Einzelbild herunterladen
 

mutigen des Art. 2. finden auf Thronlehen und auf I die außerhalb des StaatS liegenden Lehen keine I Anwendung".

Für die zu erwartende Ankunft des russischen HerrscherpaarS werden bereits Vorkehrungen getrof­fen; so wird das PalaiS deS Kaisers unter den Linden Nro. 5 von außen und innen neu aUSge- stattet. —

Einer Mittheilung der „Sp. Z." zufolge hätte jetzt auch die österreichische Regierung ihre Rechnung für die kurhessische Erecution, an der sie bekanntlich mit einem Jägerbataillon participirte, bei der Bun­desversammlung eingereicht; ihre Ansprüche sollen sich auf-54,000 Gulden belaufen und die Rechnung, ebenso wie früher die bayessche, dem kurhesstschen BundeStagSgesanvtcn zur Uebermiktelung an seine Regierung übergeben sein.

Der für Die Vertretung Preußens in Griechen­land bestimmte bisherige Geschäftsträger in Kassel, Baron v. Thiele, begibt sich demnächst auf seinen Posten nach Athen. — Die Reise des Kurfürsten von Hessen von Kassel hierher ist definitiv für den April festgesetzt.

Bremen, 22. März. (Ztg. f. Nddschl.) Der Amtmann von Bremerhaven hat folgende Erklärung in den Zeitungen abgegeben: „Erklärung. Meinen Mandaten theile ich hierdurch mit, daß ich am heutigen Tage dem Bürgeramte meinen Aus­tritt auS der Bürgerschaft angezcigl habe, weil ich eS mit meinem Gewissen, mit meinem Bürgereide und mit meiner Amtspflicht nicht vereinigen kann, einer Körperschaft aazugehören, welche einen Act der Empörung gegen ihre rechtmäßige Obrigkeit begonnen hat. Bremerhaven, am 21. März 1852, Gröning, Amtmann zu Bremerhaven".

Von Seiten der Rechten, welche schon am Sonnabend auStreten wollte, daran jedoch durch den plötzlich ausgesprochenen Schluß der Sitzung verhindert worden war, ist auf Morgen Abend eine Versammlung der Vertreter, welche den Beschluß der Bürgerschaft mißbilligen, anberaumt. Man erwartet/daß die Versammlung einen Protest be­schließen und auS der Bürgerschaft auStreten werde.

Wien, 20, März. Heute lief ein amtlicher Bericht deS Marine-Obercommando'S aus Triest vom 17. ein, welcher Du bisher über das Schicksal der „Marianna" gesammelten Anzeichen kurz zusam» â menstellt, die wahrscheinlichen Ursachen deS betrü-k benden Unglücksfalles erörtert und zugleich einen s Standesausweis über die Mannschaft deS Dampf- | booteS gibt.

In Uebereinstimmung mit früheren Meldungen wird bestätigt, daß beim Auslaufen der Escavre daS Wetter keineswegs der Art war, um einen sol­chen Unglückssall ahnen zu lassen. Im wachsenden Sturm erhielt zuerst die „Seemöve" das Signal zur Rückkehr nach Malamocco. Die „Marianna", ein viel stärkeres Schiff, das mit der „Volta", an deren Bord sich der Kaiser befand, gleiche Kraft hatte, schien 8 bis 10 Seemeilen Ost-Nordost des HafendammeS von Malamocco mit der „Seemöve" gleichen Schritt zu halten. Als letztere, stark be­schädigt (sie verlor die Gallerie und erhielt ein starkes Leck an der eisernen Seitenwank) durch eine geschickte Wendung die Richtung zurück nach Venedig ermög­licht hatte, bemerkte man an Bord derselben, daß auch die „Marianna", aber vergeblich, manöverirte, um die Rückfahrt zu gewinnen. Daß der Versuch mißlang , wird der Nichtanwendung der Segelkraft zugeschrieben. Sie hatte früher unter schwierigen Verhältnissen mit Hilfe der Segel gleichem Unwetter bei erregterer See ausreichenden Widerstand geleistet. Auch in diesem Augenblick war sie noch außer Ge­fahr, denn sie gab weder Signale noch Nolhschüsse. Der Bericht gelangt nun zu der Vermuthung, daß die „Marianna" nach eingetretener Finsterniß bei wiederholten Versuchen zu wenden, durch eine Sturz­welle überschüttet wurde, welche in den vorderen Maschinenraum eindrang und den Schiffskörper ab­wärts zog.

