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gethan. Herr Bourgeois ist angewiesen worden, passiv zu bleiben, bis man an ihn gelange. (Da wird vor­aussichtlich Herb Bourgeois lange warten.)

Der „Bund" dagegen meldet: In Benutzung der beiderseitigen Vollmachten hat bereits eine Correspon- denz zwischen dem eidg. Commissâr, Oberst Bourgeois, einer- und dem General von Singer und Marschall Radetzky anderseits begonnen, ohne daß jedoch bis da­hin von einem erheblichen Resultate zu melden wäre.

Großbritannien.

London, 13. April. Ueber das Befinden bei Königin ward heute Vormittags das letzte Bulletin aus­gegeben; weitere Bulletins find für unnöthig erklärt worden. Prinz Albert wird noch in diesem Monat als Stellvertreter Ihrer Majestät zwei Levers abhalten. — Die Königin von England ist jetzt Mutter von a ch t Kindern, alle strotzend von Kraft und Gesundheit. Das älteste, die königliche Prinzessin Victoria Adelaide Maria Louise, wurde am 21. Nov. 1840, der Prinz v: Wales am 9. Nov. 1841, die Prinzessin Alice am 25. April 1843, der Prinz Alfred am 6. Aug. 1844, die Prin­zessin Helene am 25. Mai 1846, die Prinzessin Louise am 18. März 1848, der Prinz Arthur am 1. Mai 1850 und der letzte Prinz, der wahrscheinlich Georg genannt wird, am 7. April 1853 geboren. Der Thron­erbe ist der Prinz von Wales. Die Königin und der Prinz Albert sind jetzt beide 34 Jahre alt. — Graf Oscar Reichenbach verläßt am michsten Montag Lon­don und wandert mit Weib und Kind nach America. Er denkt, sich in der Umgegend von Philadelphia an­zukaufen. — Gestern wurde Feargus O'Comwr's Schick­sal besiegelt. Eine Commission „de lunatico inquirendo“ begab sich nach D. Tukoe's Irrenanstalt in Turnham- green, und kam sehr bald zur Ueberzeugung, daß der einst so renommirte Chartistenhäuptling und Parlaments­mitglied für Nottingham unheilbar krank sei. Der Rest seines Vermögens wirb so angelegt werden, daß der Unglückliche davon behaglich fortvegetiren kann.

London, 14. April. (K. 3) Der Dampfer Baltic hat Nachrichten aus New-Jork bis zum 2. April überbracht. Der Consular-Traclat mit Frankreich ist bestätigt worden. Die außerordentliche Session des Senates dauerte fort. —• Aus Centralamerica erfährt man, daß die Stadt San Juan de Nicaragua sich un­ter Protestatio» der Bewohner den Engländern ergeben hat. In Folge von Schwierigkeiten, welche die ameri- canischc Transitcompaguie erhob, sind an den Comman­danten des britischen Geschwaders Informationen ge­richtet worden. — Die Fonds sind fest, der Handel ist lebhaft; der Preis der Baumwolle stieg V* Ct.

Rußland.

Briefe aus St. Petersburg bestätigen die durch­aus friedliche und wohlwollende Absicht, welche der Czar bei der Sendupg des Fürsten Menczikoff nach Constan- tinopel hatte. Grundsätzlich soll die Pforte daran ge­mahnt werden, ihre einmal eingegangenen Verpflichtun­gen auch redlich zu erfüllen und nicht der nächstbesten diplomatischen Intrigue als Spielball zu dienen. Dies bezieht sich besonders auf die heiligen Stätten. Was sodann die Kosten für die Besetzung der Donaufürsten­thümer durch die Russen betrifft, so sind diese zwar be- rechnet, es wurde aber keine Liquidation durch den kai­serlichen Botschafter verlangt. Ja, Fürst Menczikoff soll sogar eine Baarsumme von 30 Millionen Piastern mit sich führen und diese, außer dem Nachlaß der ge­nannten. Schuld, als Kaufpreis für den Hafen Battum am schwarzen Meere bieten. Die Oeffnung des Bos­porus soll Rußland nicht für sich allein, sondern für die Flotten aller Seemächte beanspruchen. Vor der Hand ist es Thatsache, daß das Petersburger Cabinet nur den Kaiser von Oesterreich und den König von Preußen im Detail von seinen an die Türkei zu stellenden Forde- rungen in Kenntniß setzte.

Die verwittwcte Herzogin von Leuchtenberg soll mit Zustimmung des Kaisers von Rußland die Zusicherung gegeben haben, die von ihrem Gemahl bestimmten Ca­pitalien zum l^iseubahnbau im Kirchstaate einzuzahlen.

