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zuftellen ließ. Letztere schenkten dieses Geld einer wohl­thätigen Gesellschaft.

Es bestätigt sich, daß das 15. reitende Jäger- und das 9. Husaren - Regiment eingehen, und dafür zwei neue Guiden-Regimenter zur unmittelbaren Dienstleistung bei der Person des Kaisers errichtet werden sollen. Der Kriegsminister hat bereits Befehl ertheilt, in die ge­nannten beiden Kavallerie-Regimenter keine Freiwilligen mehr aufzunehmen. ■— Der Erzbischof von Bordeaux, Cardinal Donuet, soll zum Groß-Almosenier des Kai- serthumS bestimmt sein.

Es heißt, daß Abdel-Kader vor seiner Abreise nach Brussa nach Paris kommen werde.

Die Gerüchte von einer Redaction der Armee und Umwandlung der 4y2pßt. in 3p6t. Renten gewinnen immer mehr Bestand.

, Das Polizei« Gericht verurtheilte gestern einen Ex- Ministerial-Beamten wegen Verbreitung der Flugschrift V. Hugo's und ähnliche Schriften zu einem Jahr Ge­fängniß und 500 Fr. Geldstrafe; drei Mitangeklagte wurden freigesprochcu.

Der „Moniteur" enthält einen Bericht über den begonnenen Krappeubau in Algier. Das gewonnene Product übertrifft hinsichtlich der Ausgiebigkeit des Farbstoffes alle inländische Erzeugnisse und bei der star­ken Cousumation dieses Artikels verspricht diese Cultur eine reiche Ausbeute.

Bei der Rettung der verunglückten Arbeiter, welche am Canalbau der Rue Rivoli beschäftigt waren, haben sich mehrere Sappeurs des 1. Regiments besonders aus­gezeichnet und wurden im Tagesbefehl des commaudi- renden Generals lobend erwähnt. Der Municipalrath von Paris hat für einen jeden derselben eine Gratifi- cation von 10 Fr. votirt. Die Betheiligten schlugen dieselbe aus und ersuchten den Magistrat in einer Dank­adresse die ihnen zugedachte Belohnung den Familien der verunglückten Arbeiter zukommen zu lassen.

Spanien

Madrid, 20. Oct. Aus ganz sicherer Quelle wird der Köln. Zeitung berichtet, daß ein geheimer Vertrag mit Frankreich abgeschlossen ist, wonach «diese Macht sich verpflichtet, Spanien im Besitze der Insel Cuba zu schützen. Alle in den Gewässern Amcrika's sich befindenden französischen Schiffe sind angewiesen, sich den Befehlen des Generalcapitals von Cuba zu unterwerfen, wenn er ihrer Hülfe bedarf. Drei fran­zösische Kriegsschiffe sind schon seit einiger Zeit in den Häfen Cuba's. Auch unser dortiges Geschwader, das bislang nur aus drei Schiffen bestand, wird durch ein neues Linienschiff von 86 Kanonen, das am 16. d. in Cadix vom Stapel gelassen wurde und den Namen St. Eduard erhielt, vermehrt werden. Die Insel wurde daher gegen etwaige Angriffe von Freibeutern, die sich im Torben von America unter der Hand wieder orga- nisiren, gesichert sein. — In der gestrigen Sitzung der hiesigen baskischen Deputirten überreichten diese der von der Regierung in Betreff der Fueros ernannten Com­mission einen Protest gegen jegliche Schmälerung der Privilegien. Nach Ueberweisung desselben bemerkte der Deputirte von Alava noch mündlich und im jNamcn aller übrigen Deputirten, daß sie wohl wegen einiger zeitgemäßen Veränderungen unterhandeln, aber an keiner Berathung Theil nehmen würden, die sich quf die Auf­hebung eines Privilegiums bezöge. Da nun gerade in der gestrigen Sitzung die Militärfreiheit zur Sprache gebracht werden sollte, so entfernten sich die baskischen Deputirten, nachdem sie der Commission den oben er­wähnten Protest überreicht hatten.

General Au pick, der französische Gesandte, ist von Bordeaux hierher zurückgekehrt, und hat sich wiederholt dahin ausgesprochen, daß L. Napoleon von den freuud- fchaftlichsten Gesinnungen gegen Spanien beseelt sei und die gegenseitigen Beziehungen noch enger geknüpft zu sehen wünsche.

Belgien.