Der Großfürst Constantin hatte die Absicht, den Kaiser ein Stück Weges zu begleiten; allein der Commandant deö russischen Dampfbootes „Wla­dimir" verweigerte, auszulaufen, indem er erklärte, daß, da ihm Schiff und Mannschaft von Sr. Ma­jestät anvertraut sei, er dieselben einer ganz unnö- thigen und zwecklosen Gefahr nicht aussetzen werde.

Der bisherige Redacteur der amtlichen „Wie­ner Zeitung", Dr. Leopold Schweitzer, ist, wie wir hören, zum k. k. Generalconsul in Odessa ernannt worden. An seine Stelle in der Redaction der „Wiener Zeitung" wird der frühere Redacteur der im österreichischen Sinne rebigirt gewesenen „Frei­müthigen Sachsenzeitung", Advocat Eckert, treten, bekannt durch seine lebhafte Agitation gegen die Freimaurer. Dr. Schweitzer ist ein Preuße, gebo­ren zu Neisse in Schlesien; er ist in Preußen früher ReferendariuS gewesen und ist der ZeitungSwelt durch seine Mitarbeiterschaft an Der „BreSl. Ztg." und anderen Blättern in den 40ger Jahren bekannt als gewandter Publicist.

Wien, 24. März. (Telegr. Dep. der AugSb. Allg. Ztg.) Durch einen neuen Bericht des Marine- s

obercommandanten, ist bis zur Evidenz dargethan, daß die „Marianne" durch eine Pulvererplosion verunglückte.

Die an der Pomündung della Maestra am MeereSstrande aufgefundenen Schiffsbruchstücke, sind vom Pulver geschwärzt und angebrannt.. Wie eine telegr. Dep. auS Venedig vom 21. März meldet, ist eS nach großer Anstrengung gelungen, bei Porto Corsini einen Theil deS WrakS an das Land zu ziehen, welches von dem mittlerweile auS Ancona herbeigekommenen k. k. Schiffsfähnrich Milosich als die Finkcite deS Hinterdeckes von dem Dampfer Marianne erkannt wurde.

Frankreich.

Paris, 22. März. (K. Z.) L. Napoleon hat zur Linderung des Elendes von fünf not[)leibenben Gemeinden im Vogesen-Departements 5000 Fr. auS feiner Privatcaffe angewiesen. — Nächstens soll ein ErgänzungSdecret zum Preßgesetze erscheinen und angeblich neue Bestimmungen enthalten, die den durch Journalartikel angegriffenen Privaten oder Beamten umfassendere Rechte ertheilen, als die bis­herige Gesetzgebung.

General Cavaignac ist auf sein Ansuchen um die Erlaubniß zur Reise nach Belgien, wo er La- moriciere und andere Freunde besuchen wollte, be­deutet worden, daß man ihm zwar die Reise, aber nicht die Rückkehr nach Frankreich gestatten werde. — Unser Gesandter in Madrid betreibt jetzt emsig den Abschluß eines Vertrags zwischen Spanien und Frankreich zum Schutze deS literarischen Eigenthums. Der Vortheil bei allen Verträgen dieser Art ist na­türlich allein auf der Seite Frankreichs, wo, mit Ausnahme englischer Werke, fast kein einziges aus­ländisches Werk nachgedruckt wird. — Heute Mit­tags erschienen im Schatzbureau kaum ein Dutzend Personen, um Rentenrückzahlung zu verlangen. — Man versichert, daß morgen oder übermorgen eines der Organe, welche die Regierung vertheidigen, aus der Feder eines der eifrigsten Schriftsteller der na­poleonischen Partei einen Artikel bringen werde, der förmlich das Kaiserthum verlange.

Dem Vernehmen nach will Dr. Veron, der Eigenthümer des „Constitutionnel", die jetzige ein­trägliche Stellung dieses Journals benutzen, um dasselbe vortheilhaft zu verkaufen.

