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einzige nebelige Nacht kann Alles verderbe». Die von den Halmen abgeschuittencn Aehren läßt man Nachreifen. Die Körner geben ein Mehl, das nur wenig gährt, und das deßhalb in Italien, wo nur Sommerweizen zur Strohflechterei benutzt wird, zu verschiedenen Backwer­ken rc. beliebt ist.

□ Dillenburg, 21. Febr. (Asstsenverhandlnug gegen Wilh. Peuser von Probbach, Amts Weilburg, wegen ausgezeichneten Diebstahls.) Präsident: Herr Hofgerichtsdirector Ebhardt, Staatsanwalt: Herr Staatsprocurator Lantz, Vertheidiger: Herr Procu- rator Keller. — Wilhelm P euscr von Probbach, Amts Weilburg, 54 Ihre alt, Schuhmacher von Ge­werbe, ist angeklagt vom 6. ans den 7. December v. I. in die Wohnung des Ph. Orth von Probbach cingc- stiegen zu sein, und auf dessen Speicher beim Stehlen von zwei Mosten Korn ertappt, resp, verjagt worden zu sein. — Der Angeklagte hatte sich bei dieser Thal eines Lichtes bedient, was den Nachtwächter des Orts auf die Spur führte, er entfloh jedoch noch frühzeitig genug, um seiner Festnehmung auf der That zu ent­gehen. Ter Lenmuudsbericht seiner Ortsbehörde ist ein sehr schlechter, er wird darin als Tagedieb und Branntweiuttinker geschildert. Auch geht aus den Zeu­genaussagen seine Schuld nur allzudeutlich hervor. Er­wirb demgemäß von den Geschwornen schuldig erklärt und von dem Assisenhofe chicrauf zu 2 Jahren Correc- tionshauö und zur Tragung der Untersuchnugskosten verurtheilt.

7 Gltville, 22. Febr. So eben kehren wir vom Friedhofe zurück, allwo die sterbliche Hülle des ver­blichenen ^errn Forstmeisters Schlichter der Erde übergeben wurde. Das zahlreiche Trauergefolge der Leiche bekundete, wie sehr man das verdienstvolle Wir­ken des Verstorbenen zu ehren wußte. Er war ein Character von altem deutschen Schrot und Korn. Der Geistliche der evangelischen Kirchengemeinde des Rhein­gaus, Hr. Pfarrer Aßmann von Erbach, hielt eine ge­lungene Rede am Grabe des Verstorbenen, die auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck machte. Hr. Schlichter starb an einem Schlaganfall und war gesund und hei­ter bis zur letzten Stunde. Obgleich der Tod rasch kam, so traf er ihn nicht unvorbereitet. Schon lange hat er sich mit dem Gedanken an eine ähnliche Todes art vertraut gemacht.

△ Hochheim, 22. Febr. Wie wir aus ziemlich sicherer Quelle vernehmen, ist in verwichener Nacht in dem eine Stunde von hier gelegenen Dorfe Massenheim ein Diebstahl mittelst Einbruchs verübt worden. Meh­rere Malter Frucht, ein Gebäck Brod, sowie geräucher­tes Fleisch und Würste wurden von den Helden der Nacht glücklich erobert, und als gute Beute mitgeführt. Die Leute haben also bei ihrem Geschäfte, mit welchem sie die Wintertage, wahrscheinlich aus langer Weile, ausfüllen, genug gewonnen. Um indessen einen solchen Diebstahl auszuführen, bedurfte es mehrerer Personen, und die schon längst gehegte Vermuthung, daß in hiesi­ger Gegend eine Diebsbande ihr Wesen treibe, gewinnt immer mehr an Wahrscheinlichkeit. Die Diebe sind noch nicht entdeckt, obgleich Vermuthungen genug laut wer­den. Wer Etwas weiß, schweigt aus Furcht, ja, man erzählt sich hin und wieder, daß bei früheren Diebstäh­len in Massenheim, von welchen die Bestohlenen keine Anzeige bei den Behörden gemacht haben, Diebe er­kannt worden sind, jedoch aus Furcht, daß deren Hel­fershelfer den Bestohlenen den rothen Hahn aufs Dach setzen möchten, verschwiegen wurden. Es sind dies aber nur Gerüchte, und führen solche zu keinem Resultat; wie übrigens ein solcher Raub, dessen Ausführung Zeit erforderte, in einer durch und durch mondhellen Nacht ausgeführt werden konnte, ohne daß die Nachtwache Etwas davon inne wurde, ist in der That merkwürdig. Kühne und gewandte Diebe sind cs, dies muß man ihnen lassen, und gestützt auf das alte Sprichwort: „Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht," gelingt es vielleicht doch später, denselben in Diez eine langjährige Versorgung, welche sie der Mühen ihres be­schwerlichen Gewerbes enthebt, zu geben!