Brüssel, 25. Oct. (K. Z.) Die gesetzgebenden Kammern treten morgen nach einer einmonatigen Ver­tagung wieder zusammen, ohne daß die ministerielle Krisis um einen Schritt vorgerückt ist. Es stellt sich übrigens heute heraus, daß Se. Majestät sich blos an Hrn. H. de B r o u ck e r e für die Zusammensetzung eines Ministeriums gewendet hat, und daß, ungeachtet der Gerüchte, welche zwei Tage lang coursirten, der Rechten durchaus feine Vorschläge gemacht worden sind. Wie bekannt, entstand die ministerielle Krisis aus den Schwierigkeiten, welche sich bei der Wahl eines Präsidenten der Repräseutanten-Kammer zeigten. Man wird daher keine Persönlichkeit mehr aufstellen, bevor diese Schwierigkeiten gehoben sind, und so kommt noth­wendiger Weise die Ernennung der Bureaux der Kam­mer zuerst auf die Tagesordnung. Es hängt jetzt nicht mehr von der Regierung ab, die Kammern zu vertagen ; dieses Recht kann nach dem Wortlaute der Constitution blos einmal von dem Könige während der Dauer einer legislativen Session ausgeübt werden; die Kammer al­lein könnte j'tzt noch eine neue Frist zu derjenigen hin­zufügen, welche auf so unfruchtbare Weise verflössen ist. Dies geschieht indeß keinesfalls, bevor der Präsident und die etwaigen Mitglieder des Bureaux ernannt wor­den sind. Hr. Rogier erscheint daher von Neuem vor der Kammer. Er wird indeß eine Erklärung abgcbcn,

dahin lautend, daß, welcher Mann auch aus der Wahl- Urne hervorgehen werde, und welchen Beschluß die Kam­mer auch fassen möchte, er seine Demission aufrecht er­halte, und daß er sich blos provisorisch auf der Mini- sterbauk befinde, da noch keine definitive Lösung statt- gefunden habe.

Dänemark.

Kopenhagen, 20. Oct. In der gestrigen Sitzung des Volksthings machte der Abgeordnete Hagn den Vorschlag, daß der Gesetzentwurf wegen Aushebung des Zollunterschiedes zwischen Dänemark, Schleswig und Holstein an einen Ausschuß von sieben Mitgliedern zur Prüfung gehen solle, wogegen Abgeordneter Tscherning beantragte, daß der Gesetzent­wurf unmittelbar zur ersten Berathung im Thinge gehen solle, indem es die Ocffentlichkeit interessiren würde, baldigst möglich über die Ansichten des Things in die­ser Sache Kenntniß zu erhalten. Bei der Abstimmung wurde der Vorschlag des Abgeordneten Hagu mit 48 gegen 32 Stimmen verworfen und der des Abgeordne­ten Tscherning angenommen.

