Gesetzes nach würde daS Urtheil auf Hinrichtung durch den Strang lauten.
Wien, 7. Febr. Die Rückkehr des Admirals Dahlerup nach Oesterreich, die von den Kopenha- gener Blättern angckündiqt wird, erhält von man, cher Seite eine diplomatische Deutung. Besserun, »errichtete dagegen behaupten, eS handle sich lediglich um die Benutzung der maritimen Erfahrungen des Admirals bei der neuen Organisation der f. k. Seemacht. — Die junge Frau deS k. k. Majors v. Barbaczy, Adjutanten deS Kaisers, welcher durch die bekannte Broschüre: „Bekenntnisse eines Soldaten", rasch einen Ruf bekam, ist vor einigen Tagen gestorben. Weder daS Gerücht von Barbaczy'S Beförderung zum Oberst-Lieutenant , noch daS von dessen Einberufung zum Regiment war begründet, sondern eS ist eben gar nichts in dieser Beziehung geschehen, und dies schondeßhalb, weil er garnicht der Verfasser war, sondern, wie die Brünner Zeitung wissen will, bloS als Deckmantel einer höheren Person diente.
Bei dem deutschen Telegraphenverein tst und zwar von Bayern, der Antrag gestellt worden, daS EigenthumSrecht telegraphischer Depeschen gegen Nachdruck zu schützen.
Dänemark.
Kopenhagen, 8. Febr. ES gehen hier bereits wieder die Gerüchte über Ministerwechsel im entgegengesetzten Sinne. In der gestrigen Privatver, sammlung sind die Mitglieder deS ReichSratheS da- hin übereingekommen, daß Monrad innerhalb acht Tagen von Neuem eine Interpellation über die „Einleitung zum Grundgesetz" resp. daS Verhält» niß deS Grundgesetzes zum Herzogthum Schleswig stellen solle.
Der der Absicht deS Mords, der Brandstiftung, der Fälschung und der Betrügerei angeklagte Arrestant David v. Diettrich oder, wie er sich auch genannt hat, Emil Graf v. Jovannovich, hat nun sein Unheil empfangen. Derselbe war nämlich früher Unlerlieutenant in österreichischen Diensten, später desertirt und unter dem Namen Jovannovich provisorisch in der schleSwig-holsteinischen Armee al- Volontairoffizier gewesen, von wo er alS Ueber- lâufer im Oct. 1850 hierher kam und in der Nacht vom 13. zum 14. Nov. 1850 im Hotel Phönix, wo er logirte, auf den Wechselmakler Fürst, in der Absicht, denselben zu berauben, einen Mordversuch machte, der aber mißlang. Jovannovich unternahm darauf einen Selbstmordversuch, der aber gleichfalls mißglückte, im FriedrichS-Hospital, wo er früher erklärt hatte, sein wirklicher Name sei Eugen Maria Joseph Esterhazy. DaS über ihn gefällte Urtheil lautet auf sechsmal 5 Tage Gefängniß bei Wasser und Brod und Bezahlung der Proceßkosten.
Belgien.
Brüssel, 6. Februar. Der König hat dem Gesammiministerium erklärt, daß eS die Wtederbe- rufung veS Generals Chazal zum Befehlshaber der ersten Militär-Division zu contrasigniren oder feine Entlassung einzureichen hätte. Die Minister haben nachgegeben und General Chazal führt bereits das Commando in der Stabt Brüssel an der Seite des ihm mit Recht sein ganzes Zutrauen schenkenden Königs. Um die ganze Bedeutung dieseSgSchritteS zu würdigen, ist hervorzuheben, daß Chazal derselbe Mann ist , der als Kriegs - Minister sich der Auflösung der Armee widersetzte , die von der Um# sturzpartei, und folglich auch von seinen damaligen Kollegen, systematisch betrieben wurde; das Chazal der Mann ist, der ganz unverhohlen erklärte, eS müsse dem Mummenschanze der belgischen Bürger- garde ein Ende gemacht werden; daß Chazal der Mann ist, der lieber seinen Abschied nahm, als daß er varein gewilligt hätte, daß eine von den Kammern gewählte Commission von Philistern die Reorganisation deS HeerS decretirte. Diesen Mann nun beruft der König an seiner Seite. Aber, wird man fragen, ist denn der König für Krieg besorgt? Nicht gerade für den Augenblick, aber er will sich auf alle Fälle gefaßt ukachen.
