nover völlig gleichgestellt wirb, sind noch folgende Additionalartike' vereinbart:
a) Zum Artikel 1 deS heutigen Bertrag? Der Beitritt Oldenburg erstreckt sich auch auf die Sepa« ratartikel zum Vertrage vom 7. Sept 1851. d) Zum Artikel 1 des heutigen Vertrages. Die großherzogl. oldenb. Regierung wird vermitteln, daß rückstchllich der durch den heutigen Vertrag begründeten Ver» hâltniffc die Vereinigung der Herrschaft Knyphau- sen mit dem Herzogthume Oldenburg foribestehe. c) Zum Separatartikel 13 vom 7. Sept. 1851 und Art. 1 deS heutigen Vertrages. An den im Sep.- Art. 13 zum Verträge vom 7. Sept. v. J. vorgesehenen Verhandlungen mit den übrigen Vereins, stauten wird Oldenburg mit gleichem Stimmrechte wie Hannover Theil nehmen, d) Die Zustimmung der Lanvesveriretungen zu den heutigen Vereinba» rungen, so weit dieselbe'in jedem der drei Staaten verfassungsmäßig erforderlich ist, bleibt vorbehalten.
Hamburg, 10. März. (H. N.) Einem gestern Abend hier umlaufenden Gerüchte zufolge ist aus Bremen die telegraphische Nachricht eingetroffen, daß dakelbst in Folge von Unruhen, die durch die Du» lon'sche Suspension veranlaßt morden, hannover'sche Truppen eingerückt seien. (Mittheilungen auS Bremen vom 10. d. M., denen wir daS intercssan- teste entnommen haben [f. o. Bremens melden nichts davon.
Kiel, 8. März. ES bestätigt sich, daß die Dänen zunächst das Schrauben-Dampskanonenbool v. d. Tann und das Dampfschiff „Löwe" nach Kopenhagen bringen werden, woselbst einige kleine Reparaturen mit diesen Fahrzeugen vorgenommen werden sollen. Dieselben hier bewerkstelligen zu lassen, daS geht nun einmal nicht an. Die Art und Weise wie die Dänen, von denen rin Commando Matrosen unter einem Lieutenant hier angekommen ist, daS zur schleswig-holsteinischen Marine gehörige Inventar behandeln, indem sie dasselbe alS Kriegsbeute betrachten, hat bereits zu ernsthaften Zwistigkeiten mit dem PackhauSverwalter Kreisler geführt, der unter solchen Verhältnissen weiter zu dienen und sich auf solche Weise verantwortlich zu machen verweigerte.
Wie«, 9. März. Wie man vernimmt, hat Se. Maj. der Kaiser die Fortsetzung der Eisenbahn- bauten im lombardisch - venetianifchen Königreiche nach den bereits vor längerer Zeit verfaßten bekannten Bauplänen genehmigt. — In unserem Artilleriewesen werden ernstliche Versuche zur Verbesserung gemach«. Neuerlich sind wieder Proben mit einer neu erfundenen Laffettirung und einen zweckmäßigen Aussetzer der Kanonenläufe gemacht worden. Auch versucht man, statt der bisherigen Patronensäcke auS Baumwolle, dergleichen auS einem Seidenstoffe in Anwendung zu bringen, welcher auS den Anhängen der CocconS angefertigt ist und wovon Muster auS der Schweiz bezogen worden sind. Die Resultate sollen voriheilhaft und die Kosten nicht wesentlich größer sein.
Vor kurzem hat die Regierung allen Bischöfen Ifé KaiserstaatS einen Ausweis über den Stand der ReligionSfondS in der gestimmten Monarchie zukommen lassen, auS welchem erhellt, daß diese Fonds keine Ueberschüsse, wie man bisher glaubte, ertrugen, sondern daß dieselben vielmehr dem Aerar 31 Millionen Gulden schulden.
Erzherzog Johann, welcher in Steiermark auS» gedehnte Eisenwerke besitzt, hat soeben ein großartiges Eisenwerk in der Nähe von KremS in Betrieb setzen lassen, welches alle jene Vortheile vereinigen söll, die man bei Eisenwerken im Auslande, namentlich in England, findet.
