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schwerlich die Zustimmung der &uibciSKrhTtHiigeu cr^ langen wurden. ' Ucbrigens ist eS gewiß, daß in Betreff der von Weimar sestzehaltenrn Einmündung jener Bahn in Eisenach Seitens der übrigen Regierungen keinerlei Widerspruch mehr erhoben wird. — Der Großherzog von Sachsen Weimar hat bei Antritt seines Amtes als Rector magnificenlissimus Nr großherzogl- und Herzog!, sächsischen Landesuniversität Jena dem Prinzen von Wales das akademische Bürgerrecht durch Diplom vom 26. August d. I. ertheilt.

Weimar, 26. Sept. Die Herzogin von Or­leans wird morgen zum längeren Aufenthalt in Eisenach erwartet.

Kassel, 25. Sept. Hier ist eine Bekanntmachung gegen die Glücksspiele erlassen worden. Verfehlungen dagegen werden mit 100 Thaler Strafe bedroht.

In Rinteln sind seit dem 22. d. M. nur wenige Cholera-Erkrankungsfälle und kein einziger Todesfall dorgckommcn.

Pyrmont, 23. Sept. Die hiesige Spielbankan- Kelegenheit ist jetzt, nach dem „P, W.-L." , auf eine einfache, aber gänzlich unerwartete Weise gelöst worden. Laut einer in Hannover eingetroffenen und hierher ge­sandten telegraphischen Depâche ist daS BankierhauS Rothschild in Frankfurt a. M. durch die Pariser Spiel- pächter angewiesen worden, die bedingte Caution von 2000 Fricdrichsd'or auSzuzahlen. Das Haus Rothschild fraßt nun in obiger Depesche beim hiesigen Kreisrent» meister an, wer zum Empfange der Gelder beauftragt sei und wem cs dieselben übermachen solle.

Hannover, 2§ Sept. (N. Pr. Z) Der Finanz- minister Bacmeister ist gestern und vorgestern wieder in Rotenkirchen gewesen, wie unS von gut unterrichteter Seite versichert wird, auf Befehl des Königs und we­gen der immer noch schwebenden Differenz im Ministe­rium. ES unterliegt keinem Zweifel, daß der König die­selbe ausz^leichen wünscht.

Berlin, 25. Sept. In unterrichteten Kreisen will man, wie der „Köln. Ztg." berichtet wird, wissen, daß die von der Berliner „Zeit" mitgetheilte Depesche des Herrn V. Ressel rode nicht vollständig mitgetheilt worden, und daß die stärksten Stellen ausgelassen seien. Gewiß ist, daß Graf Nesselrode die diplomatischen Agenten angewiesen, die Note nur den respectiven Ministern vor- zulcsen, ohne eine Abschrift davon zu überreichen. —

Es fällt auf, daß in der letzten Depesche des Hrn. Grafen Nesselrode an Herrn von Mependorff Preußen ganz ignorirt wird. Es scheint unmöglich, das für einen bloßen Zufall auszugeben. Preußen ist anerkannt ein Mitglied der Wiener Confcrenz, es hat zu der Wiener Note seine Stimme gegeben. Wenn der WM Minister also bloß die Zustimmung der -drei, .übrigen Mächte hcrvorhcbt und cs nicht für nöthig hält, die Zustimmung Preußens zu erwähnen, so scheint das nur eine neue Auflage einer alten Kränkung. Man erin­nert sich an die Note, welche Herr von Schleinitz dem russischen Gesandten, dem nämlichen Herrn von Mepen- d»rff, zurückstellte mit sder Eröffnung, daß für ein der­artiges Actcustück im preußischen Archive kein Platz sei. Es war darin unter Anderem gesagt, daß Preußen nur im Anschlusse an Oesterreich an der europäischen Action Theil nehmen könne. So scheint denn auch diesmal für den russischen Gesandten Preußens Zustimmung zu Oesterreichs Meinung eine selbstverständliche Sache zu sein.

Die Blicke aller politischen Kreise schreibt daS Cor. B. sind in diesem Augenblicke auf Olmütz gerichtet. Hier bezweifeln Eingeweihte indeß, daß von dort entscheidende Beschlüsse zu erwarten sei» möchten. Eine vollständige Einigung zwischen Oesterreich und Rußland über die Grundsätze, nach welchen beide Mächte der Türkei gegenüber verfahren wollen, hält man hier bereits für zu Stande gekommen. — Ziemlich im Widerspruch mit allen anderen Nachrichten läßt sich die Berliner „Nat.- Ztg." aus Constansinopel, 15. Septbr. in gesperrten Schrift melden: „Constautinopcl, 15. Septbr. Seit gestern betrachtet man den russisch. türkischen Conflict, hier als ausgeglichen, und das am heutigen Vormittag er­schienene officielle „Journal de Constântiuople" pflichtet dieser Auffassuugswcise bei." (S.u.) — DerKönigfniinmt täglich über daS Befinden deS Generals v. Radowitz von dem geh. Ober-Medicinalrath Schönlcin Bericht entgegen. Dieser lautete in den letzten Tagen etwas günstiger.