Frankreich
PariS, 10. Febr. Lord Cowley trifft erst zwischen dem 20. und 25. hier ein; vorher kehrt noch Lord Normanby zur Abmachung unerläßlicher Geschäfte auf einige Tage hieher zurück. — Die Herzogin von Talleyrand-Perigord ist mit ihrer Tochter nach London abgerzist, wo letztere den ge- flüchteten Repräsentanten d'Elchegoyen heirathen wird. — Vorgestern und gestern Abends wurde auf Schildwachen beim Fort Ivry geschossen, ohne daß jedoch eine derselben verwundet wurde. Dagegen brachte eine Kugel der daS Feuer erwidernden Schlldwachtn einem Manne, von dem eS noch sehr zweifelhaft ist, ob er geschossen hat, eine gefâhr«
licht Wunde bei, und zehn Personen wurden von den sofort herumstrcifeuden Soldaten verhaftet. Die Behörde hat zur Verhütung der öfteren Angriffe auf einzeln stehende Schildwachen die strengsten Maßregeln angeordnet. — Der Finanzminister hat, wofür ihn der „Constitutionnel" sehr belobt , das General-Secretariat seines Departements abgeschafft. Fortan werden die AbtheilungSvorsteher direct mit dem Ministerium arbeiten. — Nach dem „Courrier deS Gironde" zeichnete sich Merino während seines Aufenthalts in Bordeaux, wo er Unterricht im Spanischen gab, durch die Zügellosigkeit seiner Aufführung auS.
Man versichert, daß Persigny entschlossen sei, die vorgängige Censur der Journale in Kurzem, jedenfalls aber nach den Wahlen, aufzuheben. — ES heißt, daß dem Er-Minister de Morny, den man diese Nacht auch auf dem Balle im Elysee sah, die Präsidentschaft deS gesetzgebenden Körpers mit 100,000 Fr. Gehalt angeboten sei, und daß er im Annahmefalle alS RegicrungS-Candidat für den ersten Bezirk von Paris auftreten werde. — Die Freilassung von M. Dufraisse und Greppo, die schon in Brüssel eingetroffen sind, sollen besonders durch G. Sand'S eifrige Vermittlung erwirkt worden sein.
Am Sonntage hielt L. Napoleon zu Versailles Musterung über vier Regimenter, aus deren Reihen beim Vorübermarfchiren zahlreiche Rufe: „ES lebe der Kaiser"! erschollen, in welche auch Umstehende einstimmten. — Wie verlautet , will LouiS Napoleon Herrn Fleury alS ersten Stallmeister mit 60,000 Fr., Herrn E. Ney als Großjâqermeister mit gleichem Gehalt, so wie einen zweiten Stallmeister und einen zweiten Stallmeister und einen zweiten Jägermeister mit je 25,000 Fr. Gehalt anstellen.
Der Nouvelliste Vaudoi- schreibt Folgendes über den Inhalt der französischen Note, die am 24. v. Monats übergeben worden sei. Sie habe Bezug auf Flüchtlinge und fei in sehr drohenden Ausdrücken abgefaßt. Der Schluß Derselben sei selbst, wi^S scheint, von solcher Begehrlichkeit, daß eS nicht möglich wäre, zu entspreche, ohne eine wirkliche Verletzung der Unabhängigkeit und Souverânetât der Schweiz. Es handle sich nämlich darum, daß der BundeSrath sich förmlich verpflichte, alle Flüchtlinge von der Schweiz auszuweisen, die ihm die französische Regierung bezeichnen würde. Der BundeSrath soll auf diese- Begehren in würdiger und fester Weise geantwortet haben. Dabei wünscht der Nouvelliste, daß man den Tert beider Aktenstücke ohne Verzug bekannt mache. — Nach einer Cor- respondenz der Allgemeinen Zeitung auS Bern hätte sich Druey über den Inhalt der Note dahin geäußert, sie spreche nicht in geziemender Sprache angemessene Wünsche auS, sondern befehle der Schweiz mehrere mit Namen genannte Flüchtlinge sogleich auSzuweisen und füge dieser gebieterischen Forderung entschiedene Drohungen bei, kurz daS Ganze sehe fast einer Kriegserklärung gleich.