Am 10. d. tritt, wie der „A. A. Z." auS Verona berichtet wird, der Feldmarschall Graf Radetzky die durch die Ankunft deS Kaisers verscho- bene Inspektionsreise in die Herzogthümer an. Auf der Rückreise wird er Mailand berühren und dem Vernehmen nach, innerhalb acht Tagen nach Verona zurückgekehri sein. In Mantua wurde dieser Tage an sechs Räubern daS TodeSurtheil mittelst Pulver und Blei vollzogen. AuS Pistno und Rovigno wird von FeuerauSbrüchen gemeldet, und eS ist starker Verdacht böswilliger Brandstiftung vorhanden, um so mehr als das Feuer in Stunden auSbrach, in welchen der größere Theil der Bevölkerung sich den CarnevalSvergnügungen hingab. Die Zahl der Verbrechen ist >her in der Zunahme als Abnahme; die außergewöhnliche energische Thätigkeit, welche die Organe der öffentlichen Slcherhelt allenthaiben entwickeln, sollte doch noihwendigerweise eine Verminderung der Vergehen zur Folge haben; allein die Demoralisation ist zu tief eingedrungen, und wir leiden nun schwer an den Nachwehen der Revolution. Eine Scene, welche sich während der Anwesenheit deS Kaisers bei der Truppenschau zu- trug, wird hier vielfach besprochen. Während dem Exercitium bäumte sich plötzlich daS Pferd deS Marschalls Radetzky und ließ einen Unfall für den Retier befürchten, alS der Kaiser, kaum die Gefahr gewahrend, vom Pferde sprang, in die Zügel deS scheu gewordenen RosseS Radetzky'S griff und in den Marschall drang, ein aubertS Pferd zu besteigen.
Dieses herzgewinnende Herz deS Monarchen mußte dem Marschall ein sprechender Beweis der hohen AHn^a und Liebe seines Kaisers sein.
j t n f t ei di,
PariS, 9. März. Nach der „Patrie" ist ent- schieden worden, daß die Mitglieder der neuen durch Wahl ernannten Versammlung den amtlichen Titel „Abgeordneter zum gesetzgebenden Körper" führen werden. Unter den neuen Deputaten sind 79, welche Mitglieder der früheren gesetzgebenden Versammlung waren.
Die „DebatS" erklären sich zu der Versicherung ermächtig«, daß der Prinz de Ligne keineswegs vom Könige Leopold an den König von Preußen und den Kaiser von Oesterreich mit besonderen Aufträgen abgeschickt worden sei ; die Reise deS Prinzen habe vielmehr durchaus keinen politischen Zweck.
— Die Verschönerungen im Ehcenhofe deS Palastes deS gesetzgebenden Körpers sind heute beendigt worden. Die Depuinten fangen an, sich in der Bibliothek und im Conferenzsaale zu zeigen; einige haben schon ihre Plätze im Sitzungssaale bezeichnet. — Ein hoher Forstbeamter ist, dem „Siecle" zufolge, zur Einrichtung deS prinz-präsiventlichen Jagkperso« nalS hieher beichieden worden. Der Prinz von Wagram soll bereits zum Oberjägermeister bestimmt sein, welchen Posten sein Vater, der Marschall Berthier, unter Napoleon bekleidete. Ueberhaupt sind die Aemter deS neuen JagkvepartementS angeblich schon vertheilt.
Gestern ward eine umfassende Razzia gegen die heimlichen Verkäufer unsittlicher Schriften und Bilder vollzogen; ganze Ballen weggenommener Gegenstände dieser Art wurden nach der Polizei-Prä- fectur geschafl. — Der Präsident deS gesetzgebenden Körpers, dem nberdieß der sonst vom Präsidenten der Deputirtenfammer bewohnte Palast zur Amtswohnung angewiesen ist, wird einen Jahrgehalk von 100,000 Frö. beziehen; daS betreffende Dekret ist schon unterzeichnet.
Paris, 10. März. Die aus Athen wegge. i wiksencn polnischen Flüchtlinge sind auf der Reise I nach England hier eingetroffen. — Der für Stettin bestimmt gewesne Privatsecrelär Persigny'S, Cavel, geht als Consul nach Civita-Becchia, — Die Arbeiten für den Bau der Eisenbahn um Paris haben schon begonnen.