In Wittenberg hat gestern die Generalversamm­lung der evangelisch-lutherischen Proviuzialvereine Preu­ßens ihren Anfang genommen. Den Borsitz führte Evnflstonal-Präsidcnt a. D. Gchcimerath Göschel. Ge genstand der Verhandlung ist der gegenwärtige Zustand der lutherischen Kirche innerhalb der jLandeSkirche. Es find vertreten Vereine der Provinzen Brandenburg, Schlesien, Pommern, Sachseu und Posen. Unter den bei dem brandenburgischen Vereine betheiligten Geist- lichen ist schon von der Generalversammlung eine Pe­tition an den König vorbereitet worden, in welcher um Hebung der Befürchtungen gebeten wird, die durch die Cabinelsordre vom 12. Juli d. JS. angeregt sein sollen. Es war die Absicht, die auf der Confcrenz vertretenen Vereine zum Anschluß au diese Petition zu bestimmen. Die Confcrenz ist heute bereits geschlossen.

Olmütz, 25. Sept. Heute war große Kirchen­

parade, wie am (8. N M., und eS Lohnten Se. M. der Kaiser von Rußland und Se. k. H. der Prinz von Preußen derselbe» bei. Beim Defiliren führten die allerhöchsten und höchsten Herrschaften ihre Regimenter in eigener Person vor.

Einem Brief auS Olmütz entnimmt die A. A. Z. folgende Stellen: „Das Lager ist von dem herrlichsten Wetter begünstigt, aber es wird auch ehrlich benützt, denn der Kaiser gibt nicht Ruhe noch Rast. Die Auö- und Thätigkeit des jungen Monarchen ist unglaublich. Wenn wir andern müde nach Hause kommen, können wir uns erholen, seiner aber harren dann die Staats­geschäfte, so daß er geistig und körperlich fast unauf. hörlich angestrengt ist.

Wien, 25. Sept. Unter den Auspicien des Fi­nanz- und Handelsministers, Ritter v. Baumgartner, hat am 24. d. M. die erste Probefahrt auf dem Schienenwege über die Höhe deS Semmerings statt- gefunden. Die ganze 2'/4 Meilen lange Strecke von Mürzzuschlag bis zur kalten Rinne wurde dennoch bin»' neu 45 Mumien und zwar ohne die geringste Störung zurückgelegt. Auf der ganzen nahezu 5'/, Meilen lan­gen Bahnstrecke von Mürzzuschlag bis Gloggnitz ist der­mal die Herstellung deS Oberbaues bereits so weit ge­diehen, daß nur noch auf einzelnen Theilstrecken in der Gesammtlänge von dreiviertel Meilen die Schienen- legung erübrigt, wonach es kaum mehr einem Zweifel unterliegt, die ganze Semmeringbahn noch im Laufe des Monats October d. I. fahrbar hergestellt zu sehen.

Die „Ostdeutsche Post" ist nunmehr von den HH. Ignaz Kuranda und Moriz Gerold als Eigenthümern, und Herrn Georg Millinger als verantwortlichem Re­dacteur unterzeichnet.

Der zweite Sohn Sr. Durchs. des regierenden Für­sten von Lippe-Schaumburg ist bei einem Besuch auf der Herrschaft Nachod, der Lesitzuug seines VaterS, im .Schlosse Ratiborzitz schwer erkrankt.