Frankfurt, 23. Febr. Heute Vormittag halb 9 Uhr fand das Leichenbegängniß des ermordeten S. Schwarzschild statt.

Nach einer gestern Abend hier eingetroffcnen tele­graphischen Depesche ist die Verordnung wegen Ein­führung des durch den Septembervertrag beding­ten Zollsystems von Seiten Sr. Majestät des Königs von Hannover am 21. d. Mts. vollzogen worden. Nach Sep.-Art. 11 dieses Vertrags verpflichtet sich Hannover, spätestens bis zum 1. März 1853 die Ein­gangsabgaben aus Baumwollgarn und Waaren, Eisen und Stahl und dergl. Waaren, Kurze Wa reu, Leder und Lederwaaren, Leinengarn und Gewebe, Material- und Specereiwaaren (Wein, Branntwein, Kaffee, Syrup, Zucker, Tabak, Thon) Seidenwaaren rc. gemäß der Uebereinkunft zu erhöhen.

Mannheim, 22. Febr. Das Gutachten der Göttinger I ur i st e nfa cu l t ä t über die mit Be­schlag belegte neueste Gervi nus'sche Schrift kommt, wie dem „Frankf. Journal" geschrieben wird, nach um- faffend er juristischer Prüfung zu dem Resultat: „daß die wegen der Schrift „Einleitung in die Geschichte des 19. Jahrhunderts" von Gervinus gegen denselben er­

hobene Anklage für rechtlich nicht begründet zu erachten und daß der Herr Verfasser erwarten darf, von den deßhalb angcscbuldigtcn Vergehen der Aufforderung zum Hochverrat!) und der Aufreizung wider die constilutionelle Monarchie gänzlich frcigcsprochen zu werden." Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus.

Stuttgart, 19. Febr. Nur ein Schrei der Ent­rüstung und des Abscheus ertönt tu Süd und Nord gegen die Verworfenheit einer Partei, welche Fürsteu- morv und Meuchelmord zu ihrer Waffe auserkoren hat. Alle Welt verlangt ernste Maßregeln gegen die Staa­ten, unter deren Vorschub ein solches Treiben zur Aus­führung kommen konnte, nur die Organe der Gothaer und der Demokratie machen hievon eine Ausnahme. Das „Württ. polit. Wochenblatt" stellt sich zwar höch- ich entrüstet, erklärt aber doch sogleich in einem „Bang- machcrei" überschriebenen Artikel in seiner bekannten hochnäsigen und absprcchenden Manier, alles was man gegen England thun wollte sei Unsinn, eine Conti­nen talsperre sei eine Unmöglichkeit! Der „Beob­achter" vollends rcßifhirt- nur die Thatsachen einfach ein — und nimmt daraus Veranlassung zu einem Kapitel über — die Preßfreiheit!!

Aus Württemberg schreibt der A. A. Z. ein evangelischer Geistli ch cr folgendes. Die be­rüchtigte neueste Proclamation Mazzini's ist zugleich mit andern auch von einem Aurelio Saffi unterzeichnet. Ist dieß wohl derselbe Saffi, welcher laut Bericht in der deutschen Zeitschrift für christliche Wissenschaft und christ­liches Leben 1851 Nr. 47 S. 330, als auf dem in diesem Jahr in London gehaltenen evangelischen Bun­destag anwesend, mit den Worten bezeichnet wird: „Signor Saffi, einer der Triumviren 9iom6, der mit Mazzini und Armellini die Stadt regierte und nachher als Flüchtling im Waadtland zu evangelischer Gesinnung erweckt war" und der daselbst ausgesprochen haben soll daß ohne eine religiöse Reform Italien niemals frei werden könne? Wenn es derselbe ist, so muß es den deutschen evangelischen Theologen und Geistlichen welche damals in London mitgetagt haben, sehr daran liegen zu erfahren ob die die Versammlungen leitenden Eng­länder damals von Saffi mitbetrogen worden seien, oder ob sie gewußt, weß Geistes Kind er sei. Jeden­falls aber wird auch dieser Fall uns Deutschen zur Warnung dienen den religiösen Agitationen, wie sie in England nach allen Richtungen mit gar nicht immer ängstlicher Scrupulosttät in der Prüfung der Mittel getrieben zu werden pflegen, nicht allzu gutmüthig uns anzuschließc».