Ueber den Theaterbrand in Moskau hört man, daß der Schaden auf 3 Millionen Rubel veranschlagt wird. Die reichen Garderoben, die Bibliotheken und das ganze Mobiliar ist ein Raub der Flammen gewor­den. Sechzig Zöglinge deS Conservatoriums, welche sich im Theater befanden, sind mehr oder minder ver­letzt worden. Viele Kinder wurden buchstäblich aus den Fenstern geworfen und in Tüchern aufgefangen. Eilf Personen haben ihren Tod gefunden, darunter der Co- stümezuschneider.

Asten

(Nachtrag zur neuesten Ueberlan dpost.) Privatbriefe aus Rangun, die nach Bombay gelangten, sprachen sich über die allgemeine Unzufriedenheit der britischen Truppen in der neu einverleibten Provinz Pegu aus. Die Commissäre der Regierung von Ava begaben sich nach Meaday zur Abschließung des Friedens- Vertrages. Nach der Bombay Times hätte das Gene­ralgouvernement denn doch beschlossen, Hilfstruppen nach Bawulpuur aufbrechcn zu lassen, wo der Fürst entthront und sein Bruder Hajec Mohamed dazu ausgernfen wor­den ist und welchen die Engländer zu unterstützen Willens sind. Der Gcneralgouvcrneur soll dem Nizam von Hyderabad ein Ultimatum übergeben wollen, wo­

rin Bezahlung der Schuld und die Reducirung der Truppen des Nizani auf die Hälfte kategorisch verlangt wird. In letzter Zeit war die Armee dort sogar auf 160,000 Mann gebracht worden und sollte noch ver­mehrt werden.

Die Briten bemühen sich, ihre Stellung in den er obèrten Gebieten immer mehr zu verstärken, und diesel­ben von den versprengten feindlichen Haufen zu säubern, die sich dort noch zeigen. So haben General Godwin und Sir John Chcape Meaday, das etwa 30 Meilen ober Prome liegt, mit einer starken Besatzung versehen, ohne auf irgend einen Widerstand zu stoßen, und Ge­neral Steele hat Shai-goe besetzt, das günstiger liegt als Rangun und dem Handel große Vortheile darbietet. Kapitän Fytche, dessen verwegenen Muth man ebenso sehr rühmt, wie seine administrativen Talente, unter­nahm von Bassein aus mehrere Expeditionen mit glück­lichem Erfolge, und griff, nachdem er das Land mehrere Meilen im Umkreise völlig l eruhigt, den Feind in seiner letzten Verschanzung an, wo der Mink» oder frühere Statthalter von Rangun etwa 3000 Mann versammelt hatte. Zu diesem Zwecke mußte er, um das Ziel auf dem Wasserwege zu erreichen, in eine Entfernung von etwa 25 Meilen von Bassein zurückgehen, und dann gegen 40 Meilen weit den Fluß hinanfschiffen. Hier zeigte es sich aber, daß der Feind sich in's Innere zu­rückgezogen und Ava zu Lande erreichen wollte. Capi- täu Fytche schnitt ihm durch forcirte Märsche den Weg ab, ließ, begünstigt durch einen dichten Nebel, der die 4 Feldstücke, welche er mit sich genommen, verbarg, die Birmanen, welche es bloß mit einem Räuberhäuptling zu thun zu haben glaubten, so nahe als möglich hcran- kommen und richtete dann durch die erste Salve eine solche Verwirrung unter ahnen an, daß sie eilends in's Dickicht flohen. Bei dieser Gelegenheit fielen eine Frau von fürstlichem Range und die zwei Adoptivsöhne des Minku in die Hand der Briten ; die werthvollste Beute bestand aber in den amtlichen Papieren des Statthal­ters, die bei der Regulirung der Landcsangelegenheiten von großem Nutzen sein können.

Die einzige Schlappe von Bedeutung, welche die Briten in dieser letzten Periode des Krieges zu bekla­gen haben, empfingen sie bei Donnabew, wo eine Abtheilung von denselben unter dem Commando des Capitäns Loch vom „Winchester" einem Räuberhäupt­ling nachsetzte. Sie geriethen in einen Hinterhalt, und Capitän Loch selber erhielt eine tödtliche Wunde. Er gehörte zu den tapfersten und beliebtesten Secoffi- cieren, war Ritter des Bathordens und hatte bei einem frühern Anlaß von Sir Robert Peel und Lord Pal­merston im Hause der Gemeinen die schmeichelhaftesten Lobsprüche erhalten. Auf den Kopf des Räubers wurde inzwischen ein Preis von 1000 Rupien gesetzt, was er, sagen die Leute, wohl werth wäre, wenn man ihn auf die Schultern des englischen Generals (Godwin) setzen könnte. Vielleicht bekommt man ihn jedoch wohlfeiler, da der gefürchtete Bandit, Mca Tun genannt, Friedens­anträge gemacht und an die britischen Behörden ein langes Schreiben gerichtet hat, dessen eine Hälfte seine langen Titel entnehmen.