* Die achte Generalversammlung der katholischen Vereine wird für den Fall, daß der Zusammenkunft in Köln in Hindernisse in den Weg gelegt würden, in Bamberg stattfinden. Die Animosität, die sich bei den Versammlungen der Gustav-Adolphövercine, bei dem Kirchentag in Bremen au Tag legte, dasHonsequcute Bemühen einer gewissen Partei, alles auf das politische Gebiet hinübcrzuziehcu und das religiöse Bewußtsein zum unbewußten Diemer ihrer verderblichen Pläne zu machen, lassen cs erklärlich finden, daß die Wiener Zeitung vor der Eröffnung der Generalversammlung in Wien den Mitgliedern derselben gegenüber die Ueber­zeugung aussprach, daß die Generalversammlung der katholischen Vereine die «ngcdeuteten Mißgriffe vermei­den, und „der Gegenwart ein großes nachaymungs- würdigeS Beispiel" geben werde. Der Glaube, sagt das erwähnte officielle Blatt, hat sicher nicht die Aufgabe, unter die flatternden Paniere neue Sturm­fahnen zu stellen, sondern seine edelste und reinste Seite ist die Beruhigung der hochgchenden Woge», das Hinweisen auf die unvergänglichen Güter, die Ver­edelung deS Irdischen durch die ewige katholische' Lehre. Es hofft eine solche Bethätigung des katholischen Lebens die sich in der bevorstehenden Generalversammlung kund gibt werde in einer Zeit, die ohnehin aus manchen al­ten und neueren Wunden blute und deren Pulse noch immer fieberhaft schlagen, sicherlich den Geist der al­ten Kirche unverfümmert an sich tragen. Der Geist der katholischen Kirche sei aber kein Geist des Haders, des Zwistes und der Reibungen, sondern ein Geist deö Frie­dens und der Versöhnung, ein Geist der Belehrung und der Erbauung, der Mäßigung und Unterwürfig­keit gegenüber den Gesetzen und den Behörden, ein mil- -des Fügen in specielle Verhältnisse und Lebens bedingungen, welche andauernds, treues Streben mit dem Nothwendigen , dem wirklich Wesentli­chen zuletzt stets in Einklang zu setzen vermag. — Ein weiteres Motiv zu dieser Andeutung dürfte auch die Besorgniß gewesen sein, daß in den" Bereich der Verhandlungen Angelegenheiten gezogen würden, deren Vermittlung Oesterreich, wie das officielle Blatt andcu- tet, seinem Beruf als erste katholische Macht cntsprc- chend, übernehmen, und wie sicher zu erwarten, zum Heile Deutschlands auch durchführen wird. Wir lassen das officielle Blatt selbst sprechen. Die bezügliche Stelle lautet: „Die herbeieilenden Mitglieder der katholischen Vereine betreten an der Donau einen Boden, welcher hohen Werth hat für die Geschichte der Kirche. Es ist in Oesterreichs Lairden viel und eifrig in allen Epochen gestrebt worden für die heilige Sache. Die neueste Zeit ist hinter den Beispielen der Vergangenheit nicht zurück­geblieben. Vieles, und cs ist zu bekannt, um aufgezählt zu werden, wurde bereits auf diesem Felde geordnet. Für die gejammten Beziehungen Oesterreichs zur kathol. Kirche ist aber noch der Abschluß jenes hochwichtigen Actes zu erwarten, in welchem — was noch zu mangeln scheinen könnte — seine letzte und sicher nur in ächt kath. Geiste gefällte Eutscheidung finden wird, wir mei­nen das mit dem H. Stuhle abzuschließende Concordat.

— Oesterreich hat in dieser ernsten Aufgabe unserer Zeit: das religiöse Leben neu zu wecken, d aS Ver­hältniß der Kirche zum Staate in würdige Bahnen zu leiten, jdie Initiative ergriffen. Wenn ein organisches Werk seine Beziehnngen zur katholischen

Kirche völlig geordnet haben wird, dann, wir bezweifeln es nicht, wird dasselbe auch [in seiner Reife und all­seitigen Gerechtigkeit viele A u ha l l sp u n c te für das stammverwandte, e n gv e r bu n d e u e Deutschland bieten, um, was dort noch an Disson anzen und schwebenden Fragen auf religiösem Gebiete anözugleichen fein möchte, btfriediger Lösung schneller n n d sicherer eutgcgcuzu führen."