Persien

Wir haben kürzlich des Attentats erwähnt, das bei Gelegenheit einer Jagdpartie auf den Schah von Per­sien gemacht wurde. Die Verschwörer gehörten bekannt­lich den Babis, einer religiösen Secte, an. Ueber diese Secte nun und über die Bedrückungen, denen dieselbe ausgesetzt ist, enthält ein jüngst im „Soldatcnfrcuud" abgedruckter Brief des österreichischen Hauptmanns v. Goumoens interessanse Aufschlüsse, die in gewisser Weise das fragliche Attentat erklärlich machen. Der Brief lautet: „Teheran, 29. Aug. 1852. Lieber Freund! Mein letzter Brief vom 20. August erwähnte des At­tentats auf den König; nun will ich dir das Ergebniß der gegen die Verbrecher geführten Untersuchung mit­theilen. Trotz der entsetzlichen Folter erpreßte das Ver­hör fein umfassendes Geständniß, die Lippen der Fana­tiker blieben geschlossen, wenn auch glühende Zangen, Glieder zermalmende Schrauben nach dem Chef des Complots forschten. Nur daß sie der Secte der Babis angehörten, erfuhr man. Diese Babis sind Schisma­tiker, sie beten wohl zu dem Propheten, weichen aber in manchen Gebräuchen von den orthodoxen Muselmän­nern ab. Vor beiläufig 15 Jahren ward diese Secte durch einen gewissen Bab, der auf Befehl des Königs erschossen wurde, gegründet. Die treuesten seiner An­hänger flohen nach Seugian, wo sie vor zwei Jahren in die Enge getrieben, und, wie man glaubte, ohne Rücksicht -auf Alter und Geschlecht ausgerüstet wurden. Gleich aller religiösen Unduldsamkeit erzielte auch diese maßlose Verfolgung gerade das Gegentheil. Bab's Lehre gewann mehr und mehr Boden und ist zur Stunde im ganzen Lande verbreitet. Da die Regierung dem System der Verfolgung getreu blieb, fanden die Sektirer Gelegenheit, ihren Charakter zu stählen und Eigenschaften zu entwickeln, die, gegenüber der ver- schlemmten Weichlichkeit der Landeskirche, Achtung er trotzen. Sehr klug hatte der Prophet den Jüngern seiner Lehre durch die Folterkammer den Weg zum Paradiese gewiesen. Hat derselbe die Wahrheit gespro­chen, so erwirbt sich der gegenwärtige Schah große Verdienste, denn er bietet Alles auf, die Regionen der Seligen mit Babis zu bevölkern ; sein jüngster Erlaß schärft eben wieder die Vertilgung der Seele den könig­lichen Di.ncrn ein. Würde man sich einfach dem königlichen Befehl fügen und die verhafteten Fanatiker gerichtlich durch den schnellen Tod unschädlich machen, man müßte dies vom Standpunkte des Orientalen bil­ligen; aber die Art der Vollstreckung des Urtels, die Umstände, welche dem Ende vorhergehen, die Qualen, welche den Körper durchfressen, bis in letzter Zuckung das Leben entflieht, sind so empörend, daß mir das Blut in den Adern stockt, wenn ich jetzt daran gehe, dir das Gesehene auch nur flüchtig zu schildern. Zahl­lose Stockstreiche, die auf Rücken und Sohlen wuchtig fallen, Versengen der Körpertheile durch Glüheisen, sind so gewöhnliche Plagen, daß das Opfer, dem blos solche Liebkosung widerfährt, glücklich zu preisen ist. Aber folge mir, Freund, der du ein Herz und euro­päische Sitte dein nennst, folge mir zu den Bekla- genswerthcn, die mit ausgestochenen Augen die eigenen abgeschnittenen Ohren am Orte der That und ohne Bereitung verzehren müssen; oder zu Denen, deren Zähne von der Hand des Schergen mit entmenschter Gewalt ausgebrochen wurden, und denen nun der kahle Schädel durch die Kraft der Hammerschläge zermalmt wird; oder dorthin, wo man den Bazar mit Unglück­lichen beleuchtet, indem man auf der rechten und linken Seite tiefe Löcher in die Brust und Schulter gräbt und brennende Kerzen in die Wunden birgt. Ich sah deren, die an Ketten durch den Bazar — eine Militärmusik au der Spitze — gezerrt wurden, deren Kerzen tief abgebrannt waren, so daß nun Unschlitt gleich einer verlöschenden Lampe in der Wunde zuckend flammte. Nicht selten begibt es sich, daß die nie ermattende Fan­tasie der Orientalen zu neuen Folterqualen schreitet. Man zieht den Babis die Haut der Sohlen ab, tränkt die Wunde mit siedendem Oel, beschlägt den Fuß gleich dem Hufe eines Pferdes und zwingt das Opfer nun zum Laufe. Kein Laut war der Brust entstiegen, finster schweigend war die Qual an dem ciscrstarrten Gefühle