München. 21. Febr. (N. M. Z.) Nach heute hier eingetroffcnen Briefen aus Neapel vom 12. ist Se. Majestät der König am 12. Nachmittags daselbst wohl­behalten cingetroffen Md im kleinen königl. Schlosse von Chiatamone abgestiegen, welches ihm der König von Neapel zur Verfügung gestellt hat. König Max empfing sogleich einen Besuch Sr. sizilianischen Majestät.

Berlin, 21. Febr. (T. D. d. O. C.) Der zwischen Oesterreich und Preußen abgeschlossene für die Dauer von 12 Jahren gütige Handelsvertrag ist gestern hier unterfertigt worden.

Das Wiener Attentat veranlaßt die „Zeit" zu einem sehr heftigen Artikel gegen in England befindliche Flücht­linge, welche sie als die geistigen Urheber sowohl der meuchelmörderischen Verbrechen in Mailand, wie des Mordversuchs in Wien betrachtet. Es ist derselbe wie es scheint, nicht der erste ungehemmte Ausdruck ei­ner gerechten, von Jedermann getheilten schmerzlichen Entrüstung, sondern derselbe beabsichtigt, eine praktische völkerrechtliche Forderung aufzustellen und nimmt deß­halb, wie es bei diplomatischen Forderungen gewöhnlich ist, ausdrücklich Bezug auf die berühmte Autorität Vattcl's. Vielleicht ist hieraus, da die „Zeit" nicht ohne kundige Verbindungen sein soll, zu schließen, daß wirklich gemeinsame neue Schritte der beiden deutschen Großmächte bei dem englischen Kabinette in Aussicht stehen. Die „Köln. Ztg." polemisirt natürlich auf das Heftigste gegen diesen Artikel, zeigt jedoch dabei mehr Eifer als Geschick.

Die im Jahr 1848 gesammelten Fonds zur Unter­stützung der Märzverwundeten und der Hinterbliebenen der „Märzkämpfer", für welche damals auf allen Plätzen und Straßen Collecte gemacht wurde, haben am Schluffe des vorigen Jahres einen Nettobetrag von 54,000 Thlrn. ergeben. Das Capital ist in Papieren angelegt.

In Breslau, einer Stadt von 120,000 Men­schen, hat eine Einladung zur Feier des schönsten Er- iuncrungstages für Preußen, des 3. Febr. (Jahrestag der Erhebung gegen Napoleon), nur zwölf Unter­schriften gefunden!

Magdeburg, 20. Febr. (K. Z) Eine Anzahl vermögender Kaufleute, Fabrik- und Gutsbesitzer aus hiesiger Stadt und Umgegend ist zu einem provisorischen Vereine zusammengetreten, der es sich zur Aufgabe machen will, durch anzustellende Bohrversuche zu ermitteln, ob und wo in dem Becken, aus welches die am Harz und bei Magdeburg zu Tage tretende Grauwacke hindeutet, Steinkohle zu finden sei, nachdem mehrfache angestellte geognostische Untersuchungen dieses Vorhandensein zwar nicht mit Gewißheit, wohl aber mit höchster Wahrschein­lichkeit hier bereits heransgestellt haben. Der Verein

will nun zuvorderst durch Actien zu 10 Thlrn. eine Summe von 20- bis 30,000 Thlrn. zugesichert wissen, um ein Bohrloch von 1000 Fuß Tiefe — günstigen Falles im Zeiträume von Einein Jahre — niederbrin­gen zu können, und fordert öffentlich zur Zeichnung die­ser Actien auf.

Wien, 19. Febr. Im Schoße der hiesigen Zoll- conferenz fand vorgestern die zweite Lesung des zwi­schen Oesterreich und den Darmstädter Verbündeten ab­geschlossenen Vertrages statt. Der Schluß der Confe- renzen ist demnach für die nächste Woche mit Bestimmt­heit zu erwarten. Die Herren Bevollmächtigten werden sich sodann allsoglcich nach Hause begeben. — Die ersten Worte, welche der Kaiser von Oesterreich beim Eintref­fen im Palais des Erzherzog Albrecht sprach, waren: „Jetzt haben sie mir es eben so gemacht, wie meinen armen Soldaten in Mailand." Die Angaben, wonach der Stoß des Mörders an der Halsbinde und ihrer Schnalle gelähmt worden sein sollte, erwiesen sich schon nach der Stelle der Wunde und ihrer Beschaffenheit als irrthümlich. Nach den Aussagen in dem ersten summarischen Verhör soll der Mörder früher als Pri­vathusar in Diensten des Grafen N. Estcrhazy gestan­den haben und jetzt als Schneidergesell seit mehr als anderthalb Jahren in Wien ansässig sein. Einer der Civilisten, welche an den Ruchlosen zuerst Hand anleg- ten, ist der 78jährige Schriftsteller Dr. Weidmann, der ehemalige Hofschauspieler. Dem Obersten und Flügel- adjutanten Grafen O'Dounel, welcher bei dem schänd­lichen Attentat dem Mörder so muthig entgegentrat, ha­ben Sc. Maj. das Ritterkreuz des Leopoldsordens ver­liehen. — Der Minister des Unterrichts hat sogleich bei Eingang der Nachricht, daß unter den