Cavaignac wird unter keinen Umständen den Eid leisten, sich jedoch auf eine schrifiliche Protestation, die er bereits redigirt hat, beschränken. Er hat seinen Plan, eine mündliche Protestation zu machen, aufgegeben; dieselbe wäre übrigens auch unmöglich gewesen, da Billault, der Präsident deS gesetzgebenden Körpers, ihm nicht daS Wort gegeben haben würde.
Am 14. März findet die Neuwahl für den 4. Wahlbezirk Statt. Es unterliegt fast keinem Zweifel, daß Carnot mit großer Stimmenmehrheit gewählt wird. Die republikanische Partei bietet Alles auf, um ihren Candioaien burchzubringen.
Die Regierung scheint gesonnen, mit der Revolution auch ihr blutiges Sinnbild, die Guillotine, zu verbannen. Die „France Napolöonienne" meldet: „Man spricht davon, daß die Guillotine abgeschast und durch die in Spanien übliche Garrote ersetzt werden soll". Dies ist bekanntlich die ErdrosselungS- Maschine, die kürzlich zur Hinrichtung des KönigS' Mörders Merino gedient hat.
Der Prinz Präsident wohnte vorgestern Abend der Vorstellung „Wilhelm Tell" in der großen Oper bei. AlS er vom Theater wegfuhr, wurde eines der Pierre seines Wagens von einem vorüberfahrenden Cabriolet zu Boden geworfen. ES blieb dieser Vorfall ohne weitere Folgen.
Die Saljsteuer wurde bekanntlich von der con* flituirenten Versammlung abgeschafft. Die Regierung LouiS Bonaparke'S will dleses Dccrel adschas- fm und die Salzsteucr wieder einführen. ES unterliegt keinem Zweifel, daß diese Restauration auf kem Lande glotze lknzufriedenheit erregen wird. Die Börse stieg in Folge Dieser Nachricht, da man daraus schließen will, daß die socialistischen ëteuer- Pläne LouiS Bonaparte'S nicht in Ausführung kommen.
Auf R clamation von französischer Seite hat die Baseler Polizei wegen deS auf Den Prinz-Prä- ftoenien bezogenen Fastnachtsspiels in dieser Stadt eine Untersuchung eingeleilet.
Die Prâfectur ließ gestern eine Ordonnanz an» schlagen, die sich auf die Schiffe der Seine lezog. Eine Menge von Gruppen standen vor Diesen An schlagen, welche mit der abgeschafflen Aufschrift t Liberté, Egalité, Fraternité, versehen waren. Ohne Zweifel waren diese Zettel fiüher gedruckt worden, und da man sie nicht mibenußt lassen wollte, so verwendete man sie für diese unpolitische Ordonnanz.
Paris, 10. März. Das auf den Unterricht bezügliche Dekret lautet: „In Erwägung, daß vor- läufig, bis zur Erlassung deS organischen Gesetzes über ben öffentlichen Unterricht, es von Wichtigkeit
ist jene Gründfthe sofort in Anwendung zu bringen, welche die Ordnung und die amtliche Hierarchie in dem Lehrkörper wlederhersteUen sollen, — becre* tirt der Präsident der Republik wie folgt: Der Präsident ernennt und setzt ab die Mitglieder deS OderstudienraiheS, die Inspektoren, Recioren, Professoren der Fakultäten. Der Minister schlägt dem Präsidenten die ordentlichen Professoren der Fakultäten zur Ernennung vor. [DaS ConcurSeramen ist damit abgeschafft.j Die Professoren an den Schulen dagegen und die Inspektoren der Academie seine Art von Provinzialfchulräihenj werben von dem Minister selbst ernannt und abgesetzt. Die Mitglieder deS OberstudienrathS werben für ein Jahr ernannt. Dieser Rath besteht auS drei Senatoren, drei StaatSrâthen , fünf Erzbischöfen oder Bischöfen, drei Mitgliedern deS CassationShofeS, fünf Mitgliedern deS Institutes, acht Generalin- spectoren, zwei Vertretern deS freien Unterrichtes. Alle diese Mitglieder werden unter den hervorragendsten Kapacitäten deS Landes auSgewählt. Präsident des OberstudienrathS ist der Minister DeS öffentlichen Unterrichtes". Zum Vicepräsidenicn deS OberstudienratheS ist der frühere Minister Dumas, zum Secretär desselben Herr Niiard , Mitglied Der Academie francaife, ernannt worden.