Zur Auffindung der ungarischen Krone bringt der gewiß gut unterrichtete „Oesterreichische Sot- dateufreMd" folgenden höchst interessanten Ar/ tikel: Die TemcSwarer Zeitung vom 14. d. brachte einen Artikel über die Auffindung der Ungarischen Krmie Insignien , der bezüglich deS wahren Sachverhaltes einer Berichtigung bedarf. Es ist nicht unsere Absicht, das Verdienst Einzelner zu schmälern , da es sich hier aber um die Wahrheit handelt, so wird es Pflicht, die Stim­me zu erheben. Wenn auch die Fäden, welche das Ge­lingen der Jahrelangen Nachsuchungen ermöglichten, kaum zur Ocffcutlichkeit gelangen werden, weil sie über­haupt der Ocffentlichkeit nicht angehöreu, so kann doch, ohne die Discretiou zu verletzen, dasjenige erörtert wer­de», was der Ocffentlichkeit bereits vorliegt. — Scho» im September des Jahres 1849 hatte die hohe Regie­rung, von Widdin aus, die Nachricht erhalten, daß die Kron Insignien in der Gegend von Orsowa durch de» flüchtigen Szemere vergraben wurden. Auf die mit die­ser Nachricht gleichzeitig berichteten genaueren Details schritt die Kaiserliche Regierung zu einer gerichtlichen Untersuchung des Sachverhalts. Der damalige K. K. Sectionsrath Ritter v. Clannern veranlaßte in Alt- Olsowa die Niedersetzung einer gemischten Commission unter dem Vorsitze des Hauptmann-AuditorS v. Kar­ger, deren Aufgabe cS war, die von Widdin aus er­haltenen Daten benutzend, den Ort, wo die Jnsignieu« Vergrabung vor sich ging, zu ermitteln. Diese Com­mission betrieb jedoch ihre Mission so offenkundig, daß sich sehr bald eine bedeutende Zahl von Privaten an­schickte , der Spur der vergrabenen Krone zu folgen, wornach es die Regierung für gut fand, diese Com­mission zu vertagen. Clannern beschäftigte sich mit der Verfolgung des Gegenstandes, und Hanptmann-Au- ditor Karger ging zu seinem Corps nach Triest zurück. — Als von Sr. Maj. dem Kaiser dem F.-M.-L. von Kempen die gegenwärtige hochwichtige Stellung über­tragen wurde, erachtete er diesen aufgelasseuen Gegenstand von so bedeutender Natur, daß er sich die fortgesetzten Nachforschungen zur besonderen Aufgabe stellte und so« fort eine erneuerte Commission in'S Leben rief, die zwar unbemerkt, aber mit desto größerem Eifer wirken mußte. Ein glücklicher Zufall gab den weit anssehenden Berech­nungen Sr. Excellenz die Mittel an die Hand, einen mit Beharrlichkeit verfolgten Gegenstand dem glücklichen Ende zuzuführen. Im heurigen Frühjahre nämlich wurde die Umgegend des Alliouberges bei Orsowa tief unter Wasser gesetzt, welcher Umstand den berüchtigten Rebel- lenhäuptling in London (Kossuth), der von dem Ver­stecke der Kron-Jnsigmen genaue Kenntniß hatte, veran­laßte, auf Mittel zu sinnen, sich derselben zu bemächti­gen , um eine Zerstörung derselben durch Fäulniß zu verhüten. Er trat zu diesem Ende mit einer Persön­lichkeit der Insel Neu-Orsowa (ada Kalessi) in Ver­bindung. Gefügige Creaturen sollten gedungen, der Schatz bei Nacht und Nebel gehoben und in die Hände des Rebellenchefs gespielt werden. Kaum war diese böse Absicht dem F.-M.-L. von Kempen bekannt geworden, als sie auch an den tief durchdachten Verfügungen des­selben, der bis jetzt unermüdlich in dieser Richtung von oben aus wirkte und jeden verruchten Plan zu vereitel» wußte, scheiterte. Hauptmann-Auditor Karger, der mit diesem Gegenstand schon einmal betraut gewesen, wurde vou Triest nach Wien berufen und erhielt hier neuerdings nähere Weisungen, i» dieser Angelegenheit zu wirken. Ohne Eclat wurden die Vorsichtsmaßregeln in der ge­fährdeten Gegend der Art getroffen, daß weder eine eigen­willige Nachgrabung nach der Krone, noch ein frecher Naubversuch uncntdeckt vor sich gehen konnte. GcuSdar« men und Seressaner des Romanen-Banater Grenz-Re­giments , welche letzteren später als Ehrenwache ver­wendet wurden, mußten Tag und Nacht die Gegend durchstreifen, und in der That war diese Maßregel keine zweckloses denn cs gelang den treuen Wächtern, eines Individuums habhaft zu werden — nebenbei bemerkt ein 19jähriger Israelit — welches, in den Schilf- morästen jener Gegend verborgen, die Idee des feigen Agitators zur Verwirklichung zu bringen und hierbei witzuwirke« die Bestimmung hatte. Die schnrachvvlle Absicht deS Letzteren konnte, wie leicht zu denken, ein­mal offenkundig geworden, bei den Flüchtlinge» ebenso wenig ^wie anderen Orts unbekannt .bleiben. — Als Sz — — in Paris dieses Vorhaben erfuhr, äußerte er unverhohlen: • Wie er das vergrabenene Kleinod eher dem Vaterlande, als dem Feigling zukomiuen las- lcn wolle, der die Nation an den Abgrund des Ver­derbens gebracht hatte. Es handelte sich nun haupt­sächlich, auf irgend eine Art dem Maune nahe zu kom­men, der den Willen zeigte, in der Art seinem Vater­lande zu dienen, über die Oertlichkeit der Insignien- Vergrabung sichere Ausschlüsse zu ertheilen. Wie dies' dem erleuchteten praktischen Scharfblicke des Feldmar-