in Mailand zwei Professoren der Universität Pavia gewesen sind, die deßhalb von Seite des Unterrichts­wesens nöthigen Erkundigungen eintreten lassen. Wie man vernimmt, find die beiden Verhafteten schon früher entlassene Professoren, die sich in Mailand aufhielten. — Unter den in Mailand verhafteten, mit den Waffen in der Hand betretenen Individuen befinden sich gegen hundert Fremde, darunter die Mehrzahl Schweizer und Italiener frember Staaten. — Wie verlautet, werden demnächst verschiedene Maßregeln bezüglich der Se­questration der Güter der reichen lombardischen Emi­gratio» verfügt werden. Man berechnet den Gesammt- werth der unbeweglichen Güter derselben mit etwa 300 Mill. Lire. Es sollen die bedeutendsten Anzeichen vor­handen sein, daß die Kassen der italienischen Propa­ganda sich zum größten Theile mit dem Gelde der Emigranten füllen.— Laut dem „Soldatenfreunde" sind bei der Mailänder Emeute 14 Soldaten todt geblieben, 74 wurden verwundet, darunter 45 bedeutender; ver- hältnißmäßig hat von der Garnison das Inf. Regiment Graf Gyulai am wenigsten gelitten, es zählte den Lieute­nant Funke und drei Soldaten unter den durch die Meuchelmörder Blessirten.

Die Klagen über die Unannehmlichkeiten, denen österreichische Kaufleute an den türkischen Grenzen aus­gesetzt sind, haben, wie Handelsbriefe aus Bosnien mel­den, bis jetzt nicht im Geringsten abgenommen. Im Gegentheile wird berichtet, daß die Forderungen der türkischen Maulhpâchter den Kaufleuten aus Oesterreich jetzt drückender werden, als dieß früher der Fall gewe­sen, so daß mehrere Handelsleute, die bis jetzt in regel­mäßigem Verkehr mit den Türken standen, diesen bis zur Regelung der Verhältnisse aufgeben.

Wien, 20. Febr. Baron Sina hat aus Anlaß der Rettung des Kaisers vorbehaltlich der weiteren Widmung zur Gründung einer Stiftung dem Minister des Innern ein Capital von Zehntausend Gulde» in 5pCt. Ttaatsschuldverschreibungen und das Großhand­lungshaus Stametz Mayer dem Militärgouveriwment für die Armen Wiens 5000 fl. C.-M. übergeben.

^ Wien, 21. Febr. Die neuesten Bulletins mel­den, daß das Befinden Sr. Maj. des Kaisers fort­während beruhigend sei, und ich kann hier »och hinzu« setze», daß der Monarch nur durch die wiederholte Er­klärung des Leibarztes Hofrath Dr. Seeburger, daß der Zustand Sr. Majestät die größte Ruhe erfordere, daran verhindert werden konnte, das Lager zu verlassen. Man hofft, daß S r. Majestät Dienstag oder M i 11 iv o eb i m Stande sein werde, a u f z u - stehen (Alle anderen allzugünstigen Berichte, denen man ^begreiflicherweise nur allzugerne Glauben schenkt, scheinen aus einer nicht ganz lauteren Quelle herzn- rühren und nicht ohne Nebenabsicht verfaßt zu sein.) Die Regierungsgeschäfte nehmen ihren ungestörten Fort­gang, und so wie einerseits die politischen Arbeiten in den verschiedenen Ministerien keine Störung erlitten haben, so ist anderseits bereits auch schon Sorge ge­tragen worden, daß die mit Rücksicht auf die montene­grinischen Angelegenheiten getroffene» militärischen Dis- pofitioucn mit thunlichster Schnelligkeit ausgeführt wer­den, und es hat eine zu diesem Ende niedergesetzte Commission, bestehend aus dem Freiherrn von Heß, dem Grafen Grünn e und tem Generale Bamberg alle als nothwendig befundenen Erlässe zu geben, und im Namen Sr. Majestät zu unterfertigen.

Die hiesige Garnison war seitdem 18. und seit dem Tage, an welchem das fluchwürdige Attentat gegen die geheiligte Person des Monarchen verübt worden ist, in