu schöpfende momentane Si