Der „K. Z." wird geschrieben: Heute circulirte eine sehr merkwürdige Nachricht an der Börse, der ich, wohlverstanden, durchaus keinen Glauben schenke, die ich ihnen aber mittheile, zuvörderst, weil sie an der Börse viele Gläubige fand und einiges Aufsehen erregte, und sodann, weil sie einen Beweis von der geschickten Manier liefert, mit welcher die Feinde deS herrschenden System- den öffentlichen Credit zu stören suchen. Man erzählte denn, daß Hr. A. Fould (der in Wirklichkeit noch immer deS Prinzen intimstes Vertrauen genießt) gestern dem Baron v. Rothschild einen Besuch abgestattet habe, um im Namen deS Präsidenten mit dem berühmten Banquier Unterhandlungen wegen eines Anleihen- von 20 Millionen anzuknüpfen. Hr. v. Rothschild habe auftiefe Eröffnung geantwortet: Mein Hotel, meine Möbel, meine Person stehe dem Präsidenten ganz zu Diensten; ein anderes ist eS mit der Bank, die meinen Namen trägt und deren Aktionär ich bin, ich habe nach dem 2. December meine Maßregeln getroffen, alle meine Valuten sind im Ausland, ich kann nicht über eine Viertelmillion verfügen. — Auch wird heute von zuverlässiger Seite mitgetheilt , daß General Cavaignac die ihm von einer großen Menge Wähler deS dritten Arrondissements offètirte Can. didatur definitiv aceeptirt habe. Ferd. de Lasteyrie tritt als Candidat in St. Denis, Garnon als solcher in Sceaur auf.
Noch immer erhält sich das Gerücht, daß der Präsident die gegen das HauS Orleans erlassenen Decrete zurücknehmen werbe. Die Sache ist jedoch noch nicht so weit gediehen, sondern eS ist blos eine auS den Herren Duverhier, Chair-e'Estange und anderen Juristen bestehende Commission gebildet worden, welche die von Belgien, Würtemberg und Sachsen-Koburg eingelaufenen Reklamationen prüfen und eine Antwort darauf redigiren soll. Auch von Spanien wird noch eine Protestation erwartet.
Im Ministerium deS Innern wird im Augenblicke über Belohnungen für die Schriftsteller, welche sich um die Sache LouiS Napoleon'- besonders verdient gemacht hätten, jberalhen. Drei Oberredacteur» Pariser Blätter sollen den Orden der Ehren- lrgion erhalten.
Die vormaligen Abgeordneten Malgrdier, Na- baud und Schölcher haben sich am 8. dS. MtS. in Antwerpen nach London eingeschifft.
Die Brüsseler „Emancipation" meldet als Gerücht , Prinz Peter Bonaparte stehe im Begriff, die Tochter eines Architekten zu heirathen,
ES gewinnt den Anschein, als ob die Regierung nicht, wie es früher hieß, ihre Candidaten im „Moniteur" und auf Ein Mal bekannt machen, sondern sie lediglich den Prâfecten empfehlen wollte, denen eS alsdann überlassen bliebe, für den Erfolg der Wahl zu sorgen. In mehreren Departements haben letztere in der That schon die officiellen Candidaten bekannt werden lassen. Unter den außerdem auftretenben Canvidaten lassen sich neuerdings auch mehrere gemäßigte Legitimisten unterscheiden. Dupin soll in einem Wahlbezirke deS Nievre-DepartementS als Candidat aufgestellt werden. Auch daS „PavS" stellt heute die Maxime deS „Constitutionnel" und der „Patrie" auf, daß die Wähler keine Opposition in den Gesetzgebungskörper schicken dürfen, jedoch anS dem milderen Gesichtspuncte, weil erst die Regierung in ihrer neuen Form kräftig gegründet werben müsse. — Die Personen, welche bei L. Napoleon Audienz haben wollen, müssen sich künftig wegen seiner überhäuften Geschäfte an die speciell mit Prüfung derartiger Gesuche und Berichterstattung darüber beauftragten Minister wenden, wie die „Patrie" heute anzeigt.