deS Fanatikers vorübergezogen — nun soll er laufen — der Körper kann nicht ertragen, was die Seele er­trug, er sinkt; gebt ihm den erlösenden Stoß, endet seine Pein! Nein, der Scherge schwingt die Peitsche, und — ich muß es selbst sehen — der hundertfach Ge­quälte läuft. Das ist der Anfang vom Ende. Das Ende selbst: man hängt den Durchbohrten, versengten Körper an Hand und Fuß an einen Baum, den Kopf der Erde zugeneigt, und nun mag jeder Perser von einer bestimmten, nicht allzu nahen Distanz aus das Ver­gnügen haben, auf das edle gelieferte Wild die Schuß- fertigkeit zu erproben. Ich sah Leichname, zerfetzt von nahe an 150 Kugeln. Glücklichere verfallen der Stran- gulirung, der Steinigung, dem Ersticken, man bindet sie vor die Mündung eines Mörsers, tödtet sie durch Sä­bel- oder Kamahiebe, Hammerschläge oder Stockstreiche. Nicht nur der Scharfrichter, ni$t allein das Volk be- theiligten sich an diesem Gemetzel, nein, das Ge­richt beschenkt zuweilen auch einzelne Würdenträger mit den unglücklichen Babis, und der Perser ver­gnügt sich, meint sich zu ehren, wenn er seine ei­gene Hand mit dem Blute des gebundenen Wehrlosen besudelt. Infanterie, Cavalerie, Artillerie, die Goulams (Garde des Königs), die Zünfte der Fleischhauer, Bäcker 2C., alle haben redlich an der Blutthat mitge- than. Ein Babi wurde dem löblichen Offiziercorps der Garnison verehrt; der General en Chef führte den er­sten Hieb, und sodann Jeder, wie cs der Rang gestat­tete. Die persischen Truppen sind Schlächter, nicht Krieger. Einen Babi bekam der Imam Giume, auch er mordete ihn. Der Islam weiß nichts von Liebe. Wenn ich jetzt das Geschriebene wieder lese, überkommt mich der Gedanke, daß man bei euch im lieben theuren Oesterreich au der vollen Wahrheit des Geschilderten zweifeln, mir eine Uebertreibung zur Last legen könnte. Gäbe eS Gott, daß ich cs nicht erlebt hätte, nicht er­lebte. Aber durch das Gebot meines Berufs war ich leider oft, sehr oft Zeuge der Gräuel. Zur Stunde verlasse ich gar nicht mehr mein Haus, um nicht er­neuerten Schreckensscenen zu begegnen. Nach dem Tode lpird der Babi entzweigehauen und entweder an das Stadtthor genagelt, oder den Schakals und Hunden der Ebene zur Nahrung überantwortet. So erstreckt sich die Bestrafung auch über die Schranken, die das Diesseits schließen; denn der Muselmann, der nicht be­graben wurde, hat kein Recht auf die Himmel der Propheten. . . . Gelingt es mir, durch meine Nachrich­ten auch nur einen der europamüden wanderlustigen Kameraden vor Experimenten, die faulen Moder unter blendender Decke bergen, zu bewahren, so fühle ich mich hierdurch belohnt und beglückt ..."

Englische Blätter melden von der grausamen Hin­richtung des Hadschi Suleima-Khan, welcher augeklagt war, das neuliche Attentat auf das Leben des Schah angestiftet zu haben. Man bohrte ihm an verschiedenen Stellen Löcher in den Leib und steckte brennende Ker- zenstümpfe darein; so beleuchtet schleppte man ihn über den Bazar nach einem Stadtthore, wo er „wie ein fet­ter Hammel" gevierkheilt wurde. Außer ihm wurde die Kurres-il-Ain, genannt die „schöne Prophetin von Ka- fein", und zwölf andere Personen hingerichtet. Der Schah war von seinen leichten Schußwunden beinahe wederhergestellt.

Neueste Nachrichten.

* Wiesbaden, 27. October. Soeben '/.10Uhr trafen Ihre Maj. die Königin der Niederlande hier ein und wurden von I. k. Hoh.'der verwittweten Frau Herzo­gin empfangen. Nach kurzem Besuche setzten Höchstdieselben Ihre Reise nach Biebrich zu Ihrer Hoheit der Frau Herzogin fort. Die vor acht Tagen schon für Ihre Majestät im Hotel Düringer bestellte Wohnung wurde vom Geheimen Legationsrath von Wekk erlitt und dem Gefolge bezogen.

* Wiesbaden, 27. Oct. (Anklage gegen Jacob Löw von Camberg wegen Schriftfälfchung. Der An­geklagte ist zu 3 Monaten Correctionshaus in contu­maciam verurteilt worden.)

Hamburg, 24. Oct. Die Stockholmer^ Blätter vom 20. berichten, daß der König Oskar in Folge ei­ner sich ans der Reise zugezogenen Erkältung gefährlich erkrankt sei. Es werden Bulletins ausgegeben.

Turin, 22. Oct. Die Gazetta Piemontese ver­öffentlicht ein Circular des Ministers des Innern, ge­richtet an sämmtliche Intendanten des Königreiches, worin die den Municipien in allgemeinen Petitionssachen zustehende Kompetenz beleuchtet, und ausgesprochen wird, es liege keinesfalls in dem Befugnisse der Gemeinde- repräsentanzen um Säcularifirung der geistlichen Güter zu petitioniren.

Mau meldet uns aus Konftantiuopel vom9. Oct.: Die Finanzfrage, d. h. die Frage ob, mit welchen Mit­teln und in welcher Form das zu London contra Hirte Auleheu von der Pforte zurückgewiesen, eventuell rückge­zahlt werden wird, ist noch immer nicht erledigt, be­schäftigt jedoch den Divan auf das lebhafteste. An den bezüglichen Konferenzen hat namentlich auch der fran­zösische Gesandte, Herr». Lava le tte, Theil genommen;

Lcrantwortlicher Nedacteur: Dr. Ä. Sorjek.