Neueste Nachrichten

Dresden, 13. April. (A. Z.) Eine ministerielle Verordnung wegen Waffenvorräthen und Munition bei Privaten sichert 500 Tbaler Belohnung Demjenigen zu, welcher Anzeige von heimlichen Vorräthen zu gesetz­widrigen Zwecken macht.

London, 15. April. (F. I.) Gestern fand hier von Seiten der Polizei eine Haussuchung bei Kos- suth statt. Es sollen Waffen und Munition bei ihm vorgefunden worden sein; wenn sich dies bestätigt, dann wird das Einschreiten des Gerichts wohl für geeignet befunden werden.

Turin, 1. April. Die Fürstin von Montleart, eine Tante der Königin, ist lebensgefährlich erkrankt.

Corfu, 8. April. Zu Butrinto ankern noch 13 segelferttge türkische Schiffe.

Konstantinopel, 31. März. Es heißt, die Großmächte wollten gemeinsam die Forderung an die Pforte stellen: die Christen sollten den Moslim gleichgestellt und berechtigt werden, Grundeigenthum zu erwerben.

£ Vertilgung des der Obstblüthe schädlichen Rüsselkäfers.

Die Besitzer von Gärten und Baumschulen werden bereits bemerkt haben, daß die Obstbäume, sowohl Kern- als Steinobst, durch die Menge gesunder Fruchtknospen für dieses Jahr zu schönen Hoffnungen berechtigen, zumal die Entwickelung durch den späten Nachwinter und durch die bisherige, abwechselnd rauhe Frühjahrswitterung soweit zurückgehalten worden ist, daß die Blüthe wahrscheinlich nicht durch Spätfröste Schaden leiden wird.

Um so mehr müssen sich die Besitzer von Obstbäu­men aufgefordert finden, gegen das gefährlichste Jnsect für die Kernobstblüthe, den Rüsselkäfer, zeitig und mit den wirksamen Mitteln zu Felde zu ziehen. Seine große Schädlichkeit ist bis jetzt noch zu wenig bekannt, weßhalb die folgende Mittheilung von Nutzen sein wiro.

Der Rüsselkäfer, ohne den verhältnißmäßig sehr gro­ßen Rüssel kaum 1'/, Linie lang, vertheilt sich auf die verschiedenen Obstgattungen — Kernobst, Steinobst und

Beerenobst — nach verschiedenen Arten, deren nähet.' Darstellung hier als minder erheblich übergangen werden kann. Am häufigsten findet er sich an Aepfel- und Birnbäumen, sowie auf Pflaumen- und Aprikosenbäu­men. Im Frühjahr, wenn die Bäume anfangen zu trei­ben, verläßt derselbe sein Winterquartier, das er unter Erdschollen, Steinen, abgefallenem Laub oder in den Ritzen der Baumrinde nahe an der Erde hat, undkriecht, ohne seine Flügel zu gebrauchen, am Stamme und an den Acsten zu den Blüthenknospen des Kernobstes her­auf/ welche von dem Weibchen vereinzelt mit Hülfe des Rüssels angebohrt und zum Empfange eines Eies vorbe­reitet werden. Der weibliche Käfer sticht so 40 bis 50 Blüthenknospen an, und legt in jede ein Ei, aus dem schon nach einigen Tagen die fußlose, schmutzigweiße, ruuzliche, mitMhwarzbraünèm Köpfe versehene Made aus­schlüpft. Diese verzehrt innerhalb der Blüthenblätter und deS Fruchtknotens die inneren Blüthentheile. Die Aepfel- blüthe entwickelt sich noch beinahe vollständig, wird aber alsbald trocken unv rostgelb, und schließt sich gewölbt über dem schädlichen Bewohner zu.

Die Knospe dèr Birnen verkümmert in der Entwicke­lung, wird an der Spitze braun und wie vom Reife verdorben. Untersucht man im Mai diese beschädigten Blüthen uud KroSpen, so findet sich darin die Larve, entweder schon ganz ober zum Theil in eine Puppe ver­wandelt, deren Form den künftigen Käfer deutlich verräth. Ein kleines Loch zur Seite der Blüthen - oder Knospen­hülle zeigt später sicher an, daß der Käfer bereits seinen Geburtsort, gewöhnlich in der zweiten Hälfte des Mai, verlassen hat.