Bei der gestrigen Revue riefen sehr viele Sol­daten, und namentlich die LancierS: „ES lebe der Kaiser"! während die Offiziere sich auf den Ruf: „ES lebe Napoleon" ! beschränkten.

DaS Befinden Abdel Kaber'S flößt wieder Be­sorgnisse ein. Die Regierung ist daher ersucht wor­den, ihm den Aufenthalt in einer Stadt Südfrank- reichS zu gestatten.

Die, wie früher berichtet, von ihrem Mann auS'Eifersucht durch einen Pistolenschuß verwundete Frau von Jarante ist an den Folgen der Wunde gestorben.

Drei Advocaten zu Avignon sind auS Frank­reich verbannt und zu Bordeaux 80 Personen nach anderen Städten verwiesen worden.

Die Polizei hat gestern Abend 8% Uhr in dem namentlich von Ausländern ftarf besuchten Cass du Dänemark in der Straße St. HonorS eine Razzia gemacht und alle dort anwesenden Ausländer, 70 an der Zahl verhaftet. Es sind darunter Deutsche, Polen, Ungarn, Dänen, Schweden, Norweger, mei­stens Handwerker oder Handlungsdiener. Der Grund dieser Maßregel ist noch nicht bekannt, je­doch glaubt man, daß eS sich um die Verhaftung der Mitglieder einer neuen communistischen Serbin# dung handelt, welche sich seit den letzten Monaten gebildet hatte. Bekanntlich sind erst wenige Wochen verflossen, seitdem die Mitglieder einer deutschen kommunistischen Verbindung zu längerer Zuchthaus­strafe verurtheilt sind. In der Nacht haben bei allen Verhafteten Haussuchungen stattgefunden, in Folge deren ein Theil entlassen, die Haft der Mehrzahl aber aufrecht erhalten wurde.

General Cavaignac und Carnot haben bekann­termaßen die Absicht, die auf sie gefallene Wahl nicht anzunehmen, oder vielmehr in die Kammer nicht einzutreten. Nach dem heute veröffentlichten Decrete wird der Eid der Dcpunrtcn vom Prinz- Präsidenten selbst in der EröffnungS-Sitzung in den Tuilerien abgenommen werden. Dieser Umstand soll Cavaignac und Carnot veranlaßt haben, von ihrem ursprünglichen Pläne, in öffentlicher Sitzung den Eid zu verweigern, abzustehen und einfach in einem Briefe an den Präsidenten der Kammer die auf sie gefallene Wahl abzulehnen.

Dem Vernehmen nach hat Hr. Clement Tho­mas, ehemaliges Mitglied der conftituirenben Ver­sammlung und Oberbefehlshaber der Nationalgardt von Paris nach dem 15. Mai, den Befehl erhalten, das französische Gebiet zu verlassen. — Hr. Jacou- bet, Architect und Verfasser des „großen Atlasses der Stadt Paris", ist nun durch UrtheilSspruch^der Militärcommission auS Frankreich verbannt worden, nachdem er über zwei Monate im Fort Ivry in Hast gewesen. Hr. Jacoubet war Bataillonschef der 9. Legion der Pariser Nationalgarde. — DaS „Siecle" berichtet, daß Hr. Gaffney, der Oberre- 1

dacteur deS „Journal du Havres aus Frankreich ausgewiesen worden Hl.

Ein heute verbreitetes Gerücht, im Oberioienne- departement, in dem Städtchen St. Arier, sei ein Ausstand auSgebrochen, bezeichnet die „Patrie" als ungenau. Anläßlich der Beerdigung eines vorma­ligen Banquiers Namens Mazaud, der eines ihrer Parteihäupter gewesen sei, habe die Demokratie allerdings eine Demonstration versucht; aber die klugen Maßregeln der Behörden hätten dies ver­hindert , und eS sei nicht einmal zu Verhaftungen gekommen.

Großbritannien.

London, 22. März. (Mannh. I.) Endlich fängt eS hier Licht zu werden anl Die Führer der Opposition haben heute morgen in einer Privatbe­sprechung den Beschluß gefaßt, ihren seitherigen Plan, die Steuern nur auf drei oder sechs Monate zu bewilligen, definitiv aufzugeben. Demgemäß hat Lord John Ruffel heute Abend im Unterhause er­klärt: weil der Zeitpunct der Auflösung deS Parla­mentes von der Erledigung der dringenden Geschäfte abhânge, so hoffe er, daß die Regierung diesen Mo­ment so schnell als möglich herbeiführen und dem Hause ohne Verzug jene Angelegenheiten vorlegen werde, deren Besorgung nothwendig ist, wenn der regelmäßige Gang der Regierung nicht unterbrochen werden soll. Der Steuerbewilligung werde er sich nicht widersetzen.