Die Meldungen auS Madrid über den Gesundheitszustand der Königin lauten fortwährend durchaus befriedigend. Man glaubt, die Königin werde noch vor Beginn der Fasten-eit ihren Kirchengang halten können, welcher am 2. Febr. in so trauriger Weise unterbrochen worben war.
Paris, 12. Febr. (Tei. Dep. d. Köln. Z.) Der heutige „Moniteur" enthält ein Circular Persigny'S, die Wahlen betreffend, worin jedoch nur bereits Bekanntes wiederholt wird; sodann mehrere Ernennungen.
Spanien.
Madrid, 6. Februar. Der Gouverneur von Madrid hat eine in der „Gaceta" abgedruckte Pro- clamation erlassen, in welcher deS Gerüchtes Erwähnung geschieht, die Bevölkerung beabsichtige in ihrem Unwillen gegen den KönigSmördek Martin Merino, diesen der Justiz zu entreißen und selber die Hinrichtung an ihm zu vollziehen. Der Gouverneur fordert deßhalb daS Volk auf, sich ruhig zu verhalten und das Gesetz zu achten. Die Eigenthümer und Herausgeber aller in Madrid erscheinenden politischen Blätter haben eine Beglückwüu- schungSavresse an die Königin für ihre Rettung unterzeichnet. „Heraldo" meldet, eS seien einige Verhaftungen vorgenommen worden, welche man mit Merino's Verbrechen in Bezug bringen wollte; eS sei indessen anzunehmen, daß letzterer keine Mitschuldigen habe. Dasselbe Blatt gibt ausführliche Mittheilung über Merinv'S Benehmen feit seiner Verhaftung. Am Morgen des 5. habe er sich in empörender Weise gegen die Behörden benommen und sogar nach dem Alcaden zu schlagen versuch^ der deßhalb für seine Behandlung die größte Strenge angeorduet habe. Gestern weigerte sich der Verbrecher entschieden, Nahrung zu sich zu nehmen. Eine Tasse Bouillon und etwa-Zwieback war alle-, was er sich aufnöthigen ließ. Während er der Priesterwürbe entkleidet wurde, benahm er sich sehr kalt; alS er um 3 Uhr in die Capelle geführt wurde, um sich zum Tode vorzubereiten, verließ ihn seine gewöhnliche Ruhe keinen Augenblick. Zwei Priester begleiteten ihn und sprachen mit ihm über Gegenstände deS Glaubens; er hörte ihnen aufmerksam zu und benutzte jeden Anlaß, in eine Argumentation einzugehen, dabei mit so viel Freiheit sprechend, alS befinde er sich jy einer Akademie. Als er einige Zeit in der Capelle zugebracht hatte, gab er den Wunsch zu erkennen, sein Testament zu machen. Man ließ einen Notar holen, der mit drei Zeugen sich einfand. Merino ordnete an, daß die von ihm dem Präsidenten deS obersten Tribunals, Senor Don Lorenzo Arrazola, mündlich mitgelheilten Verfügungen in Vollzug gesetzt werden sollten; waS danach noch von seinem Eigenthum übrig bleibe, möge man seiner Haushälterin Dominga Castellano- zuwenden. Diese ist ebenfalls verhaftet und sitztim Saladero in derselben Zelle, die ihr Dienstherr be# wohnt hat.
Der Dolch, womit Martin Merino die Königin Isabella verwundete, ist fünf Zoll lang. Die Klinge ist'schmal, die Spitze sehr scharf, die Scheide von Stahl und der Griff von weißem Horn. Die obere Hälfte der Klinge ist mit Schnitzarbeiten bedeckt, die der Königin gefährlich gewesen wären, wenn der goldbestickte Mantel den Stoß nicht ab# gehalten hätte.
Großbritannien.
London, 11. Febr. FearguS O'Connor scheint mit ziemlicher Strenge behandelt zu werden. Gleich