Die ganze Ausbildung dieses Jnsects, vom Ei bis zum Käfer, umfaßt kaum einen Zeitraum von 4 Wochen.

Wenn bei schnell eintretendem warmem Wetter die Blüthe sich rasch entfaltet, und die Befruchtung stattfin­det, ehe noch die Larve ausgeschlüpft ist, so wird diese der Blüthe nicht schädlich, bei regnerischem Wetter dage­gen, welches die Entfaltung verzögert, gewinnt die Larve Zeit zu ihrer Entwicklung nnd zur Aufzehrung der Be­fruchtungswerkzeuge.

Die Angriffe des Rüsselkäfers beschränken sich indes­sen nicht auf die Kernobstblüthe allein, er richtet auch an den jungen Trieben, besonders der Veredlungen in den Baumschulen großen Schaden an, und zwar nicht allein an dem Kernobste, sondern auch an Pflaumen- und Apri­kosenbäumen. AlS daS wirksamste Mittel gegen diesen ge­fährlichsten Feind der Obstbäume dienen Thcergürtel, welche, sobald die Blüthenknospen etwas anschwellen, an­gelegt, und wenn man sich der vollen Wirkung versichern will, bis gegen Mitte Juni unterhalten werden.

Man umwickelt zuerst den Baumstamm mit einem 2 bis 3 Zoll breiten Streifen von grobem Werg, um wel­ches sodann der 6 bis 8 Zoll breite Streifen Papier ge­legt und sowohl nach dem oberen als nach dem unteren Rande hin mit einem'Bindfaden befestigt wird, damit der Käfer nicht darunter wegschlüpfen kann. Auf den also entstandenen Wulst wird die Klebmasse aufgetragen. Bei sehr rauher Baumrinde ist es nothwendig, dieselbe vor dem Festheften der Werg und Papierringe mit etwas Lehm oder Letten auözuglâtten.

Die Papierstreifen sind von den hängengebliebenen Jnsecten öfter zu reinigen, und bei trockenem Wetter der Anstrich, so oft als nöthig, zu erneuern.

Zum Aufstreichen kann man sich des gewöhnlichen Theers bedienen.

Als ungleich besseres Mittel aber sind zu empfehlen:

1'/, Pfund gewöhnliches Harz mit 1 Pfund Oli­venöl in einem Tiegel über Feuer gebracht, und wenn das Harz geschmolzen ist, gut durcheinander gerührt, oder 9 Theile Mohnöl mit 5 Theilen Bleiglätte unter Zusatz von etwas Wasser so .lange gekocht, bis die Bleiglätte aufgelöst ist.

Die letztere Masse wird als die brauchbarste in Nr. 9 der Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins für Rhein- preußen von 1852 in einem gediegenen Aufsatze über di» geoße Schädlichkeit und über die Vertilgung des Rüssel­käfers bezeichnet.

Der auf 'die Bäume gelangten Rüsselkäfer sucht man durch Schütteln der ersteren, nach zuvor darunter ausge­breiteten Tüchern habhaft zu werden und tobtet sie dann. Sie fallen sehr leicht.

Zur Anlegung der bezeichneten Schutzgürtel ist jetzt die höchste Zeit, weßhalb wir sowohl die Redaction der Nassauischen Allgemeinen Zeiiung, als diejenige des land­wirthschaftlichen Vereinsblattes um baldigste Aufnahme gegenwärtiger Mittheilung ersucht haben.

Da nach vorliegender Erfahrung der Rüsselkäfer vor­züglich die niederen Bäume, also Spalier- und Pyrami­den- oder Buschbâume aufsucht, so ist es, um die Schutz­gürtel anbringen zu können, nothwendig, bis zu einer Höhe von 1 bis 1 ’/2 Fuß vom Boden aufwärts den Stamm von Aesten frei zu halten. Auch ist eS zweck­mäßig, mit dem Anlegen der Schutzgürtel zuerst bei den Birnbäumen zu beginnen, weil deren Knospen sich etwaS früher entwickeln.

Frankfurt, 15. April. Bei der heute hier stattge­habten 14. Ziehung 6. Classe der 123. hiesigen Stadt- lotterie gewannen Nr. 5184, 23,470, 22,169 und 845 jede 1000 fl., Nr. 3323, 144 und 20,247 jede 300 fl.

Berantwortlicher Revactcur: Dr. A. Aonelt.