Nach der am Freitag vom KriegSsecretâr ge­machten Vorlage soll daS britische Heer im Laufe dieses Jahres um 3223 Mann verstärkt werden. Diese Verstärkung steht in keinem Zusammenhänge mit der politischen Lage Europa'S, kommt vielmehr einzig und allein auf Rechnung deS Kaff-rnkriegeS. Bekanntlich hat der KriegSsecreiâr, Major Beres­ford, verlangt, daß daS Unterhaus 101,937 Mann alS Gesammtbestand deS britischen LandheereS, mit Ausschluß der Truvpen der ostindischen Compagnie, bewillige. Die Kosten zur Erhaltung dieser Macht sind auf 3,902,067 L. veranschlagt, während im vorigen Jahre der KrieqSsecreiär nur 3,521,070 L. verlangte. Die gegenwärtig in Großbritannien und Irland stehende Militärmacht mag sich im Ganzen auf etwa 60,000 Mann belaufen.

Italien.

Turin, 19. März. (O -P.-A.-Z.) Der Kriegs­minister wollte seine Entlassung einreichen, weil die Majorität für den Gesetzesentwurf bezüglich der Befestigung von Casale nur 4 Stimmen betrug. Nur die Zurede deS Kammerpräsidenten und mehrer Deputirten vdu der Linken selbst brachte ihn von seinem Entschlusse ab: — Nachrichten auS Cagliari zufolge ist Genernl Durando auS Sassari zurückge­kehrt, nachdem Die Ruhe Dort vollkommen hergestellt ist. 35 Personen wurden verhaftet; nebst 800 Na­tionalgardegewehren wurden 3000 Privatgewehre mit Beschlag belegt. In der heutigen Abgeordnelen- Kammer forderte Ferracin Die Regierung auf, den Belagerungsstand von Sassari aufzuheben, indem sie nicht berechtigt gewesen sei, denselben zu verhän­gen. Mehrere andere Abgeordnete Der Insel Sar­dinien unterstützten seinen Antrag. Der Kriegs­minister lieft zum Beweise, daß kein Unrecht gesche­hen, mehrere auf diese Angelegenheit bezügliche Do­cumente vor. Der Finanzminister verspricht baldige Vorlage mehrerer Gesetzesentwürfe zur Verbesserung Der ökonomischen Verhältnisse der Insel. Auch der neue Minister Deö Innern vertheidigt daS Benehmen der Regierung. Von allen Sufekeputirten riech der einzige Decandia zur Ausrechthallung deS Belage- rungSstandeS in Sassari. Die Kammer nahm hierüber Die einfache Tagesordnung an. Die Mu­nicipalität von Valenza hat gegen den mit Frank­reich abgeschlossenen additionellen Handelsvertrag protestirt.

Neueste Nachrichten.

«Wiesbaden, 26. März. (Sitzung der II. Kammer.) Tagesordnung: Prüfung der von der I. Kammer angenommenen Geschäftsordnung. Wahl des PetitionSauSfchusseS. Reg.-Coinm. Werren.

Vor Uebergang zur Tagesordnung verliest der Präsident Die Antwort, welche Se. Hoheit der Herzog auf Die Adresse Der Kammer ertheilt haben.

Lang fragt an, ob nach dem allgemeinen Wunsche zur Abhilfe der Roth bald die Straßen- bauten, welche pro 1852 in Aussicht genommen, auSgeführt werden sollen.

RegeS fragt an „ob und welche landwirth« schaftliche Gesetze der Kammer vorgelegt werden sollen".

Werren. Ich bitte diese Anfragen schriftlich dem Präsidium zu übergeben, worauf in einer der nächsten Sitzungen Antwort ertheilt werden soll.

Der zur Begutachtung der Geschäftsordnung bestellte Ausschuß beantragt, den von der ersten