Paris, 11. März. (Tel. Dep. d. K. Zig.) Armand Marrast ist gestern gestorben. — Im Proceß Bocher ist Appell eingelegt (ist schon längst von unS mitgethejlt).
Großbritanniei».
London, 10. März. Wie mit großer Bestimmtheit versichert wird, sind vor nächstem Montag im Parlament von Seiten der Minister keine formellen Erklärungen über die beabsichtigte Politik zu erwarten. Man hält eS für wahrscheinlich, daß an Dem genannten Tage, sowohl im Oderhause wie im lln» terhause, daS Ministrrium sein Programm durch neue, dem Schutzsysteme günstige Er larungen vervollständigen wird. DiSraeli wird vermuthlich am Freitage noch nicht im Unterhause erscheinen können, da erst an jenem Tage Die Wahl für Buckinghamshire ftatifinDet. (Dem Vernehmen nach wird Dr, Lee, von Hartwell House, ein Freihändler und Fürsprecher der geheimen Abstimmung, alö Gegen-Can- DiDat DiSraeli'S auftreten. Er hat zwar wenig Aussicht, gewählt zu werden; doch hofft er, dem Schatzkanzler einige bestimmte Erklärungen über feine politischen Pläne adzulocken.)
Die Danrmânnerfem in Irland nimmt von Tag zu Tag einen gefährlichen Character an. Sie verbreitet sich durch alle Schichten Der Gesellschaft; ihre Drohungen werden resp klirt, well sie selten unausgeführt bleiben, und ihr Arm reicht weit, wie in Den Zeiten DeS alten geheimen Gerichts. Gutsbesitzer und andere Individuen, die sich den Haß der agrarischen Uebelthäter zugezogen haben, können eS nur dann wagen ihre Wohnungen zu verlassen, wenn sie bis an Die Zähne bewaffnet sind, und sind bei weitern Ercursionen gezwungen, sich von bewaffneten Konstablern begleiten zu lassen. Aber selbst in daS Innerste der Häuser dringt Die Rache DeS geheimen Gerichts, und der Herr Darf feinem Diener nicht trauen , wofern dessen Treue durch langjährige Dienste nicht über jedem Zweifel erhaben ist.
Die neuesten Berichte auS Ha van nah melden, daß Die Behörden von Kuba einen neuen In- vasionSversuch erwarteten; eS werde in den Verei, nisten Staaten ein Korps von 6000 Freischärlern organtsirt und die Herbeischaffung von Transportmitteln betrieben.
Türkei.
Konstantinopel, 24. Febr. Herr v. Lavakette, außeroroeiiilicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der französischen Republik Sei Der hohen Pfordte, hat sich am Bord DeS kürzlich auS Dem PyreäuS hier eingelaufenen französischen Kriegs» DampferS „Seniinelle" eingeschiffi und ward bei der Abfahrt mit 17 Kanonenschüssen salutirl.
America.
. New Nork, 25. Februar. DaS New-Norker Handeleblati bemerkt: Kossiith hat öffentlich a,«gezeigt, daß er einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem ihm 40,000 Schießgewehre, zu 2 Dollar DaS Stück, geliefert werden sollen. Abgesehen von der Qualität, die zu einem solchen Preise gefertigt werden mag, gäben wir gern de« Werth einer Flinte dafür, um zu erfahren, wie er sie in Ungarn ein# zubringen gedenkt. Hätte Kossuth 40,000 tüchtige Soldaten, um sie zu tragen, und Die Mittel, sie Diesen zukommen zu lassen, wie auch die Mittel zur Veriheibigunq gegen Die österreichischen Kreuzer auf der Ueberfahrt, dann ließt sich allenfalls venken, wie Diese Waffen nach Ungarn gelangen oder wenig, stenS in Fiume ohne Versteuerung auSgefchifft
